Elke Müller

Geliebtes fernes Land AMERIKA

Lars Schmidt wäre nicht Lars Schmidt, welcher gleich wegen einen kleinen Fehlschlag aufgibt. Heika zur Strecke bringen steht ganz oben auf seiner Liste. Er nahm sich einfach ein noch vorhandenes angebundenes Pferd, schwang sich auf dessen Rücken und jagte in Richtung Berge davon. Keinen Blick warf er zurück. Er wollte dort rasten und seine Stellung beziehen, um seinen Erzfeind abzufangen. In Gedanken sah er alles genau vor sich, wie er Heika quälen und ihm die Haut vom lebendigen Leibe abzog. Ein breites Grinsen lag dabei auf seinem Gesicht.
In der Handelsstation machte man sich derweil ebenfalls Sorgen, das Heika einige Tage mal fehlte ist nichts besonderes, aber Ashley? Nicht nur die Großmutter war in großer Sorge. Abigail trommelte all seine Krieger zusammen. Suchte aus ihnen die besten Kämpfer und Spurensucher heraus, um nach einer kurzen Besprechung, sich an der Spitze führend, aufmachten, die zwei Vermissten zu suchen. Sie fanden die Kampfspuren unten am Fluss, die noch nicht ganz verwischt waren, ebenfalls den durch Geier und Tiere fast verzehrten Kadaver eines Menschen. Man stieg ab, um Spuren zu lesen und herauszufinden was geschehen war. Einige ritten das Ufer auf und ab. Splinter erschien plötzlich unerwartet am Tatort, schnüffelte eine Weile herum, erhob die Schnauze zum Himmel und heulte auf. Lief danach in Richtung Wald zurück, blieb aber immer wieder abwartend stehen. Die Männer verstanden, schwangen sich wieder auf ihre Pferde und folgten ihm.

Zwischen großen Felsblöcken gut versteckt, lauerte angespannt und mit schlechter Laune eine Gestalt. Sein Pferd weidete in einer Senke, die nicht gleich einsehbar war. Ein Trupp Indianer näherte sich den Bergen. Ein Gewehrlauf schob sich zwischen den Steinen hindurch. Als die Gruppe halt machte und abstieg, knallte ein Schuss. Ein Krieger wurde in die Brust getroffen und sank ohne einen Laut auf den Boden. Ein Wutgeschrei erfolgte. Lars Smith lachte laut höhnisch auf und richtete sich auf. Als einige Indianer den Berg zu stürmen begannen, lies er bösartige Hassreden auf diese nieder, sowohl folgten noch einige Gewehrschüsse, drehte sich dann um, rannte hinunter in die Senke, schwang sich auf sein Pferd und preschte die entgegengesetzte Seite hinauf, welches man am Echo der Hufe des Pferdes hörte und verschwand. Er wusste genau, das sich weiteren Verfolger an seine Fersen hängen würden. Doch es war ihm egal. Nach einigen Stunden, fand er frische Spuren einer kleinen Gruppe, die in eine bestimmte Richtung führten.

