Peter Biastoch

Alle meine Tiere

(Fragmemt aus einem Brief...)
 
   Wie ich Deinen Zeilen entnehmen kann, gefallen Dir Delphine. (Hee, ich schreibe das noch mit „ph“, statt mit f – seltsam?) Es sind wirklich bemerkenswerte Tiere! Vor allem haben sie einen wunderbaren Einfluss auf uns Menschen. Sie sind so friedlich und zutraulich – jedenfalls sieht man das so in den Filmen. Selbst bin ich noch keinem persönlich begegnet. Finde ich eigentlich schade.
 
   Wie ich allerdings weiß, kann man mit ihnen enorme Erfolge bei psychisch kranken Menschen, vor allem Kindern, erreichen! Kennst Du den Film „Das Delphinwunder“? Da geht es um ein schwer traumatisiertes Mädchen, das nicht mehr spricht und durch den Kontakt mit diesen Tieren wieder in die reale Welt zurück findet.
 
   Haustiere? Golden Retriever kenne ich und sie gefallen mir sehr. Kaninchen gehören für mich weniger in die Kategorie Haustier. Nicht, dass ich sie nicht mag – nein ganz im Gegenteil – doch mir sind sie besser, knusprig braun, mit Kartoffelklößen bekannt. Bitte sei nicht böse. Dein „Mucki“ ist für Dich mit Sicherheit etwas ganz Besonderes und keineswegs für die Pfanne gedacht!
 
   Wir hatten in den vergangenen Jahren verschiedene Katzen, die sich zum Teil auch in unserer  Wohnung breit gemacht hatten. Doch leider sind nicht alle aufgrund ihres hohen Alters gestorben, sondern der Straße und anderen Gefahren zum Opfer gefallen. So bin ich auch nicht allzu böse darüber, dass ich zu den Tieren, die wir zurzeit haben, keine so intensive Bindung aufgebaut habe. Doch, was haben wir eigentlich so an Tieren? Nun, da wir über mehrere Jahre zwei Gärten besaßen – einen direkt am Haus und einen in einer Schrebergartensiedlung, die sich 3 km von uns  entfernt, an einem  Waldrand, befindet – haben sich natürlich sehr viele und auch sehr verschiedene Tiere bei uns aufgehalten.
 
   Unser Nutzgarten am Haus ist etwa 500 qm groß und seine Grundfläche bildet ein spitzes Dreieck. Eine Längsseite ist von der Straße und die zweite vom Dorfbach begrenzt. So haben wir regelmäßig Besuch von den Enten, Forellen (diese bleiben allerdings in ihrem Element), Igel und streunende Katzen, die sich bei uns sehr wohl fühlen. Gelegentlich schauen auch die Hunde der Nachbarschaft kurz vorbei. Dazu kommen noch diverse Vögel, von dem nahe gelegenen Baumbeständen. Wir konnten sogar schon Eisvögel beobachten, die sich als leuchtendblaue Pfeile durch die Oberfläche unseres kleinen Gartenteiches bohrten, um sich ein Fischchen heraus zu fangen. Natürlich bringt die Nähe zum Bach auch allerhand Rattengetier mit sich. Und wenn man sich in die Hocke begibt und mit ein wenig Geduld hinsieht, so entdeckt man die verschiedensten, hochinteressanten Amphibien, Insekten, Spinnen und ähnliches Kleingetier.
 
   In unserem Pachtgrundstück am Wald, hatten unsere tierischen Besucher natürlich noch wesentlich mehr Ruhe, da dort keine Straße direkt vorbeiführt und auch die Gartenpächter nicht ständig anwesend waren. In einem eingegrabenen Brunnenring, in dem sich das Regenwasser von der Dachfläche einer kleinen Laube sammelte, tobte buchstäblich das Leben! Frösche und Kröten – natürlich die Echten, nicht die auf dem Konto und auch nicht jene, die geküsst werden wollen – fielen zuerst ins Auge. Doch bei genauerer Betrachtung sah man auch Kammmolche und andere Eidechsen in und um diesen Tümpel. Eine, der sehr scheuen, Zauneidechsen habe ich dort sogar fotografieren können. Es finden sich aber im Verlaufe des Jahres noch viele andere Tiere in, an und über diesem Wasser.
 
   So ist eigentlich dieser kleine Tümpel das Einzige, was ich vermisse, seit wir diesen Garten abgeben mussten.

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