Meinhard Pahlke

Rudolf der Rabe

               

           Rudolf der Rabe     

Rudolf der Rabe saß schläfrig auf seinem Lieblingsast einer uralten Eiche und hatte alles im Griff . Seitdem er offiziell von den anderen Tieren der Wiese zum Chef ernannt worden war hatte er seinen Schlafplatz gleich als Aussichtsplatz umfunktioniert weil er von hier oben einen tollen Blick über die ganze Gegend hatte und gleich Alarm schlagen konnte wenn sich eine Gefahr nähern sollte.

Im Moment sah aber alles friedlich aus und als die Sonne hinter den Haselnussbüschen aufgegangen war und es angenehm warm wurde kamen bereits die ersten Wald und Wiesenbewohner aus ihren Behausungen und fraßen sich den Bauch mit taufrischem Gras voll daß es eine Lust war ihnen zuzusehen wie sie über die blumenbesäte Wiese tollten und sich über den neuen Tag freuten. Zufrieden krähte Rudolf als Zeichen, daß alles ok war und und die anderen Tiere nichts zu befürchten hatten. Danach kamen einige Tiere unter den Baum und riefen zu ihm hoch, dass er noch einmal die Stimme der Menschen nachmachen sollte und dann krächzte Rudolf so laut er konnte " Hallo, Hallo , alles klar " !!! Das war zwar alles was er konnte, aber die anderen Tiere waren schwer beeindruckt von Rudolf und riefen, daß er der klügste Rabe in der ganzen Gegend war.

Aber plötzlich traute er seinen Augen nicht und wäre vor Schreck fast vom Ast gefallen als er etwas sah, was es eigentlich garnicht gab. Zuerst glaubte er, daß er träume, aber dann sah er, wie ein Bagger am anderen Ende des Feldes abgeladen wurde und nun auf den Wiesenrand zuratterte. Noch war er zu weit entfernt das er zu hören war, aber als er begann über den Rand zu fahren und seine riesige Schaufel ausfuhr, die sich in das grüne Gras fraß, wußte er sofort, daß hier etwas geschah was ihnen allen Angst machte. " Ja da fallen mir ja gleisch die Schwanzfedern raus " empörte er sich als er sah, daß der Bagger anscheinend gekommen war um sein schönes grünes Feld zu demolieren.

" Alarm " krächzte er laut, " Angriff auf unsere Wiese "!!

Sofort nach dem Ruf stoppte das friedliche Leben der Wiesenbewohner und alles sah ängstlich zum Baum wo Rudolf wild mit den Federn um sich schlug um seinem Ärger Luft zu machen. Aber Rudolf wäre nicht Rudolf gewesen wenn ihm als Chef nicht sofort etwas eingefallen wäre um die Lage zu meistern.

" Alles einmal herhören " kommandierte er , " ich brauche möglich sofort unsere Bienen vor denen die Menschen Angst haben und dann soll noch das Marder Spezialkommando anrücken, denn ich habe da eine Idee wie wir den Menschenbagger stoppen können der unsere Wiese mit seinen Blumen und unsere Hecken mit den schönen Beeren zerstören wil

" Zur Stelle " meldete sich in diesem Moment ein ganzer Bienenschwarm und als Rudolf ihnen von seinem Plan erzählte flogen sie freudig in Richtung Straße um dem Menschen auf dem eisernen Ungetüm richtig Angst zu machen.

Der Baggerfahrer ahnte davon noch nichts als er die riesige Schaufel mit Wucht in das Feld ansetzte und im selben Moment Gas gab um eine gerade Fläche für das neue Stadium zu schaffen als mit einem unheimlichen Summen ein Bienenschwarm wie aus heiterem Himmel auftauchte und sich auf ihn stürzte. Der Angriff kam so überraschend , daß ihm vor Schreck der Bagger aus der Kontrolle geriet als er wild mit den Händen versichte die Bienen von seinem Gesicht abzuwehren. Es half aber nichts, denn die wunrden dadurch immer aggressiefer und wollten natürlich den Befehl von Rudolf , ihrem Wiesenchef erfolgreich durchführen.Und der war nicht untätig geblieben denn als er den Luftangriff seiner Freunde von seinem Ast aus im Auge behielt rief er das eingetroffene Spezialkommando von 2 Mardern her und erklärte ihnen was sie zu tuen hätten. " Wäre doch gelacht " krähte er kampflustig, " wenn wir uns nicht wehren könnten " !