„ Du Hund eines Kojoten, wieviel Patronen waren geladen?“ „ Warum? … Genug jedenfalls um dich zur Strecke zu bringen. Es waren genau fünf Stück.“ „ Pah, solltest besser zielen lernen, davon stecken vier nämlich in dem Stamm jener Kiefer dort.“ Smith wurde rot im Gesicht, das Mienenspiel zeigte vom Kampf widerstreitender Gefühle. „ Wo bitte frag ich dann, ist die Fünfte?“ Heika wies auf ein Loch in seiner Schulter. Blut sickerte träge herab. „ Nur eine Fleischwunde, verheilt schnell. Aber du falsche Natter hast dennoch dein Leben verwirkt. Glaubst wohl, nach all den Jahren nicht erkannt zu werden. Die Stimme, der Gang, die Blicke, die Gesten, alles noch das Gleiche wie damals, sowie die Narbe auf der Schulter.“ „ Ach die! Die habe ich mir bei einem Kampf mit einem Puma geholt.“ „ Lügner! Und diese silbrige Narbe auf der rechten Handfläche? Ich habe mir damals geschworen, nicht eher zu ruhen bis ich den Mörder meiner Mutter und all der Anderen sinnlos dahin gemetzelten meines Stammes finde. Nun habe ich dich endlich gefunden!“ Ein Schreck durchfuhr Lars, wie das brennen einer Nessel. Er wird nervös, hat begriffen, doch jetzt ist es zu spät. „ Du bist sehr intelligent Le Cerf Agile.“ „ An jenen Tag hatte ich meine Schwester besucht. Als ich am Ende des Tages zurück kehrte, war vor mir ein Buschfeuer. Irgendeine Vorahnung ergriff mich, mein Herz schlug rasend schnell. Ich rannte los, sprang über den letzten Graben welcher als Tränke für die Pferde diente und hörte die Hunde bellen. Schaute nach der Stelle wo mein Zuhause gewesen war, doch das Zelt war weg. Ich ging näher. Die Flammen züngelten immer noch und leckten an den langen verkohlten Holzstangen. Von meiner Mutter fehlte jede Spur. Dann hörte ich Schreie. Sie klangen wie Schmerzgeheul eines Hundes. Wie im Drangs glitt ich zwischen all den brennenden Zeltwänden dahin, sah Leichen von Männern, Frauen und Kindern am Boden liegen. Es wehten beißend stinkende Qualmschwaden über alles hinweg. Tränen liefen mir übers Gesicht, doch ich merkte es nicht. Fremde Männer waren auf dem Gelände, töteten alles wie im Rausch. Meine Mutter fand ich geschändet, mit durchtrennter Kehle an Pflöcke gebunden. Die Mörder waren nicht nur Minges, es waren auch Weiße darunter. Ich habe nie gedacht, das Menschen sich einander so etwas antaten. Ich stand wie angewurzelt da und wusste, das mich die Männer sehen können und weder Mitleid noch Gnade kennen. Ein Pferd wieherte, ich rannte hin, aber es schnaubte vor Angst und Schmerz und bockte. Es bäumte sich über mir auf und seine Hufe schlugen nur knapp an mir vorbei. Der Vorgang blieb nicht ungesehen. Eine mit Blut und nach Tod riechende, besudelte Horde kreiste mich ein. Aber ich wollte nicht sterben. Ich trat gegen den Mann der mir am nächsten war, traf ihn zwischen den Beinen, grub meine Zähne in eine Hand die mein Handgelenk gepackt hatte, mit meinem Messer zerschnitt ich jemanden die Hand und riss mich los und lief auf den Wald zu. Einige kamen mir nach. Konnten zwar schneller rennen, aber ich kannte mich hier aus. Es setzte Regen ein, die Bergpfade wurden schlüpfrig und tückisch. Ich hatte einen guten Vorsprung. Nach einer Weile gaben meine Verfolger auf. Es dauerte bis spät in der Nacht, ehe das blutige Geschäft vollendet war. Am folgenden Morgen segelten die ersten Aasvögel kreischend am Himmel. Ich war einer der wenigen die der Verfolgung entging.