Elke Müller

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT

 

Kapitel 7

Ryan, hatte sich nach dem Essen, seine Sachen angezogen und war aus Neugierde, doch Irina gefolgt. Er beobachtete die Szene mit gemischten Gefühlen, ohne das diese ihn sahen. „ Es wird höchste Zeit, ich muss mein Gepäck fertig machen und .. ich muss dich wiedersehen, Irina,“ sagte Sven weich. „ Versprich mir, dass wir uns wieder treffen. Besser noch, verlass diesen Kerl! Werde die Meine! Ich habe ein hübsches, kleines Haus in dem alten Stadtteil, im sogenannten besten Künstlerviertel gefunden. Auch habe ich von meinem Vater etwas Grundbesitz außerhalb der Stadt geerbt.“ Eine scharfe Entgegnung lag ihr auf der Zunge. Doch als ihr Blick dem seinen begegnet und sah, wie seine Augen sie bettelnd und traurig ansehen, schweigt sie kurz. „ Das ist unmöglich!“ „ Wieso?“ „ Ich bin verheiratet .. Es ist schon merkwürdig, wie sich die Dinge entwickeln. Es ist schön begehrt zu werden, aber ich will und kann nicht! Entschuldige!“ Damit erhob sie sich, um zu gehen. Er hielt ihre Hand fest. „ Hast du es so eilig? Was hat er so anziehendes! Bringt er dich, nicht oft genug, zum weinen? Er verdient dich nicht! Er weiß ja nicht einmal .. welchen kostbaren und ungewöhnlichen Schatz er besitzt! Ihm bist du doch vollkommen egal!“ Irina entzog sich seiner Hand. „ Hasst du ihn deshalb so?“ Nahm ihre Mappe und wendet sich ab. Sven stand nun gleichfalls auf, blickte zornig. „ Du willst mir doch nicht erzählen, dass du ihn noch immer liebst? Er hat dich, nicht nur einmal betrogen!“ Sie wandte sich ihm wieder zu. „ Du bist anmaßend.“ „ Was? Ich habe recht! Und ich möchte dich an meiner Seite haben!“ Sie biss sich auf die Lippen. Nun war es ihr zur Gewissheit geworden, dass sie vor ihm auf der Hut sein musste. An seiner Aufrichtigkeit zweifelte sie nicht. Er meinte jedes Wort genau so wie er es sagte. „ Ich weiß was er dir angetan hat, ich weiß es. Nie könnte ich dir weh tun. Ich will dich zur Frau!“ „ Ich liebe aber Ryan! Ich spüre es, das er mich braucht.“ Unvermutet brach er in lautes Lachen aus. „ Er ist ein Narr. Er ist verrückt, das weißt du genau. Er ist besessen von Dingen, die an ihm nagen und ihn eines Tages auffressen werden. Glaub mir, ich werde schon mit ihm fertig.“ Lächelnd sah er sie an. „ Denk über mein Angebot nach. Das ist alle, worum ich dich bitte. Ich mache dich glücklich. Ich sorge für dich. Du kannst keine bessere Wahl treffen.“ „ Und wenn ich nicht auf dein Angebot eingehen werde?“ Er seufzte tief. „ Irina,.. da machst du einen großen Fehler! Ich bekomme dich deswegen trotzdem. Es wird für uns beide zwar ein bisschen schwieriger, aber es ändert nichts. Ich kann die Vorstellung nicht ertragen, wenn du in seinen Armen liegst.“ „ So sehr hasst du ihn?“ „ O ja!“ Unter dem eisigen Blick, den er ihr zuwarf, erstarrte sie. „ Es kommt gar nicht darauf an, was ich will. Ich bin nur ein Blatt im Wind. Ich muss dich haben .. oder dich vernichten.“ „ Es wird sich zeigen, Sven! Also, ich geh dann. Danke für das Gespräch!“ Seine kräftigen Arme umschlangen ihre Taille und zerrten sie zurück. Sein fester Griff ließ ihr keine Chance. Verzweifelt wehrte sie sich. Sie spürte seine Wange an der ihren. „ Lass mich los!“ „ Du willst nicht meine Frau werden?“ fragte er traurig. Sie sah ihm offen ins Gesicht und schüttelte betont langsam den Kopf. „ Niemals!“ Er stieß einen Seufzer aus. „ Dann muss ich Gewalt anwenden.“ Schob Irina von sich. „ Wir beide sind für einander bestimmt. Pass auf dich auf!“ So schnell sie konnte lief Irina davon. Sven erntete von den übrigen Gästen jedoch nur garstige Blicke. Ryan hatte sich nah an die Beiden heran gepirscht gehabt, hatte jedes Wort gehört und duckte sich rasch, damit Irina ihn nicht sah. Seine Augen flammten voller Zorn. Er ballte die Fäuste. Biss die Zähne zusammen und sein Blick bohrte sich in den Rücken seines Rivalen. Sven verzog spöttisch seinen Mund und ein hämisches Lächeln auf sein Gesicht zeigte sich. „ Ich habe immer alles bekommen was ich wollte! Und ich werde dich bekommen! Du sollst die Meine werden!“ flüsterte er. Ryan brauchte Zeit, um das Gehörte zu verkraften. Er kam schnell dahinter, dass Sven die fröhliche und naive Art nur als Fassade aufgebaut hat, um niemandem sein wahres Wesen zu zeigen, deshalb zweifelte er keine Sekunde daran, dass es die volle Wahrheit war, was er gehört hatte.

