Christian Scheffel

Airfighter: Wendepunkt

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

 

Diese Geschichte setzt die Ereignisse aus Neue Direktiven unmittelbar fort: Zunächst wird der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in Washington vor dem Angriff eines mit Hightech-Waffen ausgestatteten Killerkommandos in Sicherheit gebracht – nur damit an Bord von Airbase_Alpha anschließend das Verhängnis seinen Lauf nehmen kann. Nachdem die Ereignisse einen schlimmen Wendepunkt erfahren haben und zunehmend offensichtlich wird, dass sich ein Verräter unter den Sicherheitskräften des Präsidenten befinden muss, startet bereits der nächste Angriff auf den Luftraum von Washington, wobei keine Gefangenen gemacht werden. Zugleich treten Juan und Raffael mit ihrer Gang an die Öffentlichkeit in Metro-City, um ihre Position klarzustellen – sehr zum Unbehagen des mächtigen Bosses eines Killertrupps, der die komplette Gang nun töten lassen will.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wendepunkt

 

  • 1 –

  •  

Von einem Flugplatz der Airforce etwas außerhalb von Washington D.C. startet ein Kampfgeschwader: die Flugmaschinen donnern im steilen Anflug davon.

Dabei gibt der Einsatzoffizier seinen Befehl über Funk durch:

„Geschwaderführer, setzen Sie Kurs auf die übermittelten Koordinaten in unserem Luftraum! Airbase_Alpha hat das Enttarnen einer großen Flugmaschine gemeldet.”

 

Von Airbase_Alpha aus startet ebenfalls ein weiteres Abwehrgeschwader: die Flugmaschinen donnern aus dem großen Flughangar am unteren Ende der eiförmigen Airbase heraus in den blauen Himmel.

 

Im Airfighter-Cockpit dreht Chris seinen Kopf zu Jessica: „Wir müssen den Präsidenten sofort an Bord von Airbase_Alpha bringen.”

Jessica: „Aber mit dem Helikopter kommen sie nicht hoch genug.”

Airfighter: „Die Waffenarme der Flugmaschine feuern!”

Chris: „Programmiertes Ausweichmanöver, Airfighter — Jessie, die Waffenarme anvisieren!”

Jessica: „Sind anvisiert, Chris.”

Beide werden im Cockpit hart in ihren Sitzgurten hin und her gerissen, indem Airfighter den tödlichen Plasmastrahlen aus den Waffenarmen der spinnenartigen Killermaschine haarscharf ausweicht — die Plasmablitze gleißen in den freien Himmel hinaus.

Chris: „Feuer!”

Inmitten eines weiteren Ausweichmanövers scharf nach links feuert Airfighter einen blitzenden Positronenblitz ab, der auf seinem Weg zu der großen Killermaschine funkenspeiend mit der Luft reagiert. Beim Auftreffen auf die Flugmaschine wird der Positronenblitz allerdings in einer blitzenden Explosion auseinander gefächert.

Jessica: „Unser Positronenstrahl ist entkohäriert worden, Chris — keinerlei Wirkung!”

Chris blickt böse überrascht durch die Cockpitscheibe wieder nach draußen, wo die große spinnenartige Killermaschine schwebt.

Airfighter: „Bestätige: die Quantenschilde der Flugmaschine haben dem Positronenstrahl völlig standgehalten.”

Chris: „Verdammt, die haben ihre Schilde aufgerüstet!”

Jessica: „Beim letzten Mal hatten wir einen weitaus gebündelteren Positronenstrahl aus der Antigrav-Vorrichtung der Airfighter-Basis abfeuern können.”

Chris: „Aber die Airfighter-Basis ist dort oben bei Airbase_Alpha — und dorthin müssen wir den Helikopter mit dem Präsidenten erst mal bringen!”

Da treffen sich Chris´ und Jessicas Blick erneut: beide denken anscheinend gerade dasselbe.

 

Airfighter dreht wieder von der spinnenartigen Killermaschine ab, indem die von Airbase_Alpha und unten vom Flugplatz aus gestarteten Abwehrjäger herbei gedonnert kommen.

Dabei ist Chris´ Funkspruch zu hören: „Versuchen Sie, die Killermaschine von Weiterem abzuhalten — wir bringen den Präsidenten sicher an Bord von Airbase_Alpha!”

„Verstanden, Commander Hawk — an alle, Kampfmanöver initiieren!”

Während auf dieser Höhe nur eine Sekunde später die Energiestrahlen der Abfangjäger quer durch die Luft blitzen, senkt sich Airfighter steil nach unten zurück auf Washington hinab.

 

Im Cockpit des Helikopters, der immer noch nach oben zieht, sehen President Cavanaugh, Bill und Colonel Stevens, wie sich Airfighter zu ihnen herabsenkt.

Chris, über Funk: „Bill, wir kommen zu euch herunter und bringen euch mitsamt dem Helikopter zur Airbase_Alpha — bereitet euch auf den Steigflug vor!”

Colonel Stevens hat einen knappen Blick mit Cavanaugh gewechselt und nickt Bill bestätigend zu.

Bill antwortet Chris´ Funkspruch über Headset: „Verstanden, Chris — halten uns bereit.”

Colonel Stevens: „Halten Sie sich fest, Mister President — Airfighter wird uns im Helikopter bis auf die Höhe von Airbase_Alpha bringen!”

Bill: „Und öffnen Sie den Mund für den Druckausgleich!”

 

Unweit über den Häuserdächern beendet Airfighter seinen Sinkflug auf Höhe des Helikopters. Oben wird von der entfernten spinnenartigen Killermaschine ein weiterer Plasmablitz abgefeuert, der genau auf Washington zugeschossen kommt. Gerade steuert Chris Airfighter genau unter den Helikopter und drückt diesen im steilen Anflug senkrecht nach oben — da schlägt schon der Plasmablitz, der innerhalb weniger Sekunden immer näher heran geschossen ist, in die Häuser ein, über denen sich gerade noch der Helikopter befunden hat. Inmitten von grellen Blitzen entlädt sich die Plasmaenergie, indem die Häuser zerfetzt werden.

 

In der Einsatzzentrale von Airbase_Alpha verfolgt der Stationskontrolloffizier das Manöver auf seinem Überwachungsterminal:

„Airfighter bringt den Helikopter gerade auf unsere Position — Hangar ist vorbereitet.”

Captain Doherty funkt Airfighter und den Helikopter zugleich an: „Hangar steht für Ihren Helikopter bereit, Mister President. Airfighter, Sie können Ihr Manöver zu Ende führen.”

 

Airfighter drückt den Helikopter im schnellen Steigflug steil nach oben.

Im Airfighter-Cockpit bestätigt Jessica Captain Dohertys Funkspruch:

„Haben verstanden, Captain — wir steuern den Flughangar an.”

Chris: „Okay, Bill — die Achterbahnfahrt geht jetzt ins Finale!”

 

An Bord des Helikopters halten sich Bill, Colonel Stevens und Präsident Cavanaugh mit aller Kraft fest, indem sie unter dem gewaltigen Trägheitsschub steil nach oben gehoben werden, wo schon allmählich die große eiförmige Airbase_Alpha in die Sicht rückt.

 

In der Einsatzzentrale meldet der taktische Offizier, der weiterhin den Kampf des Fluggeschwaders gegen das große spinnenartige Flugschiff in der Ortung verfolgt: „Die Sensoren registrieren einen Energieanstieg in den Waffenarmen des feindlichen Flugschiffes — deutlich höher als bisher!”

Captain Doherty gibt sofort über Funk an das Airforce-Geschwader weiter:

„Geschwaderführer, stellen Sie sich auf einen erneuten Beschuss ein — die Energiewerte in den Waffenarmen steigen erheblich an!”

 

Die beiden Abwehrgeschwader, die vom Flugplatz und von Airbase_Alpha aus gestartet sind, sind in der Luft zusammengetroffen:

„Haben verstanden, Airbase_Alpha — setzen zu Manöver Epsilon-5 an!”

 

Auf Höhe von Airbase_Alpha rammt Airfighter in diesen Sekunden den Helikopter, der allmählich in eine Schräglage fällt, in den Hangar am unteren Ende der eiförmigen Luftstation.

Chris, über Funk: „Halten Sie sich fest — das wird leider eine unsanfte Landung im Hangar!”

 

Colonel Stevens: „Machen Sie´s so, Commander.”

Bill: „Schützen Sie Ihren Kopf, Mister President!”

Cavanaugh: „Ich bin bereit!”

 

In einem ruckartigen Trägheitsschub stößt Airfighter den Helikopter schließlich in den geöffneten Hangar von Airbase_Alpha hinein. Innen schlägt der Helikopter, der jetzt endgültig auf die Seite gefallen ist, mit einem lauten Schlag auf den Metallboden des Hangars auf, wobei die Rotorblätter abgebrochen werden und nach mehreren Seiten weg schießen. Im Innern des Helikopters werden Bill, Colonel Stevens und Präsident Cavanaugh unkontrollierbar hin und her geworfen. Noch einige Meter weit rutscht der Helikopter funkenschlagend über den Metallboden in die Mitte des großen Flughangars.

 

Draußen hat Airfighter seinen Steigflug schon wieder abgebrochen und stürzt sich zurück in die Tiefe, um dem Abwehrgeschwader der Airforce gegen das spinnenartige Flugschiff zur Unterstützung zu kommen.

 

Im Hangar bleibt der auf die Seite gestürzte Helikopter jetzt endlich stehen, in dem die Insassen ein weiteres Mal durch den Trägheitsschub unkontrolliert von der einen Seite auf die andere geschleudert werden.

 

In der Einsatzzentrale bestätigt der Überwachungsoffizier:

„Helikopter ist im Hangar aufgekommen.”

Der taktische Offizier fällt ihm ins Wort:

„Die Waffenarme des feindlichen Flugschiffes eröffnen erneut das Plasmafeuer!”

Captain Doherty blickt abrupt auf den Bildschirm, wo das Fluggefecht aus einiger Entfernung mitzuverfolgen ist.

 

Weiter unten vor dem Hintergrund des blauen Sommerhimmels schießen aus den spinnenbeinartigen Waffenarmen des großen schwarzen Flugschiffes erneut die gleißenden Plasmabündel und fächern sich sogleich in zahlreiche Richtungen auf, so dass ein spinnennetzartiges Gitter aus zischenden Plasmablitzen in alle Richtungen vom Flugschiff ausgeht.

Inmitten des sich ausdehnenden, gleißenden Plasmanetzes explodieren die angreifenden Airforce-Maschinen in lodernden Trümmerbällen; Chris und Jessica sehen das Vernichtungsszenario im Anflug gerade noch durch die Cockpitscheibe, da wird auch Airfighter von der Plasma-Druckwelle erfasst und mit einem gewaltigen Stoß in den freien Himmel hinaus geschleudert.

 

  • 2 –

  •  

In einem der düsteren und heruntergekommenen Stadtteile von Metro-City verläuft eine Brücke über einen breiten Fluss. Unter der Betonbrücke verschwinden die Wassermassen im schmutzigen Dunkel, bevor sie auf der anderen Seite wieder tosend zum Vorschein kommen. Genau auf der Brücke stehen zwei Männer: es sind Juan und Raffael, die beide nach unten blicken. Als Juan aufsieht, ist förmlich zu spüren, dass etwas unmittelbar bevorsteht. Dann sind auf einmal die überdrehenden Geräusche mehrerer Motoren zu hören, und von beiden Seiten der Brücke her rasen vier schwarze Limousinen der Commodores heran, die mit quietschenden Reifen abrupt an den gegenüberliegenden Brückenenden stehen bleiben. Jetzt blickt auch Raffael auf: seine und Juans Miene bleiben absolut versteinert, als der bekannte Indianer mit dem rauhen Narbengesicht und den schicken Krokodillederstiefeln aus einer der Limousinen aussteigt und ein kaltes Grinsen zeigt. Langsam, aber zielstrebig tritt er auf Raffael und Juan zu, die mitten auf der Brücke stehen und von den Commodores eingekesselt worden sind:

„Ich finde dies eine interessante Wahl für unseren Treffpunkt!”

Der Indianer blickt Juan und Raffael mit diesen Worten auffordernd an, bevor er fortfährt:

„Immerhin hat man auf so einer Brücke doch einen schwachen Stand, falls ein Sturm aufkommt.”

Jetzt beginnt der Indianer unheilvoll zu grinsen: „… oder auch falls man — rein hypothetisch gesprochen — in die Zange genommen werden sollte.”

Juan verzieht nicht die geringste Miene, während Raffael unbeeindruckt antwortet: „Wir sind hier, um das Geschäftliche zu regeln — ich schlage also vor, verzichten wir auf den netten Small-Talk!”

Der Indianer tritt bis kurz vor die beiden, um jetzt in normaler Unterhaltungslautstärke weiter sprechen zu können:

„Aber gerade bei geschäftlichen Transaktionen, meine Freunde, sollte man sich einen sicheren Stand verschaffen — denn erfolgreiches Finanzbusiness erfordert immer einen stabilen Rückhalt.”

Der Indianer grinst jetzt auf eine sehr sichere, überhebliche Weise.

Juan blickt dem Indianer fest in die Augen:

„Dann sind wir ja einer Meinung — kommen wir also zu unseren finanziellen Rücklagen!”

Im selben Augenblick donnern unter der Brücke vier der Hovercrafts mit den Jungs aus Juans und Raffaels Gang hervor, schweben aus dem Flussbett ans Ufer und nehmen an beiden Enden der Brücke jetzt wiederum die Limousinen der Commodores in die Zange.

Der Blick des Indianers verändert sich blitzartig und zeigt seine erboste Überraschung.

Die bewaffneten in den Limousinen scheinen mit einem Mal auch unruhig zu werden, während die Jungs auf den Hovercrafts auf eine coole Art den Eindruck vermitteln, alles unter Kontrolle zu haben.

Ohne jegliche Veränderung in seiner Mimik fährt Juan fort, indem er weiterhin dem Indianer genau in die Augen sieht:

„Unser Deal ist der gewesen, dass ihr eines unserer Hovercrafts als Prototypen bekommt und wir im Gegenzug von euch eine Aufrüstung unseres Arsenals gestellt bekommen — also?!”

Misstrauischen Blickes, winkt der Indianer vier seiner Männer herbei, die ein paar Panzerkoffer auf der Mitte der Brücke abstellen.

Raffael, knapp: „Öffnen, bitte!”

Der Indianer nickt seinen Männern zu, und diese öffnen die Panzerkoffer: im Innern befinden sich die von der Gang geforderten Automatikwaffen, Panzerfäuste und Granatwerfer.

Raffael nickt dem Indianer zu, nachdem er einen kurzen bestätigenden Blick mit Juan gewechselt hat.