“ Lars schloss die Augen, jede Einzelheit des Geschehens erschien ihm wieder. Aus seinen Worten war grenzenloser Hass zu spüren. „ Unser Trupp hat das Lager schon eine ganze Weile beobachtet gehabt, die Männer gesehen, welche sich versammelten und dann auf ihre Pferde sprangen, um sich zum jagen in die Berge auf zu machen. Hatten also nicht viel an Gegenwehr zu erwarten. Beim Angriff wurde unerbittlich von allen Seiten her gefeuert.“ Er lächelte. „ Aber wenn man einmal den Abzug drückt empfindet man nur Freude, wenn die Körper von Kugeln durchsiebt zu Boden sinken. Es ist nicht schön Menschen wie Vieh abzuschlachten. Es war ein berauschendes Gefühl, die Macht über Leben und Tod in den Händen zu halten... das macht einem ganz krank. Auf die Restlichen wurde eine Treibjagd eröffnet. Jeder konnte mit seinem Opfer machen was er wollte. Habe Schreie gehört und das knistern der Flammen und das knallen von zerborstendem Holz. Ob nun deine Mutter oder auch nicht, eine junge Frau schrie laut voller Wut und Hass auf, beleidigte mich mit Schimpfwörtern als sie mich kommen sah. Ich habe sie gepackt, verdrehte ihr den Arm, sie beißt sich auf die Zähne, versucht sich loszureißen, verteilt Fußtritte und kommt los, schlägt mit Fäusten auf mich ein. Will dann fliehen. Na ja, wir wollten auch unseren Spaß haben. Ergreife sie erneut, drücke sie ausgestreckt vor mir auf den Boden und lege mich über sie. Sie setzt sich mit unglaublicher Kraft zur Wehr. So halte ich ihre Handgelenke fest, drücke ihre Arme und Beine gespreizt auf den Boden. Doch sie krümmt und windet sich weiter, schreit mir dabei in die Ohren. Plötzlich zückt sie ein Messer, woher weiß ich nicht, rammt es mir in die Schulter. Darauf verpasse ich ihr ein Faustschlag ins Gesicht. Sie bleibt regungslos liegen. Band sie nun an Pflöcken gut fest. Da lag sie nun wimmernd vor mir. Ich nahm sie ungeachtet meiner blutenden schmerzende Wunde. Danach waren die Anderen dran, wie sie Lust hatten. Die Kehle... die hab ich ihr durchgeschnitten, weil ich dazu eben mal Lust hatte.“ Smith senkte den Kopf, dann schaute er wieder auf. „ Ich weiß, es ist Wahnsinn, aber es ist wahr!... Ich habe gewusst das ich eines Tages krepieren werde... Na ja, ist nicht so tragisch. Kein Mensch weiß genau wann er sterben muss. Aber vielleicht spürt man das und entsprechend beginnt man zu planen. Der Tod kommt plötzlich und das Leben ist leider zerbrechlich und kurz. Eines Tages müsse man eben dafür bezahlen. Tja, all die Schlechtigkeiten unserer Zivilisation müsst ihr erst bewältigen. Trotzdem, spucke ich auf euch stinkenden Assfresser von Rothäuten!“ Von maßloser Wut und Hass geschüttelt schlägt Heika Lars mit der Faust voll ins Gesicht. Einen Augenblick taumelt er unter der Heftigkeit des unerwarteten Schlags. Doch weitere Schläge erfolgen auf dessen Körper, bis er leblos zusammen sackt, dann schleudert Heika ihn bei Seite.

Mit weit schmerzvollen aufgerissenen Augen beobachtete Ashley alles. Langsam ging sie auf Heika zu, der schwer atmend dastand. Sie schlang ihre Arme fest um seinen Körper und legte ihren Kopf an seine Brust. Ihr Gesicht war leicht gerötet und sie war nervös. „ Kann ich nicht...irgend etwas für dich tun?“ Seine Stimme klang gereizt. „ Gewaltig ist dieses Land soweit das Auge reicht. Der Mensch wirkt so klein in ihm. Doch die Gier des Menschen nach neuen Biotopen ist unersättlich. Haben die Bleichgesichter nicht schon genug von den roten Männern gestohlen? Wie eine grüne Oase ragten damals die Black Hills aus den weiten Prärien auf. Für uns Sioux waren sie heilig. Im Jahre 1874 wurde dort Gold entdeckt und in Scharen kamen die weißen Abenteurer.... Es ist so ungerecht! Ich habe es satt! So satt!“ Er entwand sich ihrer Umschlingung. Entfernte sich ein paar Schritte, schaute für einen Augenblick zum Himmel und sann. Seine Augen beginnen zu leuchten als er den Blick schweifen lässt. Dann lies er den Kopf sinken und ein tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust. „ Zölf Jahre meines Lebens habe ich bei euch Weißen verbracht. Sie haben mir damals, als ich zur Schule kam, gleich als erstes die Haare abgeschnitten, sie zwangen mich die gleiche Kleidung zu tragen und.... lernte so zu denken wie ihr. Es ist traurig, dass Hautfarbe und Sprache, Vermögen und Wissen solchen Unterschied zwischen denen machen, die doch nur die Kinder eines Volkes sind. Und wir waren einst ein großes und mächtiges Volk gewesen. Wir waren frei wie die Vögel bis... ihr Weiße in unser Land gekommen seid. Man hängte uns Dinge an, das unser Volk nie getan hat. Wir leben alle auf dem selben Land, was ihr Weißen aber gemacht habt... ist Landesfriedensbruch. Ihr habt uns von unserem eigenem Land vertrieben. An uns wurde ein Völkermord begangen! Man wollte uns ausrotten! Es dauerte lange, sehr lange, ehe das blutige Geschäft des Tages vollendet war... Aber in all den Geschichtsbüchern wird nichts davon erzählt, man verleugnet es einfach! Die Ohren sind verschlossen für den Schrei eines Indianers, der beim Raub oder beim Überfall getötet wird! Wir kämpfen ständig ums überleben. Haben immer nur Versprechungen gehört, aber alle wurden schon im gleichen Moment zig mal gebrochen. Seit daher fließt Blut gegen Blut. Die Indianer beanspruchen das Land für sich, da sie auf die Jagd angewiesen sind, die Weißen dagegen fragen nicht lange und siedeln sich an, weil sie schließlich auch eine Daseinsberechtigung haben. Mancher lag nur noch auf der Lauer und schoss jeden Indianer ab, den er aufspüren konnte. Ihr habt die Wildnis zugrunde gerichtet, in nur zwei kurzen Menschenjahren! Mit einer Intrige wird leicht ein Krieg ausgelöst und wie schwer ist es Missverständnisse aus den Weg zu räumen, wenn der Schaden erst einmal angerichtet ist... Meine Glieder und mein Herz sind voller Narben... Selbst die wildesten Indianerstämme werden nur noch eine kurze Zeit ihr Eigenleben führen können. Sie müssen sich schnell umstellen oder zugrunde gehen. Keiner von uns hatte bisher ein Leben führen können, ohne dabei an den allgegenwärtigen Kriegszustand erinnert zu werden. Es ist nicht einfach, dieses Leben hinter sich zu lassen. Die Zeit ist ohne Erbarmen. Indianer und Siedler werden ihr Land immer aufs neue Verteidigen müssen. Es ist furchtbar, nie selbst etwas entscheiden zu dürfen.“ Ashley konnte den Schmerz von Heika spüren, suchte verzweifelt nach Worten. „ Aber diese Zeiten sind Vergangenheit! Die Welt verändert sich. Du bist für die Freiheit geboren, ja,... und trotzdem, man lernt nie aus, weiß immer mehr. Den eigenen Träumen hinterher laufen bringt nichts. Gleichfalls ist nicht jeder ein Feind, es gibt auch viele Freunde.“ „ Ich weiß. Aber es gibt nicht genug davon. Denen ich begegnete waren immer freundlich. Aber es gibt hier sehr viel Leute, die solche wie uns hassen, gar fürchten. Wir sind anderst, haben andere Sitten und glauben teilweise an Götter welche uns erschaffen haben. Das Gute und das Böse bekämpfen sich seit uralter Zeit und ich glaube, so schnell wird sich daran nichts ändern.Oberstes Ziel war es, ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu werden. Aber in einer zynischen und kalten Welt, in die man entlassen wird, gibt es nur ein Mittel dieses Ziel zu erreichen: Mord! Ich habe nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen. Ein Mann ist ohne Grundbesitz ein Niemand. Nur wenn man alle Kräfte bündelt, wenn es gewollt und nicht zerredet wird und wenn man uns als eigenes Volk keine weiteren Steine in den Weg rollt, dann ist das zu schaffen. Doch auch hier, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist es nicht leicht. Ich liebe mein Land, ist dies ein Verbrechen?!... Ich fühle mich als Fremder auf dem Land wo ich geboren und aufgewachsen bin. Manche Narben werden immer bleiben. Das Leben bleibt nicht stehen, aber manchmal wünsche ich es mir.“ Er drehte sich um. Seine Augen forderten sie heraus. „ Was willst du eigentlich und all die Anderen? War der Schuttabladeplatz für den Abschaum der Menschheit noch nicht groß genug? Die Unzufriedenheit ist eine Eigenschaft der Weißen, die durch Habgier entsteht. Das beweist das Bandenunwesen in vielen Staaten, wie in Deadwood, wo der wilde Westen so wild wie nirgends sonst ist. Die Jugend, die in der Innenstadt aufwächst, hat einfach keine Perspektiven... Wir töten nur, um vor den Weißen sicher zu sein. Also wieso?“ Ashley zögerte mit der Antwort. „ Nun genau gesagt, weiß ich es nicht. Ich kann es nicht erklären. In den langen Monaten auf See, habe ich mich öfter gefragt, warum ich eigentlich all dies mitmache. Alles was ich kannte habe ich hinter mir gelassen... Ich wünschte mir manchmal wie ein Vogel zu sein, sich einfach in die Lüfte erheben zu können, die Schwerkraft zu überwinden und weg zufliegen und sich vom Wind treiben zu lassen. Doch dann bin ich zu der Entscheidung gekommen, das nicht nur ein neues Land, nein, auch ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Aber alles braucht seine Zeit. So komme ich sehr selten mit meinem Vater in die Stadt, um all die aufgekauften Pelze und Felle gegen Blei, Pulver und andere wichtigen Dinge zu tauschen. Aber was wir sahen, waren zu viele Kneipen, Huren und gescheiterte Eingeborene, welche Unmengen Alkohol vertilgen und wissen nicht, dass er ihnen Verelendung bringt, als irgend etwas zu unternehmen. So habe ich mir gelobt, viel zu lernen und zu erleben, sowie nicht mehr so weiterzuleben wie bis vorher.“ Aus seinen Augen schien nur für einen Augenblick ein unauslöschlicher Hass die Herrschaft behalten zu wollen, doch dann blitzte wilde Freude auf. „ Du bist nie so gewesen wie die Anderen die ich kenne.“ Ashley lächelte. „ Ebenso möchte ich behaupten dich zu kennen, sehe jeden Tag wie du bist und... ohne dich...gäbe es nur Einsamkeit für mich. Niemand hat mir je erklärt das Freundschaft zu den größten Schätzen des Lebens dazu gehört. Wir glauben zwar nicht an euren Gott, auch glauben wir nicht an eure Geister, ebenfalls bemalen wir uns nicht und sind doch überhaupt ganz andere Wesen... Du bist noch jung und diese Welt liegt vor dir. Lauf nicht davon, gib deinem Leben einen Sinn. Du und ich wissen wie es um die Wahrheit steht. Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben. Es muss sich etwas ändern... in deinem Kopf. Du brauchst Wut. Du brauchst Selbstbewusstsein. Einen kaltblütigen Killerinstinkt, damit ein Prozess, eine Entwicklung, ein Versuch und vielleicht ein Irrtum ablaufen kann. Gleichfalls sind Tränen nicht nur zum weinen, sie werden deine Wunden heilen, zeig Gefühle halt sie nicht zurück.“ Er starrte sie nur ungläubig an.

Plötzlich tauchte ein dunkler Schatten vor ihr auf, zwei Arme fassten die ihren und drückte sie dicht an ihren Körper. Sie spürte geradezu das Messer zwischen den Rippen. Für Ashley war es ein schrecklicher Augenblick. Eine röchelnde Stimme erklang. „ Bleib wo du bist Le Cerf Agile!... Hast ja eine perfekte Show hingelegt gehabt, meinen Glückwunsch! Wie gut du austeilen kannst, was wir ja gesehen haben und dieser verächtliche Blick den du immer bei deinen Gegnern auflegst.... Aber eins hast du übersehen, mir mein Klappmesser abzunehmen. Das war ein Fehler.... Aber ich kenne nur ein Geschäft, das ein Mensch hier zu seinem Vorteil betreiben kann. Es sind so viele Dollars als Belohnung ausgesetzt, das man davon reich werden könnte. Ich bin nicht der Mann der seine Sache ohne weiteres aufgibt. So habe ich mir gedacht, ich bleib so wie es mir gefällt! Noch was, wenn ich mir ein Urteil über euch erlauben darf... das wird nichts aus euch, seht es doch ein!... Also, bis zum nächsten mal am Ende der Welt!“ Er zog die sich sträubende ashley mit sich fort. Auf einmal ein schriller Ruf. Wie aus dem Nichts heraus, sind die anderen Indianer gekommen. Sie befanden sich auf einer Anhöhe und sahen auf ihren verhassten Gegner nieder. Sie stiegen von ihren Pferden und warteten ab. Alle tragen Pfeil und Bogen oder auch Gewehre. „ Zum Teufel, was wollen die hier!“ schimpfte Smidt und sah einem nach dem anderen an und wusste nicht was er tun sollte. „ Sie werden dich töten und es wird neue Schwierigkeiten geben,“ sagte Heika ruhig. Gib auf!“ Schmidt begann unruhig zu werden. Er suchte mit den Augen eine Stelle, wo es durch Sträucher und Büsche etwas Schutz gab. „ Also dann los!“ schrie Lars, schubste Ashley grob zur Seite und machte einen Sprung aus der Gefahrenzone, ungeachtet der Worte die Heika ihm zurief das er keine Aussicht auf Erfolg habe. „ Oh, wir Indianer sind durchtrainierte Kämpfer und Jäger, hinterlassen kaum Spuren, sind gute Reiter und unermüdliche Läufer. Mit Waffengewalt ist nichts auszurichten, wenn man den ganzen Stamm gegen sich hat. Mit ihren Pfeilen treffen sie bemerkenswert gut und den will ich sehen, der mit einer Winchester gegen hundert Pfeile ankommt. Die Greultaten der Weißen sind nicht vergessen! Uns sind deine geheimen Missetaten bekannt! Ich habe einen feierlichen Eid geschworen. Wir wollen Gerechtigkeit für all die gekränkten und gemeuchelten Brüder und Schwestern. Ein Versprechen ist ein Versprechen!“ Schmidt warf Heika einen Blick zu, der stolz dastand und mit gleichmütiger Mine in dessen Gesicht blickte. Drehte sich um und rannte den nächsten Hügel zu. Einige Augenblicke später klangen die Sehnen der Bögen und Pfeile flogen ununterbrochen durch die Luft. Mehrere verzweifelte Versuche zu entkommen schlugen fehl. Einige Pfeile durchbohrten den Körper von Lars, er machte ein paar taumelnde Schritte. Tödlich verwundet zog er sich mit letzter Kraft ins Gestrüpp zurück. „ Um Gottes Willen, ich bitte euch, haltet ein!“ schrie Ashley angstvoll auf. Heika stürmte wie ein Blitz die Anhöhe empor und erblickte Blutspuren. Sorgfältig prüfte er und machte sich daran der Spur zu folgen. Er fand Lars von Pfeilen getroffen im Dickicht liegend. Ein Pfeil war unterhalb der rechten Schulter eingedrungen und durch die Brust wieder herausgekommen, doch noch lebte er. Heika beugte sich über ihn. „ Sieh,“ und hielt ihm das Messer vors Gesicht. „ Die Suche nach dir hat lange gedauert, aber nun bist du in meiner Hand!“ Die Angst im Gesicht von Lars wuchs sichtlich. Doch dann flog ein schwaches, feierliches Lächeln über seine Züge und er antwortete in abgerissenen Sätzen, wie es seine Kraft und Atem erlaubten: „ Wenn der Feind nah ist,... heißt es nicht zu jammern... oder gar zu streiten.... Der Mensch kann nun mal nicht aus seiner Haut... tuh was getan werden muss,... mach aber schnell... denn ein Messerstoß von mir.... und du kannst gleichfalls in die ewigen Jagdgründe aufbrechen.“ Heika zeigte nicht die leiseste Erregung. Es bedurfte keine weiteren Worte zwischen den beiden. Mit einem blitzschnellen glatten Schnitt des Messers, trennte er den Haarschmuck von dessen Kopfe und hielt den Skalp in die Höhe.

Fortsetzung folgt

------  Wer meine Geschichte noch nicht von Anfang an gelesen hat, kann dies unter folgende Daten machen:

09.12.2013  Beginn
11.12.2013   Fortsetzung
19.12.2013   Fortsetzung
26.12.2013   Fortsetzung

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.01.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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