Marlene Remen

Fido, der Wichtelzwerg

Hinter einem hohen Berg lag ein großer Wald. In diesem wuchsen
Nadel und Laubbäume. Auch sehr viel Unterholz, das sind kleinere
Sträucher, die zwischen den Bäumen waren. Durch diesen Wald floß
ein kleiner Bach, der munter vor sich hin plätschert. Er war nicht sehr
tief und man konnte bis auf seinen Grund sehen. Vor vielen Jahren
hatte Jemand an einer Stelle einen Steg darüber gebaut, von ihm war
aber nur noch die Hälfte vorhanden. Unweit davon stand eine große,
schon sehr alte Buche, deren Wurzeln über den Waldboden ragten.
Sie hatten fast die Form eines Zeltes, so gleichmäßig waren die Abstände.

Menschen verirrten sich sehr selten in diesen Wald und so konnten sie
auch nicht wissen, daß es dort Wichtelzwerge und auch kleine Elfen gab.
Sie lebten dort friedlich nebeneinander und jeder ging seinem Tagwerk
nach. Fido, der älteste der Wichtelzwerge, hatte sein Häuschen unter
den Wurzeln dieser großen Buche gebaut. Es war sehr gemütlich darin
und er hatte alles, was er zum Leben brauchte. Und doch trieb es ihn
jeden Morgen in der Frühe hinaus und er machte sich auf den Weg, um
doch noch einen Schatz zu finden, daran glaubte er ganz fest. Schon sein
Großvater hatte ihm erzählt, es würde in diesem Wald einen Schatz geben.
Doch bisher hatte ihn noch Keiner gefunden.

Schon seit vielen Jahren suchte Fido , doch gefunden hatte er ihn nicht.
Ein paar kleinere Bernsteine und auch einen schönen Bergkristall,
das war alles, was er in all den Jahren gefunden hatte. Sogar in dem
kleinen Bach hatte er nichts , was ein Schatz hätte sein können,
finden können. Inzwischen fühlte er auch sein Alter und sein Rücken
tat ihm oft sehr weh. Die anderen Wichtel rieten ihm von der Suche auch
immer wieder ab, es gäbe keinen Schatz in diesem Wald. Die kleine Elfe
Jolina, die ihn öfters besuchte, fand ihn eines Morgens in seinem Bett
liegend und war sehr besorgt um ihn. Ja, Fido war richtig krank und
sie kochte für ihn eine Suppe, in der ganz viele gute Kräuter drin waren.
Sie sollten ihm wieder Kraft geben und neuen Lebensmut.

Ein paar Tage später ging es ihm wieder gut und er bedankte sich bei
Jolina und versprach ihr, sich nicht mehr auf die Suche nach dem Schatz
zu machen. Und dieses Versprechen hielt er auch, denn er hatte eingesehen, wieviel wichtiger es doch war, so viele gute Freunde zu haben.
Er hatte alles, was er zum Leben brauchte, denn die Natur um ihn
herum, sie gab es ihm. Was brauchte er da Schätze, er hatte seinen Wald
und die Sonne, die ihn an jedem Morgen mit ihren Strahlen wärmte.
So lebte er einfach und bescheiden sein Leben weiter und war zufrieden.



 

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