Marlene Remen

Der Zauber der blauen Orchidee 4. Teil

Am nächsten Morgen erzählte Julie ihrer Mama von diesem Erlebnis, bekam aber
nur ein ungläubiges Lächeln als Antwort. Mama glaubte ihr nicht, sie meinte immer, sie
hätte eine sehr lebhafte Phantasie. Den Anderen erzählte sie es erst gar nicht, sie
hätten sie nur ausgelacht. Aber Julie wußte, es war kein Traum gewesen, denn es
waren nur ein paar Minuten vergangen, wo sie all das Zauberhafte erlebt hatte, sie
hatte nicht geschlafen. Der Tag verlief wie immer, 5 Stunden Schule an diesem letzten Tag
vor den Weihnachtsferien. Ferien mochte Julie eigentlich nur im Sommer, da konnte man
mehr unternehmen. Aber auf das Weihnachtsfest freute sie sich schon, denn Mama und
Papa hatten alle für den 1. Weihnachtstag eingeladen, das würde schön werden.

Nach dem Mittagessen fragte Mama sie : "Könntest du dich um Gina ein wenig kümmern,
ich habe noch soviel zu tun, das kann ich nicht, wenn sie ständig irgend einen Unsinn macht."
Eigentlich hatte Julie vor, sich etwas Musik anzuhören, aber Mama zuliebe machte sie es.
Gina war wirklich manchmal eine Nervensäge, besonders wenn sie Langeweile hatte.
Sie könnten ja zusammen "Mensch ärgere dich nicht" oder "Mühle" spielen, damit ließ sie
sich schon eine Weile beschäftigen. Gina war begeistert, denn Julie hatte nicht immer
Zeit, um mit ihr zu spielen. Wenn sie Schulaufgaben machen musste, oder für eine Arbeit
lernte, durfte sie nicht stören, sonst gab es Ärger mit Mama. Aber es waren ja jetzt
Ferien und Julie hatte Zeit, Prima. Nach circa 2 Stunden "Mensch ärgere dich nicht"
und nach einigen Partien "Mühle" hatte Gina aber keine Lust mehr. Papa war von der
Arbeit nach Hause gekommen und sie wollte ihn fragen, ob er mit ihr und Hund "Lucky"
spazieren ging. "Ja, meinte Julie, mach das, Lucky wird sich freuen!" Schon war Gina
auf dem Weg nach unten und Julie genoß die Ruhe. So gerne sie ihre kleine Schwester
hatte, aber es war schon anstrengend mit ihr.

Sie schaltete ihre kleine Musikanlage ein und legte die CD auf, die sie sich so gerne
anhörte. Es ließ sich so schön träumen dabei. Julie brauchte und mochte diese Zeit für
sich. Auf ihrem Bett liegend lauschte sie den harmonischen Klängen und ihr Blick fiel
auf ihre neue Orchidee. Wieder war eine Blüte aufgegangen, sie war in der Farbe noch
etwas heller gegenüber den anderen Blüten, deren intensives Blau Julie bei jedem
Anblick begeisterte. Doch dann sah sie, wie aus dem Herzen dieser neuen Blüte sich
ganz langsam ein Tropfen löste, über den Blütenrand lief und auf die Blüte darunter fiel. Deren Blau wurde zusehends blasser und auch aus ihr löste sich ein Tropfen. Es sah aus,
als ob sie weinten und Julie erschrak doch sehr. Ganz zart streichelte sie mit ihrem Finger
über die Blüten und es wurde ihr gar nicht bewußt, dass sie auch weinte.
"Was ist geschehen, warum weint ihr, sagt es mir, habe ich etwas falsch gemacht ?"
Es bildeten sich immer mehr Tropfen, die aus den Blüten rannen und alle hatten ihre
Farbe verloren. Sie weinten immer mehr und Julie mit ihnen.



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.01.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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