Juan wiederum nickt den Jungs auf einem der Hovercrafts zu, woraufhin diese von dem Luftkissenfahrzeug herabsteigen.

Juan verweist mit einer Geste auf das Hovercraft, indem er wieder den Indianer anblickt:

„Bitte — es ist Ihres!”

Mit noch immer etwas misstrauischem Blick dreht sich der Indianer zu seinen Männern, indem er Juan aber weiterhin in die Augen sieht. Dann winkt der Indianer seinen Männern zu, und ein paar von ihnen besteigen das Hovercraft.

Raffael: „Also dann, wir danken!”

Der Indianer blickt noch ein letztes Mal zu den beiden zurück.

Juan: „Vielleicht bietet sich ja noch mal die Gelegenheit, miteinander ins Geschäft zu kommen!”

Jetzt verzieht der Indianer seinen linken Mundwinkel zu einem halben, künstlichen Grinsen. Dann begibt er sich über die Steinbrücke zu seinen Leuten zurück, und indem die Gangmitglieder ihnen mit den Hovercrafts den Weg wieder frei machen, rücken die Commodores ab. Juan, Raffael und die Jungs des in Tausch gegebenen Hovercrafts verteilen sich auf die übrigen drei Hovercrafts, mit denen sie nach und nach wieder in den Fluss zurückfahren und unter der Brücke im Dunkel verschwinden.

 

  • 3 –

  •  

Die automatischen Türen zur Einsatzzentrale von Airbase_Alpha öffnen sich, und Bill, Colonel Stevens und President Cavanaugh werden von zwei Sicherheitsoffizieren aus dem Lift in die Zentrale eskortiert.

Captain Doherty: „Willkommen an Bord, Mister President. Leider hat unsere Flugabwehr den Feind nicht aufhalten können.”

Cavanaugh: „Ich bedauere, das zu hören, Captain.”

Bill: „Airfighter?”

Doherty: „Das gesamte Geschwader ist vernichtet worden, Airfighter ist im Verlaufe der Detonation weg geschleudert worden — wir empfangen kein Ortungssignal mehr.”

Bills Blick zeigt eine Mischung aus blankem Entsetzen und größter Besorgnis.

Bill: „Wir müssen sofort...”

Stevens unterbricht ihn:

„Absolute Priorität hat im Moment, den Präsidenten aus der Schusslinie zu bringen!”

Bill fasst sich wieder, auch wenn sein Blick derselbe bleibt:

„Natürlich, Colonel. Wie gehen wir weiter vor?”

 

  • 4 –

  •  

Ein schöner Wald, der sich unweit von Washington als grüne Idylle durch die Natur erstreckt. An einer Stelle weist der Wald eine breite Schneise auf, die in einem Krater endet, hinter dem ein trümmerartiger Erdwall aufgeschüttet ist: im Krater ist der auf der Seite liegende, qualmende Airfighter zu erkennen.

Gerade klettert Chris aus der Maschine und reicht Jessica die Hand, die unmittelbar nach ihm herausklettert.

Chris: „Wie ist dein Statusbericht, Airfighter?”

Airfighter: „Die Kollision mit der Plasma-Druckwelle ist größtenteils durch meinen Schutzschirm kompensiert worden, allerdings hat der Aufprall beim Absturz einige meiner primären und Stabilisationskontrollen beschädigt.”

Chris: „Dein automatisches Reload-Programm?”

Airfighter: „… meinen Diagnosescans zufolge intakt, da seine Bedienungselemente in mehreren Programmen sicherheitsgespeichert sind.”

Jessica: „Das ist nach allem eine gute Nachricht, Airfighter.”

In diesem Augenblick ist ein leises Summen über den Baumwipfeln zu hören, und als Jessica und Chris aufblicken, fliegt vor dem Hintergrund des blauen Himmels eine kleine metallene Kapsel über ihre Köpfe hinweg.

Chris: „Eine Ein-Mann-Flugkapsel.”

Jessica: „Für President Cavanaugh?”

Chris: „Jetzt, wo die feindlichen Flugmaschine uns alle vom Himmel geholt hat, müssen sie mit einem Angriff auf Airbase_Alpha rechnen.”

Jessica: „Und dorthin haben wir gerade den Präsidenten gebracht!”

Airfighter: „Meine Flugabtastung bestätigt, dass die Kapsel Kurs auf Airbase_Alpha hält.”

Jessica: „Wäre es nicht viel sicherer, den Präsidenten mit der Airfighter-Basis wegzufliegen?”

Chris, Jessica fest in die Augen blickend: „Es sei denn, die Airfighter-Basis wird als letzte Abwehr benötigt!”

Jessicas Blick geht jetzt auch in Besorgnis über: „Bill...”

Chris nickt stumm, indem er ihr immer noch in die Augen sieht.

 

  • 5 –

  •  

In der Einsatzzentrale von Airbase_Alpha bestätigt gerade der taktische Offizier:

„Das feindliche Flugschiff hat einen Kurs auf unsere Koordinaten eingeschlagen!”

Stevens: „Wir müssen Sie in Sicherheit bringen, Mister President!”

Bill: „Ich schlage vor, den Präsidenten an Bord der Airfighter-Basis zu bringen und mit dieser abzudocken.”

Captain Doherty: „Allerdings benötigen wir für den Kampf gegen die Flugmaschine die Feuerkraft der Airfighter-Basis.”

Der taktische Offizier ergänzt: „Der Positronenbeschuss durch Airfighter hat auf den Feind keine Wirkung gehabt. Die einzige Quelle für einen konzentrierten Positronenbeschuss wären die Antigrav-Vorrichtung von Airbase_Alpha oder die der Airfighterbasis.”

Stevens ergänzt: „Und wir können unmöglich die komplette Airbase_Alpha opfern!”

Bill, fest entschlossen: „Ich verstehe: dann werde ich die Airfighter-Basis abdocken und einen Positronenbeschuss aus ihrer Antigrav-Vorrichtung initiieren.”

Captain Doherty nickt Bill bestätigend zu: „Gut, Bill.”

Einer der Sicherheitsoffiziere, die den Präsidenten eskortiert haben, schlägt vor:

„Airbase_Alpha verfügt über einen Sicherheitsraum!”

Captain Doherty nickt: „Ich möchte Sie bitten, Mister President, sich dorthin bringen zu lassen — nur so können wir Ihre Sicherheit gewährleisten.”

Colonel Stevens nickt ebenfalls: „Ich halte dies für die beste Option.”

 

Die Außenansicht von Airbase_Alpha zeigt, wie in diesen Minuten die über Chris und Jessica hinweggeflogene Ein-Mann-Flugkapsel an eine kleine Schleuse der großen Luftstation andockt — doch offenbar ohne von irgendjemandem bemerkt zu werden…

 

  • 6 –

  •  

Bürgermeister Dirk Greys Augen sind nach wie vor verbunden: er wird von drei Mitgliedern aus der Gang bewacht, mit denen zusammen er auf einem der Hovercrafts durch den beleuchteten Tunnel fährt, der von der Hovercraft-Anlegestelle wegführt, die unterirdisch unter dem neuen Hauptquartier der Gang liegt. Die in regelmäßigen Abständen unter der schmutzigen Decke angebrachten Leuchtröhren lassen auf Dirks Gesicht Helligkeit und Dunkelheit abwechseln.

Zuvor hatten Juan und Raffael eine wichtige Entscheidung getroffen:

 

Juan und Raffael steigen gerade von ihrem Hovercraft und gehen die steinernen Stufen nach oben, die spiralförmig an der Steinmauer entlang aus dem dunklen Wasserhof führen. Indem sie auf diese Weise zunehmend an Höhe gewinnen und von der unterirdischen Hovercraft-Anlegestelle zurück in ihr Hauptquartier gelangen, folgen ihnen andere Gangmitglieder mit den von den Commodores erworbenen Panzerkoffern.

Raffael: „Unsere Aufrüstung ist jetzt soweit abgeschlossen, Juan.”

Juan: „Ja.”

Raffael: „Wir sollten darüber nachdenken, ob wir unsere Position in der City jetzt festigen und auch öffentlich einfordern wollen.”

Juan: „Dies ist auf jeden Fall Manuels Plan gewesen: die Stadt soll wissen, wer wir sind und was wir wollen. Unsere Position soll anerkannt werden.”

Raffael: „Aber worüber denkst du gerade nach? Etwas beschäftigt dich doch?”

Juan und Raffael sind gerade am oberen Ende der Treppe angekommen und gehen um das Metallgeländer herum aus dem tiefen Wasserhof zurück in die Fabrikhalle.

Juan bleibt stehen und dreht sich zu Raffael.

Juan: „Wir sollten zuerst zeigen, dass man uns trauen kann — bevor wir unsere Position einfordern.”

Raffael, nachdenklich: „Du denkst an Bürgermeister Grey?”

Juan: „Ja, richtig: wir benötigen ihn nicht länger als Druckmittel und sollten ihn freilassen.”

Raffael: „...und in einem unseren Standpunkt klarmachen.”

Juan und Raffael blicken einander fest in die Augen.

Juan: „Was denkst du, Raffael?”

Raffael bleibt zunächst regungslos, dann nickt er überzeugt:

Ich denke genauso wie du, Juan: das hätte Manuel auch so gewollt.”

Juan: „Okay, dann machen wir es so!”

 

Das abwechselnde Hell und Dunkel in Dirk Greys Gesicht nimmt ein Ende, als das Hovercraft um die Ecke des unterirdischen Zulaufes biegt und in der Dunkelheit auf das geöffnete Metallgitter zufährt. Im von den Wänden schwach reflektierten Scheinwerferlicht des Hovercrafts ist zu erkennen, dass Dirk sein Gesicht ein wenig verzieht, als er offenbar spürt, dass es um ihn dunkel geworden ist. Als das Hovercraft das Metallgitter passiert hat, biegt es in den unterirdischen Flusslauf unter Metro-City ab, indem einer der Gangmitglieder per Fernsteuerung das Metallgitter wieder verschließt. Das Hovercraft verschwindet in der Dunkelheit des unterirdischen Flusslaufes, während sein Scheinwerferkegel immer mehr abdunkelt, bis in der Dunkelheit nur noch das Rauschen des Flusslaufes zu hören ist.

 

  • 7 –

  •  

Begleitet von zwei Sicherheitsoffizieren, werden Colonel Stevens und President Cavanaugh durch einen der Korridore von Airbase_Alpha geführt, bis sie am Ende des Korridors einen Raum mit mehrfach abgesicherter Panzertür erreichen. Auf Eingabe eines elektronischen Codes durch einen der Offiziere hin öffnet sich die Tür, und dahinter wird ein gemütlich eingerichteter Raum mit dicken Sicherheitswänden sichtbar. Stevens und Cavanaugh betreten den Raum: hier gibt es eine Couch, einen Tisch mit aktuellen Zeitschriften, einen Fernseher, einen kleinen Kühlschrank und eine Toilette mit Waschbecken.

Der eine der beiden Sicherheitsoffiziere überreicht Cavanaugh die Karte mit dem elektronischen Code: „Hiermit können nur Sie die Tür öffnen beziehungsweise verhindern, dass jemand ohne Ihr Einverständnis in den Raum eindringt. Außerdem können Sie die gewünschte Stufe der Sicherheitsversiegelung hiermit variieren, Mister President.”

Cavanaugh, in ironischem Tonfall: „So ein Hotelzimmer wollte ich schon immer haben.”

Der andere Sicherheitsoffizier ergänzt: „Außerdem können Sie mit Hilfe der Funkanlage dort an der Wand sofort Kontakt zur Einsatzzentrale aufnehmen, und darüber hinaus hat Captain Doherty für Sie einen permanent geöffneten Kanal ins Weiße Haus freischalten lassen, Mister President.”

Cavanaugh: „Ein wenig mit Zuhause zu telefonieren, ist ja immer schön.”

Stevens hat den Raum einmal abgecheckt:

„In Ordnung, Mister President: ich halte dies für die beste Option im Moment.”

Cavanaugh nickt zustimmend: „Wenn Sie das sagen, Colonel Stevens.”

Indem Stevens und die Sicherheitsoffiziere den Raum verlassen, schließt Cavanaugh die Tür wieder und bleibt in dem Raum zurück: durchatmend sieht er sich um.

Vor der Tür bleiben die beiden Sicherheitsoffiziere als Wachposten zurück, während Stevens sich zurück zur Einsatzzentrale begibt. Gegenüber dem Sicherheitsraum ist eine Kamera angebracht, die die beiden Wachposten und die Sicherheitstür ununterbrochen im Blick behält.

 

  • 8 –

  •  

In dem kleinen Absturzkrater, in dem Airfighter nach wie vor auf der Seite liegt, haben Chris und Jessica inzwischen ein dickes Seil aus dem Bordkoffer geholt und es um die große Maschine gebunden. Chris wirft Jessica das eine Ende des Seils gerade zu, indem er den Knoten oben auf der Maschine, wo er hockt, überprüft. Dann springt er zu Jessica hinunter auf den Waldboden.

Chris: „Sind deine Triebwerke bereit, Airfighter?”

Airfighter: „Meinen Diagnosescans zufolge sind die Triebwerkssysteme einsatzfähig.”

Chris stellt sich neben Jessica, so dass beide dieses Ende des Seils fassen können.

Jessica: „Dann wollen wir mal Starthilfe geben!”

Chris: „Und, Airfighter — betätige bitte das richtige von beiden Triebwerken, okay?!”

Airfighter: „Ich hoffe, meine Bordsysteme arbeiten wieder korrekt.”

Jessica blickt Chris ein wenig beunruhigt an.

Chris erwidert einen absichtlich komischen Blick: „Das sollte ein Witz sein.”

Jessica: „Beruhigt mich das jetzt?”

Airfighter: „Initiiere Triebwerkszündung!”

Chris und Jessica drehen sich wieder zu Airfighter und ziehen jetzt mit aller Kraft am Seil.

Da zündet das große Triebwerk auf der gegenüberliegenden Seite, so dass der auf der Seite liegende Airfighter durch den gewaltigen Rückstoß von Jessica und Chris am Seil tatsächlich wieder in die richtige Lage gezogen werden kann: auf der anderen Seite der großen Maschine werden Unmengen an Laub und Unterholz aufgewirbelt, die sofort verglüht werden.

 

  • 9 –

  •  

Die elektrischen Türen zur Andockschleuse öffnen sich, und Bill betritt die Computerzentrale der Airfighter-Basis. Indem sich die Türen hinter ihm wieder schließen, steuert Bill die große Kontrollwand an und gibt Anweisungen in den Airfighter-Computer ein: Bills stummer Blick zeigt feste Entschlossenheit.

 

Jemand verlässt gerade Andockstation 5 an Bord von Airbase_Alpha: die sich entfernenden Schritte erscheinen gleichmäßig und nicht besonders eilig. Es folgt das Zischen von sich öffnenden und kurz darauf wieder schließenden Lifttüren.

 

In der Einsatzzentrale bestätigt der taktische Offizier:

„Captain, die Airfighter-Basis dockt soeben von Airbase_Alpha ab.”

 

Der Stationslift hält auf einem der Decks von Airbase_Alpha an, als ein kurzes Signal ertönt und die Türen automatisch verriegelt werden.

Computer: „Der Zutritt für dieses Deck erfordert Sicherheitsgenehmigung Delta_4.”

Eine Hand tippt in das Display neben der Aufzugtür einen mehrstelligen Code ein.

Computer: „Zutritt genehmigt.”

Augenblicklich öffnen sich die Lifttüren, und dahinter wird der Gang sichtbar, der zu President Cavanaughs Sicherheitsunterbringung führt!

Am anderen Ende des Korridors drehen sich augenblicklich die beiden Wachposten in Richtung des Lifts, als eine Hand von hier aus eine Waffe ausrichtet und den Wachposten zwei schallgedämpfte Schüsse mitten in den Kopf feuert. Indem die beiden Posten brutal zu Boden gerissen werden, ist gegen die Fensterscheibe am Ende des Ganges Blut gespritzt. Daraufhin steuern gleichmäßige Schritte zielstrebig die Tür zum Sicherheitsraum an: die nach unten gesenkte rechte Hand hält die nach wie vor schussbereite Waffe mit dem Schalldämpfer.

 

President Cavanaugh hat es sich inzwischen auf der Couch gemütlich gemacht und blättert in dem ausliegenden aktuellen Wirtschaftsmagazin, als das Eintrittssignal von der Tür her ertönt. Sofort steht Cavanaugh wieder auf und tritt zu dem kleinen Terminal neben der versiegelten Sicherheitstür. Er blickt auf den kleinen Bildschirm, woraufhin sein Blick eine Mischung aus Verwirrung und Überraschung zeigt. Ohne zu zögern, tippt Cavanaugh seinen Sicherheitscode in das Terminal ein, so dass ich die Türen mit einem leisen Zischen öffnen.

Cavanaugh, in höflichem, aber zugleich verwirrtem Tonfall: „Was tun Sie denn hier?”

Die gesenkte Hand richtet jetzt erneut die schallgedämpfte Schusswaffe aus. Cavanaughs Gesicht zeigt sofort reines Entsetzen, doch blitzschnell reagiert Cavanaugh, indem er zur Seite springt, als der schallgedämpfte Schuss schon im Hintergrund das kleine Waschbecken zerschmettert. Cavanaugh rollt sich reaktionsschnell auf dem Boden hinter die Couch, so dass auch der nächste Schuss daneben geht. Der dritte Schuss bleibt in der Couch stecken, die Cavanaugh jetzt vom Boden aus mit einem fest Tritt hochkant gegen den Killer schmettert. Mit einem Satz springt Cavanaugh nach draußen in den Gang, wo er geistesgegenwärtig die Waffe eines der beiden getöteten Sicherheitsposten an sich nimmt. Sofort dreht sich Cavanaugh mit der Waffe zurück zum Sicherheitsraum um abzudrücken, doch da schießt ihm der Killer die Waffe einfach aus der Hand: eine Blutfontäne spritzt gegen die Wand. Mit einem stöhnenden Schrei wirft Cavanaugh sich zur Seite und rennt so schnell, er kann, zum Lift am anderen Ende des Ganges, indem er unkontrollierte Haken läuft: dabei verliert er tropfenweise Blut durch den gesamten Korridor. Die Schritte des Killers treten gerade wieder aus der Tür zum Sicherheitsraum zurück in den Korridor, und seine Hand richtet die Waffe zum nächsten Schuss aus. Noch kurz bevor Cavanaugh den Stationslift erreicht, treffen ihn von hinten drei schallgedämpfte Schüsse nacheinander mitten in den Rücken, wodurch er jedes Mal brutal ein Stück nach vorn geschmettert wird und jetzt mit leblosem Blick gegen die Aufzugtüren schlägt. Indem Blut aus seinem Mund läuft, rutscht er langsam an den Metalltüren nach unten und zieht dabei eine Blutspur an der ganzen Tür entlang. Die nach wie vor gleichmäßigen Schritte des Killers kommen auf den leblosen Cavanaugh zu und treten ihn locker aus dem Weg, um den Stationslift zu betreten.

 

  • 10 –

  •  

In der Einsatzzentrale bestätigt Captain Doherty in diesem Augenblick:

„In Ordnung, Bill — machen Sie´s so, Lieutenant.”

Colonel Stevens steht entschlossenen Blickes direkt hinter Doherty: „Viel Erfolg, Bill.”

 

In der Mitte der Airfighter-Computerzentrale sitzt Bill auf dem Kommandositz und will gerade das Absturzmanöver frontal auf die feindliche Flugmaschine initiieren: Bills Miene ist versteinert und völlig emotionslos, sein Blick zeigt absolute Entschlossenheit.

Da unterbricht Chris´ Stimme über Funk die angespannte Ruhe vor dem Sturm:

„Stop, Bill — wir haben noch eine Alternative!”

Bill, erleichtert und überglücklich: „Chris, bin ich froh, dass ihr noch da seid!”

Durch die große Panzerglasscheibe hindurch sieht Bill Chris und Jessica im Cockpit des dicht vor der Basis vorbeigleitenden Airfighters.

Sofort ist Captain Dohertys Stimme über Funk zu hören: „Dem können wir uns nur anschließen, Commander, Anwältin. Aber welche Optionen haben wir? Ihr letzter Angriff war wirkungslos!”

 

Chris, der gerade im Airfighter-Cockpit den Angriffskurs programmiert:

„Wir waren eben noch nicht aufdringlich genug, Captain!”

Jessica hat soeben die Waffensysteme kalibriert: „Aber das werden wir jetzt drastisch ändern!”

 

In der Computerzentrale der Airfighter-Basis hat sich Bill im Kommandositz nach hinten gedreht und gibt neue Anweisungen in die Computerkontrollen ein.

Bill: „Basis ist bereit auf euer Kommando, Chris!”

 

Chris: „Okay, Bill — dann mach eine Salve von drei Detonations-Raketen scharf — mit besonders netten Grüßen!”

 

Bill: „Aye, Chris — Torpedos sind abschussbereit. Zielkoordinaten?”

 

Chris grinst draufgängerisch: „Die werden gleich nicht mehr zu übersehen sein!”

Hinter Chris zeigt Jessica das gleiche draufgängerische Grinsen.

Dann starten die Triebwerke Airfighters wieder durch, und vor dem Hintergrund des in der enormen Antriebshitze flimmernden blauen Sommerhimmels stürzt die lädierte Maschine nach unten auf die spinnenartige und bedrohlich am Himmel patrouillierende Killermaschine zu. Sogleich eröffnet diese wieder das todbringende Plasmafeuer aus ihren spinnenbeinartigen Fortsätzen.

 

Im Airfighter-Cockpit schließen sich gerade die Visiere von Chris´ und Jessicas Helmen.

Chris: „Nur nicht nervös machen lassen.”

Jessica: „Sind genau auf Kurs.”

In den dunklen Helmvisieren der beiden spiegelt sich die schnell größer werdende und in alle Richtungen feuernde Flugmaschine wider.

 

In einem Highspeed-Loop weicht Airfighter einem weiteren gebündelten Plasmastrahl aus, indem an seinem Schutzschirm ein ihn streifender Strahl in alle Richtungen aufgesplittet wird, so dass die grünen Plasmablitze die gesamte Ansicht überblenden.

 

Chris: „Raketensalve auf die angegebenen Koordinaten!”

Gleichzeitig tippt Chris die Koordinaten sekundenschnell in den Computer ein.

Sofort erscheinen die Koordinaten auf Jessicas taktischem Display:

„Koordinaten erfasst und Salve abschussbereit!”

Chris: „Feuer!”

 

Airfighter kommt inmitten der grün gleißenden Plasmastrahlen, sich langsam überschlagend, ins Kampfszenario geschossen und feuert eine ganze Salve von Raketen ab, die genau in das spinnenartige Flugschiff einschlägt und im Verlaufe der unmittelbar aufeinanderfolgenden Explosionen einen Flammen und glühende Trümmer speienden Krater in den Außenpanzer reißt. Sofort darauf schlägt Airfighter ebenfalls mit einem brutalen Donnerschlag an derselben Stelle in das Flugschiff ein! Inmitten einer gewaltigen Stichflammen- und Trümmerhagelsalve bricht Airfighter in den futuristischen Gang im Innern des automatisch gesteuerten Flugschiffes ein, so dass die an den Wänden entlang laufenden Plasmaleitungen teilweise zerfetzt werden, wodurch augenblicklich gleißende Plasmakurzschlussreaktionen einsetzen. Indem Airfighter auf den großen Hauptenergiekern am anderen Ende des dunklen Ganges zu schießt, brüllt Chris gegen das Getöse in sein Helmfunkgerät: „Feuer, Bill!”

 

Bill betätigt in derselben Sekunde in der Airfighter-Computerzentrale die Raketenabschussvorrichtung. Draußen schießen die drei Detonations-Raketen nach unten auf das flammenspeiende Flugschiff zu.

 

In der Einsatzzentrale von Airbase_Alpha halten die Offiziere den Atem an, da sich Airfighter ja noch im Innern der Flugmaschine befindet, in die in wenigen Sekunden die Raketen einschlagen werden!

 

Vor Chris und Jessica wächst der Hauptenergiekern ins Unermessliche, auf den sie geradewegs zu schießen.

Chris: „Hypersystem aktivieren!”

Jessica: „Hypersystem ist aktiviert.”

Airfighter: „Eine Sekunde bis zum Raketeneinschlag.”

Chris: „Auf Mach-1 beschleunigen — jetzt!”

Jessica: „Airfighter wird beschleunigt!”

Ruckartig werden Jessica und Chris in ihre Sitze gepresst, während Airfighter unter dem die Trommelfelle lahmlegenden Schallmauerdurchbruch, der den kompletten Gang ringsum Airfighter inmitten einer gewaltigen Druckwelle trichterartig zerfetzt, inmitten der Flugmaschine durch den Hauptenergiekern hindurch fliegt, wodurch eine weitere Detonation einsetzt. Gleichzeitig schlagen die drei Detonations-Raketen in das Inferno ein, und von draußen ist zu sehen, wie Airfighter überschallschnell davon fegt und wie hinter ihm das gesamte Flugschiff inmitten einer grellen Plasma-Detonation restlos zerfetzt wird — der riesige Glutball am Himmel scheint sich über ganz Washington D.C. zu erstrecken!

 

Im Kommandositz der Airfighter-Computerzentrale atmet Bill sichtlich erleichtert auf:

„Volltreffer, Leute!”

 

In ihren Pilotensitzen beginnen auch Jessica und Chris nach Abschluss ihres wahnwitzigen Manövers wieder zu atmen.

Chris funkt Airbase_Alpha an: „Angreifer ist neutralisiert, Captain Doherty.”

 

In der Einsatzzentrale von Airbase_Alpha ist den Offizieren ebenfalls die Erleichterung anzusehen.

Captain Doherty: „Verstanden, Commander — sehr gute Arbeit! Wir erwarten Sie zurück an Bord.”

Chris, über Funk: „Aye, Sir.”

 

  • 11 –

  •  

In Außenansicht ist mitzuverfolgen, wie Airfighter Kurs auf die kuppelartige Airfighter-Basis nimmt, diese einmal überfliegt und dann unter dem Gegenschub seiner Manövriertriebwerke in der geöffneten Landeschleuse verschwindet.

Als Chris und Jessica durch die automatische Luftschleuse in die Computerzentrale gelangen, umarmt Bill die beiden erst einmal.

Jessica: „Jetzt bleibt leider die Frage, wann wohl die nächste dieser Killer-Flugmaschinen auftauchen wird.”

Bill: „Die verbliebenen kleineren Flugmaschinen hatten direkt nach der Zerstörung des großen Schiffes die Flucht ergriffen, aber da unsere Flugabwehr jetzt erheblich geschwächt ist, geht der Punkt auf jeden Fall an den Feind.”

Chris: „Wir werden sofort einen weiteren Strategieplan ausarbeiten — vor allem müssen wir entscheiden, wo für President Cavanaugh zur Zeit wohl der sicherste Ort ist.”

 

Die Airfighter-Basis dockt wieder an einem der drei großen Andockpylone von Airbase_Alpha an. Chris, Jessica und Bill stehen gerade in der Luftschleuse, als sich vor ihnen das doppelte, hermetisch abgeriegelte Sicherheitsschott öffnet. Als die drei die Luftstation betreten, werden sie plötzlich von mehreren bewaffneten Sicherheitsoffizieren umstellt, die ihre Waffen auf die drei ausrichten.

Chris: „Was hat das zu bedeuten?”

Jessica und Bill wechseln einen verwirrten Blick miteinander.

Da tritt der Kommandeur des Sicherheitstrupps auf Bill zu:

„Lieutenant Brown, ich nehme Sie fest — leisten Sie keinen Widerstand.”

Bill: „Moment mal, Officer — was soll das denn?”

Chris will sich in den Weg stellen, doch da setzen die Wachposten zum Schuss an.

Kommandeur: „Bleiben Sie ruhig, Commander, Anwältin. Lieutenant Brown wird der Ermordung President Cavanaughs beschuldigt!”

Sogleich reißen Chris, Bill und Jessica ihre Augen entsetzt auf.

 

  • 12 –

  •  

Airbase_Alpha:

In einem völlig abgedunkelten Raum schlägt Colonel Stevens gerade mit der rechten Hand auf einen schwarzen, glänzenden Metalltisch. Er sitzt Bill genau gegenüber, der einen erschöpften Eindruck macht.

Stevens: „Verdammt, Lieutenant — wir haben Sie auf der Sicherheitsüberwachung gesehen, wie Sie President Cavanaugh kaltblütig erschossen haben! Und Sie wollen das immer noch abstreiten?”

Bill: „Ich sage Ihnen, wenn's sein muss auch noch zum hundertsten Mal, Colonel, dass ich das nicht gewesen bin! Soll das wieder ein Test des CIA bezüglich meiner Loyalität sein?”

Stevens, verärgert:

„Der Präsident ist tot, Lieutenant: ermordet worden — das ist alles andere als ein Test!”

Bill: „Dann sollten Sie besser nach dem Mörder suchen, Colonel, als Ihre Zeit mit nichtsbringenden Verhören zu verschwenden!”

Stevens schweigt einen Moment lang, indem er, sichtlich wütend, seine Zähne zusammenbeißt. Dann dreht er den kleinen Monitor auf dem Metalltisch wieder zu Bill.

Stevens: „Also auf ein Neues, Lieutenant: sind Sie das, den wir hier sehen?”

In Bills Gesicht zeigt sich rätselndes Fragen, als er ein weiteres Mal auf dem Bildschirm sieht, wie Cavanaugh aus dem Sicherheitsraum herausspringt, die Waffe von einem der beiden erschossenen Wachposten ergreift und wie Cavanaugh die Waffe aus der Hand geschossen wird; als Cavanaugh aus dem Blickfeld der Überwachungskamera flüchtet, tritt Bill mit eiskalter Miene aus dem Sicherheitsraum heraus in den Korridor, dreht sich hinter Cavanaugh her und legt seine Waffe zum Schuss an; zwei Sekunden später drückt er dreimal unmittelbar nacheinander ab, indem sein versteinerter Blick keinerlei Regung zeigt.

Bill, sich mit der Hand über das Gesicht streichend: „Nein, das bin nicht ich.”

 

Hinter der dicken Panzerglasscheibe, an der immer noch etwas getrocknetes Blut klebt, erstreckt sich der Korridor mit dem Sicherheitsraum, in dem President Cavanaugh untergebracht war: in diesem Korridor sichert gerade in ganzer Trupp Sicherheitsoffiziere die Spuren, und auch Captain Doherty, Chris und Jessica befinden sich hier.

Captain Doherty: „Auf den Präsidenten ist ganze viermal geschossen worden: die erste Schussverletzung weist er an seiner rechten Hand auf, aus der ihm gemäß der Sicherheitsaufzeichnung die Waffe des Sicherheitspostens geschossen worden ist.”

Jessica: „Aber Sie können nicht ernsthaft glauben, dass Bill der Killer gewesen ist, Captain!”

Captain Doherty bleibt stumm und führt Chris und Jessica stattdessen weiter durch den Korridor zurück in Richtung Stationslift. Auf dem Boden ist die getrocknete Blutspur zu sehen, die Cavanaugh mit seiner rechten Hand bis zum Aufzug gezogen hat.

Vor der Lifttür bleibt Doherty erneut stehen: „Hier ist der Präsident von drei weiteren Kugeln in den Rücken getroffen worden, von denen laut Obduktionsergebnis unseres Bordarztes eine direkt ins Herz und die anderen beiden in die Lungenflügel getroffen haben — Cavanaugh war sofort tot.”

Chris und Jessica blicken einander fest in die Augen.

Chris: „Das ist ein Fiasko,” er wendet seinen Blick wieder Captain Doherty zu, „aber Bill ist auf keinen Fall der Mörder, Captain — und das werden wir beweisen!”

Jessica nickt mit fester Überzeugung.

 

  • 13 –

  •  

Der Korridor im Eingangsbereich des Main Policedepartments of Metro-City:

Jake sitzt am Ende des Ganges an seinem Schreibtisch und starrt auf den Computerbildschirm vor ihm. Da kommen Schritte auf ihn zu: zwar gleichmäßig, aber irgendwie unsicher.

Jake, ohne vom Monitor aufzusehen: „Einen Moment bitte.”

Als Jake wenige Sekunden später aufsieht, steht Dirk Grey vor ihm! Jake bleibt sichtlich die Spucke weg.

 

  • 14 –

  •  

Die Türen zum Schleusenlift öffnen sich automatisch, und Chris und Jessica betreten die Airfighter-Computerzentrale.

Chris: „Computer, die Verbindung zum Main Policedepartment jetzt herstellen!”

Computer: „Verbindung wird hergestellt, Commander — Captain Carter steht bereit.”

Auf einem der zahlreichen Computerbildschirme in der metallenen Kontrollwand erscheint jetzt das Gesicht Captain John Carters.

Carter: „Ah, Miss Ricks, Commander Hawk — ich habe soeben von Captain Miller aus M.C. erfahren, dass sich Bürgermeister Grey auf dem dortigen Policedepartment eingefunden hat.”

Chris und Jessica blicken überrascht auf.

Carter: „Es geht ihm gut, und er ist auch gut behandelt worden. Seine Entführer haben ihn freigelassen und die Gang hat bisher auch keine Forderungen an Greys Freilassung geknüpft.”

Chris: „Es freut uns sehr, das zu hören, Captain — allerdings haben wir sehr schlechte Nachrichten.”

Carter blickt augenblicklich angespannt und nichts Gutes ahnend.

Chris: „Während wir den Angriff auf Washington stoppen und das feindliche Flugschiff neutralisieren konnten, ist President Cavanaugh an Bord von Airbase_Alpha ermordet worden — jemand hat ihn erschossen, obwohl er im Sicherheitsraum untergebracht war.”

Carter: „Was sagen Sie da?!”

Chris: „Noch schlimmer ist, dass laut Überwachungsaufzeichnungen Bill der Killer sein soll, Captain.”

Carter: „Bill?!”

Jessica: „Natürlich haben wir das nicht eine Sekunde lang geglaubt und sind momentan auf der Suche nach dem wahren Mörder...”

Chris: „… sowie überhaupt danach, was in Wirklichkeit geschehen ist.”

Carter: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll: Unser Präsident ist ermordet worden — und das auch noch an Bord von Airbase_Alpha… und Bill soll der Mörder sein!”

Chris: „Wir möchten Sie bitten, Captain, für den Fall der Fälle mit uns zusammen Bill den Rücken zu stärken.”

Jessica: „Wir können nämlich nicht absehen, wie weit der CIA gehen wird.”

Carter: „Ja, ja — natürlich: bezüglich Lieutenant Brown steht die Police of Metro-City voll hinter Ihnen.”

Chris: „Sie dürfen allerdings zunächst noch mit niemandem über die Ermordung des Präsidenten sprechen, Captain — bisher hat der CIA noch nichts bekannt werden lassen.”

Carter nickt stumm.

Jessica: „Danke, Captain.”

Chris: „Wir melden uns in Kürze wieder — aber im Moment ist jede Minute kostbar.”

 

Vor Captain Carter erlischt das Bild von Jessica und Chris auf dem Computerbildschirm. Carter dreht sich in seinem Schreibtischstuhl um, so dass er jetzt aus seinem Bürofenster nach draußen in den langgezogenen Graben hinter dem Policedepartment blicken kann: sein Gesicht ist kreidebleich und von Entsetzen gezeichnet.

 

In der Airfighter-Computerzentrale blicken Jessica und Chris einander in die Augen.

Plötzlich scheint Chris etwas eingefallen zu sein.

Chris: „Computer, eine Verbindung zu Captain Doherty in die Einsatzzentrale herstellen!”

Computer: „Verbindung wird hergestellt, Chris.”

Jessica blickt Chris fragend an.

Da erscheint auf einem der zahlreichen Monitore in der großen Kontrollwand das Gesicht Captain Dohertys: „Ja, Commander?”

Chris: „Captain, wieso war President Cavanaugh zum Zeitpunkt seiner Ermordung überhaupt noch im Sicherheitsraum untergebracht? Die Ein-Mann-Rettungskapsel dürfte doch zu dieser Zeit schon angedockt haben.”

Captain Doherty runzelt seine Stirn: „Von welcher Ein-Mann-Rettungskapsel sprechen Sie, Commander?”

Chris und Jessica wechseln einen eindringlichen Blick miteinander.

 

Einer der oberen Bereiche von Airbase_Alpha, dessen dicke Panzerwand kaum Fenster aufweist und der mit zahlreichen Überwachungssensoren ausgestattet ist; im Inneren befindet sich der Arresttrakt: links und rechts des langen, dick gepanzerten Korridors befinden sich die zur Zeit leeren Arrestzellen. Am Ende des Ganges befindet sich Bill in der letzten Zelle auf der linken Seite hinter einem rot glühenden Lasergitter; Chris hat auf einem Metallsitz vor der Zelle Platz genommen, während unweit ein Wachposten steht, der die beiden im Auge behält.

Chris: „Captain Doherty hat sofort die Sensorlogbücher prüfen lassen — negativ.”

Bill: „Was bedeutet das, Chris?”

Chris: „Es ist wenigstens schon mal ein Hinweis. Doherty hat angeordnet, dass die Sicherheitsabteilung einen kompletten Check sämtlicher Bordlogbücher vornimmt und dass darüber hinaus die Andockstationen der Airbase auf die Ein-Mann-Rettungskapsel hin durchsucht werden.”

Bill: „Das Ganze ergibt doch überhaupt keinen Sinn, Chris.”

Chris, Bill fest in die Augen sehend:

„Es sei denn, Bill, die Kapsel war nicht für Cavanaugh gedacht...”

Bill kneift seine Augen zusammen: „..., sondern es ist jemand aus der Kapsel an Bord gekommen.”

Chris nickt mit stummem, eindringlichem Blick.

Bill: „Tut mir den Gefallen und klärt das bitte schnellstmöglich auf.”

Chris lächelt Bill ermutigend an: „Keine Sorge, Bill — genau das ist unser Plan. Ach, und Captain Carter wird dir im Fall eines Falles den Rücken stärken — also mach dir keinen Kopf!”

Bill erwidert ein erleichtertes Lächeln: „Danke, Chris — es tut gut, das zu hören.”

Chris: „Keine Sorge, Bill — wir werden das ganz schnell geregelt haben.”

 

  • 15 –

  •  

Ein zur Zeit offenbar verlassenes Fabrikgelände irgendwo in Metro-City:

Das Gelände ist von einer brüchigen Mauer und von einem verrosteten Drahtzaun umzogen, das große Fabrikgebäude wirkt verlassen und heruntergekommen; unmittelbar neben dem Gelände rauscht ein Bach durch einen teilweise mit verrosteten Blechteilen überstreuten Graben. Man befindet sich in den Außenbezirken von M.C. — hinter dem Graben mit dem Bach stehen vereinzelte Bäume, und die Hauptstraße geht hier in eine breite Landstraße über.

Plötzlich kommt eine Kolonne von Streifenwagen — allerdings ohne Blaulicht — von der City aus herbei gefahren, und die Wagen bleiben vor dem abgesperrten Fabrikgelände stehen: außerdem stehen hier ein kleiner Nachrichtensendebus sowie zwei weitere Autos. Der offenkundige Leiter des Polizeitrupps tritt einer Reporterin mit langen, blonden Haaren entgegen:

„Guten Tag, Ms. Parson — Sie sind ja schon vor Ort!”

Die blonde Reporterin scheint ungehalten: „Officer, es war die Rede von einer Streife zur Beobachtung des Interviews — ich sehe hier aber eine ganze Einsatzstaffel!”

Officer: „Keine Panik — Sie bekommen Ihre Story, Ms. Parson. Allerdings haben auch wir unseren Job zu erledigen, im Sinne der Sicherheit Metro-Citys.”

In diesem Moment unterbricht Juans laute Stimme die beiden:

„Schön, dass unser Interview planmäßig stattfinden kann!”

Ms. Parson und der Officer blicken sofort in die Richtung, aus der Juans Stimme gekommen ist: hinter dem versperrten Metalltor stehen Juan und Raffael in der Mitte des heruntergekommenen Fabrikgeländes.

Raffael: „Allerdings war doch die Abmachung, dass wir uns in ruhiger Runde träfen!”

Ms. Parson: „Ich garantiere Ihnen, die Police of Metro-City wird keinerlei Einfluss auf unser Interview nehmen.”

Der Police-Officer ergänzt, kurz angebunden: „Wir wollen nur zuschauen.”

Raffael: „Na dann!”

Ms. Parson tritt eifrig an das versperrte Metalltor heran: „Eine Sicherheitsmaßnahme?”

Juan und Raffael grinsen breit.

Juan: „Entschuldigen Sie bitte die Blockade.”

Raffael: „Wenn Sie bitte wieder auf sicheren Abstand gingen!”

Ms. Parson folgt, nicht verstehend, der Geste Raffaels und tritt zurück zu ihrem Sendebus; der Police-Officer weist seinem Trupp zu erhöhter Wachsamkeit.

Da kommt ein blau gleißender Hochspannungs-Elektroblitz herbei geschossen und schlägt genau in das Metalltor ein: unter blitzendem Zucken und inmitten einer gewaltigen Spannungsentladung fliegt das gesamte Tor auseinander.

Der Police-Officer ruft seinen Leuten zu:

„Alle Waffen bereit, Jungs — möglicherweise ist das ein Hinterhalt!”

Ms. Parson, die hinter dem Bus Schutz gefunden hat, geht langsam wieder auf das zerstörte Tor zu: Auf der anderen Seite der rauchenden Öffnung, die immer noch von elektrisch geladenen Restblitzen durchzuckt wird, treten Juan und Raffael wieder in die Ansicht und beginnen erneut zu grinsen.

Juan: „Jetzt sind alle Barrieren zwischen uns aus der Welt geräumt.”

Raffael: „Lassen Sie uns alle in Ruhe miteinander reden!”

In dem vorbeirauschenden Bach kommen augenblicklich drei Hovercraft-Buggies herangefahren, die sogleich aus dem Graben herausfahren und unweit des Fabrikgeländes und der Streifenwagen Stellung beziehen: auf dem ersten Hovercraft stehen ein paar Jungs um den futuristisch aussehenden Elektroemitter herum, der als Bordgeschütz auf dem Buggy montiert ist. Einer der Jungs auf dem Hovercraft-Buggy dreht den Emitter gerade wieder demonstrativ weg: er sieht südländisch aus, hat dunkle Haare und auch einen dunklen Teint.

Der Junge ruft dem Police-Officer zu:

„Kein Grund zur Beunruhigung, Officers — das war lediglich eine Demonstration!”

Juan ergänzt von der anderen Seite aus: „Danke, Jerome.”

Der Police-Officer kneift misstrauisch seine Augen zusammen: „Na, das ist euch gelungen!”

Ms. Parson steht nun vor Juan und Raffael, während zwei Männer das Mikrophon und den Scheinwerfer für das Interview in Position bringen — unweit zucken immer noch die Elektroblitze im zerstörten Torrahmen.

Ms. Parson: „Schon seit einigen Monaten hat eine Untergrundorganisation in Metro-City, unbemerkt von der Polizei, mit einem Arsenal aus modernsten Waffen aufgerüstet und sich irgendwo ein uneinnehmbares Hauptquartier eingerichtet. Wir haben nun erstmals die Gelegenheit, uns mit zwei Repräsentanten der Organisation zu unterhalten, nachdem diese über eine bei der Polizei abgegebene Videobotschaft dazu eingeladen haben.”

Ms. Parson wendet sich direkt an Juan und Raffael:

„Was also ist Ihre Botschaft, die Sie den Bürgern in Metro-City mitteilen wollen?”

Juan: „Wir wollen nicht als Bedrohung angesehen werden, sondern als weitere Partei, die über die regionale Politik mitzubestimmen hat.”

Raffael: „Unser Waffenaufgebot dient nicht der Bedrohung von Metro-City, sondern zur Sicherung unseres Status.”

Ms. Parson: „Wen genau meinen Sie mit ,wir´?”

Juan: „In erster Linie ist unsere Gruppe — oder, wie Sie sagten, unsere Organisation — damit gemeint.”

Raffael: „Da es uns aber ernsthaft darum geht, einen politisch anerkannten und souveränen Status zu erhalten, können sich weitere Sympathisanten unserer Organisation anschließen.”

Ms. Parson: „Sie haben Dirk Grey, den Bürgermeister von Green-Stone-Town, wieder freigelassen. Stimmt es, dass Sie keinerlei Forderungen an seine Freilassung gebunden haben?”

Raffael: „Das ist korrekt. Uns geht es nicht um Erpressung, sondern um die Sicherung unseres Status.”

Juan: „Die Entführung Mister Greys war leider erforderlich gewesen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen — wir mussten zunächst unser Arsenal aufrüsten, bevor wir unsere Position festigen konnten.”

Ms. Parson: „Und stimmt es auch, dass mehrere Überfälle in Green-Stone-Town auf Ihr Konto gehen, bei denen wiederholt Militärarsenal entwendet worden ist?”

Raffael: „Wie gesagt, wir mussten zunächst unser Arsenal aufrüsten.”

Ms. Parson: „Wir können also davon ausgehen, dass Ihre Organisation über modernste Technologie und Waffen verfügt?!”

Juan: „Davon können Sie ausgehen.”

Raffael wendet seinen Blick erneut dem Hovercraft-Buggy zu, auf dem Jerome nach wie vor demonstrativ neben dem weggedrehten Elektroemitter steht.

Ms. Parson: „Auf welche Weise wollen Sie mit den Behörden von Metro-City in Kontakt treten, um sich ihren Status offiziell anerkennen zu lassen?”

Raffael: „Der erste Schritt ist dieses Interview, das Sie gerade mit uns führen.”

Juan: „Sie haben den Auftrag, dieses Interview an die Behörden von Metro-City direkt weiterzuleiten. Das ist der Grund für unser Zusammentreffen hier.”

Der Leiter des Polizeitrupps blickt interessiert auf.

Ms. Parson: „Und werden Sie in diesem Interview auch mitteilen, wo sich Ihr Hauptquartier befindet?”

Juan grinst knapp: „Nein, das werden wir wohl eher nicht.”

Raffael verschränkt, ebenfalls grinsend, seine Arme.

Der Leiter des Polizeitrupps zeigt jetzt wieder einen misstrauischen Blick.

Ms. Parson: „Aber wo soll dann Ihr erstes Treffen mit den Abgeordneten der Behörden stattfinden?”

Juan und Raffael wechseln einen kurzen, einvernehmenden Blick miteinander.

Juan: „Wir erwünschen unser erstes Treffen morgen Abend um 18 Uhr auf dem Central Square in der City.”

Raffael wendet sich direkt in die Kamera: „Jetzt sind Sie am Zug — wir werden dort sein!”

Juan und Raffael gehen mit zielstrebigen Schritten zurück auf das heruntergekommene Fabrikgelände.

Ms. Parson ruft hinter den beiden her: „Moment — ist unser Interview jetzt zu Ende?”

Der Einsatzleiter des Polizeitrupps hebt seinen Blick, während die übrigen Officers die drei Hovercrafts verschärft im Blicke behalten.

Juan und Raffael sind gerade an der kleinen, brüchigen Mauer angelangt, die das Fabrikgelände zum Bach hin abgrenzt: der ursprüngliche Zaun auf der Mauer ist an dieser Stelle, so erscheint es, schon lange heruntergerissen.

Juan dreht sich zu Ms. Parson zurück: „Momentan gibt es nichts mehr zu sagen.”

Raffael dreht ich ebenfalls noch einmal um: „Außer noch Einem: Wir sind ernsthaft an einem Dialog mit den Behörden von M.C. interessiert und wollen morgen Abend nicht in einen Hinterhalt geraten!”

Juan und Raffael stützen sich jeweils mit einer Hand auf der Mauer ab und springen gleichzeitig mit einem Satz hinauf.

Im selben Moment starten die Motoren der drei Hovercraft-Buggies, und Ms. Parson blickt jetzt ebenfalls zu den das Szenario umstellenden Fahrzeugen mit der schweren Bewaffnung. Jerome streicht, nach wie vor breit grinsend, über den futuristischen Elektroemitter, indem die drei Hovercrafts an den schussbereiten Polizisten vorbei wieder zurück in den Bach fahren, und Juan und Raffael von der Mauer aus auf das erste der vorbeifahrenden Hovercrafts abspringen. In schnellem Tempo fahren die drei Hovercrafts flussaufwärts und verschwinden hinter der nächsten Flussbiegung in dem langgezogenen Graben.

Ms. Parson wendet sich an den die Kamera führenden Mann bei ihr: „Hast du's drauf?”

Indem der Mann nickt, sichern die Policeofficers ihre Waffen wieder, und der Einsatzleiter blickt mit misstrauischem Blick in den Bach hinter den verschwundenen Hovercrafts her.

 

  • 16 –

  •  

Die Airfighter-Basis ist an Airbase_Alpha angedockt.

In der Airfighter-Computerzentrale ist gerade das Gesicht Captain Dohertys vor dem Hintergrund der Einsatzzentrale von Airbase_Alpha zu sehen.

Doherty: „Auch ein Zweit-Check unserer Sensorlogbücher hat keinerlei Hinweise auf das Andocken einer Ein-Mann-Rettungskapsel gegeben. Die Durchsuchung unserer Andockstationen ist ebenfalls negativ verlaufen.”

Jessica betätigt im Hintergrund die Kontrollen in der großen Metallwand, und auf einem der Monitore erscheint ein als rote Linie markierter Kurs über die Wälder außerhalb von Washington D.C. hinweg hin zu Airbase_Alpha.

Gleichzeitig erläutert Chris: „Wir haben mit Hilfe der Aufzeichnungen Airfighters nach unserem Absturz den Kurs der über uns hinweggeflogenen Rettungskapsel rekonstruiert — vorausgesetzt, sie hat den Kurs auf Airbase_Alpha beibehalten.”

 

In der Einsatzzentrale erscheint die Projektion auf dem Display des Überwachungsoffiziers.

Captain Doherty blickt dem Offizier über die Schulter: „Aber auch falls diese Kapsel nicht Kurs auf uns genommen hätte, hätten unsere Langreichweitensensoren sie erfassen müssen.”

 

Chris: „Wir können mit Airfighters Sensoren gezielt nach einer größeren Anhäufung der Komponenten suchen, aus denen die Kapsel gemäß Airfighters Scan besteht, Captain.”

Captain Doherty, auf dem Hauptschirm:

„Genehmigt, Commander, Anwältin — machen Sie sich mit Airfighter auf die Suche!”

Chris nickt: „Aye, Captain.”

Das auf den Hauptschirm projizierte Bild Captain Dohertys erlischt, und dahinter wird der Blick in den blauen Sommerhimmel frei.

Jessica: „Airfighter ist startklar, Chris.”

Chris: „Dann starten wir — Computer, Code_Blau initiieren!”

Computer: „Code_Blau bestätigt, Chris.”

Chris und Jessica fahren durch die elektrische Luftschleuse in die Start- und Landehalle, wo Airfighter automatisch seine Bordsysteme reaktiviert, so dass sein Scheinwerfer die Höhle bis hin zum hermetisch abgeriegelten Metalltor nach draußen erhellt. Chris und Jessica streifen sich im Vorbeigehen jeder eine Airfighter-Uniform über und ziehen ihre Pilotenhelme auf. Nachdem das Cockpit über ihren Köpfen geschlossen worden ist, wird der Luftdruck in der Halle automatisch reduziert. Dann schweben Chris und Jessica im Airfighter unter vollem Gegenschub der Manövrierdüsen durch den Höhlengang auf das sich jetzt langsam öffnende Metalltor zu, und draußen ist zu sehen, wie Airfighter am unteren Ende der kuppelartigen Airfighter-Basis aus dem Schott herausgeschossen kommt und sogleich auf Mach_1 beschleunigt — der donnernde Schallmauerdurchbruch hallt kilometerweit über den strahlend blauen Himmel.

 

Im Airfighter-Cockpit ist das Summen der Scanabtastung zu hören, während Chris das schematische Bild der Scanabtastung auf die Cockpitscheibe projizieren lässt: Hierdurch ist weitaus mehr in der Umgebung zu erkennen, die Airfighter gerade schallschnell überfliegt — nicht nur die Gebirgskonturen, sondern auch Wärmeflecken, Höhenlinien und Bodenzusammensetzung. Rechts ist auf Monitor_1 mitzuverfolgen, wie beim Scan erfasste anomale Komponenten sekundenbruchteilschnell aufgezeichnet und analysiert werden: bisher handelt es vor allem um Müll, der hier und da im Wald verstreut ist. Links auf Monitor_2 ist der rekonstruierte Kurs der Rettungskapsel zu sehen sowie ein grün leuchtender Punkt, der die rote Kurslinie entlang wandert und angibt, an welcher Stelle sich Airfighter gerade befindet.

Da sprechen die Sensoren an, und ein kurzer Signalton ist im Cockpit zu hören.

Chris blickt sofort auf Monitor_1, während Jessica das Analyseergebnis der Scanabtastung aufruft.

Jessica: „Bingo, Airfighters Sensoren haben eine große Anhäufung der Komponenten detektiert, aus denen die Rettungskapsel besteht!”

Chris erkennt die schematischen Umrisse zusammen mit der angezeigten chemischen Zusammensetzung des erfassten Objektes auf Monitor_1: „Ja, es ist unsere Kapsel!”

Airfighter: „Ich setze zur Landung an.”

Vor dem Hintergrund des blauen Sommerhimmels führt Airfighter bei Mach_1 zu eine langgezogene Wende durch und schießt zurück auf die Koordinaten, wo die Kapsel entdeckt worden ist.

Airfighter verlangsamt dicht über den Baumwipfeln wieder auf Unterschallgeschwindigkeit und senkt sich unter lautem Aufheulen seiner Landetriebwerke herab — überall wird das Laub aufgewirbelt.

Im Airfighter-Cockpit sehen Chris und Jessica, wie sich das Laub und der Staub allmählich wieder legen: sie öffnen die Cockpitscheibe und steigen aus.

Airfighter: „Ich behalte mit den Langreichweitensensoren die Umgebung erfasst.”

Chris: „Alles klar.”

Jessica: „Es sind etwa fünfzig Meter in diese Richtung.”

Jessica weist auf eine kleine Anhöhe, die inmitten der grünen Zweige zu erkennen ist.

 

Chris und Jessica gelangen durch das grüne Dickicht hindurch auf die andere Seite der Anhöhe, auf deren Oberseite sich vor allem Felsgestein befindet. Dort erreichen die beiden eine Lichtung: hier liegt tatsächlich die gesuchte Rettungskapsel in einem kleinen Einschlagkrater.

Chris geht direkt auf die Kapsel zu, während Jessica ihren Watchcomm auf die Umgebung ausrichtet.

Jessica: „Vielleicht ist derjenige, der mit der Kapsel transportiert worden ist, noch immer in der Nähe.”

Chris blickt kurz auf seinen Watchcomm: „In der Kapsel ist er auf jeden Fall nicht mehr.”

Chris öffnet die Luke der Rettungskapsel, als augenblicklich ein Alarm aus seinem Watchcomm dröhnt.

Airfighter, über Watchcomm: „Chris, Jessica — beim Öffnen der Luke ist eine Plasma-Sprengkapsel im Innern aktiviert worden!”

Chris springt in einem gewaltigen Satz zurück und wirft sich zusammen mit Jessica flach auf den Waldboden.

Airfighter ergänzt über Watchcomm: „Sie wird in wenigen Sekunden explodieren!”

Chris wälzt sich ruckartig herum: „Es sei denn, wir können sie noch deaktivieren!”

Jessica: „Chris, denk nicht mal daran!”

Auf dem Rücken liegend, betätigt Chris die kleinen Anzeigen an seinem Watchcomm:

„Wenn die Kapsel explodiert, sind sämtliche Spuren vernichtet, Jessie!”

Chris springt direkt aus dem Liegen zurück in den Stand: „Jetzt Airfighter!”

Chris rennt los, dicht an der Rettungskapsel vorbei, als im Innern in dieser Sekunde ein kleiner elektrischer Zündfunke zu sehen ist. Mit einem weiten Sprung fliegt Chris an der geöffneten Luke vorbei und schießt aus seinem Watchcomm einen gezielten Starkstromimpuls genau auf die Zündvorrichtung der Plasmakapsel ab: inmitten eines kurzen, gleißenden Stromschlages verstummt das Summen der Plasmakapsel, und der soeben entfachte Zündfunke erlischt wieder.

Chris schlägt hart auf dem Waldboden auf. Dann hebt er seinen Kopf wieder und spuckt etwas Erde aus. Langsam dreht er seinen Kopf noch im Liegen über die rechte Schulter zurück zu Jessica, die im Hintergrund gerade wieder aufsteht und gespielt vorwurfsvoll ihren Kopf demonstrativ schüttelt. Chris kann sich ein draufgängerisches Grinsen nicht verkneifen.

 

Nachdem Chris wieder aufgestanden ist, werfen er und Jessica einen genaueren Blick auf die Rettungskapsel.

Da meldet sich Airfighter erneut über Watchcomm:

„Ich registriere vier Flugzeuge, die sich überschallschnell diesen Koordinaten nähern — sie sind in den Flugplänen der Airforce für diesen Sektor nicht verzeichnet!”

Chris und Jessica blicken abrupt auf.

Airfighter ergänzt: „Meinen Scans zufolge sind die Flugzeuge schwer bewaffnet!”

 

Die vier schwarzen Flugzeuge rasen über den Wald hinweg: sie sind mit schweren Bordgeschützen versehen und schießen donnernd heran. Im Hintergrund kommt Airfighter mit ebenfalls schussbereiten Bordwaffen, in einer engen Schleife beschleunigend, herbei geflogen.

 

Unten werfen sich Chris und Jessica abseits der Rettungskapsel erneut auf den Waldboden, als die schwarzen Flugzeuge über die Baumwipfel hinweg donnern, und eine Schussfolge von tödlichen Automatikkugeln in den Boden einschlägt und das Unterholz zerfetzend aufwirbelt. Indem die vier Flugzeuge über Chris´ und Jessicas Koordinaten hinweg gedonnert sind, ist ein Trupp Bewaffneter in schwarzen Kampfanzügen mit Helmen abgesprungen, die jetzt, mit Jetpacks versehen, auf die Baumwipfel zu stürzen und sich dann mit ihren Schubdüsen aus dem freien Fall abfangen.

