Constanze Maria Geiger

Frühlingsgefühle

 

Frühlingsgefühle

 
Hallo ich heiße Alicia, meines Zeichens Schaf im allerbesten Alter.
Heute spüre ich, das ist ein ganz besonderer Tag! Nicht nur, dass die Sonne scheint an diesem frühlingshaften Morgen. Nein, es knistert die Luft und das habe ich in meinem Leben  noch nicht gesehen.
Tja mal sehen was der Tag so bringt. Ich fühle mich auf einmal übermütig, ich hüpfe so hoch ich es nur vermag und strecke dabei alle Viere von mir. Das sieht sicher drollig aus, doch es macht mir Riesenspass.

Ich laufe meinen Weg entlang und erreiche das erste Mal in meinem Leben das andere Ende unseres großen, eingezäunten Gartens. Oh, wie frisch doch  die Gräser hier leuchten.  Ein alter Rabe sitzt auf dem Zaunpfahl und sieht mich griesgrämig an.
Meine innere Stimme sagt, was schert dich der alte Griesgram, geh weiter es wartet noch was Tolles auf dich.

Mit meinem ganz besonderen Rhythmus und den neuen Luftsprüngen bewege ich mich den Zaun entlang. Wirklich, es duftet hier besonders herrlich. Es hatte frisch geregnet und nun sieht es aus, als zupfe die Sonne die neuen, grünen Pflänzchen geradewegs vor meinen Augen mit ihrer Wärme aus der Erde
.
Ich schwelge in Freuden und senke dabei meinen Kopf, und dann passierts, ich entdecke direkt vor meinen Augen den allerschönsten vierblättrigen Glücksklee.
Ein erfreutes Mähähä.. drückt sich aus meiner Kehle heraus. Schon bin ich still. Meine innere Stimme spricht wieder zu mir. Ja das ist dein Glücksklee, nur für dich, nicht zum teilen für Geschwister, nicht zum verschenken für die Armen, nicht zum verstecken, nicht zum aufsparen. Nein hier und jetzt ist dein Glück, du kannst es als Ganzes Verspeisen oder nach und nach die 4 Glückskleeblätter hintereinander genießen.

Ui, so was ungeheuerlich Schönes ist extra für mich gewachsen, kann das sein?

Ja sagt die innere Stimme fest. Und so beschließe ich langsam das erste Blatt behutsam mit meinen Lippen abzuzupfen. Mhm… köstlich doch was geschieht mir da noch? Ich fühle etwas Warmes  direkt um mein Herz, es jubelt laut vor Freude auf. Mähähähääääää.. entfährt es meiner Kehle wieder.

So bin ich nun gespannt auf mein zweites Kleeblättchen, sachte atme ich seinen besonderen Duft tief ein und fühle als ich es zwischen meine Lippen nehme,  als ob eine kleine Blase in meinem Kopf platzt, nicht das es weh tut, ganz so wie eine Seifenblase, die plötzlich Raum im Hirn macht für … .. Leichtigkeit und Friede. Mein Maul verzieht sich zu einem sooo breiten Grinsen, das hat die Welt noch nicht gesehen. Alica das Schaf das am weitesten grinsen kann.

Und ich fühle so viel Schönheit von außen in mich hineinströmen, der alte Rabe ist vorgeflogen. Stattdessen sitzt ein junger Buntspecht auf dem Zaun und probiert seine Klopfkünste! Wie hübsch anzusehen!

Mein Glücksklee lädt mich ein sein drittes Blatt zu vernaschen. Und so nehme ich es wieder behutsam ins Maul und kaue sehr lange daran. Die Flüssigkeit schmeckt herrlich frisch und rinnt direkt in meinen Körper, und erreicht alle meine Zellen, alles wird plötzlich hellwach. Ich schwebe!!!

Nun bin ich vollends glücklich und denke mir, was kann ein Glücksklee jetzt noch bringen? Wieder nehme ich das Blatt vorsichtig zwischen meine Zähne und …. sehe in diesem Moment meinesgleichen in männlicher Gestalt mit gütigen Augen und sanftem Schritt direkt auf mich zuschreiten.

Ohne zu Zögern, blicke ich ihm tief in die Augen und reiche gerne die Hälfte meines Klees weiter. Nun ihr müsst verstehen, dass es hier nun zu privat wird, um weiterzuerzählen.
Mähähähäääääääääääääää.
 
CMG 6.3.2013, 15.40 Uhr
 
 

 

Diese Geschichte gibt es jetzt in meinem Buch Herzgeplauder Märchen und Seelengeschichten über die Liebe und die Magie ISBN 9-783732-290475 im Verlag BOD NorderstedtConstanze Maria Geiger, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Constanze Maria Geiger).
Der Beitrag wurde von Constanze Maria Geiger auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Den Wind jagen: Haiku von Heike Gewi



Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Liebesgeschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Constanze Maria Geiger

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Der springende Punkt von Constanze Maria Geiger (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
Sprachlos von Ingrid Drewing (Liebesgeschichten)
Meine Zahnarzt Besuche von Karl-Heinz Fricke (Autobiografisches)