Christian Scheffel

Airfighter: In Zeiten der Veränderung (Teil 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

 

Dieser Zweiteiler setzt die Ereignisse nach Konfrontation fort: es wird nun der Handlungsstrang um die Ermordung President Cavanaughs weitergeführt. Zur Hintergrundkenntnis ist zu erwähnen, dass Colonel Stevens dem Airfighter–Team signalisiert hat, dass der CIA weiterhin lieber mit dem Airfighter-Team zusammenarbeiten würde, anstatt es aus den Augen zu verlieren; außerdem hat er beiläufig Chris, Bill, Jessica und Juan das Angebot gemacht, „endgültig auszusteigen, um endlich ein normales Leben zu führen“.

Juan und Jessica haben sich ausgesprochen und beiden ist klar, dass sie wieder zusammen kommen möchten – doch Juan hat Jessica zugleich zu verstehen gegeben, dass er noch Zeit brauche, bevor er eine Entscheidung treffen könne.

Raffael hat die Verantwortung für die Taten seiner Gang übernommen und eingewilligt, eine Zeit lang ins Gefängnis zu gehen, während der Dialog zwischen den Politikern in Metro-City und der Gang richtig ins Rollen kommt.

Zum Ende dieser Storyline hin deckt das Airfighter-Team endlich auf, wer hinter den Anschlägen auf Washington und Green-Stone-Town steckt und wer President Cavanaugh ermordet hat – doch als Chris, Bill, Jessica und Juan dies alles endlich herausgefunden haben, scheint dies zugleich ihr unausweichlicher Untergang zu sein, und nach einem desaströsen Kampf zu Luft und zu Lande, der alle bis an ihre Grenzen bringt, führt schließlich kein Weg mehr an der Hinrichtung des Airfighter-Teams vorbei...

 

 

 

 

 

 

 

In Zeiten der Veränderung (Teil 2)




 

  • 1 –

  •  

Die Schwadron von programmierten Zerstörern schießt genau auf Airfighter zu: an den metallenen Stachelkugeln blinken rote Lichter durch die Nacht, die signalisieren, dass die Zerstörer detonationsscharf sind.

 

Im Airfighter-Cockpit erscheint auf Monitor_1 die Statusanzeige

MALFUNCTION

Bill: „Die Waffensysteme fallen aus, Chris!”

Chris blickt durch die Cockpitscheibe hindurch auf die auf sie zu schießenden Zerstörer.

Chris: „Abfang-Dummies abfeuern!”

Bill gibt den Befehl in seine Steuerkonsole ein — doch nichts geschieht.

Bill: „Negativ, Chris!”

Durch die Cockpitscheibe hindurch scheinen die Stachelkugeln bereits greifbar zu sein.

 

In Außenansicht driftet im Hintergrund die kuppelartige Airfighter-Basis zunehmend ab, während im Vordergrund das spinnenartige Flugschiff eine weitere Sequenz von gepulsten Energieschocklaserstößen abfeuert.

 

Bill: „Ein erneuter Beschuss durch das Flugschiff!”

Durch die Cockpitscheibe ist zu sehen, wie die Energieschocklaserpulsfolge die programmierten Zerstörer überholt und jeden Moment in Airfighter einschlagen muss.

Chris: „Triebwerke abschalten, sofort!”

Augenblicklich stürzt Airfighter in den freien Fall, und die Energieschocklaserpulsfolge schießt haarscharf über ihn hinweg und schlägt stattdessen, die nächtliche Ansicht erhellend, in den Berg ein, auf dem sich der ehemalige Truppenübungsplatz befindet: eine kleine Lawine wird ausgelöst.

Die Schwadron aus programmierten Zerstörern ändert ihren Vernichtungskurs und schießt weiterhin unerbittlich auf den in die Tiefe stürzenden Airfighter zu.

 

In der Computerzentrale der Airfighter-Basis hat der Luftstrom nachgelassen, und Jessica kämpft sich zur offenen Luftschleuse.

Draußen klammert sich Juan mit aller Kraft neben der Luftschleuse am Außenpanzer der Basis fest. Gleichzeitig driftet die Basis immer weiter ab.

Jessica brüllt gegen den Wind an: „Juan, halt dich fest!”

Juan brüllt zurück:

„Bring uns wieder auf Position, Jessie — sonst stürzen wir mit der ganzen Basis ab!”

Juan zieht sich mit enormem Kraftaufwand wieder in die Luftschleuse zurück.

Jessica, weiter oben: „Okay!”

 

Im freien Fall werden Bill und Chris im Airfighter-Cockpit in ihre Sitze gepresst.

Bill: „Ich kann die Triebwerke nicht reaktivieren!”

Chris sieht auf Monitor_2, wie die programmierten Zerstörer jeden Moment in Airfighters Heck einschlagen.

Chris: „Vergiss es — die Zerstörer blockieren sämtliche unserer Bordsysteme!”

Chris dreht sich nach hinten zu Bill: „Übernimm du, ich reaktiviere das Triebwerk manuell!”

Bill: „Was?!”

In dieser Sekunde hebt Chris schon die hermetische Verriegelung des Cockpits auf, und durch den rapiden Druckabfall gefrieren Bills und Chris´ Helmvisiere vorübergehend. Dann öffnet Chris mitten im Fall das Cockpit, löst seinen Sicherheitsgurt und klettert nach draußen zum rechten Triebwerk Airfighters. Bill hat die Flugkontrollsysteme bereits auf sein Terminal umgeschaltet und verfolgt gebannt Chris´ Klettertour. Chris sieht von hinten die programmierten Zerstörer im Scheinwerferlicht heran schießen, und Bill sieht von vorn das Truppenübungsgelände heranwachsen. Da lässt sich Chris im gewaltigen Luftstrom das letzte Stück zum rechten Triebwerk hin gleiten, aktiviert reaktionsschnell an seinem Watchcomm den Spannungsgenerator und hält diesen gegen das Triebwerk.

Das Display des Watchcomms zeigt an: HIGH VOLTAGE IMPULSE,

als schon ein starker Elektroimpuls das Triebwerk reaktiviert.

Chris wirft sich auf das Triebwerk und klammert sich krampfhaft fest, während Bill erneut fest in seinen Sitz gepresst wird: Unter dem starken Antriebsschub des reaktivierten rechten Triebwerkes bremst Airfighter seinen Sturzflug derart ab, dass er wie bei einem scheinbaren Abprall in einer rasendschnellen Drehung um den Berg mit dem Truppenübungsgelände herum katapultiert wird. Die programmierten Zerstörer dagegen schlagen allesamt unter donnernden Explosionsbällen unmittelbar nacheinander in das Truppenübungsgelände ein.

 

Jessica versucht vergeblich, die Airfighter-Basis wieder unter Kontrolle zu bringen.

Jessica, fluchend: „Irgendein Programm hat die Kontrolle übernommen!”

 

Unten in der Luftschleuse hört Juan Jessica über Watchcomm:

„Verdammt, ich bekomme die Waffensysteme nicht wieder online!”

Juan ruft gegen den Wind an: „Dann wirf mir ein Energieschocklasergewehr ´runter, Jessie!”

 

In der Computerzentrale entnimmt Jessica ein Energieschocklasergewehr aus dem Waffenschrank und wirft es Juan durch den Aufzugschacht nach unten zu.

Hier fängt Juan das Gewehr auf, und indem er sich mit dem anderen Arm weiterhin in der Schleuse festklammert, schwingt er sich in die andere Richtung und eröffnet das weit gefächerte Energieschocklaserfeuer auf die feindliche Flugmaschine: Ein Großteil des Energieschocklaserstrahles wird an deren Störfeld entkohäriert, aber zumindest ein paar leichte Einschläge in den Außenpanzer der spinnenartigen Maschine sind zu verzeichnen.

 

In dieser Sekunde startet vom großen Landefeld der Airforce in G.S.T.-City eine Kampfstaffel, deren Flugjäger zum Angriffskurs auf das feindliche Flugschiff ansetzen.

 

Juan, angestrengt grinsend: „Gut, dass wir unsere eigenen Regeln aufgestellt haben!”

 

Im Cockpit des sich an der Spitze des Geschwaders befindlichen Airforcejägers sitzt Ned Burton:

„Haltet durch, Leute — jetzt kommt das Reserve-Team ins Spiel!”

 

In der Computerzentrale ist im Hintergrund durch die Panzerglassichtscheibe zu sehen, wie Neds Geschwader das große Flugschiff unter Beschuss nimmt, während im Vordergrund Jessica erkennt, dass sie keine Chance hat, die Basis wieder unter Kontrolle zu bringen, bevor sie komplett abdriftet.

 

Unten in der Luftschleuse hört Juan Jessica erneut über Watchcomm:

„Ich sehe nur noch eine Chance, Juan: einen kompletten Systemneustart.”

Juan, laut gegen den Wind und den Schusslärm:

„Vergiss es — bis die Kontrollen wieder hochgefahren sind und du die Basis wieder unter Kontrolle gebracht hast, sind wir längst abgestürzt!”

 

In der Computerzentrale schlägt Jessica mit der Faust auf den Metalltisch:

„Genau das ist unser Problem, Juan!”

 

Juans Blick erfasst gerade das große Haupttriebwerk auf der Unterseite der Airfighter-Basis.

Juan: „Warte, Jessie – ich hab da eine Idee!”

Juan kneift seine Augen zusammen:

„Wie hoch bringt uns eine volle Schubzündung aus dem Haupttriebwerk?”

 

Jessica blickt in der Computerzentrale abrupt auf: „Mit Sicherheit bis in die obere Atmosphäre.”

 

Juan: „Mehr wollte ich doch gar nicht hören. Mach dich bereit, auf mein Zeichen hin das Hauptsystem neu zu starten!”

 

Jessica gibt den vorbereitenden Befehl in ein Terminal ein:

„Ich hoffe, du weißt, was du vorhast, Juan.”

 

Juan grinst erneut, indem er mit aller Kraft zurück in die Luftschleuse klettert:

„Zumindest glaube ich das, Jessie.”

Juan stellt sein Energieschocklasergewehr neu ein: niedrigste Energiestufe, dafür aber in genau einen Brennpunkt gebündelt.

 

In Außenansicht ist zu sehen, wie die Airfighter-Basis immer weiter abdriftet.

 

Juan zielt von der Schleuse aus auf die Energiezuleitung des Haupttriebwerkes:

„Achtung, Jessie — halt dich fest!”

 

In der Computerzentrale hat Jessica vor der großen Kontrollwand auf einem Metallsitz Platz genommen, auf dem sie gerade automatisch festgeschnallt wird.

 

Jetzt feuert Juan seinen Energieschocklaser genau auf die Energiezuleitung ab, und sogleich wird das Haupttriebwerk reaktiviert und startet durch.

Reaktionsschnell schlägt Juan mit seinem Ellenbogen gegen die manuelle Kontrolle für die Luftschleuse, so dass diese wieder hermetisch abgeschlossen wird.

 

In Außenansicht ist zu sehen, wie die Airfighter-Basis unter dem gewaltigen Gegenschub ihres Haupttriebwerkes jetzt wieder senkrecht nach oben startet und schnell an Höhe gewinnt.

 

In der Luftschleuse ruft Juan durch den Aufzugschacht nach oben: „Jetzt, Jessie!”

 

In der Computerzentrale initiiert Jessica sogleich den Systemneustart für den Hauptcomputer der Airfighter-Basis: alles wird dunkel, und sämtliche elektronischen Geräusche verstummen augenblicklich. Wie gebannt warten Jessica, in ihren Sitz gepresst, und Juan, auf den Boden des Aufzugschachtes gepresst, das Verstreichen der ihnen wie Stunden erscheinenden nächsten zwei Sekunden ab, bis das System wieder hochfährt und die elektronischen Einrichtungen wieder mit Energie versorgt werden.

Erleichtert atmet Jessica auf, indem sie über die Schulter ruft:

„Es hat geklappt, Juan! Bist du okay?”

Unten im Aufzugschacht blickt Juan ein wenig mitgenommen auf:

„Ja, ja — ich fühle mich gerade nur etwas heruntergekommen.”

Oben grinst Jessica vor den zahlreichen Computerkontrollen: „Das System muss sich noch ein paar Minuten rekonfigurieren, aber dann erlangen wir endlich die Kontrolle wieder.”

Juan, der sich allmählich aufrappelt: „Perfekt — so muss das laufen!”

 

Langsam lässt die Schubkraft aus dem Haupttriebwerk nach, und die Airfighter-Basis fliegt zunehmend langsamer in die Höhe: sie befindet sich bereits in den oberen Atmosphärenschichten, so dass die runde Form der Erdoberfläche bereits erkennbar ist.

 

Das von Ned angeführte Airforce-Geschwader donnert genau auf das spinnenartige Flugschiff zu und nimmt dieses unter vollen Beschuss, als erneut programmierte Zerstörer gestartet werden.

Ned: „Verdammt — die Dinger zerstören uns, bevor wir das Flugschiff erreichen können. Abdrehen, Jungs!”

In halsbrecherischen Manövern und unter mörderischem Gegenschub weichen die Airforce-Jäger in verschiedene Richtungen dem Flugschiff aus, auf das sie bis gerade noch zugeschossen sind. Doch ein paar Flugzeuge werden bereits von den programmierten Zerstörern in donnernden Explosionsbällen vernichtet.

 

Bill reicht Chris die Hand, indem dieser zurück ins Airfighter-Cockpit klettert. Kaum sitzt Chris wieder in seinem Pilotensitz und hat sich die Cockpitscheibe geschlossen, da wird ein weiteres Sensorenecho auf der taktischen Kontrolle, die auf Monitor_2 geschaltet ist, angezeigt.

Augenblicklich reagieren Bill und Chris und sehen in die angezeigte Richtung nach oben.

Airfighter: „Ein weiteres Flugobjekt startet vom Mutterschiff aus.”

Chris: „Vergrößern, Airfighter!”

Auf die Cockpitscheibe wird ein vergrößertes Bild des startenden Objektes projiziert: es handelt sich um einen schwarzen, dick gepanzerten Hyperschalljäger. Die durch Airfighters Scanabtastung erhaltene taktische Analyse des Jägers wird zeitgleich auf Monitor_1 angezeigt.

Airfighter ergänzt: „Er verfügt über automatische und Hochenergiegeschütze.”

Bill: „Ich gehe mal davon aus, der ist für uns bestimmt.”

Airfighter: „Positiv: er schlägt eine Flugbahn ein, die unsere kreuzen wird.”

Chris: „Dann bereiten wir mal den Empfang vor!”

 

In Außenansicht ist zu sehen, wie sich der schwarze Jäger mit rasender Geschwindigkeit in Airfighters Flugbahn stürzt, während weiter oben Neds Geschwader beginnt, sich neu zu formieren: Im Zentrum des Kampfgeschehens schwebt das bedrohliche spinnenartige Flugschiff, das in diesem Moment eine weitere gepulste Energieschocklasersequenz abfeuert. Außerdem geht am Horizont mittlerweile die Sonne auf und überblendet nach und nach die Dunkelheit der Nacht.

Bill und Chris sehen die Energieschocklasersequenz noch, werden jedoch in derselben Sekunde durch den feindlichen Jäger ins brutale Kreuzfeuer genommen.

Bill: „So können wir die Energieschocklasersequenz nicht aufhalten, Chris!”

In Airfighters Störfeld schlagen die ersten Beschüsse durch den Jäger mit brutaler Energiewucht ein.

Reaktionsschnell fasst Chris den schweren, aber taktisch korrekten Entschluss:

„Ausweichmanöver auf Kursvektor 2-7-9 und dann Angriffsmanöver Gamma!”

Bill, mit betroffenem Blick: „Aye, Commander.”

 

Im Vordergrund der Ansicht weicht Airfighter dem ununterbrochenen Beschuss des Flugjägers knapp aus, indem im Hintergrund die gepulste Energieschocklasersequenz in die Tiefe schießt und dort in einen der beiden noch verbliebenen Panzer einschlägt: Indem eine gewaltige Flammen speiende Explosion in die Größe wächst, dreht Airfighter im Hintergrund in einem scharfen Wendemanöver und bei rasender Geschwindigkeit um 180° und schießt jetzt auf den Flugjäger zu.

 

Chris und Bill schließen gerade ihre dunklen Helmvisiere, um sich die taktischen Anzeigen direkt darauf projizieren zu lassen.

Chris: „Jetzt schicken wir den Mistkerl zur Hölle!”

In Chris´ dunklem Visier spiegelt sich der Anblick des rasendschnell heranwachsenden Flugjägers wider.

 

Vor dem Hintergrund der aufgehenden Sonne schießen beide Flugzeuge unter vollem gegenseitigem Beschuss aufeinander zu und rasen dann Bug an Bug dicht aneinander vorbei, um anschließend sofort zu einem scharfen Wendemanöver anzusetzen. Dann stürzen beide Flugzeuge erneut aufeinander zu, fliegen jetzt allerdings jeweils auf einer Kreisbahn um einen gemeinsamen Mittelpunkt, durch den hindurch sie sich gegenseitig ununterbrochen unter Energiebeschuss nehmen. Wie in einem imaginären Schraubengewinde nehmen beide Flugzeuge den Kreisradius zunehmend enger, so dass sie einander auf ihren Flugbahnen immer mehr annähern. Dann, als sie in der nächsten Sekunde kollidieren müssten, ziehen beide Flugzeuge abrupt und scharf nach hinten weg, so dass sie plötzlich rasendschnell auseinander fliegen.

 

Bill: „Verdammt — der ist gut!”

Chris, verbissen: „Wir kriegen ihn.”

 

Erneut wenden beide Flugzeuge scharf und fegen diesmal auf jeweils einem halbrunden Kurs aneinander vorbei, um sich gegenseitig einer vollen Energiebreitseite auszusetzen.

 

Bill: „Er scheint jedes unserer Manöver vorauszuahnen!”

Chris: „Er checkt seine Sensorwerte und passt seine Manöver blitzschnell an.”

 

Ihre halbrunde Flugbahn wieder verlassend, schießen beide Flugzeuge in einem Loopingmanöver erneut aufeinander zu und unter vollem Beschuss dicht aneinander vorbei.

 

Chris: „Okay, dann machen wir jetzt mal was Extravagantes!”

Bill: „Das heißt nichts Gutes — so, wie ich dich kenne.”

 

Die beiden Flugzeuge setzen erneuten Angriffskurs aufeinander.

Gleichzeitig hat sich Neds Fluggeschwader weiter oben erneut zum Angriff auf das spinnenartige Flugschiff formiert.

 

Ned: „Alle Waffen auf Zielobjekt und feuern!”

 

Das gesamte herandonnernde Geschwader eröffnet das Dauerfeuer auf das große Flugschiff, aus dem bereits weitere programmierte Zerstörer nach draußen starten.

 

Airfighter schießt genau auf den schwarzen Jäger zu, indem er und der Jäger sich gegenseitig ununterbrochen beschießen. Schließlich zieht Airfighter abrupt nach rechts weg, so dass erst jetzt zu erkennen ist, dass er die ganze Zeit über Treibstoff abgelassen hat, der eine dünne, langgezogene Wolke bildet, die Airfighters vorheriger Flugbahn entspricht: der feindliche Jäger fliegt mitten hinein.

 

Chris: „Achtergeschosse Feuer!”

Bill aktiviert die Geschütze und kneift seine Augen unwillkürlich zusammen.

 

Der schwarze Jäger setzt noch zu einer scharfen Kursänderung an, als die von Airfighter abgefeuerten Energieschocklaserstrahlen auf die Treibstoffwolke treffen und diese in ihrer vollen Länge in eine lodernde und rußende Feuerstraße am freien Himmel verwandeln.

Indem Airfighter in einer langgezogenen Wende zum Rückflug ansetzt, schießt das spinnenartige Flugschiff weiter oben im Hintergrund einen gleißend blauen, hochgeladenen Energiestrahl ab, der unter Funkenspeien in Airfighter einschlägt.

 

Airfighter: „Sytemüberladung — Totalausfall erfolgt!”

Bill: „Ich verliere die Flugkontrolle, Chris!”

Chris: „Notlandung einleiten!”

Bill: „Keine Bestätigung mehr!”

Chris: „Wir machen's blind!”

 

Im Zentrum des Geschehens befindet sich der schwarze Jäger, der, während er durch die brennende Treibstoffwolke hindurch rast, Stück für Stück in einer donnernden Explosion auseinandergerissen wird und dabei eine trichterartig anwachsende Flammenwand hinter sich her zieht, die mit den Flammen der brennenden Treibstoffwolke in Form spiraliger Turbulenzen verwirbelt. Gleichzeitig stürzt im Vordergrund Airfighter, von Starkstromblitzen durchzuckt, in die Tiefe ab, während im Hintergrund das hoch oben patrouillierende spinnenartige Flugschiff eine weitere gepulste Energieschocklasersequenz abfeuert, und weitere Flugjäger aus Neds Geschwader von den programmierten Zerstörern in donnernden Glutbällen zerfetzt werden. Das apokalyptische Szenario vervollkommnend, schlägt die gepulste Energieschocklasersequenz unten in den dritten und letzten noch verbliebenen kleinen Panzer auf seinem Weg nach oben zum Truppenübungsgelände ein und vernichtet diesen in einer in die Ohren einschlagenden Detonation, aus der nur noch lodernde Trümmerbrocken geschleudert werden.

 

Noch knapp können Bill und Chris schräg nach hinten durch die Cockpitscheibe beobachten, wie sich einer der von Marshal Stevens im Hologramm vorgestellten Robotpiloten, mit einem Fallschirm ausgerüstet, aus dem explodierenden schwarzen Flugjäger herauskatapultiert, als im von Blitzen durchzuckten Airfighter-Cockpit sämtliche Systeme ausfallen und sich in rasendem Sturzflug das große Truppenübungsgelände nähert.

Bill und Chris wechseln noch einen kurzen verkrampften Blick miteinander, dann schlägt Airfighter auf und rast ungebremst durch das Gelände, indem er eine tiefe und rauchende Schneise der Verwüstung hinter sich her zieht.

 

  • 2 –

  •  

Der abgestürzte Airfighter liegt, zum Teil unter Erde und Ästen begraben, am Ende einer langen Schneise der totalen Verwüstung, die sich einmal längs über den gesamten ehemaligen Truppenübungsplatz zieht: überall steigen noch Rauch und Staub auf.

Das Airfighter-Cockpit wird mit einem dumpfen Schlag aufgesprengt, und Chris und Bill klettern heraus: beide haben ein paar Schrammen abgekommen und stehen etwas wackelig auf den Beinen, aber alles in allem haben sie den Absturz heil überstanden. Um sie herum steigen vereinzelt noch dünne Nebelschwaden aus dem Grün in die frische Morgenluft.

Chris: „Diagnose, Airfighter!”

Airfighter: „Das Ergebnis meiner automatischen Selbstüberprüfung zeigt keine großen Schäden an den Primärsystemen, allerdings ist eine Reihe von Schaltkreisen durchgebrannt, und die Sekundärsysteme für Navigation, Waffen und Kommunikation sind beschädigt.”

Chris: „Kriegt dein automatisches Reparaturprogramm das in den Griff?”

Airfighter: „Zumindest provisorisch, so dass wir immerhin wieder starten könnten.”

Bill blickt hoch zum morgendlichen blauen Himmel: In großer Höhe ist nach wie vor das spinnenartige Flugschiff zu sehen sowie weitere Explosionsbälle in dessen Umgebung, die von gerade vernichteten Airforce-Jägern herrühren müssen.

Bill wechselt einen Blick mit Chris.

Chris: „Airfighter, hast du noch orten können, wo der Robotpilot gelandet ist?”

Airfighter: „Negativ, Chris — aber die Anpeilung seiner Richtung während des Absprunges lässt darauf schließen, dass er in unmittelbarer Nähe gelandet sein muss.”

Bill: „Wie war das noch? Er wird auf die Terminierung des als Feind identifizierten Zieles programmiert und stellt seine Aktivität erst ein, wenn er diesen Auftrag erfüllt hat.”

Chris: „Wir hatten schon schlechtere Karten.”

Bill: „Nenne mir ein Beispiel!”

Chris: „Sobald mir eines eingefallen ist — aber immerhin habe ich seine Baupläne in meinen Watchcomm überspielt.”

Da zischt ein Energiestrahl durch die Sicht und schlägt unweit neben Bill ins Unterholz ein, das sofort lichterloh zu brennen beginnt.

Bill: „Scheiße — soviel zu unseren Karten!”

Sogleich springen Bill und Chris in Deckung.

Chris: „Airfighter, funktioniert wenigstens dein Störfeld noch?”

Airfighter: „Positiv.”

Chris: „Aktiviere es — Bill und ich locken den Robotpiloten von hier weg.”

Bill: „Wollen wir nur hoffen, dass wir seine Ziele sind!”

Für einen Moment denken Bill und Chris über die Ironie in Bills Worten nach, als schon der nächste zischende Energiestrahl zwischen den beiden ins Unterholz einschlägt.

Chris gibt Bill Zeichen, und beide rennen in verschiedene Richtungen auseinander: jeder trägt ein Energieschocklasergewehr mit sich, das sie zuvor aus dem Cockpit mitgenommen haben. Hinter jedem von beiden schlägt eine ganze Salve aus Energiestößen ein, die nach und nach jeweils eine ganze Flammenwand auflodern lässt. Jetzt ist der Robotpilot zu sehen, der auf einer kleinen Anhöhe steht und seine beiden Arme mit den Energiestrahlern daran jeweils auf Bill beziehungsweise Chris ausgerichtet hat und beide synchron unter Dauerbeschuss nimmt. Dabei geht der schwarze Metallkiller Schritt für Schritt nach vorn, um permanent bestmögliches Schussfeld zu haben, und besteigt auf diese Weise jetzt freihändig einen kleineren Felsbrocken, so dass er von dieser Höhe aus jetzt freie Sicht auf Bill und Chris hat. Inmitten der ununterbrochen um ihn herum ins Unterholz hinein brennenden Energiestrahlen wirft sich Chris auf den Rücken und eröffnet das Energieschocklaserfeuer zurück auf den Robotpiloten. Gleichzeitig rollt sich Bill auf dem Boden ab und eröffnet ebenfalls das Energieschocklaserfeuer: beide Laserstrahlen kreuzen sich genau auf der Position des Felsbrockens, auf dem der feuernde Robotpilot steht. Innerhalb von Sekundenbruchteilen glüht der Felsbrocken an dieser Stelle auf und zerbirst vollständig: der Robotpilot stürzt nach hinten weg.

Sofort steht Chris wieder auf und blickt zu Bill hinüber: „Bist du okay?”

Bill winkt als Bestätigung zurück.

Beide treffen sich inmitten des großen, aber sehr unebenen und immer wieder von Felsbrocken oder Steinplatten übersäten Truppenübungsgeländes: überall wuchern die Pflanzen wild über alte, abgerissene Gebäudemauern; unmittelbar hinter Bill und Chris liegt eine große, flache Felsplatte inmitten des hohen Grases. Da steht der schwarze Robotpilot wieder auf, indem er in einem unheilvollen Anblick reglos in einer monotonen, aber zielstrebigen Bewegung zwischen den überwucherten Steinbrocken wieder auf die Beine kommt. Sogleich feuert er aus beiden Waffenfortsätzen an seinen Armen Energiestrahlen ab, die genau auf Bill und Chris zu schießen. Die beiden springen reaktionsschnell auseinander, indem sich die Energiestrahlen genau dort kreuzen, wo Bill und Chris gerade noch gestanden haben: Beim Aufeinandertreffen setzen die Energiestrahlen so viel Energie frei, dass infolge einer gleißenden Explosion ein weiterer Brandherd auflodert und durch den Energieschockstoß die große Felsplatte weiter hinten erfasst und wie eine riesige Frisbee-Scheibe durch die Luft geschmettert wird. Auf dem Boden rollen sich Bill und Chris ab und bringen sich hinter weiteren Steinbrocken in vorübergehende Sicherheit, um direkt wieder das Laserfeuer zu eröffnen. Die Strahlen schießen genau auf den Robotpiloten zu: doch, als sie ihn treffen müssten, werden sie plötzlich unter hellem Aufglühen in alle Richtungen abgelenkt und verlieren hierbei ihre Energieinhärenz.

Bill ruft Chris zu: „Er verfügt auch noch über ein Körperstörfeld!”

Chris: „Na Klasse — es steht diesmal aber auch wirklich alles gegen uns!”

Schon im nächsten Augenblick werden die Steinbrocken, hinter denen Bill und Chris Deckung gefunden haben, unter dem Energiebeschuss durch den Robotpiloten gesprengt, und Bill und Chris werden nach hinten geschmettert. Auf dem Rücken liegend, springen beide sofort in den Stand zurück und nehmen von ihren unterschiedlichen Positionen aus den Robotpiloten unter Dauer-Laserbeschuss, indem sie quer über das Truppenübungsgelände zu einer überwucherten Gebäuderuine rennen: dort angekommen, springen Bill und Chris inmitten des Dauerbeschusses durch den Robotpiloten in gewaltigen Sätzen in das verfallene Bauwerk hinein. Hier lehnen sich Bill und Chris mit dem Rücken gegen die alte Mauer und eröffnen blind nach hinten das Feuer. Unter vollem Laserbeschuss stampft der Robotpilot unaufhaltsam weiter auf die Ruine zu, indem die Energiestrahlen an seinem Körperstörfeld abgelenkt werden. Der schwarze Metallkiller kalibriert die Energiestrahler an seinen Armen neu. Als infolgedessen der Beschuss durch den Robotpiloten für einen Moment aussetzt und stattdessen ein hoher Summton zu hören ist, blicken Bill und Chris einander auf der anderen Seite der Mauer, Böses ahnend, an. Beide haben denselben Gedanken und springen auf, um mit einem gewaltigen Satz in vollem Laufe nach beiden Seiten weg aus der Ruine zu springen, als der Robotpilot schon aus beiden Strahlern gleichzeitig eine geballte Energieladung abfeuert, die beide donnernd in die Ruine einschlagen und diese augenblicklich in einer gewaltigen Explosion restlos zerfetzen. Bill und Chris überschlagen sich jeweils noch mehrfach, bevor sie irgendwo im Gebüsch an verschiedenen Stellen durch das Gestrüpp aufgefangen werden. Der Robotpilot schreitet unaufhaltsam auf die rauchende und zum Teil brennende Ruine zu, wobei er seine Energiestrahler erneut kalibriert. An gegenüberliegenden Stellen im Gebüsch rappeln sich Chris und Bill allmählich wieder auf, als der Robotpilot, im Zentrum der rauchenden Ruine angelangt, beide erneut ins Visier nimmt: in zwei verschiedene Richtungen eröffnet er gleichzeitig das Dauerfeuer aus seinen Energiestrahlern. Bill und Chris stürzen sich jeder querfeldein durch das Gestrüpp, als jeder von ihnen anscheinend einen Treffer erleidet: Bill wird plötzlich brutal einige Meter weit weg ins Gebüsch geschleudert, und auf der anderen Seite der rauchenden Ruine wird Chris ebenso brutal zur Seite weg gefegt, indem etwas Blut spritzt.

 

  • 3 –

  •  

Ned und die verbliebenen Jäger seines Geschwaders formieren sich gerade neu.

„Diese Zerstörer blockieren unsere Sensoren und setzen uns außer Gefecht, bevor wir eine Chance haben, die Flugmaschine bombardieren zu können, Ned!”

Ned: „Hört zu, Leute — neue Formation: wir machen's so, dass immer jemand zur Stelle ist, wenn einer von uns durch die Zerstörer die Kontrolle über seine Maschine verliert. Auf diese Weise können wir die Zerstörer abschießen, bevor sie einschlagen!”

„Verstanden, Commander.”

Ned: „Neuformation beginnen!”

Die Airforce-Jäger donnern in gekonnten Manövern vor dem Hintergrund des blauen Himmels unweit der großen spinnenartigen Flugmaschine aneinander vorbei.

 

Vor dem Hintergrund des Sternenhimmels schwebt die Airfighter-Basis in den oberen Atmosphärenschichten der Erde.

Jessica betrachtet die Anzeigen auf der großen elektronischen Kontrollwand:

„Dieses Programm, das unser System übernommen hatte, muss schon etwas länger in den Datenbänken gewesen sein. Aber es ist wohl erst innerhalb der letzten 12 Stunden aktiviert worden.”

Juan blickt Jessica genau in die Augen: „Es ist seitdem nur eine Person in Kontakt mit dem Computer gekommen, die nicht zum Airfighter-Team gehört!”

Jessica erwidert Juans Blick der unguten Bestätigung.

Dann besinnt sich Jessica wieder auf die Statusanzeigen:

„Der Computer benötigt immer noch etwas Zeit, bis alle Systeme wieder online sind und fehlerfrei arbeiten — erst dann können wir den anderen wieder zur Unterstützung kommen.”

Juan: „Hoffen wir, das wir bis dahin noch nicht zu spät sind!”

 

  • 4 –

  •  

Wie eine gnadenlose und absolut emotionslose Killermaschine stampft der Robotpilot unaufhaltsam weiter durch das Gestrüpp auf dem Truppenübungsgelände: die Waffenfortsätze an seinen Armen in stetiger Schussbereitschaft. Unweit neben dem Robotpiloten lehnt Chris mit dem Rücken gegen einen Felsbrocken und wartet ab, wie der Robotpilot auf der anderen Seite vorbei geht: eine Stelle am Ärmel von Chris´ Uniform weist einen roten Blutflecken auf. Bill liegt auf der anderen Seite des Robotpiloten inmitten des Gestrüpps flach auf dem Boden. Von einem Augenblick zum nächsten und ohne jegliche Vorwarnung springen Chris und Bill aus ihrer Deckung hervor und eröffnen von links und rechts gleichzeitig das Dauerfeuer auf den Robotpiloten. Reaktionsschnell richtet der schwarze Metallkiller seine Waffenarme nach links und rechts, indem die Energieschocklaserstrahlen gleißend an seinem Körperstörfeld entkohäriert werden, und erwidert das Dauerfeuer. Unter vollem Beschuss und selbst ohne Unterbrechung schießend, weichen Bill und Chris Schritt für Schritt zur Seite, bis der Robotpilot nach einer erneuten Rekalibrierung seiner Waffenfortsätze auf beide jeweils eine so gebündelte Energieladung abfeuert, dass beide infolge der explodierenden Einschläge durch die Luft weg katapultiert werden und sich dabei noch mehrfach überschlagen.

 

In einiger Entfernung steht Airfighter nach wie vor am Ende des Absturzgrabens, als in dieser Sekunde einige Anzeigen in seinem Cockpit wieder zu leuchten beginnen.

Airfighter aktiviert die Watchcomm-Funkfrequenz zu Chris und Bill:

„Chris, Bill, meine Waffen- und Verteidigungssysteme sind wieder funktionsfähig.”

 

Zwar noch ihre Knochen sortierend, blicken die gerade erst weg geschleuderten Bill und Chris abrupt auf.

Chris betätigt seinen Watchcomm: „Lass mir zwei Schockstoß-Plasmakonverter zukommen, Airfighter! Bill, fang meinen Energieschocklaser auf!”

 

Offensichtlich seine Umgebung gründlich scannend, steht der Robotpilot umgeben von rauchenden Feuerherden und hält seine todbringenden Waffenarme schussbereit. Da fliegt im hohen Bogen über ihn Chris´ Energieschocklasergewehr hinweg, das Bill auf der anderen Seite des Truppenübungsplatzes auffängt, während zugleich aus dem Airfighter-Cockpit zwei Schockstoß-Plasmakonverter im hohen Bogen durch die Luft katapultiert werden, die Chris auffängt. Sogleich feuert der Robotpilot erneut in beide Richtungen, als Bill, mit beiden Energieschocklasergewehren bewaffnet und aus beiden ununterbrochen feuernd, auf den Piloten zu kommt. Gleichzeitig kommt aus der anderen Richtung Chris, mit den zwei Schockstoß-Plasmakonvertern bewaffnet, auf den Robotpiloten zu und feuert ebenfalls aus beiden synchron hochgeladene Plasmastöße ab, die mit unvorstellbarer Wucht zuckend in das Körperstörfeld des Robotpiloten einschlagen. Obwohl der Robotpilot das vernichtende Feuer aus seinen Waffenarmen erwidert, kommen Bill und Chris, ununterbrochen feuernd, immer näher auf ihn zu und nehmen ihn unter vollen Beschuss. Inmitten des gleißenden Infernos aus einschlagenden Energieschocklaserstrahlen und Plasmaschockstößen kollabiert endlich das Körperstörfeld des Robotpiloten — allerdings müssen Bill und Chris sich im selben Augenblick aus der Schusslinie werfen, da die nächste Energiesalve des Killers direkt auf ihre Köpfe zu geschossen ist.

Bill ruft Chris quer über den Truppenübungsplatz zu: „Er hat kein Störfeld mehr!”

Chris, der sich gerade auf die Seite rollt: „Hab´s gesehen!”

Bill: „Alles oder nichts?!”

Chris bringt sich in Startposition: „Das fragst du noch?!”