Daß sein Kommando bereits den ersten Erfolg zeigte sah er , daß sich der Baggerfahrer mit einem Satz ins Gras und dann einigen Sprüngen über die Strasse in Sicherheit gebracht hatte.Von dort holte er sein Handy heraus und rief seine Firma an. " Hallo Chef, " rief er, " ich bin von einem Bienenschwarm angegriffen worden und kann so nicht weter baggern "

" Von einem Bienenscharm ? "

" Ja genau, und jetzt stehe ich auf der anderen Strassenseite bis sich die Biester beruhigt haben , denn sie haben mir mein ganzes Gesicht zerstochen und so kann ich nicht weiter arbeiten " !

" der ist ja nicht ganz dicht im Kopf " dachte der Bauchef und schrie ins Telefon, daß er nicht daran denke, das er wegen eines Bienenschwarms die Arbeit auf dem Feld stoppen würde.

" Auftrag ist Auftrag " meinte er, " und Du wirst jetzt mit Deiner Baggerei weitermachen"

" Ok Chef " aber da ist noch was " meinte er, denn in diesem Moment näherte sich eine Gruppe von Frauen und Männer aus dem Ort mit Transparenten auf den stand " Rettet unsere Natur " und " Schluss mit Prestigeobjekte "

" Was ist denn da noch, noch ein Bienenschwarm ?

" Hier kommt ein Zug mit Demonstranten der gegen das neue Stadion protestiert " :

Auch Rudolf hatte die Protestler auf der Strasse bemerkt und gab seine Beobachtungen den anderen Wiesenbewohnern weiter die angespannt unter dem Baum warteten ob ihre Verteidigung Erfolg hatte. " Und jetzt Attacke " rief er denn in diesem Moment waren die beiden Marder am Feindobjekt angekommen und machten sich sofort an die Areit indem sie sich genüßlich über alle Schläuche hermachten und diese im Nullkommanix zerbissen.

" Ich lasse doch meine Arbeit nicht wegen ein Paar Bienen und Demonstranten sausen " schimpfte der Bauleiter " und jetzt mach Dich wieder auf Deinen Bagger und sorge dafür, daß bis heute Abend eine ansehliche gerade Fläche entstanden ist "

" Wie sehen Sie denn aus ? " fragten ihn die Protestierer neugierig als sie das geschwollene Gesicht des Baggerfahrers bemerkten, aber der winkte nur müde ab und begab sich wieder zurück aufs Feld um seine Arbeit fort zu setzten um seinen Chef nicht weiter zu verärgern.

Ihm war in der ganzen Aufregung garnicht aufefallen, daß er den Zündschlüssel garnicht herausgezogen hatte als er fluchtartig das Weite gesucht hatte und wunderte sich jetzt daß alles plötzlich so ruhig geworden war. Verwundert drehte er den Zündschlüssel immer wieder um , aber da tat sich absolut nichts und der Motor wollte und wollte einfach nicht mehr starten so oft er auch drehte. Aber er war ein alter Hase als Fahrer und fand schnell den Fehler als er den Motor kontrollierte und die durchgebissenen Leitungen bemerkte.

" Wir haben noch ein Problem " meldete er sich erneut in der Firma. " Alle Leitungen sind zerbissen und ich nehme an, daß hier einige Marder eine Party gefeiert haben "

" Herrgott " bekam er als Antwort zu hören, " wir sind doch nicht im Krieg sondern haben den Auftrag der Stadt ein neues Stadium zu bauen und nun kommst Du und versaust mir meinen Frühstückskaffe mit Bienenschwärme, Demonstranten und fresswütigen Mardern",

" So ist es Chef " nickte der Fahrer " und ich komme jetzt am besten in die Firma zurück denn bevor nicht die ganzen Leitungen ausgewechselt werden kann nich sowieso nichts mehr machen und mein Gesicht fängt an höllisch zu jucken."

" Du bleibst erst einmal da " ordnete der Chef an. " ich komme jetzt selbst raus und sehe mir die ganze Sache erst einmal an ." So langsam wurde er sauer auf seinen Fahrer. " Läßt sich von ein paar Mückenstiche in die Flucht schlagen und macht gleich ein Theater l wegen einem demolierten Schlauch und um die Demonstranten sollte sich der Bürgermeister kümmern denn der wollte sich doch mit dem neuen Fussballstadium ein Demkmal setzten in der Hoffnung, daß die Mannschaft in die Bundesliga aufsteigen würde und dabei kämpften sie um zumindest in der Regionalliga zu bleiben."

" Habt ihr mir etwa meinen Bagger demolier und die Schläuche durchgeschnitten? " fragte er die Demonstranten die jetzt näher gekommen waren und interessiert das Gesicht des Fahrers und den lahmgelegten Bagger betrachteten.

" Reden Sie nicht so einen Schwchsinn " antwortete die Wortführerin die sich mit ihrer Taafel vor ihn stellte auf der gross " RETTET DIE UMWELT " zu lesen war " und wies mit der Hand in die Runde. " Schauen Sie sich doch nur ihren Unglücksfahrer und dann ihren Panzer dort unten an und dann werden Sie zugeben müssen, daß selbst die Tiere, die hier auf der Wiese leben sich gegen die Zerstörung ihrer Umwelt gewehrt haben "

" Und das mit der Behauptung , daß wir Ihren Bagger demoliert hätten wird ein Naqchspiel haben " , meinte der Mann neben ihr, " denn wir sind friedlich demonstrierende Bürger die den letzten Rest Natur verteidigen den wir noch haben. "

" Genau so ist das " nickte die Wortführerin, " denn sehen Sie doch nur einmal zur anderen Seite der Wiese , dort wo der grosse Eichelbaum steht und die Holunder und Haselnusshecken sind und dann erklären Sie uns wovon sich die Vögel hier in Zukunft ernähren sollen , oder sollen die etwa in den nächsten Supermarkt fliegen und sich dort ihr Vogelfutter selbst kaufen ? "

" Das ist doch Quatsch " wurde der Bauführer kleinlaut, " denn jetzt übertreiben Sie gewaltig, denn Sie müssen auch an das grosse Fußballstadion denken was hier entstehen soll".

" Eben" meinte die Frau, " daran denken wir ja die ganze Zeit und deswegen haben wir das Fernsehen um Hilfe gebeten damit die eine Reportage über Ihr Wahnsinnsobjekt machen.Vielleicht bauen Sie ja danach noch einen grossen Flughafen für die Stadt damit unser Herr Bürgermeister konfortabel in die Natur fliegen kann während die Natur bei uns flöten geht."

" Der Bürgermeister muss her " schoß es dem Bauherr durch den Kopf, " denn so lagsam wird mir die Sache hier alleine zu heiss."

" Morgen " blaffte er ins Handy als sich die Sekretärin des Stadtoberhauptes meldete." Richten Sie Ihrem Chef aus, daß ich hier an der Baustelle bin und nicht mit den vorgesehenen Erdarbeiten beginnen kann weil eine Horde wildgewordener Protestler meinen Bagger lahmgelegt haben und mein Fahrer durch einen Schwarm wild gewordener Bienen außer Gefecht gesetzt worden ist."

Er ahnte in diesem Moment nicht, daß daß das Ganze von der Eiche aus genau beobachtet wurde und Rudolf seinen gespannt wartenden Freunden berichtete welchen Erfolg die Marder und Bienen gehabt hatten als die Sache immer spannender wurde weil in diesem Moment fast gleichzeitig ein Übertragungswagen des Regionalfernsehens und das Auto des Bürgermeisters zu der Gruppe kamen. " Alles mal herhören " krächzte er vom seinem Ast denn nun wird es erst richtig lustig weil wir ins Fernsehen kommen."

Was der Bürgermeister am anderen Ende der Wiese sah machte ihn garnicht lustig ." Es gibt Tage" sagte er sich, " da sollte man lieber im Bett bleiben anstatt daß ich mich jetzt mit Umweltfricks herumärgern muss."

" Sie hätten meiner Sekretärin sagen sollen daß auch das Fernsehen da ist " begrüßte er den Bauführer schlecht gelaunt und hob beschwichtigend die Hände um zumindest einen guten Eindruck auf der Fernsehübertragung zu machen.

" Das wird ja eine richtige geile Sache " flüsterte der Reporter seinem Kameramann zu, " mach doch mal eine Nahaufnahme von dem zerstochenen Fahrer und dann von dem demolierten Bagger " denn eine Demonstrantin hatte ihm bereits zugesteckt, daß der Bagger von Marder außer Betrieb gesetzt worden war und nicht von den Demonstrierenden.

" Die Bewohner der Blumenwiese verteidigen ihr Reich " würde der Hit in der heutigen Abendschau werden denn sie waren davon ausgegangen einige friedlich demonstrierende Naturschützer vor einem bunten Feld anzutreffen und nun stellte sich heraus, daß sie mitten in ein Kampfgebiet gekommen waren. Diese Chance wollte sich der Reporter nicht entgehen lassen und mit seinem Beitrag dafür sorgen, daß die Angelegenheit richtig bekannt wurde.

" Halten Sie es für möglich " fragte er den Bürgermeister, " daß sich die Tiere auf dieser Wiese gegen die Zerstörung ihrer Wiese gewehrt haben ?"

" Das meinen Sie doch nicht im ernst ? "

" Und warum nicht ? " schob sich eine Deonstrantin ins Bild. " ich bin die Grundschullehrerin und plane mit meinen Kindern einen Ausflug zu dieser Wiese zu machen damit sie später ihren Kindern erzählen können wie früher ein Feld mit bunten Blumen ausgesehen hat als sie noch zur Schule gingen und die Natur nicht nur vom Fernsehen zu bewundern war."

Und in diesem Moment wurde der Bürgermeister vom Saulus zum Paulus. Er fühlte sich plötzlich alleine und hilflos gegenüber der demonstrierenden Menge die ständig größer wurde und sah nachdenklich zur Blumenwiese die friedlich neben der Straße lag und wo jetzt fröhliches Voelgezwitscher ertönte. " Eigentlich " dachte er, ist unser Stadium doch noch garnicht so schlecht dass wir es abreißen sollen und auch auf die kommenden Kommunialwahlen dachte er und daran, daß sich hier eine Gelegenheit ergeben konnte wo er Punkte sammeln konnte.

" Ich werde das Bauvorhaben nochmals zur Prüfung vorlegen," sagte er in das vorgehaltene Mikrofon " und an dieser Stelle nochmals betonen, daß auch ich für die Erhaltung unserer Natur bin damit hir kein falscher Eindruck entsteht."

" Bis zur entgültigen Entscheidung lassen Sie das schwere Gerät entfernen," wies er den Bauführer an und zeigte auf den Bagger," und wir beruhigen uns erst einmal alle und gehen die Sache mit der notwendigen Gelassenheit an "

" Sieg, Sieg, Sieg " schrie Rudolf als er sah, wie sich die Menge langsam auflöste und am Ende nur noch der demolierte Bagger einsam und verlassen am Tatort zurück blieb . " wir haben gewonnen tanzten alle im Kreis und freuten sich, daß sie gewonnen hatten.

" Das war ja ein aufregender Tag " dachte Rudolf und ich wäre nicht Rudolf der Rabe wenn ich nicht dafür sorgen könnte das ich hier der Chef bin."!!!

         

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Meinhard Pahlke).
Der Beitrag wurde von Meinhard Pahlke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.01.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • meinhard.brohl2freenet.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Meinhard Pahlke als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Das Vermächtnis des Fremden von Marcel Ohler



DAS VERMÄCHTNIS DES FREMDEN – Gott Hades hat ein Problem: Um seinen perfiden Plan, Bruder Zeus zu stürzen, ungehindert durchführen zu können ist er gezwungen die Treue seiner friedliebenden Frau Persephone auf eine harte Probe zu stellen …

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Kinderträume" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Meinhard Pahlke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Abenteuer eines Seefahrers von Meinhard Pahlke (Spannende Geschichten)
Die Harfe von Frank Guelden (Kinderträume)
Der gute, schwierige Freund von Karl-Heinz Fricke (Wahre Geschichten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen