Georges Ettlin

Die Ehe zwischen Pragamatismus und Romantik

Samuel Auguste Tissot 1758, Schweizer Arzt, warnte vor der Samenverschwendung:
Sie bewirke allerlei Krankheiten des Gehirns, Schwermut, Fallsucht, ...Onanisten seien
schwach am Verstande, blöd von Sinnen, schlaff an Nerven...sie würden nie im Leben etwas
Vortreffliches leisten.
Als Ausweg aus diesem Dilemma eignet sich nach dieser Meinung die Ehe vortrefflich zur Befriedung des lästigen Sexualtriebes durch erzwungene Abstinenz wegen der ganz normalen
sexuellen Langeweile in der Ehe.
Ich beurteile aber die Ehe eher aus einer philosophischen Sicht heraus: Die Romantik
der Liebe in der Ehe nimmt nur einen kleinen Teil des Ehelebens in Anspruch
und ist mit einem Parfüm zu vergleichen, das schnell verfliegt. Die Sexualität ist kein
Grund für Eheschliessung, sie dient in der Ehe nur für Zeugungsabsichten und wird bei
mehr als drei Kindern überflüssig. Der Pragmatismus der Ehe ersetzt den Sinn
der Sexualität, die ihren Fortpflanzungszweck nach 5 Jahren etwa schon erfüllt hat.
Um was geht es dann noch im weiteren Eheverlauf ? Ich denke, es geht um Freundschft, Kameratschaft und Optimierung von Lebensqualität, auch für die Kinder. Zärtlichkeiten
und sexuelle Befriedigung mit  dem Partner sind zu empfehlen, zwecks Vertrauensbildung
und Verstärkung der seelischen Bindung, sie sind aber nicht zwangsläufig unverzichtbar.
Es gibt die gute Ehe auch ohne Sex. Die gute Ehe besteht dauerhaft nur durch Verständnis und
Respekt, Achtung und Liebe und die Gewissheit über finanzielle Treue und Schutz
in Notfällen des Lebens. Kinder machen nicht nur Freude. Kinder darf man fördern, finanzieren
ausbilden und erziehen...aber man darf sie nicht besitzen. Sie sind kein Besitz, eher
eine Aufgabe, die Freude machen kann. Als Eltern kann man der Liebe der Kinder nicht sicher sein, auch dienen sie nicht der Altersversorgung. Die gute Ehe als pragmatische Institution
hat nicht den Zweck der sexuellen Befriedung, die dort nicht stattfindet, sondern die gute Ehe
kümmert sicht um Abdeckung der Grundbedürfnisse im seelisch-materiellen Bereich
und der Sinnfindung aller in der Ehe beteiligten, auch der Kinder. Treuebruch als " Betrug" im sexualerotischen Bereich ist ein Märchen mit tragischen Folgen für Eheleute: Man schimpft, mordet und lässt sich scheiden. Das ist vollig überflüssig: Sexuelle Freizügigkeit ist kein Betrug. Wenn das so wäre,
dann wären alle normalveranlagten Menschen Ehebetrüger. Schliesslich haben alle nomalen
Ehelete erotische Fantasien, die unvermeidbar sind. Wenn dann ein Mensch einmal einen seiner verbotenen Träume während der Ehe realisiert, ist pragmatisches Verzeihen angebracht, denn
die Ehe besteht zur Hauptsache aus ganz anderen und viel pragmatischeren Komponenten !

***

c/G.E.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.03.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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