Irene Beddies

Mein Weihnachtsstein




"Ich bin steinreich", scherze ich immer, wenn jemand nach meinen Fossilien fragt.
Ja, ich habe eine Menge Versteinerungen aus vielen Teilen der Welt und auch einige Drusen mit Kristallen, kleine Achate, alle selbst gesammelt mit meinem Mann und selbst bestimmt.
Die Sammlung sprengt fast schon die Kapazität meiner Schränke und Schubladen, da einige der schöneren Stücke präsentiert sein wollen.

Der größte Schatz zur Winterzeit ist jedoch ein Stein, den jeder liegen gelassen hätte.
Er besteht aus schwarzgrauem Feuerstein mit einigen Flecken weißer Kalkhaut, ist abgeschliffen von Sand und Wellen. Er ist sozusagen ein Allerweltsstein, den es wohl überall im Norden auf Äckern, leeren Flächen und am Strand zu finden gibt.
Ich habe ihn in einem Weihnachtsurlaub sozusagen vor der Haustür gefunden. Er war der einzige dunkle Stein unter weißen und grauen Kieseln, die zur Abdeckung der Drainage rund um das Ferienhaus geschüttet waren.
Als ich ihn aufhob in der Hoffnung, dass das Weiße auf ein Fossil hinweisen könnte, stutzte ich.

Die Reste der weißen Schicht erzählten lebhaft eine Weihnachtsgeschichte:
Zu sehen ist auf dem länglichen Stein links ein nach oben strebendes Zugtier - ob Pferd oder Ren ist nicht klar. Es zieht einen Schlitten. Deutlich sind zwei Kufen zu erkennen. Auf dem Schlitten sitzt der Weihnachtsmann mit einer dicken Pudelmütze. Einen Arm streckt er vor, als ob er die Zügel in der Hand hält.
Rechts endet die Szene mit einer zweiten rundlichen, menschenähnlichen Figur mit etwas  auf dem Rüchen. Ein Engel?... Knecht Rupreckt?... Ein Zwerg?

Könnt ihr ermessen, welch wunderbare Traumgeschichten der Stein jedes Jahr erzählt?


(c) I. Beddies



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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.12.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Buch von Irene Beddies:

cover

In Krollebolles Reich: Märchen von Irene Beddies



Irene Beddies hat in diesem Band ihre Märchen für Jugendliche und Erwachsene zusammengestellt.
Vom Drachen Alka lesen wir, von Feen, Prinzen und Prinzessinnen, von kleinen Wesen, aber auch von Dummlingen und ganz gewöhnlichen Menschen, denen ein wunderlicher Umstand zustößt.
In fernen Ländern begegnen dem Leser Paschas und Maharadschas. Ein Rabe wird sogar zum Rockstar.
Auch der Weihnachtsmann darf in dieser Gesellschaft nicht fehlen.

Mit einer Portion Ironie, aber auch mit Mitgefühl für die Unglücklichen, Verzauberten wird erzählt.

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