Klaus-Jürgen Langner

Dons Gedanken im Januar

Dons Gedanken im Januar
 
Jetzt habe ich schon achtzig Jahre gelebt. Und was habe ich davon? Eine eigene Einsicht: Mein Leben ist ein Wunschkonzert, aber ich habe erst spät gelernt, die richtigen Instrumente zu spielen. Dabei habe ich auch Menschen kennen gelernt, die behaupten: Ich sei nur  eingebildet. Dass dem nicht so ist, beweisen viele Fotos auf denen ich ganz lebendig zu sehen bin.
Ich bin vielen Menschen aufgefallen. Das ist nicht schwer gewesen, denn dazu genügt schon ein interessantes Äußeres, aber um im Gedächtnis der Menschen zu bleiben brauchte ich auch eigene Gedanken.
Manch einer sagt zu mir als 80zig jährigem: Du hast aber eine tolle Erfahrung!
Dabei weiß ich aber auch als einziger, dass ich manche Fehler über 30 Jahre lang gemacht habe. Und die wirkliche Erfahrung ist die Summe meiner Irrtümer. Deshalb bin ich auch nicht auf dem Weg zu Weisheit, nein, ich bin nur viel vorsichtiger geworden. Ich weiß jetzt: Perfekt zu sein ist nahezu unmöglich, aber Irrtümer, die ich mache wenigstens zu genießen, ist schon was. Zurzeit habe ich sogar immer noch viel zu tun: Ich bereite gerade akribisch meinen nächsten Irrtum vor! Das kann ich bestens ganz alleine, aber wenn ein wirklich riesiges Durcheinander entstehen soll, dann brauche ich dazu schon meinen Computer!
Aber zunächst mal will ich das Notwendige tun, dann fühle ich mich frei genug das Mögliche in Angriff zu nehmen und bin dann vorbereitet das Unmögliche zu schaffen.
Wer meint da das schaffe ich nicht? Ich habe ganz viel in meinem Leben über mich selber in Erfahrung gebracht, was ich auch nicht ohne weiteres glauben würde, wenn es jemand erzählte.
Aber ich weiß jetzt auch, dass ich kraft meiner konzentrierten Gedanken allem widerstehen konnte, was ich nicht machen wollte, allerdings mit einer Ausnahme: Ich kann immer noch nicht einer Versuchung widerstehen!
Wirklich gute Erkenntnisse habe ich auch in einigen Fällen erworben. Ich hab erkannt, dass Frauen Katzen mehr lieben als uns Männer. Das ergibt sich schon daraus, dass  Katzen sich nächtelang herumtreiben können, auf dem Sofa pennen dürfen und das Klo darf auch schon mal dreckig sein, gestreichelt wird trotzdem.
Ich habe es auch erlebt, dass Frauen manchmal so eindeutig direkt sein können. Da fragt mich eine Freundin: „Du siehst so anders, warst Du beim Friseur?“
„Ja!“
„Und warum bist Du nicht sitzen geblieben bis er fertig war?“
Ja, manchmal schimpft sogar meine Frau mit mir, dass sie alles aber auch alleine machen soll. Nur ich bin dafür die falsche Adresse, denn die Sache mit der Monogamie ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
Ich habe sogar schon mal bei einer Frauen Unterhaltung zugehört:
„Hast Du einen Mann?“ fragte die eine und die andere antwortete: „Nein, ich hasse alle Männer!“ Da sehe ich genau, dass für manche Frau der Ehemann nur ein Hometrainer ist zur Vorbereitung auf anderweitige Abenteuer, also Auswärtsstarts
(Übrigens: Ist das Gegenteil von Abenteuer vielleicht „Morgenbillig?).
Ich weiß aber, dass es auch anders zwischen den Geschlechtern zugehen kann.
Das liegt dann irgendwo zwischen: „Ich Dich auch“ und „Du mich aber auch!“ und man nennt es dann Beziehung!
Aber perfekte Frauen gibt es mit Sicherheit auch. Eine exzellente Haushälterin ist zum Beispiel die, die sich fünfmal scheiden lässt und jedes Mal das Haus behält.
Aber muss man denn auch immer gleich heiraten? Es gibt doch auch das, was man neudeutsch „One- Night-Stand“ nennt. Der Ausdruck gefällt mir aber gar nicht und ich schlage stattdessen „Stichprobe“ vor. Ob sich das durchsetzen kann?
Und wenn ich jetzt noch auf ein Mutter-Tochter Gespräch zurückgreife, wird die Einstellung von vielen Frauen sehr schnell klar:
„Soll ich mir einen Hund anschaffen oder heiraten?“  fragt die Tochter.
Antwortet die Mutter:
„Willst Du Dir den Teppich versauen oder Dein ganzes Leben?“
 
Und noch eines ist mir ganz klar geworden: Geburtstage müssen richtig gesund sein. Das ergibt sich schon aus der Tatsache: Je mehr ich davon erlebe, umso länger lebe ich!
Und dennoch will ich sehr vorsichtig sein, wenn ich zur nächsten Wahl gehen soll. Aus Erfahrung weiß ich, dass dort schon wieder eine „Urne“ auf mich wartet.
Aber ich sollte nicht immer wieder nur an so etwas denken. Denn wenn ich zwei „Backen“ sehe gehe ich auch nicht unbedingt davon aus, dass dazu ein Gesicht gehört.
Zum Abschluss noch eine profunde Erkenntnis. Den Wert mancher Dinge lernt man erst schätzen, wenn sie fort sind. Das beste Beispiel Klopapier!
Dons Gedanken im Januar!

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Klaus-Jürgen Langner).
Der Beitrag wurde von Klaus-Jürgen Langner auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.02.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Die Muttergottes und der Blumenkohl: Schubladengeschichten von Eveline Dächer



Kennen Sie das? Sie räumen nach Jahren mal wieder die Schubladen auf und finden dabei wahre Schätzchen, die völlig in Vergessenheitheit geraten waren.
In meiner Schublade fand ich Geschichten + Erlebnisse, die ich irgendwann aufschrieb und die teilweise schon zwanzig Jahre und länger dort schlummerten.
Nun habe ich sie wieder zum Leben erweckt, manche sind noch genauso aktuell wie damals, haben nichts verloren.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Zwischenmenschliches" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Klaus-Jürgen Langner

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Hat sich das alles gelohnt? von Klaus-Jürgen Langner (Gedanken)
Die Nachrichtensprecherin von Norbert Wittke (Zwischenmenschliches)
Der Christbaum von Karl-Heinz Fricke (Wahre Geschichten)