Als Irina den Raum ziemlich hastig verlassen hatte, gab Ryan seine Deckung auf und zeigte sich Sven, der wieder am Tisch saß. Als er ihn erblickte, legte er ein zynisches Lächeln auf und zeigte ihm ein Stinkfinger. Ryan tat gelassen und ging auf ihm zu, packte diesem am Kragen. Beide maßen sich kurz mit zornigen Blicken. „ Lass deine dreckigen Finger von meiner Frau, verstanden! Ansonsten lernst du mich kennen!“ „ Ach,...sieh an, man will wohl den starken Mann spielen! Nun ja, Konkurrenz belebt das Geschäft! Das Mädchen hat genug unter dir gelitten! Außerdem bin ich Anwalt, aber das wirst du ja sicher schon gewusst haben, immerhin kennen wir uns einige Zeit! Auch, habe ich noch ganz andere Möglichkeiten, findest du nicht auch? Also, lass mich in Ruhe, oder,...eine deftige Anklage wegen Beamtenbeleidigung erfolgt!“ „ Großmaul...Du bist ja durch und durch irre! Na gut, fechten wir es aus, wir klären das ein für alle mal, Herr Trailer! Mal sehen, wie weit wir beide dabei gehen können! Noch eins, ich habe dir vielleicht, aus deiner Sicht, deine Liebe und deinen Traum gestohlen, aber eins musst du wissen Sven, ich habe auch etwas, das ich nicht aufgeben kann. Etwas, das mir wichtiger ist als mein Leben! Ich gebe sie jedenfalls nicht auf! Nicht Irina! Und wenn du ihr nur ein Haar krümmst, so bring ich dich um! Darauf kannst du Gift nehmen!“ Lies Steve los, drehte sich um, um zu gehen, doch ein unwohliges Gefühl beschlich ihn und der drehte sich nochmals um. Blanker Hass schlug ihn jetzt aus den Augen von Sven entgegen. „ Du mieser notgeiler Bock! Wenn du denkst du hast jetzt gewonnen, täuscht du dich gewaltig! Du bist doch bloß ein Unfall deines Vaters! Ja, jetzt spuckst du große Töne, aber ich werde dafür sorgen das du nicht...“ „ Sven, du musst mich wirklich hassen! Also, ich rate dir gut, verschwinde Hosenscheißer, sonst stopf ich dir höchstpersönlich das Maul!“ „ Ach ja? Wollen doch mal sehen, wer von uns beiden es nötiger hat!“ „ Halt endlich die Klappe, du miese Kakerlake! Nur weil du dich bei meinem Vater seit Jahren eingeschleimt hast, heißt das noch lange nicht, das ich deine Methoden nicht kenne. Ich habe dich durchschaut und glaub nicht, das ich alles hinnehme!“ „ Wie du willst! Wir sollten die Dinge auf unsere Weise erledigen, ...dann heute ein Uhr ...Nachts...am Tokio Pier, vor Halle 5! Und sei pünktlich, ich warte nur ungern!“ „ Einverstanden!“ Ryan drehte sich um, er wusste es, es wird nicht gerade leicht werden. Gedanken wollte er sich später darüber machen, wenn Irina in Sicherheit war.