Airfighter, der gerade Angriffskurs auf die Vierer-Schwadron setzt, gibt über Watchcomm durch: „Ihr bekommt Besuch von oben — sie verfügen über Jetpacks und sind schwer bewaffnet!”

Chris und Jessica springen vom Boden wieder auf.

Chris: „Danke, Kumpel — wir richten alles her!”

Beide ziehen ihre Energieschocklasergewehre und laden diese mit einem hohen Summton durch. Sofort knien sie sich hin und richten ihre Energieschocklaser auf die Baumwipfel aus. Nach einem kurzen Moment der angespannten Stille durchbricht der schwarze Kampftrupp die Baumwipfel von oben und eröffnet das gnadenlose Dauerfeuer aus den Automatikgewehren: überall werden Zweige von den Bäumen gefetzt und der Waldboden aufgewirbelt. Chris und Jessica erwidern das gezielte Feuer aus ihren Energieschocklasern, deren rot glühende Strahlen sich sogleich durch die Blätter brennen.

Eines der schwarzen Flugzeuge klingt sich aus der Schwadron aus und zieht erneut dicht über die Baumwipfel hinweg.

Airfighter warnt über Watchcomm: „Eine der Maschinen zieht erneut nach unten!”

Sogleich setzen die übrigen drei Kampfflieger Angriffskurs auf Airfighter.

Die dicht über die Baumwipfel hinweg donnernde schwarze Killermaschine feuert eine Schussfolge an Granaten in den Erdboden ab, so dass Chris und Jessica durch die Druckwelle der unmittelbar aufeinander folgenden Explosionen einige Meter durch die Luft geschmettert werden. Gleichzeitig landet der schwarz gekleidete Killertrupp mit den Jetpacks in der Mitte des Explosionskraters und eröffnet erneut das brutale Automatikfeuer auf Jessica und Chris, die noch knapp hinter den Erdwall springen können, der am Rande des Explosionskraters aufgewühlt worden ist.

Oben vor dem Hintergrund des blauen Himmels rasen Airfighter und die drei auf dieser Höhe verbliebenen schwarzen Kampfflieger mit Höchstbeschleunigungswerten dicht aneinander vorbei, wobei sie sich gegenseitig ins Kreuzfeuer nehmen. Die vierte Maschine fliegt weiter unten eine erneute Schleife über die Baumkronen hinweg.

Als der Killertrupp wieder die Jetpacks zündet, um Chris und Jessica aus einigen Metern Höhe unter Beschuss zu nehmen, nickt Chris Jessica hinter dem Erdwall knapp zu. In dem Moment, als die Killer die beiden sehen und gerade das Feuer eröffnen wollen, feuern Chris und Jessica den vorderen der Killer genau in deren Jetpacks: Augenblicklich werden die Killer völlig unkontrolliert durch die Luft gewirbelt und krachen mit voller Geschwindigkeit gegen die Bäume, wo sie inmitten einer Stichflamme explodieren. Die übrigen Killer stürzen sich zum Teil einfach aus der Luft auf Chris und Jessica hinab, um diese im Nahkampf auszuschalten, während ein paar der Killer noch in der Luft bleiben, um das Szenario zu überfliegen. Die ersten der auf sie herab stürzenden schwarz Gekleideten können Chris und Jessica mit ihren Energieschocklasern neutralisieren, indem die Getroffenen einfach zur Seite weg geschleudert werden. Doch dann stürzen die nächsten Killer auf Jessica und Chris herab und werfen die beiden unter dem kraftvollen Gegenschub aus ihren Jetpacks zu Boden.

Oben in der Luft wird Airfighter unterdessen von den drei schwarzen Flugzeugen ins brutale Kreuzfeuer genommen.

Chris und Jessica springen aus dem Liegen wieder zurück in den Stand, um den ungleichen Nahkampf gegen die zahlenmäßig überlegenen schwarz Gekleideten aufzunehmen. Gleichzeitig nehmen die noch in der Luft befindlichen Killer Chris und Jessica erneut ins Visier ihrer Automatikwaffen. Im Nahkampf reaktiviert Chris mit einem gezielten Tritt den Jetpack von einem seiner Gegner, so dass dieser abrupt nach oben katapultiert wird und dort genau mit dreien der anderen Killer zusammenprallt, die gerade das Feuer eröffnen wollten. Gleichzeitig wirft Jessica einen der Killer über sich und genau auf vier der anderen, die zu Boden stürzen.

Hoch oben zieht Airfighter, dicht gefolgt von den ununterbrochen feuernden Killerfliegern, steil nach oben in den blauen Himmel und lässt sich dann auf einmal zurück fallen: Hierbei reißt er bei den enormen Beschleunigungswerten im freien Fall einem seiner Verfolger den rechten Flügel ab. Indem Airfighter seinen freien Fall unter voller Gegenleistung seiner Triebwerke abfängt und dicht über die grünen Baumkronen hinweg donnert, stürzt im Hintergrund die schwer beschädigte Killermaschine brennend in den Wald ab, wo inmitten des donnernden Einschlages ein lodernder Explosions-Feuerball aufsteigt. Hier unten nimmt jetzt auch die vierte Flugmaschine Airfighter wieder ins Visier.

Inmitten des Automatikkugelhagels rennt Chris auf einen jungen Baum zu, springt in vollem Laufe hoch und hält sich am noch dünnen Baumstamm fest, so dass er seinen Sprung einhalbmal um den Baum herum lenkt und wieder zurück auf die Killer fliegt: mit voller Wucht prallt er gegen die schwarz Gekleideten und streckt diese nieder. Jessica befördert mit einem schwungvollen Highkick weitere drei der Killer zurück in den Explosionskrater.

Indem Airfighter dicht über die Baumwipfel hinwegrast und von seinem Verfolger beschossen wird, feuert er beinahe senkrecht nach oben eine Rakete ab, die donnernd in einen der beiden weiter oben befindlichen Killerflieger einschlägt. Indem Airfighter seinen Verfolger mit einem Abfang-Dummy blendet, zieht er schräg nach rechts weg, als die ihn verfolgende Maschine von dem lodernden Trümmerhagel der gerade zerfetzten Maschine bombardiert wird und ebenfalls noch mitten im Fluge explodiert, so dass ihre Trümmerteile noch weit über den Wald verstreut werden.

Im Nahkampf überwältigen Chris und Jessica weitere der schwarz Gekleideten, bis sie aber schließlich doch von den in der Überzahl Befindlichen umzingelt sind: Chris und Jessica stehen wieder genau neben der gelandeten Rettungskapsel. Beim Blick nach oben sehen die beiden, wie Airfighter sich gerade in einem mörderischen Feuergefecht bei Höchstgeschwindigkeitsmanövern mit der letztverbliebenen Killermaschine befindet. Da zeigt der Blick in Chris´ Gesicht, dass er auf eine Idee gekommen ist: sogleich blickt Chris wieder zu Jessica, die seinen Augenkontakt schon erwartet hat. Indem die Killer um die beiden herum zum tödlichen Beschuss ansetzen, blicken Chris und Jessica einander fest in die Augen: beide wissen, was sie zu tun haben! In derselben Sekunde, als die Killer das Feuer auf Chris und Jessica eröffnen, springen die beiden zur Seite und schießen zeitgleich jeder einen erneuten Starkstromimpuls aus dem Watchcomm auf die Zündvorrichtung in der Rettungskapsel ab, die diese nun doch noch zünden lässt. Der Kugelhagel der Killer schlägt dort, wo Jessica und Chris gerade noch gestanden haben, zerfetzend in den Boden ein, während Chris und Jessica in dem frisch entstandenen Granatenkrater aufprallen und sich flach hinlegen, als schon die Plasmaschockwelle zusammen mit den Trümmern der Rettungskapsel über sie hinweg fegt. Die Killer wollen noch auf Seite springen, doch werden sie von der Plasmaschockwelle erfasst und innerhalb von Sekundenbruchteilen verbrennen ihre Anzüge, löst sich ihre Haut im Plasma auf und werden ihre Körper aufgleißend unter enormen elektroplasmatischen Entladungen vollständig aufgelöst. In dem Granatenkrater wälzen sich Jessica und Chris hastig mehrmals auf dem Rücken hin und her, da ihre Uniformen Feuer gefangen haben.

Oben in der Luft setzt Airfighter gerade zu einem rasendschnellen Wendemanöver an und schießt jetzt mit einer schraubenartigen Drehung genau auf den letzten Killerflieger zu, den er buchstäblich durchbohrt: Airfighter kommt aus dem lodernden Trümmerhagel herausgeschossen und zieht dabei einen dunklen Rauchschwaden hinter sich her.

 

  • 17 –

  •  

Eine Flugmaschine der Airforce dockt an einem der Pylone von Airbase_Alpha an.

Die automatischen Türen zur Einsatzzentrale von Airbase_Alpha öffnen sich, und Edward Tanner betritt in Begleitung zweier Sicherheitsoffiziere die Zentrale. Er und Captain Doherty sehen einander stummen Blickes fest in die Augen.

 

Im Konferenzraum unter der großen Glaskuppel mit Ausblick auf den strahlend blauen Himmel stehen Edward Tanner und Captain Doherty vor dem großen Wandschirm, auf dem Chris und Jessica vor dem Hintergrund des grünen Waldes zu sehen sind.

Tanner: „Wir können die Ermordung des Präsidenten nicht mehr lange vor der Öffentlichkeit geheimhalten — das Ganze ist ein Desaster!”

Doherty: „Und der CIA wartet auf die Überführung Lieutenant Browns!”

Chris, auf dem Wandschirm: „Da steckt mehr dahinter, als wir bisher ahnen.”

 

Inmitten des Waldes ist Airfighter inzwischen bei Chris und Jessica im Explosionskrater gelandet, und die beiden sehen die Gesichter Captain Dohertys und Edward Tanners auf Monitor_1 im geöffneten Airfighter-Cockpit — im Hintergrund blitzen noch vereinzelte elektroplasmatische Entladungen, und überall liegt qualmende Asche verstreut.

Chris fährt fort: „Auf jeden Fall haben wir die Rettungskapsel gefunden — leider konnten wir keinen Scan auf DNA-Spuren mehr durchführen, da wir sofort angegriffen wurden.”

Jessica: „Aber gerade dies spricht ja dafür, dass jemandem daran gelegen ist, sämtliche Spuren diesbezüglich zu vernichten.”

 

Captain Doherty: „Die Sicherheitsabteilung hat im Übrigen bei einem detaillierten Check der bordinternen Sensorlogs eine Unregelmäßigkeit im fortlaufenden Aufzeichnungsmuster festgestellt.”

Chris und Jessica blicken auf dem Wandschirm auf.

Doherty: „Die Sicherheitsabteilung geht dem nach — aber das könnte ein Hinweis darauf sein, dass jemand unsere Sensoraufzeichnungen manipuliert hat.”

Edward Tanner blickt entsetzt: „Und das auf Airbase_Alpha!?”

Doherty bleibt stumm.

Chris: „Irgendjemand spielt hier falsch — und wir setzen alles daran zu beweisen, dass es nicht Bill ist!”

Jessica zeigt einen fest entschlossenen, bestätigenden Blick.

In dieser Sekunde ertönt Alarmstufe Rot über alle Decks von Airbase_Alpha. Augenblicklich fahren Doherty und Tanner auf, und auch Jessica und Chris blicken auf dem Wandschirm abrupt wieder in Richtung der beiden.

 

Im Gefängnistrakt von Airbase_Alpha fährt Bill auf und tritt bis an die rot glühenden Laser-Gitterstäbe heran: er versucht, den Wachposten am anderen Ende des relativ dunklen Arresttraktes zu erkennen. Dieser betätigt gerade die Bordfunkanlage an der Wand neben der Tür zum Stationslift: „Hier Arresttrakt — erbitte Bestätigung für Alarmstufe Rot!”

Über Funk antwortet ein Offizier: „Bestätige, Arresttrakt: Alarmstufe Rot!”

 

In der Einsatzzentrale gibt der taktische Offizier gerade bekannt:

„Ein Geschwader unidentifizierter Flugjäger ist soeben in unserer Ortung erschienen!”

 

Im Konferenzraum hören Doherty und Tanner ebenfalls die Bordfunkmitteilung des taktischen Offiziers: „Sie nehmen mit Mach-5 Kurs genau auf Airbase_Alpha!”

Auf dem Wandschirm springen Chris und Jessica augenblicklich ins Airfighter-Cockpit.

Chris: „Wir sind unterwegs, Captain!”

 

Gerade schließt sich im Waldkrater die Cockpitscheibe über den Köpfen von Chris und Jessica, da sehen die beiden schon, wie mehrere schwarze Flugmaschinen überschallschnell über die Baumwipfel hinweg donnern.

Airfighter: „Die Jäger sind baugleich mit denen, die uns angegriffen haben.”

Jessica blickt von der Sensorenkontrolle auf: „Bestätige Kurs auf Airbase_Alpha.”

Chris: „Verfolgungskurs ist programmiert — bereit machen für Blitzstart, Sicherheitsgurte aktivieren!”

Airfighter: „Aye, Commander — Blitzstart ist vorbereitet.”

Augenblicklich werden Chris und Jessica automatisch in ihren Pilotensitzen festgeschnallt, indem sie ihre Helme wieder aufsetzen.

Jessica: „Bin bereit, Chris.”

Chris: „Dann mal Action!”

Airfighters Triebwerke zünden, und Unmengen an Unterholz werden durch die Luft gefegt. Airfighter beschleunigt vom Start an in einem durch auf Überschallgeschwindigkeit, so dass der Schallmauerdurchbruch donnernd in die Ohren einschlägt: ein paar Steine rieseln von der felsigen Anhöhe herab in den Wald. Airfighter vollzieht bei extremen Geschwindigkeitswerten eine scharfe Wende, um hinter den schwarzen Flugmaschinen her zu donnern.

 

Captain Doherty betritt zusammen mit Edward Tanner die Einsatzzentrale von Airbase_Alpha.

Der taktische Offizier bestätigt: „Abfangjäger gestartet, Captain.”

Ein weiterer Offizier ergänzt:

„Von Washington aus sind weitere Kampfjets zu unserer Verteidigung gestartet.”

 

Aus einem Flughangar in der Mitte der eiförmigen Airbase_Alpha heraus starten mehrere Abfangjäger und schießen sofort frontal in die Ansicht.

 

Von einem großen Start- und Landefeld der Airforce aus starten ebenfalls einige Kampfjets und ziehen steil nach oben.

 

Das Geschwader aus den schwarzen Kampfmaschinen donnert überschallschnell frontal auf die Airforce-Jäger zu: Beim Zusammentreffen entbrennt ein brutales Gefecht aus glühenden Laserstrahlen und gleißend zuckenden Plasmablitzen — erste Raketen werden abgefeuert und schlagen in gegnerische Flugmaschinen ein. Die brennenden Trümmer wirbeln unkontrolliert durch die Luft.

Airfighter fliegt genau in das Kampfgeschehen hinein, verlangsamt unter extremen Bremswerten auf Unterschallgeschwindigkeit und feuert eine ganze Salve Raketen ab, die zugleich drei der schwarzen Flugmaschinen donnernd zerreißt. Indem die lodernden Trümmer sternförmig auseinanderfliegen, kreuzen zwei der Airforce-Jäger ihren Kurs im Zentrum des Kampfgeschehens und setzen erneuten Angriffskurs auf weiter unten befindliche Flugmaschinen, die ihrerseits bereits das erneute Dauerfeuer eröffnet haben.

 

In der Einsatzzentrale befiehlt Captain Doherty: „Bordgeschütze Feuer!”

Der taktische Offizier betätigt die Waffenkontrollen: „Aye, Captain.”

 

Einer der überdimensionalen Waffenarme, die sich in regelmäßigen Abständen an der Peripherie von Airbase_Alpha befinden und in sämtliche Richtungen ausgerichtet sind, wird unter lautem Dröhnen unter Energie gesetzt, und eine lodernde Energieentladung donnert heraus.

Auf diese Weise werden gleichzeitig aus sämtlichen Waffenarmen der Luftstation Energieemissionen abgefeuert, die einen Großteil des feindlichen Geschwaders ringförmig um Airbase_Alpha herum zerschmettern: Eine Schockwelle aus Trümmern, Explosionen und Restenergie breitet sich kugelschalenförmig um Airbase_Alpha aus und wächst pulsierend, bis die Trümmer und zuckenden Blitze jegliche Sicht versperren.

Die Airforce-Jäger und Airfighter weichen in gekonnten Manövern aus, als die übrigen schwarzen Kampfflieger erneut das Feuer eröffnen und sich auf das verteidigende Geschwader stürzen. Sogleich werden weitere Flugmaschinen auf beiden Seiten zerfetzt.

 

Auf das freie Start- und Landefeld unten in Washington stürzt eine ganze Trümmersalve senkrecht von oben aus dem blauen Himmel herab: die Gesamtheit der lodernden Trümmer kracht auf das Landefeld, und unter ohrenbetäubendem Donnern steigt eine gigantische Staubwolke auf, die jegliche Sicht versperrt!

 

Eine der schwarzen Flugmaschinen fliegt genau auf Airbase_Alpha zu und feuert, kurz bevor sie wieder abdreht, mehrere der stachelkugelförmigen programmierten Zerstörer ab.

Im Airfighter-Cockpit blickt Jessica abrupt von der Sensorkontrolle auf:

„Sie haben programmierte Zerstörer auf Airbase_Alpha abgeschossen!”

Chris: „Abfang-Dummies abfeuern!”

Jessica: „Sind abgefeuert.”

Die von Airfighter abgefeuerten Abfang-Dummies kreuzen in engen Bögen präzise den Kurs der programmierten Zerstörer, woraufhin die meisten der Stachelkugeln die Verfolgung der Abfang-Dummies aufnehmen. Während die abgelenkten Zerstörer vor dem Hintergrund des blauen Himmels in mehreren Explosionsbällen in die Abfang-Dummies einschlagen, treffen die übrigen Zerstörer auf das elektrische Hochspannungsfeld um Airbase_Alpha herum, und es kommt zu einer Kettenreaktion von grellen Explosionsblitzen.

 

In der Einsatzzentrale meldet der taktische Offizier:

„Der Stationsschild ist auf Höhe von Sektion Delta-5 erheblich geschwächt!”

 

Erneut fliegt eine der schwarzen Maschinen Angriffskurs auf Airbase_Alpha und feuert weitere programmierte Zerstörer ab.

Jessica: „Weitere Zerstörer!”

Airfighter: „Sie sind auf dieselben Koordinaten abgeschossen worden.”

Chris: „Wir können sie nicht alle aufhalten!”

Die Stachelkugeln fliegen in präzisen Bögen erneut genau auf Airbase_Alpha zu.

 

Captain Doherty gibt über Bordfunk durch: „Auf Einschlag vorbereiten!”

 

Im Arresttrakt, wo gerade Captain Dohertys Warnung eingegangen ist, blicken Bill und der Wachposten einander noch kurz an, als schon ein gewaltiger Stoß das gesamte Deck erfasst und die Wand nach draußen am Ende des Korridors weggerissen wird.

 

Zeitgleich durchdringen jetzt mehrere der programmierten Zerstörer den beschädigten Schutzschild und schlagen mit voller Wucht in die Außenhülle von Airbase_Alpha ein.

 

Bill schreit dem Wachposten gerade noch zu sich festzuhalten, indem sich Bill selbst an das metallene Bett in seiner Zelle klammert, da erfasst der gewaltige Luftsog schon den Wachposten und fegt den laut Schreienden durch den gesamten Korridor hindurch an sämtlichen leerstehenden Arrestzellen vorbei nach draußen in den freien Himmel; Bill wird mitsamt dem Bett gegen die Laser-Gitterstäbe katapultiert, wo das Bett funkenschlagend hängenbleibt — schon beginnt das Metall nach und nach zu schmelzen, indem sich die Laserstäbe wie ultraheiße Schneidbrenner durch das Metall fressen. Als der Luftsog unmittelbar darauf wieder nachlässt, fällt Bill zurück und prallt auf den metallenen Boden seiner Arrestzelle, während das metallene Bett weiterhin von den Laser-Gitterstäben allmählich durchgeschnitten wird und das glutflüssige Metall auf den Boden tropft. Da fällt das ohnehin nur noch flackernde Licht für diesen Trakt vollständig aus, und auch die Lasergitter sind plötzlich deaktiviert: das Metallbett kracht zu Boden. Sogleich springt Bill auf und über die dampfende Metalllache hinweg in den zum Teil zerfetzten Korridor.

 

Im Airfighter-Cockpit sehen Chris und Jessica entsetzt, wie der Wachposten aus dem zerfetzten Teil von Airbase_Alpha heraus geschleudert wird, völlig unkontrolliert an ihnen vorbei rast, und weiter unten genau in einen der von den feindlichen Flugmaschinen abgefeuerten Laserstrahlen stürzt.

Jessica: „Bill?!”

Chris: „Ich habe ihn in der Ortung — ansonsten befindet sich niemand in den Arrestzellen.”

Airfighter: „Der Schutzschild ist immer noch nicht vollständig zusammengebrochen, so dass wir noch nicht an Bill herankommen können.“

Chris und Jessica wechseln einen angespannten Blick miteinander.

 

Bill versucht, den Türmechanismus zum Stationslift am Ende des Arresttraktes zu betätigen, doch der Mechanismus ist ebenfalls ausgefallen. Da sieht Bill, wie Jessica und Chris am anderen Ende des Korridors auftauchen, wo die Wand nach draußen weg gesprengt ist.

 

Im Airfighter-Cockpit ist das Bild der schematischen Abtastung des Arresttraktes auf Monitor_2 zu sehen.

Airfighter: „Hier befindet sich meinen Anzeigen zufolge eine Wartungsluke, durch die Bill in einen der Wartungsschächte gelangen kann.”

 

Bill erkennt die Handzeichen, die Chris ihm am anderen Ende des Korridors draußen durch die Cockpitscheibe hindurch gibt. Sofort stürzt Bill zu der Wartungsluke und versucht, diese zu öffnen. Als er keinen Erfolg hat, rennt Bill zu seiner Zelle zurück und schleppt das zum Teil geschmolzene Metall-Bettgestell mit zur Wartungsluke.

 

Draußen setzen die verbliebenen schwarzen Flugmaschinen zum erneuten Angriffskurs auf Airbase_Alpha an.

Im Airfighter-Cockpit sieht Jessica die herannahenden Flugmaschinen auf der Ortungsanzeige.

Jessica: „Sie greifen wieder an!”

Chris, indem er das nächste Manöver programmiert:

„Wir versuchen, für Bill noch ein paar Sekunden ´rauszuschlagen!”

Bill sieht, wie Airfighter draußen am weg gesprengten Ende des Korridors zu einer scharfen Wende ansetzt und sofort beschleunigt, während im Hintergrund die schwarzen Flugmaschinen aus dem blauen Himmel gestürzt kommen. In diesem Augenblick hat Bill es geschafft, die Wartungsluke mit dem Metall-Gestell aufzubrechen. Noch indem Bill sieht, wie weitere programmierte Zerstörer von den schwarzen Flugmaschinen abgefeuert werden, springt er mit einem Satz in den Wartungsschacht unterhalb der Wartungsluke hinein und rollt sich, den Atem anhaltend, zusammen.

 

Airfighter fliegt genau auf die heran schießenden Zerstörer zu. In den Helmvisieren Chris´ und Jessicas spiegeln sich die metallenen Stachelkugeln wider, die in rasendem Tempo an Größe zunehmen.

Airfighter: „Bill ist in den Wartungsschacht gelangt.”

Chris: „Abfang-Dummies Feuer!”

Jessica: „Aye, Chris.”

 

Airfighter weicht der Salve an Zerstörern knapp aus, wobei die meisten der Stachelkugeln von den Abfang-Dummies abgelenkt werden, indem sie in einer Schleife hinter diesen her jagen und dann in sicherer Entfernung beim Einschlag explodieren. Doch ein kleiner Teil der Zerstörer rast weiterhin auf den Arresttrakt von Airbase_Alpha zu, und donnernd schlagen die Zerstörer in den Trakt ein, so dass sämtliche Zellen restlos zerschmettert werden, als eine gewaltige Stichflamme den gesamten Trakt durchzieht.

Der zusammengerollte Bill wird im Wartungsschacht von der Druckwelle der Explosion erfasst und, dicht gefolgt von der Stichflamme, durch den gesamten Wartungsschacht geschossen, bis er am Ende gegen eine weitere Wartungsluke kracht und mit dieser zusammen auf das dahinter liegende Deck geschleudert wird. Hier nehmen die Wachposten Bill und die zerstörte Luke mit der heraus fegenden Stichflamme reaktionsschnell ins Visier: die Stichflamme hinterlässt einmal quer durch den gesamten Korridor eine dunkle Rußspur.

Bill blickt hustend auf: „Keine Sorge, ich hab nicht vor auszubrechen.”

 

In der Einsatzzentrale gibt Captain Doherty ein weiteres Mal den Befehl:

„Abwehrgeschütze — Feuer frei!”

Im selben Moment bedient der taktische Offizier die Waffenkontrollen.

 

Indem draußen weitere der schwarzen Flugmaschinen durch die Energiebündel von Airbase_Alpha zerstört werden, kommt allerdings noch eine weitere Staffel programmierter Zerstörer auf die Luftstation zu gefegt. Chris zieht Airfighter steil nach oben und dicht an der Peripherie des Stationsschutzschildes um Airbase_Alpha entlang. Hier feuert Jessica einen weit gefächerten Energieschocklaserstrahl in einem solchen Winkel auf den Schutzschirm ab, dass dieser lediglich gestreift wird, dadurch aber den gefächerten Energieschocklaserstrahl in alle Richtungen streut: rasendschnell wird eine Stachelkugel nach der anderen unmittelbar nacheinander von dem Energieschocklaser-Fächer in Trümmern speienden Explosionsbällen zerfetzt.

Während Airfighter im Bogen wieder zu Airbase_Alpha zurückkehrt, werden im Hintergrund gerade die letzten der schwarzen Flugzeuge fast zeitgleich von den Airforce-Jägern abgeschossen und stürzen als lodernde Trümmerbälle in die Tiefe.

 

  • 18 –

  •  

Der Indianer mit dem Narbengesicht, über den Juan und Raffael ihr Geschäft mit den Commodores abgewickelt haben, steht vor einer Wand mit mehreren in Regalen einsortierten Aktenordnern — offenbar befindet er sich in irgendeinem Büro. Ein Fernseher steht mitten in einer großen, schicken Bürowand aus Holz in einer eigens dafür vorgesehenen Etage: zu sehen ist das von Ms. Parson aufgenommene Interview mit Juan und Raffael, das soeben zu Ende gelaufen ist. Der Indianer wendet seinen Blick mit einem bösen Funkeln in den Augen wieder vom Fernseher ab in eine andere Richtung zu seinem Gesprächspartner.

„Diese Gang wird für Metro-City allmählich unangenehm.”

Der Indianer zischt wütend:

„Zunächst sind sie lediglich ein Ärgernis für die Commodores gewesen, aber jetzt entwickeln sie sich doch zu einer echten Plage!”

„Wir müssen sie uns vom Halse schaffen!”

Der Indianer zeigt ein böses Grinsen:

„Nichts lieber als das, Sir. Die Commodores warten auf Ihren Befehl.”

„Mein Erfolg hängt vom reibungslosen Funktionieren der internen Politik unserer Stadt ab, das heißt von der Effizienz Ihrer Arbeit.”

Der Indianer zeigt auf diese Worte seines Gesprächspartners hin wieder eine ernste Miene, indem der andere fortfährt: „Ich weiß genau, dass ich mich auf Sie hundertprozentig verlassen kann. Machen Sie´s genauso wie immer — zum Wohle einer intakten Politik für unsere Bürger!”

Der Indianer zeigt einen zutiefst loyalen Blick: „Worauf Sie sich verlassen können, Sir — die Commodores werden mit allen Mitteln verhindern, dass die Politik in Metro-City umgestürzt wird!”

Indem der Indianer mit dem ehrlichen Blick der absoluten Loyalität das Büro mit dem Aktenordnerregal im Hintergrund verlässt, legt sein Gesprächspartner die Hände auf dem ebenfalls schicken, hölzernen Schreibtisch auf.

 

  • 19 –

  •  

An einem der drei großen Pylone von Airbase_Alpha ist die kuppelartige Airfighter-Basis angedockt. Im Innern stehen Chris und Jessica zusammen mit Captain Doherty, Colonel Stevens und Edward Tanner in der Airfighter-Computerzentrale. Bill sitzt etwas abseits auf einem der aus dem Boden empor gefahrenen metallenen Sitze, und neben ihm stehen zwei Wachposten. Auf einem der zahlreichen Bildschirme in der großen Kontrollwand ist das Gesicht Captain Carters zu sehen.

Captain Doherty: „Es hat sich um einen gezielten Angriff auf nur ganz bestimmte Sektionen von Airbase_Alpha gehandelt, der ausschließlich von den kleineren Jagdfliegern ausgeführt worden ist, mit denen wir bisher noch keine Kampfbegegnung gehabt hatten.”

Stevens: „Der Beschuss durch die programmierten Zerstörer hat sich auf den Arresttrakt von Airbase_Alpha konzentriert.”

Tanner: „Da Lieutenant Brown dort inhaftiert war, erhärtet dies leider den Verdacht — die Hintermänner des Komplotts wollen ihren Auftragskiller nach der Ermordung des Präsidenten eliminieren.”

Bill, energisch: „Das ist absoluter Unsinn!”

Captain Carter spricht vom Bildschirm aus in ruhigem, aber nachdrücklichem Ton: „Das Policedepartment of Green-Stone-Town erhebt im Falle einer Fortsetzung der Untersuchungshaft für Lieutenant Brown dessen Überführung nach G.S.T., da der Lieutenant uns direkt unterstellt ist.”

Chris: „Und was ist mit der erwiesenermaßen existierenden Rettungskapsel, die Kurs auf Airbase_Alpha genommen hatte und von dort wieder zurückgeflogen ist?”

Stevens: „Leider können wir die Kapsel nach ihrer Zerstörung nicht mehr auf DNA-Spuren hin untersuchen.”

Jessica: „Aber dass ihre Selbstzerstörung bereits programmiert gewesen war, ist doch auch kein Zufall gewesen — jemand wollte sämtliche Spuren verwischen!”

Doherty: „Gemäß dem Check unserer Sensorlogbücher kann die gefundene Unregelmäßigkeit in dem fortlaufenden Aufzeichnungsmuster nur als gezielte Manipulation interpretiert werden, da die Fehlaufzeichnungen zu selektiv sind, um auf eine spontan auftretende und wieder verschwindende Störung zurückgeführt zu werden.”

Tanner: „Das wirft auf jeden Fall weitere Fragen auf, jedoch entlastet es in keinster Weise den Lieutenant.”

Chris: „Wenn schon die Sesorlogs von Airbase_Alpha allem Anschein nach manipuliert worden sind — was ist denn dann mit den Sicherheitsaufzeichnungen der Überwachungskameras?”

Captain Doherty und Marshal Stevens blicken Chris fest in die Augen: offenbar ist ihnen dieser Gedanke nicht neu.

Edward Tanner bleibt hartnäckig: „Das sind bisher alles nur Spekulationen!”

Bill, etwas sarkastisch:

„Diese Spekulationen gefallen mir persönlich allerdings sehr gut, Mister Tanner.”

Doherty: „Ich gestehe, dass ich auch überhaupt kein Motiv erkennen kann, wieso ein Mitglied des Airfighter-Teams unseren Präsidenten ermordet haben soll, also offenkundig derjenigen Verschwörung angehöre, die das Airfighter-Team selbst enttarnt hat.”

Captain Carter nickt auf dem Bildschirm deutlich bestätigend.

Tanner: „Aber die Aufzeichnungen der Überwachungskameras sind doch gesichert?!”

Jessica: „Die Sensorlogs der Station wohl normalerweise auch!”

Doherty kneift die Augen zusammen und wendet sich an Stevens:

„Wir müssen die Aufzeichnungen von der Ermordung des Präsidenten im Detail prüfen.”

Stevens: „Der CIA hat die Möglichkeit, einen zuverlässigen Check durchzuführen — ich fordere die benötigte Ausrüstung vom Hauptquartier an.”

Chris und Jessica wechseln einen kurzen Blick miteinander sowie mit Bill — alle drei wissen offensichtlich noch etwas.

Chris: „Sehen Sie sich mal den Inhalt des Datensticks an, den wir in Washington sichergestellt haben, Colonel.”

Stevens und Doherty blicken abwechselnd zu Bill und Chris mit Jessica.

Chris: „Sie werden darauf ein Programm zur Sicherheitscode-Prüfung finden, das dem CIA offensichtlich entwendet worden ist.”

Doherty: „Umso besser, dass Sie den Stick sicherstellen konnten!”

Stevens: „Haben Sie den Inhalt gesehen, Commander?”

Chris: „Direkt nach der Sicherstellung des Sticks hat Airfighter eine Sicherheitskopie des Inhalts angefertigt, noch bevor wir den Stick an Sie übergeben haben.”

Stevens nickt: „Verstehe — sehr gut, dann werde ich veranlassen, dass wir die Sicherheitsaufzeichnungen umgänglich mit dem Programm durchchecken!”

Doherty nickt Stevens zu. Chris und Jessica wenden sich zurück zu Bill und nicken diesem zu. Im Hintergrund zeigt Captain Carter auf dem Bildschirm einen zufriedenen Blick. Edward Tanner verschränkt die Arme, indem sein Gesicht offenkundigen Missmut erkennen lässt.

 

  • 20 –

  •  

In einer Tiefgarage steht der Indianer mit dem Narbengesicht demonstrativ vor den schwerbewaffneten Commodores, die im Hintergrund mehrere ihrer schwarzen Limousinen geparkt haben.

„Der Boss ist es jetzt endgültig leid: er will, dass wir die andere Gang aus der Welt schaffen. In Metro-City soll es innenpolitisch so weiterlaufen wie bisher — alles andere wäre für seine eigenen Pläne von extremem Nachteil.”

Einer der Schwerbewaffneten ergänzt antwortend: „Und sein Nachteil wird zu unserem Nachteil.”

Der Indianer nickt: „Wir genießen unseren Status solange, wie der Boss an der Macht ist — andernfalls wird's für uns unangenehm mit der Police of Metro-City werden.”

Der Blick in die Gesichter der Bewaffneten zeigt eiskalte, zustimmende Entschlossenheit.

Da tritt hinter dem Indianer eine weitere Person aus einem Aufzug in die Tiefgarage: mit zielstrebigen Schritten von Füßen in schicken, schwarzen Schuhen.

Ohne sich umzudrehen, ergänzt der Indianer: „Darüber hinaus sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, wo der Boss uns einen weiteren Verbündeten zur Seite stellt.”

Den Blicken der Bewaffneten folgend, dreht sich der Indianer um: vor ihm steht jetzt der Asiate mit den langen, schwarzen Haaren, gegen den Manuel das Egorace gefahren ist und dessen kahlköpfiger Stellvertreter dabei ums Leben gekommen ist. Diesmal ist der Asiate in einen schicken Anzug gekleidet, so dass von dem Schlangentattoo auf seiner Brust nur noch ein kleiner Teil zu sehen ist, der oben aus dem ein Stück geöffneten, weißen Hemd ragt, das der Asiate unter seinem Anzug trägt.

Der Asiate bleibt genau neben dem Indianer stehen und zeigt ein breites, funkelndes Grinsen:

„Ihr Boss hat mir und meiner Gang ein sehr überzeugendes Angebot gemacht, falls wir uns dazu bereit erklären würden, mit Ihnen eine Allianz einzugehen.”

Der Indianer ergänzt, ebenfalls zufrieden grinsend:

„Zum Wohle einer funktionierenden Politik für die Bürger von Metro-City werden wir mit vereinten Ressourcen dieses Ärgernis nun ein-für-allemal aus der Welt schaffen!”

Der Blick des Asiaten funkelt böse: „Das werden wir garantiert!”

Allen Anwesenden ist klar, dass hier mit tödlicher Entschlossenheit der finale Schlag gegen Juans und Raffaels Gang vorbereitet wird!

 

  • 21 –

  •  

Unter dem großen gläsernen Kuppeldach stehen Chris und Jessica bei Captain Doherty und Edward Tanner im Konferenzraum an Bord von Airbase_Alpha. Gerade betreten Colonel Stevens und der nach wie vor von zwei Offizieren überwachte Bill den Konferenzraum.

Stevens bleibt stehen und blickt den Anwesenden nacheinander in die Augen:

„Die Auswertungen der Überwachungsaufzeichnungen mit Hilfe des auf dem Datenstick befindlichen CIA-Programms haben ergeben, dass der Sicherheitscode der Aufzeichnungen gefälscht ist.”

Bill blickt sofort auf.

Jessica: „Das bedeutet, die Aufzeichnungen von der Ermordung des Präsidenten können genauso gut manipuliert sein.”

Stevens nickt: „Ja, das bedeutet es.”

Tanner: „Das ist unfassbar! So etwas darf nicht vorkommen!”

Doherty: „Das Problem dabei ist vor allem die Frage danach, wer die Aufzeichnungen manipuliert hat: es muss jemand sein, der sich an Bord von Airbase_Alpha befindet!”

Chris entgegnet Captain Doherty einen festen Blick, den er dann Stevens zuwendet.

Stevens: „Ja, Commander Hawk — unter diesen Umständen und mit Ihrem Einverständnis, Captain Doherty, wird der CIA Lieutenant Brown nicht länger in Gewahrsam halten. Unsere Sicherheitsabteilung ist erneut auf Spurensuche gegangen — wir werden dahinter kommen!”

Bill und Jessica umarmen sich erleichtert, und Chris klopft Bill auf die Schulter.

Tanner, aufgebracht: „Und jetzt setzen Sie Lieutenant Brown einfach wieder auf freien Fuß — immerhin ist er bisher unser einziger Verdächtiger!”

Stevens: „Wir können keinen unserer eigenen Leute aufgrund eines zweifelhaften, offenkundig manipulierten Beweisindizes inhaftieren, Mister Tanner!”

Captain Doherty: „Dem stimme ich zu, Colonel. Ich erkläre diese Angelegenheit für beendet und werde erst nach Sicherstellung neuer, definitiver Beweise entsprechende Maßnahmen ergreifen.”

Chris stimmt mit einem stummen Nicken zu.

Stevens: „Sie sind bis auf Weiteres entlastet, Lieutenant Brown.”

Captain Doherty: „Sie dürfen sich an Bord von Airbase_Alpha wieder frei bewegen, Lieutenant.”

Tanner: „Ich werde sofort das Weiße Haus informieren — wenn der CIA neue Ermittlungen anfängt, müssen wir auf dem Laufenden gehalten werden.”

Stevens: „Selbstverständlich, Mister Tanner.”

Doherty wendet sich wieder an Chris, Jessica und Bill: „Ich halte es allerdings für das Beste, wenn Sie sich in nächster Zeit erst einmal aus den CIA-internen Ermittlungen heraushalten, um so wenig wie möglich involviert zu werden. Wenn Sie sich zurück nach Green-Stone-Town begeben, werden wir Sie natürlich fortwährend auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen halten.”

Chris wechselt mit Jessica und Bill einen eher skeptischen Blick, antwortet dann aber Captain Doherty zustimmend: „In Ordnung, Captain — wir werden mit der Airfighter-Basis nach Green-Stone-Town zurückkehren.”

Captain Doherty und Colonel Stevens nicken bestätigend, während Edward Tanner einen deutlich uneinverstandenen Gesichtsausdruck zeigt.

 

  • 22 –

  •  

Juan und Raffael eilen durch die große Halle, in der sich das Hauptquartier ihrer Gang befindet — es herrscht Aufbruchstimmung, und die Jungs sind dabei, einiges an Geschützen zu der Treppe zu tragen, die spiralförmig nach unten zur unterirdischen Hovercraft-Anlegestelle führt.

Raffael: „Was tun wir, wenn die Politiker von M.C. uns nicht ernst nehmen und wir auf dem Central Square doch in einen Hinterhalt der Polizei geraten?”

Juan entgegnet Raffael einen hadernden Blick.

Raffael nickt verstehend: „Wir wollen nicht gegen die Polizei kämpfen.”

Juan: „Sie müssen uns einfach diese Chance geben — die Chance, an der Politik in M.C. teilzuhaben.”

Raffael: „Allein darauf haben wir mit unserer Aufrüstung hingearbeitet!”

Juan, jetzt wieder entschlossen:

„Falls sie uns in einen Hinterhalt locken, werden wir uns mit allen Mitteln verteidigen!”

Raffael nickt zustimmend: „Und wir haben nicht gerade wenig Mittel — das sollte ihnen aus dem Interview klar geworden sein!”

Im Hintergrund trägt Jerome gerade mit einem anderen Jungen einen weiteren Elektroemitter zu dem metallenen Treppengeländer.

 

  • 23 –

  •  

Vor dem Hintergrund des strahlendblauen Himmels dockt die kuppelartige Airfighter-Basis von Airbase_Alpha ab und geht mit stetig wachsender Geschwindigkeit auf Kurs zurück nach Green-Stone-Town.

In der Computerzentrale ist gerade das Gesicht Captain Carters im Main Policedepartment of Green-Stone-Town auf den Hauptschirm projiziert.

Carter: „Gut, dass Colonel Stevens zunächst so entschieden hat — dass Sie erst einmal nach G.S.T. zurückkehren, ist in Anbetracht der Umstände das Beste, was uns passieren konnte!”

Bill: „Ich stimme Ihnen zu, Captain — danke für Ihren Rückhalt.”

Carter nickt, redet aber sofort weiter: „Wie es jetzt nach der Ermordung des Präsidenten allerdings weitergehen soll, wage ich mir nicht auszumalen!”

Chris: „Ich fürchte, Captain, irgendjemand weiß das sehr genau.”

Jessica: „Und aus dessen Sicht läuft alles genau nach Plan.”

Carter: „Es ist beängstigend, dass wir so etwas annehmen müssen.”

Bill: „Willkommen unter den Verschwörungstheoretikern!”

Carter: „Wir werden unser weiteres Vorgehen mit dem CIA hier in G.S.T. koordinieren — allerdings...”

Chris kneift seine Augen zusammen: er, Jessica und Bill spüren, dass Captain Carter noch eine weitere Hiobsbotschaft für sie bereithält.

Carter: „Dieses Video ist vor ein paar Stunden in Metro-City aufgenommen worden und bisher nur an die Polizei und Verwaltungsbehörden ausgehändigt worden — aber sehen Sie selbst!”

Als die drei die Videobotschaft Juans und Raffaels sehen, zeigen Bills und Jessicas Gesichter böse Überraschung, während sich Chris´ Blick unheilvoll verfinstert.

 

Story by Christian Scheffel –

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christian Scheffel).
Der Beitrag wurde von Christian Scheffel auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.10.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Christian Scheffel als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Im Strom der Zeit-Facetten des Lebens von Heidrun Gemähling



Gedichte aus dem Leben.
Jedes Leben ist Teil eines schöpferischen Werdegangs im Strom der Zeit und bereichert das Zusammenspiel der gesamten Schöpfung. Sie ist ein Meisterwerk höchsten Grades, und uns Menschen ist es gegeben, über Sinn und Zweck unseres Daseins nachzudenken.
Höhen und Tiefen sind ständige Begleiter unseres Lebens, die auf vielfältige Weise zum Ausdruck kommen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Abenteuer" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Christian Scheffel

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

The Heat Of Ice -- Teil 2 von Christian Scheffel (Thriller)
Pilgertour X. von Rüdiger Nazar (Abenteuer)
Ungarische Zähne Rhapsodie von Norbert Wittke (Autobiografisches)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen