Aira Adler

Verheimlicht

Sie stehen sich gegenüber. Um sie herum: Menschen. Er schaut sie an. Blaue Augen. Durchdringender Blick. Sie schaut zurück, dann schnell weg. Vortäuschen in ein Gespräch vertieft zu sein. Umschauen. Vergessen.

Sie kann seinen Blick nicht ertragen. Spürt wie er sich in sie bohrt. Spürt wie Erinnerungen sich in ihr aufbäumen. Schluckt und schaut mutig zurück. Doch er schaut sie längst nicht mehr an. In der Dämmerung kann sie ihn schon fast nicht mehr erkennen. Doch sie weiß, dass er dort steht. Nur zwei Meter entfernt von ihr. Von der früheren Vertrautheit ist nichts zu spüren. Sie sind sich fremd aber hätten sich so viel zu sagen. So viel zu klären und so viel zu beredet.
Sie fragt sich wie es so weit kommen konnte. Sie wollte das nicht. Nicht so wie es nun war. Hatte sich eine andere Zukunft erhofft. Was er wollte wusste sie nicht. Zu wenig geredet.

Die anderen stehen um sie herum. Bemerken nichts von Blicken und Schweigen. Bemerken nichts von gebrochenen Herzen und der Frage, wie das passieren konnte. Dürfen es auch nicht bemerken. Niemals…

Er sagte noch es gehe ihm gut und er hätte Ablenkung. Doch was davon war wahr? Hatte er alles was sie verband so leicht vergessen können? Sein Blick sagte etwas anderes. Doch Blicke können lügen. Menschen können lügen. Unwahrheiten, Täuschungen. Immerzu.. Unwahrheiten, Täuschungen. Er verabschiedet sich von den anderen und geht. Streift im Vorbeigehen ihre Schulter. Bemerkt es wohl nicht. Will es nicht bemerken. Er schaut nicht zurück.
Wenig später nimmt sie die Hand ihres Freundes und sagt:“ Lass uns gehen. Es ist schon spät.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.11.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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