Birgit Kleinfeld

Miniaturen zu 6 Begriffen,Teil 2-8



2.
Dramen", erklärte Jan dem NACHTFALTER oben an der Zimmerdecke, "Dramen das lieben die Damen!" Er war ein armer, stets hungernder Dichter. der in seiner winzigen DACHKAMMER in Ludwigs Reed bedeckten Herrenhaus saß und von der Liebe und anderen Dingen schrieb. "AUFBRUCH!“ philosophierte Ruben-Raphael unten im großen gemütlichen Wohnzimmer des Herrenhauses. "Aufbruch zu neuen Werten und Welten, DAS ist was zählt."Er war der Sohn des reichen Ludwigs, machte sich tiefsinnige Gedanken, während er das Hausmädchen beim Polieren des riesigen Tisches aus EBENHOLZ beobachtete. "REGEN bringt Segen!" reimte Ludwig, während er sich in der Küche, dem Gewitter lauschend, ein SchweineMEDAILLON briet. Er war der reiche Gutsherr, dem alles hier gehörte. Sterben taten alle fünf, als der Blitz einschlug und das Reetdach in Brand setzte..
 

3.
"Wir sind wie zwei Seiten eines MEDALLIONS vereint noch, wenn es dunkel um uns ist." Marie merkte, wie Tränen in die Augen stiegen, beim Gedenken an diese Worte, ihr von Fabian vor seinen AUFBRUCH ins Abenteuer Seefahrt ins Ohr gehaucht. Auch ein kleines Kästchen aus EBENHOLZ mit eben diesem Schmuckstück, hatte er ihr geschenkt. Nun saß sie hier in ihrer kargen DACHKAMMER, meinte durch das Medaillon hindurch den Herzschlag ihres Liebsten neben dem ihren zu fühlen und starrte hinaus aufs Sturm umtoste Meer, das ihr vermischt mit dem heftigen Trommeln der REGENtropfen auf die Fensterluke, ein beängstigendes Lied sang. "NACHTFALTER" lautete der Name des Seglers auf dem er angeheuert hatte, ein Name der ihr kein Vertrauen einflößte. "Adler" oder "Meeresengel" hätten ihr mehr Zuversicht gegeben. Sie kniete sich vor ihr schmales Bett und begann zu beten, für ihre Liebe, seine sichere Heimkehr und für sich selbst. Dann mit einem - ohrenbetäubenden Donnerschlag, einem alles erhellenden Blitz - verstummte der Sturm. Und auch der Herzschlagrhythmus den sie aus dem Kleinod zu vernehmen geglaubt hatte...
 

4.
A,
„ Hier ist MEDA I.LLON, bitte hör mir zu! Denn dieses Mal ist Reden Gold!!“ Rita erkannte die Stimme am Telefon sofort und tat wie ihr geheißen. „Er sagte dir, er wäre länger im Büro heute“, fuhr die Stimme fort, „ doch glaub mir, er ist AUF BRUCH. Seine Augen würden dich an edles Teak erinnern, doch lass mich dir sagen, auch in seinem Kopf ist nichts als EBEN HOLZ! Tischt dir Märchen auf- und lebt mit… na, du weißt schon - unter einem DACH! KAMMERflimmern bekomme ich davon, wenn ich an all das denke!  REGENerieren, kann ich da erst, wenn ich sicher bin, du- ja du trittst ihn endlich in die Tonne, schaust hin und sagst Gute NACHT, FALT! ER…“ „ Er heißt, Falk, nicht Falt“, unterbrach Rita nun. „Wie auch immer, er ist es nicht dein Schlüssel zum Glück und ich hoffe du hast kapiert...“, mit diesen Worten legte der Anrufer auf. Rita hatte alles verstanden! Ihnen, lieber Leser erkläre ich es hier unten!

B.           
Rita stellte das Telefon lächelnd zurück auf die Ladestation. Sie war erleichtert, sie hatte sich schon im AUFBRUCH befunden zum Flughafen um der Heimat den Rücken zukehren, Doch dieser Anruf nahm ihr endgültig, Zukunftssorgen,die sie plagten. Denn der Anrufer hatte ihr den Weg zu großem Reichtum geebnet. Fröhlich machte sie sich auf in den Gasthof "zum NACHTFALTER" wo jener Falk die DACHKAMMER bewohnt hatte. In dem Aufsatz seines antiken EBENHOLZschreibtisches befand sich ein goldenes MEDAILLON. Doch dies enthielt keine Fotografien sondern einen kleinen Schlüssel, derart wie man sie für kleine Schmuck- oder Geldschatullen benötigt. So ausgestattet, verließ Rita den Gasthof durch die Hintertür wo die REGENtonne stand, sie galt nur noch der Zierde wurde nicht benutzt zumindest nicht um Regen aufzufangen. Vorsichtig und ein wenig vor Aufregung zitternd, hob Rita den Deckel an und nachdem sie allerlei Unrat zu tage gefördert hatte, hielt sie ein kleines, leicht verrostetes Schmuckkästlein in Händen, zu dem der Schlüssel passte. Der schillernd glitzernde Inhalt versprach ihr ein Leben ohne Geldsorgen. Egal, wie lange sie noch leben würde und sie hatte vor Gottes Welt noch lange nicht zu verlassen. "Neunzig," sagte sie so bei sich, "neunzig ist doch heutzutage kein Alter ..."
 

