Birgit Kleinfeld

Brief an dich


Mein Liebling,
 
ich schreibe dir, um dir zu sagen, wie sehr ich dich liebte, dürfte ich es. Wie sehr ich es auch jetzt tue. Trotz allem, einfach so. Du sagst, ich kennte dich doch gar nicht? Doch, Schatz dass du ich! Kenn dich ganz genau: Seh ich dich doch vor mir Tag für Tag. Auch in der Nacht. Sehe deine sanften Augen, oft strahlend, manchmal auch mit Tränen gefüllt. Höre auch deine Stimme, wie sie erzählt, bittet fordert. Fühle deine weichen Haare zwischen meinen Fingern, wenn ich in Gedanken zärtlich über deinen Kopf streichele. Siehst du mich lächeln? Ach was wäre ich glücklich - wären wir glücklich. Dürfte ich dich nur lieben.

Du sagst, es ginge nicht lange gut? Ach, Schatz, natürlich würden wir uns auch streiten. Streiten, sich auch einmal böse sein, das gehört zu einer so tiefen Liebe, wie es die unsere wäre dazu. Doch nichts auf der Welt könnte es je trennen das Band, das uns verbindet. Weißt du, mein Engel, selbst jetzt, kann niemand es mir nehmen, es uns nehmen, was zwischen uns sein könnte, dürfte ich dich nur lieben und in meinen Armen halten.
Doch ich sitze hier - allein- lausche schöner Musik und stelle es mir vor, unser gemeinsames Leben, das es nie geben wird. Denk an all die -ja ich nenne es einfach Abenteuer - die wir gemeinsam erleben könnten: Muscheln sammeln am Meer, Delfine beobachten wo auch immer auf der Welt- Tanzen- nein - tanzen müsstest du wohl doch mit einer anderen, denn das kann ich nicht. Aber ins Theater könnten wir gehen, im Heißluftballon über die Pyramiden fliegen. Ach, ich würde sie gar nicht sehen, wäre ich doch zu glücklich mit dir zusammen zu sein..
Oft wären wir nicht allein, nein ''Er' wäre bei uns und auch das wäre schön. Vielleicht das Schönste? Ach, Engel, dürfte ich doch lieben.
Ich sehe dein Gesicht, dein Gesicht, wie es in 10 Jahren aussehen könnte, in 20, in 30. Vielleicht sogar in 40 ...
Doch es wird Zeit in ein anderes Gesicht zu schauen, in ein reales, in eines, das ich lieben sollte: In das meine.
Es wird Zeit alles zu betrachten, was zu mir gehört- alles das was unsere gemeinsame Zukunft meine Liebe zu dir und deine zu mir verhindert: Mein Körper- ja, du hast recht. Ich könnte abnehmen. Und meine schlaffen Brüste? Sie interessierten dich nicht sonderlich, ich weiß.

Aber mein Schatz, es gibt da noch etwas ...Du weißt, was ich meine, etwas, dass niemand ändern kann, etwas, das der Grund dafür sein wird, dass, ich - dürfte ich dich auch lieben- diese Welt vor dir verlassen würde und vor ihm.
Etwas, das verhindert, dass ich dir ein Leben auf dieser Welt ermöglichen- ja schenken kann.
Ich bin zu alt, um - so sehr ich es auch ersehne, deine Mutter zu werden ...
Dürfte ich,- ich würde dich lieben.
Unendlich. Auf immer.
M.

 
 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Birgit Kleinfeld).
Der Beitrag wurde von Birgit Kleinfeld auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.09.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

32 ½ Wurzeln des gemeinen Alltagswahnsinns: Kleines Schwarzbuch des Furor cotidianus von Jörg Greck



Alltagswahnsinn, das Auseinanderdriften von eigenen Wertvorstellungen mit der Realität, ist ein Phänomen, über das wir uns täglich wundern. Wenn das Wundern in Ärger umschlägt, wird es Zeit gegenzulenken. Die Identifizierung der Wurzeln, also der Ursachen, des Alltagswahnsinns, ist ziemlich lehrreich für denjenigen, der seine persönliche Situation insoweit verbessern will.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (3)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Briefe" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Birgit Kleinfeld

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Visionen am Kamin von Birgit Kleinfeld (Spannende Geschichten)
Liebesbrief an meine Frau von Klaus-D. Heid (Briefe)
Für die lieben Frauen von Uli Garschagen (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)