Marlene Remen

M u c k i - k l e i n e r F r e u n d

 
Diese kleine Geschichte, die ich euch hier erzählen möchte, hat sich wirklich so zugetragen.
Sie ist zwar schon vor sehr langer Zeit gewesen, genau genommen vor über dreißig Jahren.
Damals wohnten mein Mann, unsere circa 5 jährige Tochter und ich in einer kleinen Stadt, ungefähr
25 Kilometer entfernt von unserem jetzigen Wohnort.  Mein Mann leitete damals den dortigen
Wanderverein und war fast jedes Wochende mit unserer Tochter unterwegs zu Veranstaltungen
anderer Vereine. Mir war es nicht möglich mitzukommen, da ich ein wenig gehbehindert bin.
Es hat mir aber auch nichts ausgemacht, daß ich nicht mitkonnte, ich habe diese ruhigen
Tage genossen.

Es war an einem Sonntag im Oktober und die Beiden waren wieder unterwegs bei einem
befreundeten Verein und wollten so gegen 17.00 bis 18.00 uhr zurück sein. Mir wurde die
Zeit nicht lang, hatte gekocht, ein paar Sachen gebügelt und dann mir ein wenig Musik
angehört und gelesen. Es wurde 17.00 Uhr und auch 18.00 Uhr, doch die Beiden waren
noch nicht zurück. So langsam wurde ich unruhig, wo blieben sie nur ?. Um 19.30 Uhr war
ich drauf und dran,  einen Wanderfreund meines Mannes anzurufen und nach ihnen zu fragen.
Da hörte ich, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde und sie kamen in die Küche. Ich
wollte gerade ein Donnerwetter loslassen, als ich in das strahlende Gesicht meiner kleinen
Tochter sah. "Mama, wir haben dir etwas mitgebracht, da wirst du dich aber freuen !"  Mein Mann
tat sehr geheimnisvoll und ich bemerkte, daß er etwas unter seiner Jacke versteckt hielt.

Wir gingen in die Küche und er sagte : "Setz dich mal und mach die Augen zu !", Das tat ich
und er gab mir etwas in die Hände.  Es war ein kleiner rechteckiger Karton, aus dem leise und
knisternde Geräusche zu hören waren.  "Wenn ihr mir hier eine Maus oder ein Hamster angeschleppt
habt, könnt ihr es gleich wieder wegbringen. sagte ich, solche wuseligen Tiere waren mir suspekt.
"Mama, mach doch mal auf , sagte meine Kleine und das tat ich ganz vorsichtig. Was dann nach einer
Weile zum Vorschein kam, hatte ich so noch nie gesehen.  Erst sah ich nur einen kleinen Schnabel, der am
Rand des Kartons knabberte, dann folgte auch der Rest.  Es war die Miniaturausgabe eines kleinen,
grünen Wellensittichs, der noch nicht mal einen Schwanz hatte und dessen Flügelchen wie ein
Bolerojäckchen an seinem kleinen Körper klebten.  "Wo habt ihr denn dieses süße Tierchen her ?"
fragte ich meinen Mann.  "Heute war doch Vogelausstellung in der Stadt und eine Verlosung, da hat sie
ihn gewonnen, sagte mein Mann.  "Mama, sagte meine Tochter, wir haben auch Futter und Sand
mitgebracht. Ja, und einen Käfig haben wir doch noch, von den beiden Anderen, die wir mal hatten, sagte
mein Mann. Inzwischen hatte ich diese kleine Vögelchen vorsichtig auf meine Hand genommen, er hatte
gar keine Angst und  knabbert ganz leicht an meinem Daumennagel.
Dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen ihm und mir, ich nannte ihn  " M u c k i  ".

1.  Teil

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.10.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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