Das Zimmer glich einer Räuberhöhle, überall, lagen fein säuberlich sortiert, verschiedene Bekleidungsstücke oder Malutensilien parat. Irina war fleißig beim Koffer packen, als Ryan einfach ins Zimmer trat. „ Sag bloß, du willst einfach so abhauen!“ „ Ich habe nur bis heute gebucht gehabt, in zwei Tagen fliege ich in die USA und dafür habe ich noch einiges zu erledigen! Wie du siehst, haue ich nicht ohne Grund ab!“ Ryan drückte sich fest an Irina. „ Bitte, bleibe bei mir, geh noch nicht, ich habe ja noch mein Zimmer!“ „ Nein, ich kann nicht!“ Er lies sie los. „ Hm,.. etwa wegen diesem Kerl? Hab mir mal erlaubt deinen neuen Freund in Augenschein zu nehmen! Wollte mal wissen, wo sich meine Frau, wenn ich nicht da bin, so herumtreibt!“ Irina wurde blass, lies die Wäsche aus ihren Händen fallen, hob die Hand zum Schlag und lies sie doch wieder sinken. Angst befiel sie und das Gefühl der Ohnmacht, das erst langsam einer steigender Wut wich. „ Er ist nicht mein Freund! Auch habe ich nicht die Absicht, irgend etwas mit ihm anzufangen!“ „ Der Bursche sieht es aber ganz anders. Der,... macht noch eine Menge Ärger, glaub ich!“ Irina schaute fragend Ryan an, erhielt aber keine Antwort. Sie packte still ihren Koffer weiter. „ Was, für ein komisches Leben die Zukunft doch hat!“ seufzte sie. Ryan nahm wieder seinen Platz hinter ihr ein. Beide blieben stumm, wusste doch jeder, das sich diese Intimität sich häufig zwischen ihnen ergab. „ Bitte, ruf einen Kofferträger, ich bin soweit fertig.“ Plötzlich hatten sie zwei Hände um die Hüfte gefasst. Irina fühlte sich plötzlich nach rückwärts gebogen. Ryan beugte sich dicht über sie, das sie aufschrie. Im gleichen Augenblick lies er sie wieder los. „ Bitte, bleib noch eine Weile, geh nicht!“ „ Es geht nicht...dein Vater...ich habe ihm versprochen!“ stotterte sie, ganz rot geworden und wagte sich nicht umzudrehen. „ Nein, mein Liebling,... ich habe vielleicht von der Natur gewisse Kräfte empfangen, ich war begierig, alle schwierigen Dingen und auch die Herzen der Frauen zu erforschen...Ich habe mich mit Lust diesem bezauberten Wesen hingegeben. Man glaubt, hinter den Augen einer Frau gebe es nichts, ...dann aber, entdeckt man eine Welt. Oder aber man erwartet eine Welt...und findet nichts...als ein kleines Narrenglöckchen...Ich habe nur ein Verlangen, Irina, dich zu verführen, denn du bist mir das schönste und liebenswerteste Geschöpf meines Herzens.“ Sie hörte ihn sich bewegen und sein langes Haar glitt über ihre Schulter. Sie zitterte unbewusst vor der Berührung der Lippen. Mit geschlossenen Augen fühlte Irina die Stunde ihrer Niederlage nahen. Sie wusste genau, dass das Feuer der Liebe nie erlöschen wird. Sie reißt sich los, wollte nicht, das er ihre aufsteigenden Tränen sah und ging zügig zur Tür. Ruft selber einen Pagen für ihr Gepäck und strebt, ohne sich nochmals zu wenden, den Ausgang zu. Ryan folgte ihr und schaut ihr nach, wie sie in ein bereit stehendes Auto steigt und bald seinen Blicken entschwand. Er geht auf sein Zimmer zurück, ihm ist auf einmal langweilig. Das Telefon klingelt und reißt ihn aus seinem Trübsinn. „ Ryan! Ich...ich wollte mich bei dir bedanken, für die schönen Stunden ...Es war,... wie ich es mir immer erträumt habe,...mit dir!...Ich liebe dich, nur dich!“ Klack „ Legt einfach auf, typisch Irina! Aber du bist wenigstens heute Abend nicht Zeuge wenn....!“ Am nächsten Tag, reiste sein Motorradteam, ohne Ryan, zum letzten Training ebenfalls ab.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.04.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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