Marlene Remen

Die Nr. 4 Geschichte 6. Teil

In den nächsten Tagen herrschte ein geschäftiges Treiben im Haus.
Ständig klingelte dieses komische Ding, in dem ihr Mensch hinein-
sprach, Luzy wußte nicht, was dies alles zu bedeuten hatte. Ein sehr
großer, geflochtener Transportkorb war angekommen, den sie sich
erst mal ganz genau angesehen hatte. Sie hatte sogar schon darin
geschlafen und ihr Mensch lobte sie dafür. Was ging nur vor, fragte
sie sich, ihr Mensch wurde immer nervöser und beschäftigte sich
auch nicht mehr soviel mit ihr. Zum Spazieren gehen blieb überhaupt
keine Zeit mehr und Luzy fehlten diese Ausflüge doch sehr.

Der nächste Tag kam und Luzy wurde in dem neuen Transportkorb
aus dem Haus getragen. Zusammen mit ihrem Menschen fuhr sie in
einem großen Auto in die nächste große Stadt. Vor einer Halle waren
sehr viele Menschen, die auch alle eine Transportbox bei sich hatten.
In diesen Boxen befanden sich die schönsten Katzen, wie Luzy sie noch
nie gesehen hatte. Auf langen Tischen wurden sie abgestellt und jede
Katze wurde von mehreren Menschen begutachtet. Bei Luzys Vorstellung
ging ein Raunen durch die ganze Halle. Sie ließ alles geduldig über sich
ergehen, ja, es machte ihr sogar Spaß, soviel Aufmerksamkeit zu bekommen.
Zum Ausruhen ging es wieder in den Korb und sie schlief ein wenig ein.
Sie war auf einer Katzenausstellung und gewann an diesem Tag den
1. Preis im Wettbewerb, was sie natürlich nicht wußte. Doch er freute
sich sehr, ja, dies sah sie. An diesem Abend gab er ihr ein paar ganz tolle
Leckerbissen und Luzy war glücklich, ihn wieder für sich alleine zu haben.

Es ging wieder ruhiger im Haus zu und sie genoß ganz besonders die
Abende mit ihm. Sie lag auf der großen Fensterbank des Wohnzimmers
und konnte die ganze Strasse überblicken. Dann sah sie ihn, diesen großen,
grauen Kater und er war nicht allein. Sie glaubte nicht, wen sie da sah.
Ihr Mensch fuhr ganz erschreckt zusammen, als Luzy plötzlich anfing,
ganz herzzerreissend zu Miauen, sie stand auf den Hinterpfoten und kratzte
immer wieder an der Fensterscheibe. Er ging zu ihr und streichelte sie,
doch sie ließ sich nicht beruhigen. Auch er schaute aus dem Fenster und
sah im Schein der Straßenlaterne dort unten zwei Katzen sitzen.
Luzys Miauen wurde immer lauter und die Beiden unten schauten die ganze
Zeit zu ihr hinauf. Was hatte das zu bedeuten, fragte er sich, brauchte sie
Gesellschaft ? Er legte ihr das Halsband an, machte die Leine daran fest
und ging mit ihr hinaus auf die Straße.

Luzy war kaum zu halten, sie lief direkt zu den beiden Katzen und ja, sie
schmuste mit der Kleineren, rieb ihr Köpfchen an ihrem Kopf und war
nicht von ihr weg zu holen. "Danke, sagte sie zu dem Kater, du hast mir
meine Mama hierher gebracht, wie hast du das geschafft ?"  "Das ist keine
so schöne Geschichte, sagte er. Es ist ein großes Feuer auf dem Bauernhof
gewesen, alle Tiere und auch den Menschen dort ist nichts geschehen.
Nur deine Mama haben sie vergessen, ich kam gerade noch rechtzeitig.
Da habe ich sie einfach mitgenommen und zu dir gebracht."
"Du bist wirklich ein Freund, ein sehr guter Freund, ich danke dir so sehr.
Willst du nicht mit Mama und mir zusammen bei meinem Menschen bleiben,
ich mache ihm das schon klar, wir gehören doch alle zusammen."
"Das ist lieb von dir, aber ich bin nun mal ein Straßenkater und nur dort
zuhause. Aber ich verspreche dir, ich komme immer mal wieder vorbei,
wenn ich darf ?" "Na klar, sagte Luzy, darauf freue ich mich schon jetzt !"

Gemeinsam mit Mama und ihrem Mensch, dem es Recht war, daß sie
mit kam, ging Luzy zurück in ihr Zuhause. Sie war glücklich, endlich hatte
sie ihre Mama wieder und würde sie nie mehr alleine lassen.
Ihr Katerfreund hielt Wort, er kam immer mal wieder vorbei und schaute
nach ihnen, doch sein Zuhause war die Straße.......


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.02.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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