Der Robotpilot setzt die Waffenfortsätze an seinen Armen erneut unter Energie, indem er mit ihnen in die beiden Richtungen zielt, in denen er Bills und Chris´ Positionen angepeilt hat. Chris wirft einen größeren Felsbrocken einige Meter weit ins Gebüsch, woraufhin der Robotpilot sofort dorthin eine Energiesalve abschießt, die das Gebüsch lichterloh in Flammen aufgehen lässt. Die kurze Ablenkung ausnutzend, rennen Chris und Bill erneut auf den Robotpiloten zu, und jeder von ihnen feuert dabei ununterbrochen aus beiden Waffen. Zugleich erwidert der schwarze Metallkiller das Dauerfeuer auf die beiden auf ihn zu Rennenden: es bietet sich ein brutales Szenario des ununterbrochenen Beschusses, wobei ein Inferno aus Energieentladungen, Energieschocklaserstrahlen und Plasmablitzen durch die Luft fegt, die überall um Bill, Chris und den Robotpiloten herum in das Gelände einschlagen, wo es zu elektroplasmatischen Entladungen kommt und zahlreiche Brandherde auflodern. Da schlägt Chris´ im Rennen gut gezielter Plasmastoß genau in den rechten Waffenfortsatz des Robotpiloten ein und setzt diesen außer Gefecht; Bills reaktionsschnell abgeschossener Energieschocklaserstrahl zerfetzt den rechten Waffenfortsatz vollständig: Infolge der kleinen Explosion wird der Robotpilot nach hinten geworfen, während Bill und Chris — immer noch feuernd — über diesen hinweg springen und dabei aber aus dem verbliebenen linken Waffenfortsatz nach wie vor unter Beschuss genommen werden. Nach ihrem Sprung rollen sich Bill und Chris auf dem Boden ab. Chris sieht, dass eine der vom Robotpiloten abgefeuerten Energieentladungen seine Plasmakonverter unbrauchbar gemacht hat. Auch Bill sieht, dass eines seiner beiden Energieschocklasergewehre nicht mehr funktioniert. Die beiden bemerken, wie der Robotpilot wieder auf die Beine kommt und unbeirrbar seinen verbliebenen linken Waffenfortsatz ausrichtet. Indem Bill von der einen Seite aus den Robotpiloten unter Energieschocklaserbeschuss nimmt, rennt Chris von der anderen Seite aus auf diesen zu. Als der Robotpilot Chris registriert hat, richtet er gerade noch seinen linken Arm auf Chris, doch da setzt Chris schon zum Highkick an, und springt in vollem Lauf gegen den Robotpiloten, wobei er dessen linken Waffenfortsatz beschädigt. Bill hat das Energieschocklaserfeuer eingestellt, um nicht Chris zu treffen. Chris prallt von dem standhaften Metallkiller ab wie von einer Mauer und landet unweit vor dem Robotpiloten auf dem Rücken. Indem Chris aufsieht, fährt der Robotpilot die beschädigten Waffenfortsätze an seinen Unterarmen ein und ersetzt sie durch zwei Hände, die ebenfalls aus schwarzem Metall bestehen: bedrohlich dreht der Robotpilot seinen Kopf und blickt aus dem schwarzen Helmvisier auf Chris hinab. Chris springt sogleich aus dem Liegen zurück in den Stand, um sich auf den Nahkampf mit dem Robotpiloten einzulassen. Unmittelbar aufeinander landet Chris kraftvolle Fausttreffer und Highkicks bei dem Robotpiloten, die diesen jedoch völlig unbeeindruckt lassen. Stattdessen ergreift der Robotpilot Chris mit seiner linken Hand im Würgegriff, stemmt ihn hoch und schleudert ihn einfach einige Meter weit durch die Luft. Inzwischen ist Bill von hinten gekommen, und springt jetzt in vollem Laufe auf den Robotpiloten, um diesen zu Fall zu bringen. Doch blitzschnell dreht sich der Robotpilot, fängt Bill im Sprung mit seiner rechten Hand ab und schleudert ihn einfach über sich hinweg. In ein paar Metern Entfernung springt Chris wieder auf die Beine und geht zum erneuten Angriff auf den Robotpiloten über: diesmal hat Chris so viel Schwung geholt, dass seine Highkicks den Robotpiloten tatsächlich ein paar Schritte zurückdrängen, und mit einem brutalen Ellenbogenschlag bricht Chris die linke Metallhand des Robotpiloten von dessen Unterarmeinsatz ab. Dann schlägt der Robotpilot mit dem linken Unterarmstumpf Chris genau gegen den Kopf und schleudert ihn dadurch zu Boden. Von hinten versetzt Bill dem Robotpiloten mit beiden Armen zusammen ein paar Schläge, die diesen ins Wanken bringen. Dann weicht der Robotpilot Bills nächster Attacke reaktionsschnell aus, erfasst Bills Hals mit seiner rechten Hand und klemmt Bills Kopf unter seinem linken Arm ein. Der schwarze Metallkiller setzt gerade mit der rechten Hand dazu an, dem eingeklemmten Bill das Genick zu brechen, als Chris von hinten auf den Robotpiloten springt und diesen zu Fall bringt: Bill hat sich aus dem Würgegriff befreien können. Der Robotpilot holt jetzt zu einem gewaltigen Schlag mit seinem ganzen Arm gegen Chris aus und schleudert diesen dadurch einmal über den gesamten Truppenübungsplatz hinweg, bis Chris unmittelbar neben einer im Unterholz liegenden langen Metallstange aufschlägt. Einigermaßen lädiert rappelt sich Chris wieder auf und blickt zu dem weit entfernten Robotpiloten zurück: dieser zieht gerade Bill an dessen Kragen vom Boden empor — Bills und Chris´ Blicke treffen sich. Reaktionsschnell ergreift Chris die lange, rostige Metallstange zwischen dem Gestrüpp und hebt sie an. Das andere Ende der Stange schräg nach oben haltend, nimmt Chris Anlauf und springt dann hoch, um die Stange wie beim Stabhochsprung zu verwenden, um seinem Sprung in diesem Falle allerdings mehr Weite zu verleihen: in einem riesigen Satz katapultiert Chris sich selbst quer über den Truppenübungsplatz zurück direkt hinter den Robotpiloten mit Bill. Als der schwarze Metallkiller seinen Kopf dreht, spiegelt sich in seinem dunklen Helmvisier der auf ihn zu springende Chris wider. Sofort reagiert Bill und schlägt dem Robotpiloten mit einem gezielten Hieb auch die rechte Metallhand vom Unterarmeinsatz ab. Chris kommt auf, zieht die Stange im Schwung nach vorn und bohrt sie in voller Länge durch den Robotpiloten hindurch. Dieser sackt plötzlich in sich zusammen, als schon zahlreiche Elektroblitze durch seinen schwarzen Metallkörper zucken. Bill und Chris blicken einander kurz an, dann springen sie in gewaltigen Sätzen zur Seite weg, als der Robotpilot in einem donnernden Schlag in lodernde Fetzen auseinander fliegt: Die Druckwelle der Flammen speienden Explosion schleudert Bill und Chris inmitten ihres Sprungs noch einige Meter weit durch die Luft, bis sie hart aufschlagen und durch die gewaltige Wucht noch ein ganzes Stück über das Truppenübungsgelände rollen.

 

  • 5 –

  •  

Ned und sein Geschwader fliegen ihre Manöver so, dass die die Jäger verfolgenden programmierten Zerstörer gut abgeschossen werden können: immer wenn diese Vernichtungskurs auf einen der Jäger genommen haben, ist ein weiterer Jäger zur Stelle, um sie ins Visier zu nehmen. Allerdings feuert jetzt auch das große spinnenartige Flugschiff auf das Airforce-Geschwader — und gegen dessen gigantische Feuerkraft hat Neds Geschwader keine Chance!

 

In der Airfighter-Computerzentrale dreht sich Jessica von der großen elektronischen Kontrollwand zu Juan, der in der Mitte der Zentrale steht.

Jessica: „Das System ist vollständig rekonfiguriert — wir sind wieder online!”

Juan antwortet entschlossen:

„Dann jagen wir jetzt das Mutterschiff zur Hölle!”

 

Das spinnenartige Flugschiff feuert aus seinen Waffenarmen hochkonzentrierte Energiebündel ab, die gleißend vor dem Hintergrund des blauen Himmel durch die Luft zischen und mit einem apokalyptischen Anblick in einige Airforce-Jäger einschlagen, die in donnernden und Trümmern speienden Glutbällen explodieren.

Ned weicht mit seinem Jäger knapp einer der Explosionen aus, als ihm schon die scharfen und brennenden Metalltrümmer buchstäblich um die Ohren fliegen und ihn nur knapp verfehlen. Ned zeigt einen verbissenen Gesichtsausdruck, indem er auf seiner taktischen Anzeige sieht, wie sich die Waffenarme des Flugschiffes ein weiteres Mal ausrichten.

Sein taktischer Alarm dröhnt durch das Cockpit: „Warnung, als Ziel erfasst worden!”

Ned kneift seine Augen zusammen.

Im selben Augenblick ist plötzlich Jessicas Stimme über ein eingehendes Funksignal zu hören: „Achtung, Airforce-Geschwader: räumen Sie umgehend die durchgegebenen Höhenkoordinaten — es geht dort gleich hoch her!”

Ned lächelt erleichtert, indem er reaktionsschnell an sein Geschwader durchgibt:

„Also, Leute — ihr habt die Lady gehört: hauen wir ab von hier!”

In haarscharfen Wendemanövern und bei extremen Beschleunigungswerten zieht sich das übriggebliebene Geschwader vom Flugschiff zurück, das bereits zum nächsten Rundumbeschuss mit seinen blitzenden Energiestrahlen ansetzt.

In diesem Augenblick kommt die Airfighter-Basis von oben in die Sicht, die im freien Fall genau auf das spinnenartige Flugschiff herabstürzt. In einer verheerenden Detonation schlägt die Airfighter-Basis in das Flugschiff ein und zerfetzt es vollständig: Die Explosion prallt am massiven Schutzpanzer der Airfighter-Basis ab, die von einem zusätzlichen Störfeld umgeben ist, und das gesamte Flugschiff fliegt um die Airfighter-Basis herum sternförmig in unzählige Metallfetzen auseinander. Sofort zünden die Starttriebwerke der Airfighter-Basis, um ihren freien Fall noch in ausreichender Höhe abzufangen.

Während auf der alten Höhe des Airforce-Geschwaders eine ganze Salve an brennenden Trümmergeschossen durch die Luft fetzt, blickt Ned aus größerer Höhe auf das Inferno hinab: „Gute Arbeit, Leute — gute Arbeit!”

 

In der Airfighter-Computerzentrale lässt allmählich der mörderische Schwereschub nach, der Jessica und Juan fest in ihre Sitze gepresst hat.

Juan blickt, leicht grinsend, vom taktischen Display auf:

„Unsere Waffensysteme sind mittlerweile auch wieder online.”

Jessica: „Tja, es ging ja auch ohne!”

Jessica öffnet die Frequenz zu Ned: „Hey, Ned — wo sind Chris und Bill?”

Ned: „Ich fürchte, sie sind abgeschossen worden.”

Juan initiiert einen Rundumscan.

Ned: „Das Letzte, was ich mitbekommen habe, war, dass sie den feindlichen Kampfflieger abgeschossen hatten und dann auf das ehemalige Truppenübungsgelände zu stürzten.”

Juan: „Die Scanabtastung zeigt eine Treibstoffspur dorthin, Jessie.”

Jessica: „Computer, wir gehen mit der Basis ´runter bis dicht über das Truppenübungsgelände!”

Computer: „Kursänderung wird vorgenommen.”

Jessica und Juan blicken beide zu der großen Sichtöffnung nach draußen, wo allmählich der Blick auf das Truppenübungsgelände schweift und dieses immer mehr heranwächst.

Juan: „Die Sensoren haben etwas erfasst — es sind Chris und Bill bei Airfighter!”

Juans Stimme ist seine Erleichterung anzuhören, und Jessicas antwortender Blick zeigt ebenfalls Erleichterung.

Der Blick durch die Sichtöffnung zeigt die angeschlagenen Bill und Chris neben Airfighter am Ende des tiefen Absturzgrabens stehen: beide winken nach oben.

 

  • 6 –

  •  

Kurze Zeit später schwebt die Airfighter-Basis auf einer festen Position unweit über dem ehemaligen Truppenübungsgelände: an der Luftschleuse ist Neds Airforce-Jäger angedockt.

In der Computerzentrale ist auf einem der Bildschirme in der großen Kontrollwand das Gesicht Captain Dohertys zu sehen.

Doherty: „Die stationsweite Analyse unserer Bordsysteme zeigt keinerlei Anomalitäten: alle Systeme funktionieren innerhalb normaler Parameter. Wieso sollte etwas nicht stimmen, Commander?”

Chris: „Ich kläre Sie später auf, Captain — Airfighter-Basis: Ende.”

Chris dreht sich zu Jessica, Juan, Bill und Ned um.

Bill: „Airbase-Alpha war möglicherweise niemals Ziel der Operation Vacuate.”

Jessica: „Vielleicht war das wahre Ziel Mister Tanner, den sie jetzt auch eliminiert haben.”

Bill: „Tanner selbst ist es gewesen, der Operation Vacuate angeordnet hat.”

Chris: „Zumindest sollten wir diesen Eindruck bekommen.”

Bill und Chris wechseln einen nachdenklichen Blick.

Juan: „Aber falls auf der anderen Seite Stevens Bescheid gewusst hat, wäre er ja im Panzer jetzt auch getötet worden.”

Juans Blick streift etwas verstohlen an Jessica vorbei, die abrupt aufgesehen hat.

Jessica: „Fakt ist, dass Marshal Stevens das Programm aktiviert hat, dass die Steuersysteme der Airfighter-Basis außer Gefecht gesetzt hatte, als die Informationen über den Robotpiloten von seinem Datenstick in unseren Computer hochgeladen wurden.”

Juan: „Und das eigentliche Programm war mit den verschlüsselten Informationen des von euch in Washington sichergestellten Datensticks ins System gelangt.”

Bill: „Der CIA wollte also, dass wir uns den Inhalt kopieren.”

Chris: „Das würde auch erklären, wieso sie die ganze Sache mit dem Datenstick, der angeblich entwendet werden sollte, inszeniert hatten.”

Jessica: „Aber warum haben sie dann auch echte Geheiminformationen auf den Stick gepackt, die unser Computer jetzt nach und nach dechiffrieren kann?”

Bill: „Erstens, damit der Inhalt auf uns echt wirkt, und zweitens, weil sie wohl nicht davon ausgegangen sind, dass wir lang genug lebten, um das Ergebnis der Dechiffrierung noch mitzubekommen.”

Plötzlich trifft Chris die fragliche Erkenntnis: „Was ist, wenn Operation Vacuate den Countdown für die Eliminierung des Airfighter-Teams gesetzt hatte?!”

Bill, den Gedanken weiterentwickelnd: „Als der Countdown für Operation Vacuate abgelaufen war, erfolgte der Angriff auf die Panzer, die Tanner zum Truppenübungsgelände fuhren, und wir griffen sofort ein...”

Jessica fährt fort: „..., nur um mit einem Computerprogramm außer Gefecht gesetzt zu werden beziehungsweise in einen Kampf mit diesem Robotpiloten verwickelt zu werden.”

Ned: „Und dass ihr seine programmierten Ziele wart, steht ja außer Frage!”

Jessica: „Aber was ist dann aus Marshal geworden? War er vielleicht gar nicht dabei, als Tanner zum Truppenübungsgelände transportiert wurde?”

Für die nächsten Sekunden setzt eine nachdenkliche Stille in der Computerzentrale ein, in der nur das Arbeiten der elektronischen Instrumente zu hören ist.

Dann bricht Chris die Stille, indem er auf eine Koordinatenangabe auf einem der Monitore in der Kontrollwand zeigt.

Jessica: „Gerade erst frisch dechiffriert!”

Chris: „Computer, projiziere die angegebenen Koordinaten auf den Hauptschirm!”

Computer: „Aye, Chris.”

Auf die große Sichtscheibe wird eine Luftansicht aus großer Höhe auf das ehemalige Truppenübungsgelände projiziert, in der ein bestimmter Ausschnitt, der den blauen Sommerhimmel zeigt, farbig markiert wird.

Juan: „Das liegt hoch über dem Truppenübungsgelände.”

Ned: „Gemäß der Höhenkoordinaten befindet sich das, was diese Koordinaten bezeichnen, bereits in der oberen Mesosphäre. Es würde von unseren Aufklärern auf einem Routineflug nicht entdeckt.”

Chris: „Das Manövrieren fällt in dieser Höhe auch nicht mehr so einfach — es sei denn...”

Chris wendet sich wieder dem Computer zu: „Computer, führe einen Scan auf Treibstoffrückstände eines Raketentriebwerkes auf dem Truppenübungsgelände durch!”

Computer: „Scan wird initiiert.”

Chris dreht sich zurück zu den anderen: „Falls der CIA mit Senkrechtstartern mit Raketenantrieb vom Truppenübungsgelände aus nach dort oben gestartet ist, wäre dies kaum aufgefallen.”

Bill: „Das Truppenübungsgelände ist schon lang funktionslos.”

Da ertönt ein weiteres Signal aus der Kontrollwand.

Computer: „Scan abgeschlossen: Ergebnis positiv.”

Juan: „So viel zu dem Wörtchen falls.”

Ned: „Was denkst du, Chris?”

Chris blickt durch die Gesichter von Jessica, Juan und Bill:

„Antworten werden wir erst erhalten, wenn wir uns selbst mal dort oben umsehen!”

Bill, Jessica und Juan antworten mit entschlossenen Blicken.

Chris: „Ned, du übernimmst die Basis — wir vier fliegen mit Airfighter zu diesen Koordinaten und sehen uns das da oben in der Mesosphäre aus der Nähe an!”

Ned: „Aye.”

Juan, Jessica und Bill nicken bestätigend.

Chris: „Informiere außerdem die Airforce, damit sie weiterhin mit uns auf dem Laufenden bleiben, Ned!”

Ned: „Geht klar, Chris.”

Bill: „Und ich gebe Captain Carter den aktuellen Stand unserer Ermittlungen durch.”

Chris nickt: „Außerdem sollte er Captain Towers informieren, dass Police-Airbase_002 in Einsatzalarm versetzt werden sollte.”

Bill nickt: „Alles klar.”

 

  • 7 –

  •  

Einige Zeit später:

Die große Airfighter-Basis schwebt nach wie vor imponierend unweit über dem ehemaligen Truppenübungsgelände; das Tor zur Starthöhle öffnet sich, und Airfighter schießt heraus und rast dicht über das ehemalige Truppenübungsgelände hinweg, so dass hier einiges an Unterholz aufgewirbelt wird und sich eine große Staubwolke hinter Airfighter entlang erhebt. Doch schon zieht Airfighter wieder steil nach oben und schießt in den blauen Himmel davon: die Sonne hat ihren Tageshöchststand bereits seit Stunden hinter sich gelassen.

 

Im Airfighter-Cockpit verfolgen Jessica, Juan, Bill und Chris ihren rasenden Steigflug nach oben durch die Cockpitscheibe.

Bill: „Die Sensoren zeigen immer noch nichts an auf unserem Kursvektor!”

Jessica: „Und es sind exakt die Koordinaten, die unser Computer aus der Dechiffrierung erhalten hat.”

Juan: „Falls da oben wirklich etwas ist, haben die´s sehr gut getarnt.”

Chris: „Sie verfügen wahrscheinlich über eine Art Ortungsschutz.”

Der erneute Blick durch die Cockpitscheibe zeigt, dass sich Airfighter bereits um einiges über der Höhe befindet, auf der Flugzeuge normalerweise verkehren.

Airfighter: „Wir erreichen in wenigen Sekunden die Mesosphäre.”

Plötzlich ist beim Blick steil nach oben durch die Cockpitscheibe hindurch doch etwas erkennbar: irgendein noch undefinierbares Objekt, das viel weiter oben am Himmel postiert sein muss, wächst zunehmend in die Größe.

Bill: „Augenblick — was ist das da oben?!”

Airfighter: „Meine Sensoren können keinerlei Kontakt registrieren.”

Juan: „Was ist so weit oben in unserer Atmosphäre positioniert?”

Jessica: „Wir werden es in wenigen Augenblicken selbst sehen.”

Chris: „Ich verlangsame Steigflug.”

Der Blick durch die Cockpitscheibe zeigt, dass das Objekt riesige Ausmaße hat, außerdem gewinnt es mehr und mehr an Form, je weiter Airfighter sich diesem von unten annähert.

Bill: „Das muss eine riesige Luftstation sein — oder gar ein Lufthafen!”

Chris kneift mit gebannter Miene seine Augen zusammen, indem sich in seinen Pupillen das Bild der senkrecht oben heranwachsenden Form widerspiegelt.

Im Verlaufe von Airfighters Steigflug senkt sich das große Objekt allmählich vollends in die Ansicht: Sind seine Konturen zunächst im Lichte der schon verhältnismäßig tief stehenden Sonnen blendend weiß gewesen, so scheint jetzt mehr und mehr eine metallischgraue bis silberne Farbe durch; von unten ist die Form des Objektes wie die einer riesigen Kreisscheibe, die mittlerweile einen beträchtlichen Ausschnitt des blauen Himmels verdeckt; als Airfighter bis dicht über diese Scheibe geflogen ist, bietet sich die Ansicht auf eine große, frei in der Luft schwebende Anlage, die aus einem senkrecht nach oben gereckten, zylindrischen Rumpf besteht, an dessen unterem Ende ein gewaltiger Antigrav-Generator die Anlage auf ihrer Höhe hält, während sich am oberen Ende des zylindrischen Rumpfes ein großes, rund abgeflachtes Segment befindet, wie die breite Spitze eines Fernsehturms. Die riesige runde Fläche um den zylindrischen Rumpf herum setzt sich aus acht silbern glänzenden Metallsegmenten zusammen, die wie die Speichen eines Rades vom Rumpf weg nach außen verlaufen und wahrscheinlich den zentralen Anlagenbereich mit der Peripherie verbinden. Allerdings verlaufen diese acht Segmente nicht auf einer Höhe, sondern wechseln sich in leichtem Anstieg und Abfall ab, so dass sie eher an die geknickten Speichen eines nicht ganz geöffneten Regenschirmes erinnern. Am peripheren Ende dieser Bausegmente befindet sich jeweils eine größere Metallkuppel mit einer Andockvorrichtung. Die eigentliche Kreisfläche von riesigem Ausmaß besteht aus gewaltigen Sonnensegeln, die sich zwischen den speichenartigen Bausegmenten erstrecken und eine dunkelschwarze Farbe aufweisen.

Airfighter beendet seinen Senkrechtflug dicht über der riesigen Anlage und nimmt unter dem Gegenschub seiner Düsentriebwerke hier eine feste Position ein.

Bill, Chris, Jessica und Juan blicken sprachlos durch die Cockpitscheibe auf die riesige Anlage hinab: ihre Gesichter zeigen reglose Entgeisterung.

Airfighter: „Ich empfange ein eingehendes Funksignal.”

Chris: „Direkt auf den Hauptschirm projizieren, Airfighter!”

Airfighter: „Aye, Chris.”

Das Gesicht Colonel Stevens´ wird auf die Cockpitscheibe projiziert.

Bill: „Stevens!”

Jessica fährt in ihrem Sitz leicht auf.

Juan legt Jessica seine Hand auf die Schulter.

Chris: „Sie haben den Anschlag überlebt, wie es scheint, Colonel Stevens.”

Stevens verzieht keinerlei Miene: „Deaktivieren Sie sämtliche Ihrer Waffen- und Verteidigungssysteme — auch Ihr Störfeld — und docken Sie an Bay_4 an, Airfighter!”

Gerade will Chris antworten, da enttarnen sich gleich drei der spinnenartigen Flugschiffe um Airfighter herum: alle drei haben ihre Waffenarme unter Energie gesetzt und Airfighter anvisiert!

Chris blickt auf dem Hauptschirm Colonel Stevens fest in die Augen.

Stevens: „Sofort, bitte!”

Chris: „Airfighter, Andockvorgang an Bay_4 initiieren! Bill, Waffen- und Defensivsysteme deaktivieren! Juan, Störfeld abbauen!”

Bill und Juan befolgen die Anweisungen ohne Zögern.

Jessica: „Wir befinden uns im Andockflug auf Bay_4.”

Stevens: „Wir erwarten Sie dort — unbewaffnet!”

Sein Bild erlischt auf dem Hauptschirm, so dass stattdessen die mit 4 beschriftete Andockbucht am Ende eines der acht speichenartigen Metallsegmente immer näher kommt. Chris wechselt einen stummen und gebannten Blick mit Bill, Jessica und Juan.

 

  • 8 –

  •  

Airfighter dockt rückwärts an Bay_4 an, und Jessica, Juan, Bill und Chris steigen nach hinten aus dem Cockpit aus.

Vor den Vieren öffnet sich gerade das Innenschott der Luftschleuse, als sie noch einmal einen Blick miteinander wechseln. Auf der anderen Seite werden sie von einem bewaffneten Sicherheitstrupp erwartet, in dessen auf sie gerichtete Automatikläufe Chris, Bill, Jessica und Juan jetzt blicken. Die Vier nehmen ansatzweise die Hände hoch. Im Hintergrund tritt Marshal Stevens aus dem mit Metall verkleideten Gang in die große, mit Panzerglas überdeckte Andockbucht. Insbesondere Jessica hebt ihren Blick, wodurch Juan Stevens noch böser entgegen funkelt.

Stevens zeigt einen offenen Blick, der tatsächlich einen Hauch von Bedauern zeigt:

„Sie hätten aussteigen sollen, als Sie noch die Gelegenheit dazu hatten — das hier ist niemals etwas Persönliches gewesen!”

Seine Stimme hat ruhig und eindringlich geklungen, indem sein Blick für einen kurzen Moment genau auf Jessicas trifft, dann aber wieder ausweicht.

Nun tritt Stevens wortlos beiseite, um einer weiteren Person den Weg frei zu machen: Edward Tanner tritt hinter Stevens her aus dem Metallgang in die Andockbucht.

Bill: „Mister Tanner?!”

Chris´ Überraschung geht allmählich in dunkle Vorahnung über.

Tanner: „Willkommen in Sektion Alpha, meine Herren, meine Dame!”

Chris kneift seine Augen zusammen: „Sie sind das fehlende Glied in der Kette, Mister Tanner — Sie ziehen die Fäden im Hintergrund!”

Tanner lacht höflich: „Noch nicht ganz, Commander Hawk — aber Sie sind der Wahrheit jetzt schon deutlich näher gekommen.”

Juan: „Welcher Wahrheit denn?”

Tanner: „Der Wahrheit hinter den Anschlägen auf Washington und Green-Stone-Town.”

Jessica: „… und der Ermordung President Cavanaughs!”

Tanner, ohne nennenswerte emotionale Regung: „Korrekt, auch das, Anwältin Ricks.”

Stevens steht mit versteinerter Miene auf der Stelle.

Bill: „Waren Sie es, der den Präsidenten auf Airbase-Alpha ermordet hat?”

In Bills Stimme klingt eine böse Vorahnung mit.

Tanner: „Sie haben richtig kombiniert, Lieutenant Brown: ich wurde mit einer Ein-Mann-Rettungskapsel an Bord und wieder von Bord gebracht. Colonel Stevens hatte in der Einsatzzentrale dafür gesorgt, dass mein Eintreffen unbemerkt blieb.”

Jessica: „Und für Sie als President Cavanaughs persönlichen Berater war es kein Problem durch die elektronischen Sicherheitsabsperrungen zu gelangen!”

Tanner: „Vollkommen problemlos.”

Juan: „Cavanaugh hatte Ihnen vertraut...”

Tanner: „Daher hatte er mich ja auch hereingelassen.”

In seiner Erinnerung gelangte Edward Tanner im dunklen Kampfanzug an Bord von Airbase-Alpha und gab den mehrstelligen Code ein; danach trat er in den Korridor hinter der sich öffnenden Lifttür und eliminierte die beiden vor Cavanaughs Quartier Wache haltenden Offiziere mit seiner schallgedämpften Waffe durch zwei Kopfschüsse: Tanners Miene ist die eines eiskalten Killers.

Als Cavanaugh ihm geöffnet hatte, fragte Cavanaugh mit erstauntem Blick:

Was tun Sie denn hier?”

Nachdem Cavanaugh den ersten Schüssen Tanners ausgewichen und durch den Korridor zum Lift geflüchtet war, trat Tanner hinter Cavanaugh in den Gang und feuerte drei präzise gezielte Schüsse in Cavanaughs Rücken: Tanners Blick ist nach wie vor eiskalt.

Bill: „Wieso sollte ich den Kopf dafür herhalten?”

Tanner: „Einer musste der Sündenbock sein, und Sie als Police-Officer sind von vornherein das größte Risiko im Airfighter-Team für uns gewesen — falls wir jemals mit Ihnen zusammengearbeitet hätten.”

Chris: „Alles war nur vorgetäuscht, nicht wahr — unsere gesamte Kooperation?!”

Tanner: „General Brunts Plan war es damals gewesen, Sie tatsächlich mit ins Boot zu holen.”

Im Verlaufe einer weiteren Erinnerung wird jetzt klar, dass Edward Tanner der bisher Unbekannte gewesen ist, mit dem sich General Brunt auf seinem Weg durch die unterirdische Geheimanlage in Area 51 unterhalten hatte, bis sie vor den hier gelagerten programmierten Zerstörern stehenblieben.

Tanner: „Es steht in Ihrem Ermessen, das Airfighter-Team im Interesse der Sicherheit unserer Operation liquidieren zu lassen, General!”

Brunt: „Wenn diese Operation erfolgreich verläuft und der Wechsel in den Machtpositionen vollzogen ist, dann wird das Airfighter-Team in Folge der politischen Umstrukturierung unsere Interessen als auch für sich verbindlich betrachten müssen. Denn selbst sie können es sich nicht leisten, sich gegen die Regierung oder gar gegen die Weltmächte zu stellen — und die werden dann ja wir sein!”

Tanner fährt fort: „Wir hatten diesen Plan weiterhin verfolgt, jedoch musste notwendigerweise der alte Präsident eliminiert werden. Wir hatten Sie schon vorher beobachtet, aber von diesem Punkt an war leider klar, dass auch das Airfighter-Team eliminiert werden muss.”

Bill: „Und was hatte es mit Operation Vacuate auf sich?”

Tanner: „Airbase-Alpha war niemals das Ziel — denn natürlich gibt es dort keinen Maulwurf --, sondern ich hatte lediglich mit meiner Funkmitteilung an Airbase-Alpha ein Programm in deren Bordsysteme eingeschleust, das einen vorübergehenden Ausfall verursachte. In Wirklichkeit war der Countdown der Operation Vacuate für die Eliminierung des Airfighter-Teams angesetzt.”

Jessica schluckt.

Auch Bill kneift seine Augen zusammen.

Tanner: „Beachtlich, dass Sie mit dem Zerstörer-Programm auf dem Datenstick und dem Robotpiloten fertig geworden sind. Ich gebe zu, davon waren wir in unseren Planungen nicht ausgegangen.”

Juan: „Tja, das ist wie bei einer Fahrt in den Urlaub: irgendetwas hat man immer vergessen!”

Jessicas und Juans Blicke treffen sich zufällig und bleiben länger aneinander hängen, als die beiden wohl gedacht hätten: Jessica lächelt Juan knapp zu.

Tanner: „Sie haben die Informationen auf dem Datenstick dechiffrieren können, nehme ich an?!”

Bill: „Dumm, wenn man echte Informationen darauf packt!”

Tanner: „Es musste authentisch wirken, damit wir sicherstellen konnten, dass Sie die Daten wirklich in den Hauptcomputer der Airfighter-Basis überspielen würden.”

Chris fixiert Tanner wortlos mit einem festen Blick.

Tanner: „Und nun ist es leider an der Zeit, das Airfighter-Team zu liquidieren. — Schützen, machen Sie sich zum Feuern bereit!”

Die das Airfighter-Team die ganze Zeit über im Visier haltenden Schützen setzen zum Schießen an.

Chris: „Tanner?!”

Edward Tanner blickt noch einmal zu Chris: sein Blick zeigt plötzlich einen Hauch von Unbehagen.

Chris: „Bei all Ihrer Planungskompetenz und Ihrer beachtlichen Konsequenz im Treffen essentieller Entscheidungen ist Ihnen doch ein elementarer Fehler unterlaufen.”

Auf einmal verfinstert sich Chris´ Blick, und Edward spürt, wie es ihm langsam, aber sicher die Luft abschnürt.

Chris zischt: „Sie haben etwas unterschätzt, das uns auszeichnet: echte Loyalität — und jetzt zeigen wir Ihnen, was wir unter effizientem Aufräumen verstehen!”

Indem Edward Tanner seine Augen aufreißt, und die Schützen gerade abdrücken wollen, startet Airfighter unter vollem Schub seiner Antriebsdüsen durch und reißt sich von der Andockbucht los: Mit einem in die Ohren einschlagenden Donnern zerplatzt die gesamte Panzerglasüberdeckung von Bay_4, und ein gewaltiger Luftsog erfasst den kompletten Metallgang — einige der Schützen werden sofort, laut schreiend, in den freien Himmel hinaus katapultiert, während sich Bill, Chris, Jessica und Juan reaktionsschnell an Energieleitungen in der Andockbucht festgeklammert haben. Sogleich als der Luftstrom aufgehört hat, katapultiert Airfighter vier Energieschocklasergewehre in den Gang hinüber, mit denen Bill, Chris, Jessica und Juan das Feuer auf das Liquidationskommando eröffnen. Durch die zerplatzte Glasabdeckung hindurch verlagert sich der Schusswechsel nach draußen auf eines der riesigen Sonnensegel von Sektion Alpha. Nachdem Chris drei auf ihn zielende Schützen mit seinem Energieschocklaser außer Gefecht gesetzt hat, kickt Edward Tanner Chris das Gewehr aus der Hand und verpasst ihm ein paar gezielte, harte Schläge, die Chris ebenfalls nach draußen stolpern lassen. Hier pariert Chris Tanners nächsten Schlag, und ein schneller und heftiger Schlagabtausch zwischen Chris und Edward setzt ein, in dessen Verlauf sich die beiden quer über den großen Sonnensegel prügeln. Während des Schusswechsels senkt sich eines der spinnenartigen Flugschiffe auf das Sonnensegel herab und setzt seine Waffenarme unter Energie. Reaktionsschnell können Bill, Jessica und Juan nacheinander jeweils einen konzentrierten Energieschocklaserstrahl in die Hydrauliksysteme der Waffenarme schießen, so dass diese nicht mehr präzise ausgerichtet werden können und der erste Beschuss daneben geht und die gebündelten Energiestrahlen in den blauen Himmel zischen. Außerdem entweichen Gas und sofort verdampfendes Öl aus den Einschussstellen, die sich mit unangenehmem Geruch über das ganze Sonnensegel ausbreiten. Airfighter überfliegt das Sonnensegel einmal komplett und setzt zum Angriffskurs auf das Flugschiff an. Da enttarnt sich ein weiteres Flugschiff hoch über dem zylindrischen Rumpf von Sektion Alpha und trifft Airfighter mit der vollen Wucht einer geballten Energiesalve: Airfighter wird inmitten eines infernoartigen Feuerballs in den freien Himmel hinweg geschmettert, und nur eine dunkle Rauchwolke ist noch zu sehen. Bill, Jessica und Juan sind in die zerplatze Andockbucht zurückgewichen und verbarrikadieren sich hier gegen die restlichen Schützen, die sich größtenteils auf dem Sonnensegel befinden. Ebenfalls auf dem Sonnensegel sind Tanner und Chris in den Nahkampf verwickelt. Noch einmal spannt sich Chris an und verpasst dem standhaften Edward jetzt drei Faustschläge unmittelbar nacheinander mitten ins Gesicht, zwei weitere links und rechts in die Seiten und einen weiteren genau in den Bauch. Dann kickt Chris Tanner mit voller Kraft in den Bauch, so dass dieser zusammenklappt. Chris holt aus und setzt zum Highkick an, mit dem er Tanner nach hinten auf den Rücken schmettert. Als Tanner sofort wieder aufgestanden ist und reaktionsschnell auf Chris losstürmt, rennt er genau in Chris´ ihm entgegen schmetternde Faust. Chris schlägt Tanner unmittelbar darauf mit beiden Handkanten links und rechts gleichzeitig gegen den Hals, tritt ihm mit dem Knie mit voller Wucht gegen die Brust und verpasst Tanner anschließend einen gewaltigen Kinnhaken, der diesen, ein Salto rückwärts in der Luft schlagend, auf den Rücken auf das Sonnensegel krachen lässt. Hier ergreift Tanner eine Schusswaffe, auf die er gefallen ist: keine Sekunde später zielt er auf Chris und feuert. Chris kann zweimal knapp ausweichen, indem er zur Seite springt, und stürzt sich jetzt auf den Boden zu seinem Energieschocklasergewehr. Unter Tanners Beschuss rollt sich Chris auf dem Sonnensegel ab, ergreift das Energieschocklasergewehr, dreht sich um und feuert einen gefächerten Strahl in Tanners Richtung ab: Die Öl-Gas-Wolke über dem Sonnensegel fängt sofort Feuer, und eine lodernde Flammenwand rast im Nu über das gesamte Sonnensegel hinweg. Chris wird durch die enorme Hitze-Druckwelle nach hinten zurück in die Andockbucht geschleudert, während die lodernde Flammenwand genau auf Edward Tanner zu rast und dabei das gesamte Sonnensegel zerfetzt. Mit der Waffe in der Hand schreit Tanner entsetzt auf, als er schon komplett von der Flammenwand verschlungen wird und diese das gesamte Sonnensegel verbrennt und nur noch lodernde Fetzen in der Hitze weg fliegen. Zugleich ist die Stichflamme bis in die Hydrauliksysteme der spinnenartigen Flugmaschine geschossen, aus der das entzündete Öl und Gas ausdringen: das gesamte Flugschiff detoniert in einem Trümmer speienden Donnerschlag!

 

  • 9 –

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Chris, Bill, Jessica und Juan kommen in der zerplatzten Andockbucht wieder auf die Beine, sehen sich jetzt allerdings im Visier von dreien der spinnenartigen Flugmaschinen, die sich gerade weiter oben vor dem Hintergrund des blauen Himmels mit der schon tief stehenden Sonne enttarnt haben. Zugleich rückt gerade ein weiterer Trupp Bewaffneter aus dem Gang nach, der zum zylindrischen Rumpf hin führt: auch Colonel Stevens konnte sich retten und gibt dem bewaffneten Trupp jetzt Anweisungen. Chris, Jessica, Bill und Juan wechseln kurz einen einvernehmlichen Blick miteinander und lassen dann ihre Energieschocklasergewehre fallen; ein Blick auf seinen Watchcomm zeigt Chris keine weitere Airfighter-Signatur mehr an.

Die Vier nehmen die Hände hinter ihre Köpfe, und sogleich werden sie von dem bewaffneten Trupp unter Leitung von Stevens in den speichenartigen Gang hinein geführt. Hier betreten sie eine große Transportgondel, die jetzt in Richtung des zylindrischen Rumpfes durch einen mit Metall verkleideten Korridor losfährt, der links und rechts weitere Türen mit automatischem Öffnungsmechanismus aufweist. Zunächst führt der Metallgang leicht nach unten, danach aber verläuft er mit leichtem Anstieg, um abschließend erneut leicht abzufallen. Im Zentrum von Sektion Alpha, von wo aus sich die Sonnensegel bis zur Peripherie hin erstrecken, fährt die Transportgondel in den zylindrischen Rumpf hinein und diesen jetzt als Aufzugsgondel senkrecht nach oben. Chris, Jessica, Bill und Juan bleiben reglos mit hinter den Köpfen gehaltenen Händen, indem sie von dem bewaffneten Trupp pausenlos von allen Seiten ins Visier genommen werden. Dann gelangt die Aufzugsgondel auf dem obersten Deck im zylindrischen Rumpf von Sektion Alpha an, und Chris, Jessica, Bill und Juan werden auf das Deck hinausgeführt: sie befinden sich in einer großen Abteilung mit zahlreichen kleineren Büros und Computerterminals, durch die der Gang mittig hindurch verläuft. Das Airfighter-Team wird bis zum Ende des Decks geführt, von wo aus sich eine große Treppe nach oben erstreckt, über der das undurchsichtige Metalldach in eine Panzerglaskuppel übergeht: dahinter ist das Abendrot der untergehenden Sonne am Himmel zu sehen.

Der bewaffnete Trupp ist mit Chris, Jessica, Bill und Juan am unteren Ende der Treppe stehen geblieben.

Stevens, gnadenlos: „Auf die Knie!”

Die Vier bekommen einen Stoß der Gewehre in ihren Rücken, so dass sie mit nach wie vor hinter den Köpfen gehaltenen Händen auf die Knie sinken.

Chris blickt den anderen Dreien nacheinander genau in die Augen: alle Vier zeigen einen gefassten Blick.

Stevens, ohne jegliche emotionale Regung in seiner Stimme: „Gewehre anlegen!”

Hinter den Vieren richten die Bewaffneten ihre Gewehre für die Exekution aus.

Während Chris und Bill starr nach vorn blicken, wenden Juan und Jessica beinahe synchron einander ihre Blicke noch einmal zu: beide sehen einander schweigend in die Augen.

Jessica flüstert: „Ich weiß, du hättest noch mehr Zeit benötigt.”

Sie zeigt einen verständnisvollen, aber traurigen Blick.

Juan sieht Jessica immer noch mitten in die Augen, indem er zurück flüstert: „Jetzt nicht mehr.”

Jessica blickt mit leicht Tränen unterlaufenen Augen hoffnungsvoll auf.

Juan flüstert: „Ich liebe dich, Jessie — das hat sich nie geändert.”

Jessica lächelt, indem ihr Tränen aus den Augen laufen.

Juan erwidert ihr Lächeln.

Da tritt jemand von oben an die große Treppe heran und steht jetzt genau vor der Panoramaglasscheibe. Bill, Chris, Jessica und Juan blicken nach oben — und beim Anblick der Person stockt ihnen der Atem: am oberen Ende der Treppe steht General Brunt!

Chris, fauchend: „Brunt!”

Brunt kommt langsam die Treppenstufen herunter:

„Mister President, wenn ich bitten darf, Commander!”

Bill funkelt Brunt mit einem Blick entgegen, der eine Mischung aus Entsetzen und Zorn offenbart.

Brunt bleibt auf halber Höhe der großen Treppe stehen, indem im Hintergrund durch die Panoramascheibe hindurch zu sehen ist, wie die Sonne glutrot am fernen Horizont versinkt.

Brunt, ohne eine Miene zu verziehen: „Vollziehen Sie die Exekution!”

Die Gesichter der knienden Chris, Bill, Juan und Jessica zeigen keinerlei Regung mehr, indem hinter den Köpfen der Vier die Waffen der Schützen durchgeladen werden.

Mit dem knienden Airfighter-Team genau vor sich am unteren Ende der großen Treppe und dem auf die Vier zielenden Exekutionskommando dahinter senkt Brunt langsam seinen Blick – fast wie in einer grotesken Geste des Bedauerns; indem Brunt auf den Boden sieht, hört er das brutale und alles beendende Donnern der Hinrichtungsschüsse.

 

End of day two.

 

 

Es gibt Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, die Umstände bestimmen unser Handeln und nicht wir selbst — es sind solche Zeiten der Veränderung, die wir gerade durchleben…

 

 

Story by Christian Scheffel –

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.12.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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