Marlene Remen

M u c k i - k l e i n e r F r e u n d 3. Teil

Der Kühlschrank, auf dem Muckis Käfig stand, war höher als ein
normaler Einbaukühlschrank.  Wenn ich davor stand, reichte mein
Kinn gerade über den Rand. Jeden Morgen gab es das gleiche Ritual
zwischen Mucki und mir. Ich deckte den Käfig ab, öffnete das Türchen
und er kam direkt heraus, setzte sich an die Ecke des Kühlschrankes
und machte sich dann ganz steif.  Dann streichelte ich ihn mit meiner
Nase oder der Wange und er gab ganz leise, zärtliche Töne von sich.
Anschließend wurde noch ein wenig an meiner Nase geknabbert, bevor
er wieder in den Käfig ging, um zu fressen. Solch ein Vertrauen hatte
ich noch nie bei einem Vogel erlebt, wenn ich das meinem Mann
erzählte, glaubte er mir nicht.  Aber, es stimmte und ich freute mich
jeden Morgen darauf.

Wenn meine Tochter am Mittag aus dem Kindergarten kam, spielte sie
auch mit Mucki. Sie setzte sich auf den Boden, rollte ihm ein kleines
Ping-Pong Bällchen zu und er rollte es mit seinem Schnabel zurück.
Das hat Beiden viel Spaß gemacht  und ich sah ihnen gerne dabei zu.
Am liebsten hielt er sich aber in meiner Nähe auf. egal in welchem Raum ich
gerade war. Ich erinner mich noch an eine lustige Sache, die ihm passiert
ist.  Als ich im Wohnzimmer gesaugt hatte, war er auf einmal verschwunden.
Ich habe ihn gerufen, aber es kam keine Antwort und ich machte mir große
Sorgen. Überall habe ich nachgesehen, hinter der Couch, hinter den Heizkörpern,
unter unserem Bett, aber er war nirgends zu sehen. In der Diele hörte ich dann
endlich ein leises Geräusch. Es stand eine sehr hohe Bodenvase darin, die oben
eine schmale Öffnung hatte. Fragt mich nicht, wie er da hineingekommen ist.
Er kam leider nicht mehr alleine hinaus, fliegen ging nicht und in der Vase
hochkrabbeln schon mal gar nicht.  Ich holte ihn heraus und von da an machte
er einen weiten Bogen um diese Vase, er hatte etwas gelernt.

Mucki war so circa acht Jahre bei uns und ich habe es nie bereut, ihn behalten
zu haben. Sein letzter Tag bei uns war ein sehr trauriger Tag.
Er war schon längere Zeit nicht mehr so munter gewesen, wie er vorher war.
Als ich ihn an diesem Morgen aufdeckte, hockte er unten im Käfig und kam auch
nicht wie sonst heraus. Ich hob ihn auf und setzte ihn auf die Sitzstange.
Doch ein paar Minuten später fiel er herunter und ich holte ihn aus dem Käfig.
Eine Stunde lang hielt ich ihn in meinen Händen und dann ist er ganz friedlich
für immer eingeschlafen.

Auch ein kleiner Vogel kann ein guter Freund sein und das war mein  " M u c k i  ".


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.10.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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