Wilhelm Westerkamp

Arme Delinquenten ?

Sie haben dieses übersteigerte Temperament, sie, die Durchstochenen aller Delinquenten. Das Illegale reizt sie verständliche Weise mehr, als mit legaler Attitüde durch das Leben zu marschieren.Denn die finstere Dunkelheit ist ihr Metier! Sie jagen und rauben, sie schlagen und prügeln, ja, auch vor Mord schrecken sie nicht zurück. Die Kriminellen im Fokus der Justiz. Die Polizei gibt sich hier als Jäger ihrer Beute jener Verbrecher. Der Straftäter muss deshalb auf der Hut sein, denn die Polizei, beauftragt durch die Strafverfolgungsbehören, spielt sie in diesem Spiel die Exekutive und es liegt an jedem Polizeibeamten selbst, mit welchem „Amtseifer“ er einem gesuchtem Straftäter begegnet. Schlechte Menschen jagt man eben gerne, die Guten lässt man erst mal gewähren. Die Gesetzestreuen, die angepassten Konformisten, die ihr Leben ausschließlich dem Guten im Leben gewidmet haben um ihr hehres Ziel zu erreichen, als gute Menschen in unserer Gesellschaft zu gelten. Ob nun gut ob schlecht, sei aber einmal dahin gestellt. Denn wenn ein Mensch nur lacht oder nur weint, dann wird wohl etwas nicht mit ihm stimmen und müsste wohl einen Therapeuten konsultieren. Auch die Kriminellen sind nicht immer traurig, wenn sie tief in der Nacht, um die Häuser ziehen, um ein mögliches Objekt auszubaldowern. Sollte der Coup nämlich gelingen und eine lukrative Beute dabei heraus springen, ist die Stimmung bei den Verbrechern euphorisch,bis beinahe leicht manisch. Also ist der Kriminelle eben nicht nur schlecht und brutal, nein, er kann auch lachen, lachen wie die anderen auch, nur sieht man ihn nicht allzu oft, da er meistens in der Dunkelheit agiert, damit er bei seinem Beutezug von der Polizei nicht erwischt werden kann.Sollte er aber in die Fänge der Polizei geraten und verhaftet werden, ist die gute Stimmung wieder dahin und das vielleicht auch für lange Zeit.
In der Haft hat schon so mancher Inhaftierter weinen müssen wie ein kleines Kind. Sich auf einer sieben bis neun Quadratmeter Zelle aufzuhalten, nur unterbrochen von einer „Arbeitstherapie“, die in der Anstalt auf nicht freiwilliger Basis angeboten wird, soll sie eine Alternative bilden, zum tristen Dasein in der Zelle, obwohl es Straftäter geben soll, die lieber auf ihrer Zelle verweilen, als sich dem anstrengendem Arbeiten hingeben zu wollen.
Die größte Freude der Inhaftierten -sicher aber nicht bei jedem-ist das tägliche Mittagessen, das um Punkt zwölf vom Personal ausgegeben wird, auch wenn es kein Essen für Gourmets ist, so ist es geschmacklich gesehen, sicher nicht unter der Menschenwürde anzusiedeln. Niemand wird im Knast ein glücklicher Mensch werden, geschweige denn von dem Lohn(Taschengeld), welches der Straftäter sich durch die Arbeitstherapie verdient hat. Aber wie kann man im Ernst glauben, das ein Inhaftierter -wenn ich es einmal platt formulieren dürfte,- ausgerechnet in einem Zuchthaus sein Glück finden könnte? Glückliche Gefangene zu haben, das ist nicht die primäre Aufgabe der Gefängnisdirektion. Nein, die Inhaftierten sollen für ihre mehr oder minder schwere Tat büßen und auch unvorstellbares Leid erfahren müssen. Die Inhaftierten, sind auch den Schließern im Knast ausgeliefert, die die Zellentüre mehrfach am Tage auf und zuschließen müssen. Sie sollten antichambrieren, wenn der Schließer ihre „Zellentüre“ mit ihrem Schüssel aufschließt, der dabei unter lautem Getöse, sich auch akustisch bemerkbar macht. Ohne Schließer jedoch, kann der Inhaftierte nicht aus seiner kargen Zelle, es sei denn es lege beim Strafgefan-genen eine ärztlicher Notfall vor, dann muss alles ganz schnell gehen!
Als Delinquent hat man nur wenig Rechte, in so einer Justitzvollzugsanstalt. Denn juristische Schreiben, beispielsweise von der hiesigen Staatsanwaltschaft, werden bis auf die Zelle gebracht. Da die meisten Strafgefangenen dies nicht lesen bzw. verstehen können,müssen sie extra ihren Rechtsanwalt benachrichtigen, der dann auf die Zelle kommt, um den Sachverhalt mit seinem Mandanten, schnellst möglich klären zu können.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.11.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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