5
Weißt du", Sabina schüttelte ihre EBENHOLZschwarze, frisch gewaschene Haarpracht bevor sie das Schamponiermädchen trocken tupfen durfte,, "wenn du so weitermachst, kommst du vom REGEN in die Traufe, von derDACHKAMMER in der, dem NACHTFALTER das trübe Licht der Lampe die Sonne ist, die er umflattert, wie du diesen Autoren des "AUFBRUCHs“,  in.. .in eine Fischerhütte.." Lisa, an die diese wenig freundlichen Worte Gerichte waren, hörte für einen Moment auf die Farbe für die von Sabina gewünschten Platinblonden Strähnchen zu mischen und griff statt dessen an das herzförmige MEDAILLON an ihrem Hals, so wie sie es immer tat wenn sie eine Entscheidung zu fällen hatte. Das half - wie immer!
Während sie - ohne die übliche Sorgfalt, das Färbemittel in Sabinas Haaren verteilte, lächelte sie süßlich:"Du hast echt ich muss mein Leben ändern! Jemanden suchen der so reich ist wie dein Mann und mir den Himmel auf Erden schenkt - und eine Luxusvilla in der Karibik, oder so!! Ehe Sabina noch etwas erwidern konnte, fuhr Lisa fort:" Ach Du, ich hab's! Ich nehme doch am besten gleich DEINEN Mann! Er wartet auf mich am Flughafen, ich aber wollte noch einmal sehen.. um festzustellen, dass du nicht - zumindest nicht mehr gut genug bist für ihn! Ich aber schon!" Sprach's und verschwand wohin auch immer...

6.
Vielleicht", so sagte Anna sich, "vielleicht sollte ich froh sein, dass ich es trocken habe als Spitzwegs "Armer Poet" in seiner DACHKAMMER! Und ich keinen REGENschirm brauche, um mir die weiße Nässe da draußen vom Leibe zu halten!" Doch Ihr Kopf rauchte, es fiel ihr auf"EBENHOLZ" einfach kein anderer Reim ein, als "falscher Stolz" und auf "MEDAILLON" nur "wen kümmert's schon!? Dabei grübelte sie schon seit Stunden, aber alle Kreativität schien verschüttet, wie alles gerade am Erwachen gewesenes Leben der Natur unter den Schneemassen die wieder vom Himmel fielen und vor denen mindestens ein NACHTFALTER, hier bei ihren Pflanzen Zuflucht suchte. Sie griff nach dem Buch neben sich: "AUFBRUCH in die neue Welt" hieß es. Ach sie gerne würde auch sie aufbrechen, um auszubrechen. Das Telefon riss sie aus ihren trüben Gedanken,
"Anna Schatz, pack die Koffer! In fünf Stunden geht unser Flieger in die Sonne!" 
Noch eh sie antworten konnte, hatte ihr Liebster wieder aufgelegt und aus dem Radio erklang: "Wunder gibt es immer wieder ..."

7.
"Hast du je NACHTFALTER genauer betrachtet?" Amelie zeigte ihrer Mutter, die krank im Bett in ihrer DACHKAMMER lag, ein prachtvolles Exemplar, das aufgeregt in einem der alten Marmeladengläser herumschwirrte, in dem sie manchmal REGENwasser für die Schönheitspflege sammelten."Kuck doch Mami: von rosa wie die Pfirsiche sind, bis hinzu- zu EBENHOLZschwarz!" Doch die Mutter reagierte nicht. Sie lag da, die Augen geschlossen, in den bleichen Händen baumelte an einer Kette ein goldenes MEDAILLON, das - so war Amelie überzeugt -magische Kräfte hatte. Das Kind warf noch einen Blick auf die Mutter und wollte gehen. Schon im AUFBRUCH befindlich, drehte Amelie sich noch einmal um und ging wie von Zauberhand gezogen zurück zum Bett, um das Medaillon an sich zu nehmen, denn sie hatte verstanden: Mutter brauchte es nicht mehr. Sie war tot. Tot wie der Falter im Glas.

8
"Rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie EBENHOLZ", flüsterte Tilly ihrer kleinen Hannah die Geschichte von "Schneewittchen" ins Ohr. Der REGEN trommelte ein Wiegenlied an die Fensterluke der  ärmlichen DACHKAMMER, die ihr ihre Herrschaft trotz ihres Fehltrittes weiter zu bewohnen  erlaubte, wenn auch bei gekürztem Lohn und mehr Arbeit und beobachtete wie ein NACHTFALTER der Kerzenflamme zu nahe kam und verbrannte. Ein Stockwerk tiefer war geschäftiges Treiben zu hören: Schrankkoffer wurden gepackt, Kleider ausgewählt und die Wahl wieder verworfen. Alles stand im  Zeichen des AUFBRUCHs des Sohnes des Hauses für die Hochzeitsreise mit der MS Titanic. Tilly lauschte und flüsterte weiter mit ihrem Kind während sie es stillte  und es mit dem MEDAILLON, das das Bild des Vaters enthielt, spielen ließ. Das zweit wertvollste Geschenk, des Mannes, der gerade mit seiner jungen Frau das Automobil zum Hafen nahm.
 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Birgit Kleinfeld).
Der Beitrag wurde von Birgit Kleinfeld auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.10.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • birgitk0305web.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Birgit Kleinfeld als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Klares Bild: Gedankengänge eines Fernfahrers in Versform von Wilhelm Braisch



"Fünf bis sechs mal die Woche bis zu zehn Stunden auf der Autobahn, da hat man sehr viel Zeit den eigenen Gedanken nachzugehen ..." Der Autor war viele Jahre "on the Road" - und hat einige seiner Gedanken in Versform festgehalten.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Sonstige" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Birgit Kleinfeld

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Leuchtfeuer, Teil 3 von Birgit Kleinfeld (Liebesgeschichten)
autobiographisch...mein Freund Peter von Rüdiger Nazar (Sonstige)
Pilgertour XVI. von Rüdiger Nazar (Reiseberichte)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen