Wilhelm Westerkamp

Über den Wolken ?

Der Spott der grauen Wolken war allmählich verschwunden und der Himmel klarte auf und mit einem Male, waren die düsteren Wolken verflogen, so als wären sie niemals dagewesen. Manchmal sehen die Menschen das Leben jedoch grau in grau und vermissen sträflich den Sonnenschein in ihren zarten Seelen. Doch so leicht lassen sich die grauen Wolken in ihrer Seele nicht beiseite schieben. Sie ist wie eine durchsichtige Mauer, die nicht einfach so einzutreten ist, wie man es sich vielleicht vorstellen würde. Der Kraftakt, gegen eine durchsichtige Mauer zu bestehen, ist ohnehin unsinnig und kraftraubend und wird diese „Mauer“ sicher nicht zum Einsturz bringen. Mit aller Gewalt den Sonnenschein jedoch zu suchen, ist wohl ebenso falsch und zudem nicht von Erfolg gekrönt. Man sollte sich jedoch durch den Tag hindurcharbeiten, bis dann vielleicht das wahre Glück irgendwann aufblitzt, welches sich jeder Mensch wünscht bzw. zumindest anzustreben pflegt.
Die Unglücklichen unserer Gesellschaft, die mit Leid durchtränkt sind und einen bitteren Zug auf ihren gequälten Gesichtern tragen, sind für die Glücklichen schwer zu ertragen, denn sie können sich in eine unglückliche Seele nicht so recht einfinden, wenn sie von Glück regelrecht verfolgt werden und das Unglückliche aus ihrem bisherigen Leben erfolgreich verbannt haben. Unglückliche Menschen haben deshalb keinen Platz in deren von Glück gespeisten Seelen, als das sie sich damit eingehend beschäftigen wollten oder gar eine Art Hilfestellung diesbezüglich leisten wollten. Das Glück werden die Menschen den Unglücklichen jedoch nicht unbedingt schenken wollen, ist das Unglückliche doch immer mit einem Stigma behaftet, das oftmals unendliches Leid offenbart, aus dem die Betroffenen, wie in einem finsteren Keller hockend, nicht mehr hinaus finden werden.Wer erst einmal ganz unten gesellschaftlich angekommen ist, der bleibt wohl dort – Ausnahmen bestätigen die Regel! So wie auch von oben Kommende selten ganz oben anfangen, so wie auch die holde Sonne am blauen Himmel, nur hin- und wieder einmal scheint, sind die, die es bis ganz Oben geschafft haben – nennen wir sie ruhig einmal unsere Eilten – recht selten und rar sind, lenken sie jedoch das gesamte Volk und dirigieren es so, wie es ihnen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position und ihres damit verbundenen Machtanspruches, zugestanden werden muss.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.04.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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