Christian Scheffel

Airfighter: Exekutionsauftrag (Teil 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

Diese mehrteilige Story setzt die Ereignisse nach „In Zeiten der Veränderung“ fort: Die russische Regierung hat durch ihre Agenten herausgefunden, dass General Brunt und der CIA den amerikanischen Präsidenten liquidiert und anschließend auch das Airfighter-Team exekutiert haben. Um einen weltweiten Anschlag durch Brunt zu vereiteln, schickt die russische Regierung einen offiziell nicht existierenden Exekutionstrupp undercover in die USA, um als Terroranschläge getarnte, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zugleich haben President Brunt und der CIA einen solchen Exekutionsschlag vorausgesehen und wollen diesen nutzen, um den Regierungswechsel in die Öffentlichkeit zu tragen. Die kompromisslose Handlung zeigt gleichermaßen brutale Elemente wie auch die Suche nach einer Lösung sowie die Frage, wer eigentlich die Bedrohung darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exekutionsauftrag (Teil 2)

 

  • 1 –

  •  

Chris, Jessica, Bill und Juan knien mit hinter den Köpfen gehaltenen Händen; hinter den Vieren steht ein Exekutionstrupp, der seine Automatikwaffen auf die Köpfe der Vier ausrichtet. Die Vier befinden sich genau am Fuße der zahlreichen Stufen auf dem obersten Deck von Sektion Alpha, an deren oberem Ende President Brunt demonstrativ steht, während hinter ihm auf der anderen Seite der großen Panoramaglasscheibe gerade die glutrote Sonne untergeht. Chris, Bill, Jessica und Juan zeigen gebannte, aber zugleich wütende Blicke. Die Gesichter der Soldaten des Exekutionstrupps hinter den Vieren sind absolut emotionslos.

Da befiehlt Brunt dem Exekutionstrupp ohne jegliche Regung in seiner Mimik:

Vollziehen Sie die Exekution!“

Sogleich lädt der Exekutionstrupp seine Automatikwaffen durch und setzt zu gezielten Genickschüssen bei Chris, Juan, Jessica und Bill an.

Noch einmal hebt Chris, für Brunt offenbar unerwartet, seinen Blick und sieht Brunt genau in die Augen: Indem sich Brunts Pupillen ein wenig vergrößern, kneift Chris seine Augen etwas zusammen, und allein Chris´ Blick zeigt Brunt, dass Chris nur eine einzige Gelegenheit bräuchte, um ihn wohl am liebsten mit bloßen Händen zu töten! Im selben Augenblick – der sich für Brunt wie eine Ewigkeit anfühlt – erkennt er, wie in Chris´ Pupillen etwas unvorstellbar schnell heranwächst, indem ein zunehmend lauteres Donnergrollen an seine Ohren dringt. Dem ihn fixierenden Blick Chris´ weichend, dreht sich Brunt nach hinten in Richtung der großen Panoramafensterscheibe, wo zu sehen ist, wie im Lichte der rot glühenden untergehenden Sonne Airfighter überschallschnell frontal auf diesen Bereich von Sektion Alpha zugerast kommt; zugleich schießen irgendwoher von unten gewaltige Energiestrahlen in die Sicht, die die Sektion Alpha verteidigenden spinnenartigen Flugmaschinen in grellen Detonationsbällen zerschmettern, so dass Airfighter auf seinem Kollisionskurs mitten durch die brennenden und rauchenden Trümmer hindurch schießt, die in alle Richtungen auseinander fetzen: dieser apokalyptische Anblick lässt Brunt spontan mit dem Leben abschießen! Noch im letzten Augenblick springt Brunt die große Treppe hinunter, und während er sich mehrfach auf den Stufen nach unten überschlägt, schlägt Airfighter wie eine Bombe in die große Panoramafensterscheibe ein und fetzt sich einmal durch die erhöhte Abteilung hindurch, um auf der anderen Seite wieder durch die Wand nach draußen zu brechen. Durch den abrupten und brutalen Druckabfall auf diesem Deck wird der Exekutionstrupp augenblicklich vom starken Luftsog erfasst und unkontrolliert durch die Sektion gewirbelt. Chris und Bill haben reaktionsschnell den beiden Schützen hinter sich die Waffen entrissen, nachdem die eigentlichen Hinrichtungsschüsse bei Airfighters Einschlag knapp daneben gegangen waren. Sofort haben sich Bill und Chris auf den Boden geworfen – ebenso wie Jessica und Juan – und mit den Automatikwaffen die durch die Luft wirbelnden Hinrichtungsschützen, die selbst das Feuer eröffnen, präzise ausgeschaltet. Blitzschnell ergreifen Bill und Chris jeder eine weitere gerade zu Boden gefallene Automatikwaffe und werfen diese Juan und Jessica zu, die sich auf dem Boden abrollen und ebenfalls das Feuer eröffnen. Gleichzeitig drehen sich Bill und Chris in die andere Richtung und eröffnen das Automatikfeuer auf Brunt und Stevens, zu denen gerade weitere Scharfschützen in die Abteilung gestürzt kommen. Brunt und Stevens erwidern das ununterbrochene Automatikfeuer auf das Airfighter-Team, und ein gnadenloser Kugelhagel bricht auf dem nun gewaltig lädierten obersten Deck von Sektion Alpha aus.

Die Außenansicht zeigt, wie sich unweit unter der gewaltigen Sektion Alpha die Airfighter-Basis enttarnt, die für die Energiestrahlen verantwortlich ist, die immer wieder in die um Sektion Alpha kreisenden spinnenartigen Flugmaschinen einschlagen, während Airfighter in einem weiten Bogen zum nächsten Angriffsmanöver ansetzt.

Auf dem obersten Deck bietet sich ein gnadenloses Schussszenario, in dessen Verlauf unentwegt Kugeln Funken speiend in die Einrichtung einschlagen. Das Feuer blind erwidernd, stürzt Brunt die Treppenstufen zurück nach oben, wo er vor dem sternenklaren Nachthimmel um die nächste Biegung verschwindet.

Juan: „Chris, Brunt haut ab!“

Chris brüllt gegen den Schusslärm an: „Ich seh´s, Juan – Bill, gib mir Rückendeckung!“

Bill: „Alles klar, Chris – kauf ihn dir!“

Indem Bill ununterbrochen auf die Scharfschützen feuert, rennt Chris mitten durch den Kugelhagel ebenfalls die Treppenstufen empor und biegt vor der zerfetzten Öffnung in den Sternhimmel hinaus in die Richtung ab, in die Brunt geflohen ist. Gerade will Stevens auf Chris feuern, da wird er von Jessicas Beschuss dazu gezwungen, wieder in Deckung zu gehen.

Jessica zischt: „Versuche das noch einmal!“

Jessicas und Stevens´ Blicke treffen sich: Juan bemerkt dies irgendwie sofort, kann aber nur für einen Augenblick darauf reagieren.

Brunt rennt durch einen metallenen Korridor und feuert dabei blind nach hinten. Dort wirft sich Chris gegen die Wand und erwidert nach vorn das eigene Dauerfeuer. Am Ende des Korridors versperren Brunt zwei Metalltüren den Weg, vor denen er jetzt stehen bleibt: hastig gibt er einen Code in den Türmechanismus ein, indem von hinten wieder Chris´ Schritte zu hören sind. Schnell stürzt Brunt durch die sich zischend öffnenden Türen, als diese sich unmittelbar hinter ihm wieder schließen: hindurch ist noch knapp Chris zu sehen, der durch den Korridor gerannt kommt. Chris rennt auf die Türen zu und hält dabei das Dauerfeuer aus der entwendeten Automatikwaffe auf die beiden Metalltüren: als Chris die Türen erreicht hat, stellt er das Feuer ein und springt einfach in vollem Laufe mit der rechten Schulter voran durch die nun einigermaßen lädierten Türen hindurch. Auf der andren Seite kracht Chris wie ein Geschoss zusammen mit den aus ihrer Verankerung gerissenen Türen in den Raum hinein, wo er sich auf dem Boden abrollt, als schon eine weitere Kugelsalve dort einschlägt, wo er gerade mit den Türen aufgeschlagen war. Nach dem Abrollen springt Chris sofort in den Stand zurück und erfasst in diesem Sekundenbruchteil die Situation im Raum: Es handelt sich um einen Konferenzraum unter einer großen Glaskuppel, auf deren anderen Seite der sternenklare Nachthimmel zu sehen ist; Brunt steht mit seiner Automatikwaffe am anderen Ende des Konferenztisches, während vier von Brunts Offizieren auf dieser Seite des Konferenztisches im Raum verteilt stehen und Chris unter Beschuss genommen haben. Zurück im Stand stützt sich Chris mit einer Hand auf dem Konferenztisch ab und springt auf die andere Seite, indem er nach hinten feuert und dabei einen der vier Offiziere ausschaltet. Einen anderen der Offiziere schlägt Chris mit einem kraftvollen Ellenbogenschlag nieder. Brunt eröffnet gerade auch wieder das Feuer auf Chris, als dieser hochspringt und damit erneut knapp ausweichen kann. Mit dem Rücken schlägt Chris auf dem Konferenztisch auf und, indem er über den gesamten Tisch rutscht, feuert er nach hinten, wo er die beiden übrigen Offiziere synchron ausschaltet. Sofort wirft sich Chris vom Tisch auf den Boden, als schon die nächste Kugelsalve Brunts in den Tisch einschlägt. Chris kickt einen der Stühle blind nach hinten, wo dieser mit Wucht genau gegen Brunt prallt. In diesem kurzen Augenblick springt Chris über die im Wege stehenden Stühle hinweg direkt vor Brunt, tritt diesem gegen den Kopf, hält dessen Hand mit der Automatikwaffe fest, so dass eine letzte Kugelsalve durch die zerschmetterte Tür in den Korridor hinaus donnert, schlägt Brunt die Waffe brutal aus der Hand und streckt ihn dann mit einem gezielten Ellenbogenschlag genau ins Gesicht nach hinten zu Boden. Sofort dreht sich Chris um und richtet seine eigene Automatikwaffe aus: Gerade als Brunt wieder hochkommt – noch auf dem Boden sitzend –, findet er sich mit dem Gesicht jetzt genau vor dem Lauf von Chris´ Automatikwaffe wieder. Brunt blickt über den Lauf hinweg, so dass er Chris jetzt genau in die Augen sieht, die einen fest entschlossenen Blick zeigen.

Brunt, in gefasstem Tonfalle: „Überlegen Sie genau, was Sie tun, Commander. Sie sind gerade im Begriff, den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu exekutieren!“

Bei diesen Worten blitzt es in Chris´ Augen wütend auf: „Sie haben President Cavanaugh exekutieren lassen, Sie haben den Präsidenten der Vereinigten Staaten ermordet!“

Brunt: „Es war leider notwendig – im Dienste der Sicherheit unserer Nation.“

Chris: „Und zuvor hatten Sie die Einrichtung einer weltweiten Militärdiktatur gefordert, um alle Weltmächte endgültig in der Hand zu haben.“

Brunt: „Dieses Unterfangen war sehr gut geplant gewesen. Mit Hilfe des von uns kontrollierten Asteroiden hätten wir die Weltmächte zur Kapitulation gezwungen, und danach hätten unsere Leute des CIA sowie unsere Agenten in den anderen Ländern in unserem Auftrage eine neue Weltpolitik etabliert. Doch Sie waren uns dazwischengekommen, Commander.“

Chris: „Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten. Außerdem stelle ich voller Bedauern fest, dass Sie noch am Leben sind.“

Brunt: „Es war knapp. Nachdem Sie mich von der Asteroidenoberfläche gestoßen hatten, vergingen nur wenige Sekunden, bevor der Meteoroidenschauer meinen Anzug völlig zerfetzt hatte. Zu meinem Glück handelte es sich bei einem der Meteoroiden um eine getarnte Rettungskapsel aus unserer Basis auf dem Asteroiden, in die ich mich retten konnte, als sie mit mir kollidierte. Zwar war ich noch einen Moment lang dem Vakuum ausgesetzt, jedoch hat es keinen irreparablen Schaden hinterlassen.“

Chris: „Und anschließend haben Sie Anschläge einer vermeintlich unbekannten Terrormacht gegen Green-Stone-Town und Washington D.C. ausführen lassen, um uns damit ein gemeinsames Feindbild vorzugaukeln.“

Brunt: „Das war ebenfalls notwendig: Unsere Erfahrungen hatten gezeigt, dass Ihr Team für uns ein bedeutendes Sicherheitsrisiko darstellt – also beschlossen wir, Sie einfach mit ins Boot zu holen. Dazu musste die Wahrheit natürlich entsprechend verschleiert werden.“

Chris: „Sie haben von Anfang an falsch gespielt, Brunt. Und Sie spielen mit Menschen wie mit Schachfiguren!“

Chris drückt den Lauf seiner Automatikwaffe noch näher an Brunts Stirn heran.

Brunt: „Ja, das tun wir nun einmal so, Commander Hawk. Wir haben keine andere Wahl, wenn unsere Nation gegenüber den anderen Weltmächten bestehen soll. Es gibt keine Guten und keine Bösen: im Grunde hat jeder Recht, und wichtig allein ist, seine Handlungen vor seinem eigenen Volk zu legitimieren.“

Chris: „Wie wollen Sie jemals vor unserem Volk legitimieren, dass Sie President Cavanaugh ermorden ließen?“

Brunt: „Im Ernst, Commander: das ist doch nicht das erste Mal gewesen, dass unsere Regierung zu solch einem drastischen Mittel greifen musste! Denken Sie an President Kennedy.“

Chris kneift die Augen zusammen.

Brunt: „Ja, Commander Hawk: und für genau diese Regierung haben Sie und Ihr Team schon über ein Jahrzehnt gearbeitet, deren Aufträge loyal ausgeführt und für sie Kopf und Kragen riskiert. Glauben Sie an unsere Nation, Commander. Und glauben Sie daran, dass Ihr Handeln essentiell ist für die Sicherheit unseres Landes. Aber begehen Sie bitte niemals den Fehler, zu glauben, wir seien die Guten!“

Chris´ Blick ist auf einmal sehr nachdenklich geworden: er wirkt hin- und hergerissen.

Brunt sieht Chris tief in die Augen: es wird auf einmal klar, dass Brunt gerade absolute Ehrlichkeit an den Tag legt und mit Chris redet wie eigentlich nur mit seinen engsten Sicherheitsberatern.

Brunt: „Denn das sind wir nicht, Commander. Sie und Ihr Team können es sich leisten, die Guten zu sein – weil Sie diese Entscheidungen nicht treffen müssen. Und die Menschen in unserem Land braucht Leute wie Sie, an die sie glauben können und mit denen sie ihre Ideale identifizieren.“

Brunt wird zunehmend energischer, indem er Chris nach wie vor fest in die Augen sieht: „Und ich brauche Sie, Chris, und Ihr Airfighter-Team: es war von Anfang an mein Wunsch gewesen, Sie in unsere Pläne miteinzubeziehen, doch musste ich leider erkennen, dass Sie das niemals mitmachen würden. Und ich wusste, dass alles genau so wie jetzt enden würde, wenn Sie jemals dahinter kämen. Deshalb hatte ich Ihre Exekution angeordnet. Aber, Chris, bei allem, was unser Land mir bedeutet, wünschte ich nichts sehnlicher, als das Airfighter-Team wieder auf unserer Seite zu wissen, Sie hinter mir stehen zu wissen, Chris!“

Chris senkt die Automatikwaffe allmählich, indem er Brunt ebenfalls fest in die Augen sieht: Chris erkennt darin, dass Brunt ihm gerade nichts als die reine Wahrheit gesagt hat.

Brunt: „Sie tun nichts, was Sie nicht schon über zehn Jahre lang getan haben, Chris: Sie dienen unserer Regierung und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wir sind alles andere als die Guten. Aber das war niemals anders! Nur Sie und Ihr Team: Sie sind die Guten, und Sie braucht unser Volk für seine Sicherheit!“

Schließlich nimmt Chris die Automatikwaffe ganz herunter, und Brunt steht wieder vom Boden auf: beide sehen einander immer noch fest in die Augen.

Brunt: „Es ist an der Zeit, dass wir nicht mehr gegeneinander arbeiten, Commander, sondern zusammen: im Dienste der Sicherheit unseres Landes.“

Chris, ohne jegliche Emotion in seiner Stimme:

Für die Sicherheit unseres Landes, Mister President.“

Die beiden nicken einander knapp, aber einvernehmlich zu, während sie in der Mitte des Konferenzraumes unter der Glaskuppel mit dem sternklaren Nachthimmel dahinter stehen.

 

  • 2 –

  •  

Auf dem Boden und mit seinem Rücken an der einigermaßen zerfetzten Wand sitzend, blickt General Slatkin ungläubig zu Chris empor, der in der schwarzmetallenen Kampfausrüstung eines Robotpiloten vor ihm steht. Indem Slatkin die Erkenntnis über die Lippen kommt, öffnet hinter Chris der zweite Robotpilot ebenfalls sein Helmvisier, so dass das Gesicht Juans darunter zum Vorschein kommt.

Slatkin: „Commander Hawk – das Airfighter-Team!?“

Chris: „Ich war davon ausgegangen, dass Sie uns bereits kennen, General Slatkin.“

Draußen treten nun auch die beiden übrigen Robotpiloten von der Mauer aus über zwei der Metallstege heran: auch ihre Helmvisiere öffnen sich, so dass sie als Jessica und Bill identifiziert werden können.

Slatkin: „Ich dachte, Sie seien exekutiert worden!“

Jetzt verfinstert sich Slaktins Miene, die bis gerade noch schieren Unglauben gezeigt hat:

„Und nun fallen Sie in mein Hauptquartier ein und töten meine Soldaten!“

Chris: „Wir haben auf Ihre Soldaten nur Betäubungsgeschosse abgefeuert, General. Denn wir müssen unbedingt mit Ihnen reden.“

Slatkin erwidert einen großen Blick der verwirrten Unentschlossenheit.

Chris: „Wir müssen das Ganze hier und jetzt beenden, General!“

 

General Slatkin hat wieder hinter seinem Schreibtisch Platz genommen, während im Flur die Wachen schon wieder auf ihren Posten stehen und vor allem das Airfighter-Team genau im Blick behalten. Chris, Bill, Jessica und Juan stehen vor Slatkin in dessen Arbeitszimmer: die vier haben ihre Helme inzwischen komplett abgenommen, so dass ihre Köpfe jetzt aus den schwarzmetallischen Robotpanzern herausragen.

Slatkin: „Unser Geheimdienst wusste zwar von der Exekution President Cavanaughs durch den CIA und davon, dass General Brunt in das Amt nachgerückt ist, jedoch gingen wir davon aus, Sie seien ebenfalls exekutiert worden.“

Chris: „Dies wäre auch beinahe der Fall gewesen, General – jedoch sind wir mit dem CIA übereingekommen, dass wir weiterhin zusammenarbeiten sollten.“

Slatkin: „Nach alledem, was geschehen ist, Commander?!“

Chris: „Darüber werden wir nicht diskutieren, General.“

Slatkin: „Ich verstehe. Aber Fakt bleibt, dass Sie einen unserer Überwachungsposten in Ihrem Lande zerstört und unsere Soldaten dort getötet haben.“

Chris: „Sie hätten sonst einen Terroranschlag gegen unser Land verübt, General. Welche Wahl hatten wir?“

Slatkin: „Ich verstehe.“

Chris: „Wir wissen von dem offiziell nicht existierenden Exekutionstrupp, den Sie in die USA geschickt haben.“

Slatkin regt keine Miene.

Chris: „Wir müssen das Ganze beenden, General – ansonsten endet das alles in einem einzigen Exekutions-Schlagabtausch!“

Jessica blickt bei diesen Worten genau in Slatkins Augen.

Slatkin: „Wie stellen Sie sich das konkret vor, Commander?“

Chris wechselt einen einvernehmlichen Blick mit Jessica, Bill und Juan:

„Wenn Sie Ihren Exekutionstrupp zurückrufen, werden wir dafür sorgen, dass President Brunt keine weiteren Übergriffe gegen Russland unternehmen wird.“

Slatkin blickt Chris fest in die Augen – ebenso wie Bill, Jessica und Juan, die standfest hinter Chris stehen: er weiß, dass sich Chris´ Worte in den Ohren der USA wie Landesverrat anhören würden!

Slatkin: „Sie lehnen sich sehr weit aus dem Fenster – Sie vier!“

Chris: „Wir sind schon ´rausgesprungen, General.“

Bill grinst sarkastisch bei Chris´ Kommentar.

Slatkin: „Wieso glauben Sie, Ihrem Präsidenten in die Karten schauen zu können?“

Chris: „Vor allem, weil er uns nicht exekutieren konnte und weil ihm sehr viel an unserer funktionierenden Zusammenarbeit liegt – im Interesse unser Landes.“

Slatkin: „Wer garantiert uns, dass die USA unter President Brunt nicht doch aufrüsten und irgendwann – nach umsichtiger Vorbereitung – die damals schon angestrebte weltweite Militärdiktatur etablieren?“

Chris: „Wir werden das nicht zulassen, General!“

Slatkin: „Wissen Sie, dass diese Worte in den Ohren Ihrer Regierung, Ihres Präsidenten Sie gerade zu einem potenziellen Landesverräter ersten Ranges gemacht hätten, Commander?!“

Chris´ Blick bleibt unnachgiebig, indem er Slatkin stumm einfach weiterhin fest in die Augen sieht; Bill, Juan und Jessica stehen unverändert einvernehmlich hinter Chris.

Slatkin: „Sind Sie sich sicher, dass Sie nicht einen Pakt mit dem Teufel eingehen, wenn wir uns gegenseitig die geforderten Zusagen machen, Commander?“

Chris: „Den Pakt mit dem Teufel sind wir bereits eingegangen, General – das ist für uns nichts Neues mehr.“

Slatkin überlegt für ein paar Sekunden, in deren Verlauf Chris, Jessica, Bill und Juan unnachgiebig vor ihm auf der anderen Seite des Schreibtisches stehen.

Dann blickt Slatkin Chris wieder genau in die Augen: „In Ordnung, Commander Hawk: Sie, das Airfighter-Team, zeichnen verantwortlich dafür, dass unser Pakt auf Seiten Ihrer Regierung eingehalten wird – Sie vier stehen vor unserer Regierung dafür gerade!“

Chris wechselt einen weiteren Blick mit Bill, Jessica und Juan, die ihm ohne jegliches Zögern bestätigend zunicken.

Chris wendet seinen Blick zurück zu Slatkin: „Das ist wohl unser Los, General Slatkin!“

Slatkin erhebt sich hinter seinem Schreibtisch, indem er noch einmal nacheinander allen vier Mitgliedern des Airfighter-Teams fest in die Augen sieht; die Wachen draußen im Flur und in der Zimmertür halten sich offenbar bereit für einen Ortswechsel.

Slatkin: „In Ordnung, folgen Sie mir. Ich werde unsere Agenten anweisen, den Exekutionsschlag gegen Ihr Land abzubrechen, und Sie vier werden im Gegenzug dafür Ihren Preis bezahlen!“

Mit emotionslosen, fest entschlossenen Blicken folgen Chris, Bill, Jessica und Juan General Slatkin zurück nach draußen in den Flur und auf die über dem Hinterhof hängende Metallplattform, begleitet von den bewaffneten Wachposten. Über einen der drei anderen Metallstege gelangen sie auf die Mauer und klettern von dort aus nach unten in den Hof hinter Slatkins Haus.

Slatkin weist das Airfighter-Team kurz an: „Warten Sie hier!“

Slatkin nickt zweien der Soldaten zu, die herantreten: der eine hält eine kleine Injektionspistole in Händen.

Chris kneift misstrauisch seine Augen zusammen.

Slatkin: „Wie gesagt, Commander Hawk: Sie müssen Ihren Preis bezahlen.“

Bill, beunruhigt: „Was meinen Sie, General Slatkin?“

Slatkin: „Einer von Ihnen wird mit einem Ortungsimplantat versehen, damit wir in Zukunft stets Ihren Aufenthaltsort ermitteln können. Immerhin haben Sie zugestimmt, die Verantwortung zu übernehmen. Dazu müssen Sie natürlich jederzeit auffindbar sein.“

Juan blickt misstrauisch.

Chris fordert den Soldaten mit der Injektionspistole auf:

„Ich bin der Team-Commander – also stehe ich gerade.“

Chris hat einen kurzen, aber eindringlichen Blick mit Bill, Jessica und Juan gewechselt. Da wird ihm schon die Injektionspistole seitlich an den Hals gedrückt, und mit einem dumpfen Schlag wird das metallene Implantat mit Hochgeschwindigkeit in Chris´ Hals hinein gerammt: Chris zuckt kurz.

Slatkin ergänzt in emotionsloser Kälte: „Außerdem verfügt das Implantat über einen Sprengsatz, der via Satellitenverbindung ferngezündet werden kann.“

Jessica fährt entsetzt auf, während Chris Slatkin einen gefassten Blick erwidert.

Slatkin: „Selbstverständlich nur zur Prophylaxe: wir gehen mit Nichten davon aus, dass wir jemals davon Gebrauch machen müssten, Commander.“

Chris, in gleicher emotionsloser Kälte: „Machen Sie Ihren Job, General!“

Slatkin: „Selbstverständlich, Commander. Entschuldigen Sie mich bitte für einen Augenblick.“

Indem die vier von den sie begleitenden Wachen genau ins Visier genommen werden und auf der Stelle stehen bleiben, setzt General Slatkin mit zwei anderen Wachen seinen Weg fort hin zu dem Panzerzug, der auf den Schienen steht, die in den abgesperrten Tunnel führen. Slatkin besteigt eines der Abteile, dessen Inneres einer hochmodernen – wenn auch beengten – Einsatzzentrale gleichkommt. Slatkin gibt eine Anweisung in das Keyboard mit den kyrillischen Buchstaben ein.

 

Im Main Policedepartment of Green-Stone-Town sitzen die übrig gebliebenen Officers zusammen mit Captain Carter und Bürgermeister Grey am Konferenztisch, wo sie von den fünf Killern aus Krilenkos Trupp im Visier gehalten werden. In der offenen Tür zum Konferenzsaal steht Oberst Krilenko, der gerade einen tragbaren Bild-Funk-Transmitter in der einen Hand hält; in der anderen Hand hält er nach wie vor seine Pistole. Auf dem kleinen Bildschirm des Transmitters ist das Gesicht General Slatkins zu sehen.

Slatkin: „Es hat sich ein entscheidender Faktor geändert, Oberst.“

Krilenko hebt langsam seine Augenbrauen, indem sein Gesicht ohne jegliche Regung bleibt.

Slatkin: „Das Airfighter-Team ist noch am Leben.“

Jetzt regt sich etwas in Krilenkos Miene, das als Überraschung gedeutet werden könnte.

Slatkins Miene verfinstert sich: „Dies ändert jedoch nichts an Ihrer Mission, Oberst!“

Krilenkos Blick bleibt absolut unverändert: „Verstanden.“

Nach einem knappen Nicken ist Slatkins Gesicht von dem kleinen Bildschirm verschwunden, und Krilenko senkt seine Hand mit dem Transmitter.

 

Mit einem kalten Blick in seinen Augen steht General Slatkin vom Keyboard auf und steigt wieder aus dem Abteil des Panzerzuges.

 

Krilenko tritt an den Konferenztisch heran und aktiviert den Bildschirm auf der Mitte des Tisches, um diesen anschließend zu Captain John Carter zu drehen.

Krilenko: „Und jetzt, Captain, übermitteln Sie Police-Airbase_002 bitte eine Nachricht, die ich Ihnen vorgeben werde.“

Captain Carter entgegnet einen harten Blick, indem der Killer, der von hinten auf den Kopf des Captains zielt, seine Automatikwaffe durchlädt.

 

General Slatkin tritt auf Chris, Jessica, Bill und Juan zu, die von seinen Wachen im Visier ihrer Automatikwaffen gehalten werden: die Vier heben ihre Blicke.

Slatkin: „Meine Dame, meine Herren, ich habe soeben mit dem Leiter des Exekutionstrupps gesprochen.“

Juan blickt zunehmend misstrauisch.

Slatkin nickt seinen Wachen zu, die sogleich ihre Automatikwaffen durchladen.

Bills Blick zeigt die Bestätigung seiner bösen Vorahnung.

Slatkins ergänzt ohne zu zögern: „Es tut mir wirklich Leid, Ihr Vertrauen missbraucht zu haben, Commander – aber unseren Informationen zufolge wären Sie sowieso schon lange exekutiert gewesen. Diesen Zustand müssen wir wiederherstellen!“

In dieser Sekunde aktiviert einer der Wachposten ein Signal in einer Funkbedienung, und sogleich ist zu erkennen, dass in Chris´ Hals unter der Haut etwas zu blinken beginnt! Jessica blickt Chris entsetzt an, als sie dies bemerkt.

Slatkin tritt mit seinen Wachen ein paar Schritte zurück: „Schützen Sie sich gegen die Explosion!“

Dem Soldaten, der neben Chris steht und ihn genau im Visier seiner Automatikwaffe hat, blickt Chris mit eiskaltem Blick in die Augen, die darauf warten, dass Chris durch die Detonation des ihm implantierten Sprengsatzes zerfetzt wird, und rammt ihm mit einem blitzschnellen Ellenbogenschlag die ausgerichtete Automatikwaffe mit voller Wucht genau ins Gesicht – Blut spritzt. Jessica und Juan strecken reaktionsschnell synchron zwei andere der Bewaffneten nieder, indem Chris den Soldaten mit einem zweiten brutalen Ellenbogenschlag gegen den Kopf komplett zu Boden wirft und das entrissene Automatikgewehr Bill zuwirft, der dieses auffängt und sich blitzschnell in die Richtung der übrigen Bewaffneten dreht und auf diese das Feuer eröffnet. Gleichzeitig hat Chris an der rechten Hand aus seinem metallenen Kampfanzug eine Vorrichtung ausgefahren, die an eine mechanische Greifzange erinnert: plötzlich leuchtet sie auf, und ein glühender Laserstrahl ergänzt ihren vorderen Teil. Indem das Blinken unter seiner Haut zunimmt, greift Chris mit der Laser-Greifzange an seinen Hals und schneidet sich mit der scharfen Greifzange in die Haut hinein: Die gewaltige Wunde, die dieser brutale Eingriff eigentlich hervorrufen müsste, wird durch den heißen Laser sofort wieder verschlossen, als Chris den Sprengsatz schon mit der Zange aus seinem Hals gezogen hat. Beim Herausziehen der Greifzange aus seinem Hals ist gut zu beobachten, wie die eigentlich von Blut überströmte Wunde ringsum durch den Laser praktisch zugeschweißt wird. Mit seinem zu einer verkrampften Grimasse verzogenen Gesicht hört Chris General Slatkin brüllen:

„Feuern Sie einen Elektroimpuls auf die Sprengkapsel ab!“

Chris´ Blick gleitet zu dem Soldaten auf der anderen Seite, der gerade mit einem handlichen Elektroemitter auf Chris´ Greifzange mit der blutverschmierten Sprengkapsel darin zielt; gleichzeitig schiebt die Greifzange an Chris rechter Hand die Kapsel in ihr Inneres und wechselt sich gegen einen Waffenlauf aus, in dessen Magazin sich nun die Sprengkapsel befindet. Im Folgenden feuert der Soldat bereits den die Sprengkapsel zur sofortigen Zündung bringenden Elektroimpuls – einem zucken Starktstromblitz gleich – auf Chris ab, Chris feuert jedoch aus dem Waffenlauf an seiner rechten Hand die Kapsel auf den Soldaten ab, diese schießt genau durch den Blitz hindurch, Chris wird im Hintergrund durch einen Düsenschub aus seinem Kampfanzug in die Luft katapultiert, hinter ihm schlägt der Elektroblitz unter grellem Aufgleisen in die Mauer ein, und die Sprengkapsel schlägt frontal in den aufschreienden Soldaten ein, der den Elektroblitz abgeschossen hat und jetzt zunächst von einem Starkstromschlag unter speiendem Funkenregen durchfahren wird und schon im nächsten Augenblick in einem donnernden Einschlag von einer mörderischen Stichflamme verschluckt wird, die innerhalb von Sekundenbruchteilen aus der blutüberströmten Einschussöffnung in seinem Bauch heraus gespien worden war, bevor sie die gesamte Sicht ausfüllte. Chris landet auf der anderen Seite der Stichflamme wieder auf seinen Beinen und blickt durch die lodernden Flammen und durch die von der Hitze verzerrte Luft hindurch Slatkin mit einem eiskalten Blick genau in die Augen, indem er seine rechte Hand hochhält, an der gerade wieder der ursprüngliche Energiestrahler automatisch ausgefahren wird.

Jessica und Juan sind durch einen starken Schub ihrer Düsen zurück nach oben auf zwei der Metallstege gesprungen, die von der Mauer zu der zentralen Plattform führen, und drängen die von dort aus feuernden Wachposten durch den Beschuss aus ihren ebenfalls ausgefahrenen Energiestrahlern immer weiter auf die zentrale Plattform zurück: Indem die Bewaffneten zurückweichen, zerschmettern die Energiestrahlen Juans und Jessicas Stück für Stück die Metallstege von der Mauer zur Plattform hin.

Unten hält Bill das Energie-Dauerfeuer auf die schießenden Wachen im Hause Slatkins, so dass ganze Teile der Gebäuderückwand weg gebrannt werden.

Chris sieht, wie Slatkin zusammen mit den bei ihm stehenden Wachen, die ihm Rückendeckung gegeben haben, zurück zum Panzerzug gelangt ist. Zwei der Soldaten haben sich mit Flammenwerfern ausrüstet. Gerade sind Jessica und Juan wieder bei Bill und Chris im Zentrum des Hinterhofes gelandet, als Slatkin befiehlt: „Äschern Sie sie ein!“

Sogleich fauchen synchron zwei lodernde Flammenwände in die Vollansicht.

Indem Chris, Bill, Jessica und Juan standhaft auf der Stelle verharren und ein Meer aus Flammen auf sie zu flutet, bauen sich um die Köpfe der Vier wie aus dem Nichts wieder die schwarzen Pilotenhelme auf, und indem sich in ihren Pupillen die sie jede Sekunde erreichende Flammenwand widerspiegelt, schließen sich noch knapp die Helmvisiere, als schon die Flammenwand die vier schwarzen Robotpiloten überrollt.

Slatkin zeigt ansatzweise Zufriedenheit in seinem versteinerten Blick.

Nach einigen Sekunden befiehlt Slatkin, die Flammenwerfer abzuschalten. Als die speienden Flammen zusammenschrumpfen und den Anblick auf ein rauchendes, verkohltes Szenario freigeben, erstarrt plötzlich Slatkins Blick, als ob er vom Glauben abfiel, als die vier Robotpiloten unverändert im Zentrum des erstickenden Flammeninfernos dastehen, indem sich die überall noch lodernden Brandherde in ihren schwarz polierten Metallpanzern widerspiegeln.

Mit versagender Stimme befiehlt General Slatkin: „Rückzug, sofort!“

Die sich draußen zurückziehenden Wachen halten ihr ununterbrochenes Dauer-Automatikfeuer auf das Airfighter-Team gerichtet, während Slatkin und die Wachen bei ihm den Panzerzug besteigen. Chris, Bill, Jessica und Juan zünden ihre Schubdüsen und treten als Robotpiloten erneut in Zerstörungs-Aktion: ein einschlagendes Schussgefecht entbrennt, das die gesamte Umgebung gewaltig in Mitleidenschaft zieht. In dem bereits anrollenden Panzerzug sitzt Slatkin wieder in dem einer modernen Einsatzzentrale gleichkommenden Abteil und gibt eine weitere Anweisung in eines der Keyboards mit den Buchstaben in kyrillischer Schrift ein. Draußen öffnet sich auf dem Dach des auf den Tunnel zurollenden Zuges ein Metallschott, und ein bedrohlich aussehender Raketenwerfer wird ausgefahren und nach hinten ausgerichtet.

Chris, Jessica, Juan und Bill werden über die automatischen Sensoren, über die ihre Kampfanzüge verfügen, vor dem bevorstehenden Raketenbeschuss gewarnt.

Im Innern des Zugabteils befiehlt Slatkin mit eiskaltem Blick: „Feuer!“

Als die Rakete vom Dach des gerade im dunklen Tunnel verschwindenden Zuges abgefeuert wird, zünden die Schubdüsen an Chris´, Bills, Jessicas und Juans Kampfanzügen erneut, und die Vier werden senkrecht nach oben katapultiert, indem genau unter ihnen die Rakete im Zentrum des Hofes hinter Slatkins Haus einschlägt: In einem apokalyptischen Detonationsszenario, das von einem ohrenbetäubenden Donnern begleitet wird, wird die stabile Mauer um Slaktins Anwesen herum kreisförmig nach außen weg gesprengt, die Metallplattform über dem Hinterhof als brennender Diskus senkrecht in den Himmel gefeuert und das gesamte Haus wir durch einen Tsunami aus reinem Feuer überflutet und vollständig weggerissen! Hoch über dem Vernichtungsszenario in der Luft schweben Chris, Jessica, Bill und Juan als Robotpiloten im Gegenschub ihrer Düsentriebwerke und sehen, wie die Flammenwand gegen das Panzertor zum Tunnel schlägt, in dem der Zug mit General Slatkin an Bord verschwunden ist. Über den integrierten Helmfunk können die Vier sich verständigen.

Juan: „Der Tunnel führt zu tief unter die Erde – wir können das Signal des Zuges nicht weiter verfolgen.“

Die Vier senken sich fernab des Brandherdes der vollkommenen Vernichtung allmählich wieder auf den Boden hinab, um das Weite zu suchen.

 

  • 3 –

  •  

Hoch über Green-Stone-Town schwebt Police-Airbase_002: gerade dockt die Airfighter-Basis an ihr an.

Ein paar Minuten später betritt Ned Burton das Büro Captain Towers´, wo dieser ihn bereits erwartet.

Der Captain dreht einen Monitor zu Ned:

„Diese Nachricht ist uns vor einer viertel Stunde zugesendet worden, Commander Burton.“

Auf dem Monitor ist jetzt das Gesicht Captain Carters sowie der Lauf einer von hinten auf den Captain gerichteten Waffe zu sehen.

Carter: „Wir werden im Main Policedepartment als Geiseln gehalten. Folgende Nachricht soll Ihnen überbracht werden, Captain Towers: Police-Airbase_002 soll vollständig evakuiert werden; außerdem sollen drei Kampfjets der Airforce vor dem Main Policedepartment abgesetzt werden. Kommen Sie der Aufforderung nicht nach, werden die verbliebenen meiner Policeofficers sowie Bürgermeister Grey und ich exekutiert werden.“

Abrupt endet die Aufzeichnung der Funknachricht.

Captain Towers: „Das ist alles gewesen.“

Ned, mit bitterem Unterton: „Kurz und bündig.“

Captain Towers: „Da es sich bei den Explosionen in der City um keine Anschläge gehandelt hat, müssen wir nun davon ausgehen, dass es lediglich Ablenkungsmanöver waren, um fast die gesamte Besatzung des Main Policedepartments wegzulocken. Anscheinend sind die verbliebenen Officers und Captain Carter anschließend überrascht worden.“

Ned: „Und Bürgermeister Grey?“

Towers: „Leider ist er, seit er sein Büro kürzlich verlassen hat, in der Tat spurlos verschwunden. Solange wir keinen Gegenbeweis haben, müssen wir davon ausgehen, dass auch er sich in den Händen der Geiselnehmer befindet.“

Ned: „Und allem Anschein nach ist das Ziel der Geiselnehmer Police-Airbase_002. Sie arrangierten also zunächst die Explosionen, um eine Chance zu erhalten, wertvolle Geiseln und an einem schwer einnehmbaren Ort als wichtiges Druckmittel in die Hände zu bekommen.“

Towers: „Und da sie drei Kampfjets verlangt haben, planen sie anscheinend, 002 nach ihrer vollständigen Evakuierung selbst zu übernehmen.“

Ned: „... Womit sie ihre Position nochmals gefestigt hätten.“

Towers: „Es steht außer Frage, dass die Übergabe von 002 an Kriminelle eine erwägbare Option darstellt.“

Ned: „Selbstverständlich, Captain Towers. Aber was wollen wir jetzt unternehmen? Immerhin hängen die Leben von Bürgermeister Grey, Captain Carter und einer unbekannten Anzahl an Policeofficers davon ab, ob wir die Forderung der Geiselnehmer erfüllen oder nicht.“

Captain Towers sieht Ned jetzt genau in die Augen, als ob ihm Ned gerade das Stichwort gegeben hätte.

Towers: „Deswegen sind Sie hier, Commander Burton.“

Ned hebt seinen Blick.

 

Im Konferenzsaal des Main Policedepartments of G.S.T. scheint gemäßigte Aufbruchstimmung unter den Geiselnehmern zu herrschen. Für Captain Carter, Bürgermeister Grey und die übrigen Polizisten nicht laut genug, um etwas zu verstehen, gibt Krilenko seinem Fünfmann-Trupp weitere Anweisungen: Vier der Männer verlassen daraufhin den Konferenzsaal oder bleiben in der Tür zum Flur stehen, während der fünfte Mann weiterhin bei Krilenko und den Geiseln bleibt, um diese genau im Visier seiner Automatikwaffe zu halten. Captain Carter kneift misstrauisch seine Augen zusammen.

Oberst Krilenko tritt auf Captain Carter zu: „Wenn Sie jetzt bitte meinem Offizier nach draußen folgen würden, Captain.“

Carter entgegnet Krilenko einen festen, unbeirrbaren Blick.

Krilenko: „Ihre Anwesenheit auf dem Parkplatz beim Eintreffen der angeforderten Kampfjets ist strategisch wichtig für den Weiterverlauf unserer Operation. Also, bitte!“

Krilenko fordert Captain Carter mit einem demonstrativen Wink seiner Waffe auf, einem der Geiselnehmer, der in der Tür zum Konferenzsaal steht, nach draußen zu folgen.

Indem Bürgermeister Grey besorgt zu Captain Carter blickt, verschränkt dieser absolut unnachgiebig seine Arme: „Sie erwarten nicht ernsthaft, dass ich Sie in irgendeiner Weise unterstütze?! Nur über meine Leiche!“

Krilenko verzieht keine Miene, indem er mit gleichbleibend ruhiger und absolut emotionsloser Stimme einen Schuss aus seiner Waffe genau auf Captain Carter abfeuert:

„Wie Sie wünschen, Captain.“

Captain Carter wird brutal nach hinten auf den Konferenztisch geworfen, wobei eine kurze Blutsalve durch den Raum spritzt. Dann prallt Carter hart mit dem Rücken auf dem Tisch auf und bleibt regungslos liegen.

Dirk Grey und die Polizisten zeigen entsetzte Blicke.

Krilenko wendet seinen völlig emotionslosen Blick den übrigen Geiseln zu:

„Bitte zeigen Sie sich kooperativer – es läge in Ihrem eigenen Selbsterhaltungs-Interesse.“

Wieder hat seine Stimme völlig unbekümmert und absolut ruhig geklungen.

 

In der Einsatzzentrale von Police-Airbase_002 klingt im Hintergrund der Evakuierungsalarm, indem Ned Burton und Captain Towers in der Mitte der Zentrale mit den Führungsoffizieren der Airbase zusammenstehen.

Captain Towers entgegnet seinen Offizieren einen auffordernden Blick:

„Also dann, Sie haben Ihre Befehle!“

Die Offiziere gehen sofort ans Werk – welches auch immer das sein mag –, indem sie im Chor antworten: „Aye, Captain.“

Captain Towers blickt zu Ned: „Haben Sie Bedenken, Commander?“

Ned: „Wenn ich mit Airfighter so hoch über dem Main Policedepartment Position beziehe, kann Airfighters Scan-Abtastung das Revier noch nicht erfassen. Wir wissen dann nicht, was darin vor sich geht.“

Captain Towers nickt: „Ich verstehe Sie sehr gut, Commander. Aber wenn Sie tiefer gehen, riskieren wir, dass sie entdeckt werden – und das wäre für die Geiseln der Todesstoß.“

Ned: „Natürlich haben Sie Recht, Captain.“

Captain Towers: „Könnten Sie mit der Airfighter-Basis abdocken, wäre das für uns alle genau das Ass im Ärmel, das wir benötigen.“

Ned nickt mit einem Grinsen der bitteren Ironie.

 

Außen öffnet sich unterhalb der angedockten Airfighter-Basis an Police-Airbase_002 die Startluke und Airfighter kommt langsam heraus geschwebt.

Im Cockpit hält Ned die Statusanzeige über die Frequenz des aktivierten Schutzschirmes genau im Auge.

Airfighter: „Schutzschirmfrequenz modifiziert, wir sind für die Fernabtastung unsichtbar.“

Ned: „Also dann, auf nach draußen – hoffentlich klappt es!“

Nachdem Airfighter die Startluke verlassen hat und diese sich im Hintergrund wieder schließt, deaktiviert Airfighter sein Hovercraft und bezieht in einem Bogen Position hoch über dem Main Policedepartment, das von hier oben aus nur schemenhaft in der Tiefe zu erkennen ist.

 

In der Einsatzzentrale von 002 nickt Captain Towers dem Offizier an der taktischen Station zu: „Geben Sie das Signal!“

Indem Towers sich wieder zum großen Hauptschirm dreht, der eine Vogelperspektive auf das Main Policedepartment anzeigt, spricht er halblaut weiter: „Wollen wir ihn mal in Sicherheit wiegen!“

 

Vor dem Policedepartment ist ein dumpfes Donnern zu vernehmen, das sekündlich lauter wird, bis vom Himmel herab drei Kampfjets der Airforce auf dem großen Parkplatz zur senkrechten Landung ansetzen.

Im Konferenzsaal des Policedepartments befinden sich nur noch Krilenko und einer seiner Männer. In der Mitte des Raumes ist ein mittelgroßer Sprengsatz platziert worden, an dessen Zündkontrollen sich Krilenkos Mann bereithält. Unweit neben dem Sprengsatz liegt Captain Carter regungslos auf dem Konferenztisch. Krilenko hat durch das Fenster vorsichtig nach draußen gesehen und nickt seinem Mann jetzt knapp zu: dieser aktiviert sogleich die Zündvorrichtung des Sprengsatzes, während Krilenko den Raum verlässt.

Unweit des großen Parkplatzes haben die zurückgekehrten Einsatzstaffeln der Policeofficers Stellung bezogen, aber rücken keinen Schritt näher heran, um die Geiseln nicht zu gefährden. In diesem Moment verlassen zwei von Krilenkos Männern das Policedepartment und führen ein paar der Geiseln zu einem der drei abgesetzten Kampfjets, die von ihren Piloten verlassen worden sind.

Einer der Policeofficers gibt per Headset weiter:

„Zwei Geiselnehmer führen einen Teil unserer Leute zum ersten Kampfjet. Von Captain Carter oder Bürgermeister Grey keine Spur. Vermutlich sind dies also noch nicht alle Geiseln.“

 

Hoch oben dockt die Airfighter-Basis gerade wieder von Police-Airbase_002 ab.

In der Computerzentrale antwortet Captain Towers auf den Funkspruch:

„Verstanden. Sie wissen, dass man nicht alle Karten auf einmal aufdeckt.“

 

Derjenige von Krilenkos Männern, der im Konferenzsaal bei dem Sprengsatz geblieben ist, sieht aus dem Fenster, wie der erste der Kampfjets startet, und betätigt sein Funkgerät:

„Sie sind gestartet.“

Krilenkos Stimme ist über Funk zu hören: „Wir sind jetzt ebenfalls außer Reichweite.“

Der Mann blickt erneut zum Sprengsatz:

„Die Explosion wird die komplette Einsatzstaffel da draußen eliminieren!“

Bei diesen Worten steht der Mann genau neben dem regungslosen Captain Carter, der mitten auf dem Konferenztisch liegt: Blitzartig schlägt Carter seine Augen auf, dreht sich auf dem Rücken zur Seite, klemmt den Kopf des Mannes, der schon seine Waffe auf Carter ausgerichtet hat, zwischen seinen Beinen ein und bricht dem Mann mit einem kurzen Ruck das Genick. Mit einem knappen Stöhnen springt Carter vom Konferenztisch, wo er einen Blutfleck hinterlässt, greift sich die Waffe des Killers und stürmt damit in den Flur des Polizeireviers – stets schussbereit. Zu seiner Überraschung scheint das gesamte Polizeirevier verlassen zu sein. Da erreicht John Carter auch schon den Haupteingang und läuft nach draußen auf den Parkplatz, wo die beiden verbliebenen Kampfjets stehen.

Der Polizeitrupp sichtet Carter sofort.

Einer der Officers gibt über Headset durch:

„Haben Captain Carter gesichtet – er hat soeben das Gebäude verlassen.“

 

In der Airfighter-Computerzentrale blickt Captain Towers in dieser Sekunde auf, als er schon über Funk Carters Warnschreie hört:

„In Deckung – sie haben einen Sprengsatz, der jeden Augenblick hochgeht!“

 

Indem Carter seine Warnung noch nicht vollständig heraus gebrüllt hat, explodiert im Hintergrund der Sprengsatz im Konferenzsaal des Polizeireviers: Der Konferenztisch wird senkrecht nach oben durch die Decke katapultiert, und sämtliche Stühle werden ringförmig auseinander geschmettert und in Fetzen gerissen, die wiederum in die nachgebenden Wände einschlagen, die sofort von der Druckwelle vollständig zerschmettert werden. Draußen springt Carter in vollem Laufe hinter die kleine Mauer, die den Parkplatz vor dem Revier gegen die Mainstreet abgrenzt, als hinter ihm aus sämtlichen Fenstern des Policedepartments lodernde Stichflammen heraus fegen, die Wände des Gebäudes im nächsten Sekundenbruchteil in alle Richtungen auseinander fliegen und das Dach weg katapultiert und dabei restlos zerfetzt wird. Die vom apokalyptischen Flammenmeer begleitete Druckwelle der gewaltigen Explosion fegt über den Parkplatz hinweg und zerschmettert die beiden verbliebenen Kampfjets restlos, so dass ihre lodernden Einzelteile unkontrolliert durch die Luft schießen und ihrerseits als brennende Geschosse in die Umgebung einschlagen. Die Druckwelle und das Flammenmeer rasen soeben über die kleine Mauer hinweg, hinter der Captain Carter sich in Sicherheit gebracht hat, so dass noch knapp zu sehen ist, wie Captain Carter in Flammen aufgeht, bevor er vollends vom Flammenmeer verschlungen wird. Die postierte Polizeistaffel springt hinter ihre Autos, wo sich die Officers flach auf den Boden legen: schon werden ihre Streifenwagen weg geschmettert und die Officers ebenfalls vom Flammenmeer überrollt.

 

  • 4 –

  •  

In der Airfighter-Computerzentrale blickt Captain Towers entsetzt und wie erstarrt vor sich, indem er als letztes die Warnschreie Captain Carters und der Officers gehört hat.

 

Im Airfighter-Cockpit setzt Ned sofort zum senkrechten Sturzflug an.

Airfighter: „CO2 ist bereit, Ned!“

Ned: „Sprüh alles ab, Airfighter!“

 

Sofort nachdem die Druckwelle über die Mauer hinweg gedonnert ist, springt Captain Carter, lichterloh brennend, auf und wälzt sich auf der Teerstraße hin und her: seine Uniform und seine Haare haben Feuer gefangen!

Schon trifft Airfighter ein, indem er sich aus seinem gewaltigen Sturzflug unter Höchstleistung seiner Bremstriebwerke abfängt, und durch das von Airfighter im Tiefflug abgesprühte Kohlenstoffdioxid können sämtliche Flammen rechtzeitig gelöscht werden.

Ned sieht John Carter regungslos mitten auf der Mainstreet liegen: „Was ist mit Captain Carter?“

Airfighter: „Er lebt, aber muss umgehend medizinisch versorgt werden!“

 

Auf der anderen Seite der brennenden und rauchenden Ruinen des Main Policedepartments entkommen Krilenko und die zwei übrigen seiner Männer zusammen mit Bürgermeister Grey und den restlichen Geiseln gerade durch den langgezogenen Graben: Der Blick in Krilenkos Gesicht zeigt kaum eine Regung, bis auf einen Hauch von pflichtbewusster Zufriedenheit. Im Hintergrund bleibt auf dem Grunde des Grabens ein großer Raketenwerfer zurück, der senkrecht nach oben gegen den Himmel ausgerichtet ist!

 

In der Airfighter-Computerzentrale kneift Captain Towers misstrauisch seine Augen zusammen: „Nachdem wir ihnen mitgeteilt haben, dass Police-Airbase_002 geräumt sei, müssten sie sich doch allmählich dort blicken lassen...?“

 

In diesem Augenblick schießt der auf dem Grunde des Grabens platzierte Raketenwerfer drei Raketen unmittelbar nacheinander senkrecht nach oben in den Himmel ab: mit langgezogenem Düsenschweif donnern die drei Raketen urplötzlich hinter der rauchenden Ruine des Main Policedepartments hervor.

 

Im Airfighter-Cockpit blickt Ned sofort in die Richtung, wo die Raketen nach oben donnern, indem die automatische Umgebungsüberwachung Alarm schlägt.

Ned: „Oh, verdammt!“

Airfighter: „Sie sind vom Grunde des Grabens abgeschossen worden, unmittelbar hinter dem Polizeirevier.“

Indem Ned und Airfighter schon einen Parallelkurs eingeschlagen haben, treffen unten die Sanitäter und Rettungseinheiten ein.

Ned: „Wie ist der Kurs der Raketen, Airfighter?“

Airfighter: „Wenn sie auf diesem Kurs bleiben, schlagen sie genau in Police-Airbase_002 ein!“

Abrupt blickt Ned auf: „Sie hatten niemals vor, 002 zu übernehmen!“

 

In der Computerzentrale der Airfighter-Basis hat Captain Towers Neds Äußerungen über Funk gehört.

Captain Towers: „Aber indem sie uns das glauben ließen, haben sie nun erreicht, dass Police-Airbase_002 absolut verteidigungslos ist!“

 

Die drei Raketen zischen unheilankündigend einmal quer durch die Ansicht des freien Himmels – mit unerbittlichem Kurs auf ihr programmiertes Ziel!

 

Captain Towers schlägt mit der Airfighter-Basis einen Abfangkurs ein, während Airfighter eine Salve von Abfang-Dummies abgefeuert hat, um die Rakete abzulenken – doch ohne Erfolg.

Airfighter: „Offenbar verfügen die Raketen über Massedetektoren, mit denen sie ihr Ziel erfassen.“

Ned, laut denkend:

„Unsere Abfang-Dummies sind viel zu leicht im Vergleich zu Police-Airbase_002.“

Erneut beschleunigt Airfighter inmitten seines Verfolgungsfluges, indem Ned einige Abfanggeschosse abfeuert. Gerade als die erste der drei von Krilenkos Raketenwerfer abgefeuerte Rakete Police-Airbase_002 erreicht hätte, trifft Ned die Rakete mit einem Abfanggeschoss, so dass diese in einem donnernden Glutball in ihre Einzelteile auseinander fliegt – einige der brennenden Trümmerteile schlagen, Geschossen gleich, in den Antigrav-Generator auf der Unterseite der Airbase ein und beschädigen diesen.

 

Captain Towers eröffnet von der Airfighter-Basis aus das gebündelte Energieschock-Feuer auf die verbliebenen zwei Raketen und schafft es, die als nächstes in Police-Airbase_002 einschlagende Rakete zu verdampfen: Inmitten ihres gerade erfolgenden Einschlages wird die Rakete atomisiert, so dass die eintretende Explosion in einem beeindruckenden Schauspiel im Keim erstickt wird.

Jedoch gerät die frei in der Luft schwebende Police-Airbase_002 mehr und mehr in eine Schieflage und beginnt abzudriften!

 

In der Computerzentrale steht Captain Towers weiterhin mit Ned über Funk in Verbindung.

Captain Towers: „Ich versuche, Police-Airbase_002 mit Hilfe der Airfighter-Basis zu stabilisieren!“

 

Im Airfighter-Cockpit setzt Ned zum Abfangkurs auf die letzte Rakete an:

„Verstanden, Captain. Ich versuche, die Rakete mit Airfighter abzudrängen!“

 

Während Captain Towers die Airfighter-Basis unter die zunehmend in Schieflage abdriftende Police-Airbase_002 steuert, wächst im Hintergrund die herbei rasende dritte Rakete in die Größe. Da kommt von unten Airfighter in die Flugbahn geschossen und legt sich in rasendem Tempo Funken schlagend genau unter die Rakete, um diese nun immer weiter nach oben von ihrem Kurs abzudrängen. Als Ned die Rakete hoch genug abgedrängt hat, lässt er sich mit Airfighter zurückfallen und erfasst die Rakete sofort mit einem weiteren Abfanggeschoss: indem die Rakete bereits ihren Kurs korrigiert, wird sie von dem Geschoss getroffen und in einem lodernden Glutball restlos zerfetzt.

Captain Towers ist es gelungen, mit Hilfe der präzisen Computersteuerung der Airfighter-Basis erneut an die abdriftende Police-Airbase_002 anzudocken und deren Position zu stabilisieren.

Captain Towers´ Gesicht ist im Airfighter-Cockpit auf Monitor_1 zu sehen.

Towers „Wir schicken umgehend eine Reparatur-Crew zu 002 hinüber, um die Antigrav-Einheit wieder in Ordnung zu bringen.“

Ned: „Da diese Spaßeinlage Airfighters Sensoren voll beansprucht hat, haben wir den gestarteten Jet mit den Geiseln nicht weiter verfolgen können. Auch in der Schlucht hinter dem Revier können wir zur Zeit niemanden mehr erfassen.“

Captain Towers: „Die Polizei- und Rettungskräfte von G.S.T. waren auch voll im Einsatz und können jetzt ebenfalls keine Spur mehr finden.“

Ned: „Irgendetwas sagt mir, dass deren Plan zumindest teilweise aufgegangen ist...“

Towers nickt nachdenklich auf dem kleinen Monitor.

 

  • 5 –

  •  

President Brunt hat ein weiteres Mal zusammen mit Colonel Stevens und Major Jenkins an seinem Schreibtisch an Bord von Sektion Alpha Platz genommen.

Jenkins: „Beunruhigend ist, dass es dem russischen Exekutionstrupp so einfach gelungen ist, die Police und Airforce of G.S.T. völlig aus der Bahn zu werfen – ihr Vorgehen war sehr gut durchdacht!“

Stevens: „Was für uns natürlich bedeutet, dass wir unsere Sicherheitsvorkehrungen erhöht und neue Sicherheitsroutinen eingeführt haben.“

Brunt: „Wir können davon ausgehen, dass dieser Exekutionstrupp Sektion Alpha als Ziel anvisiert.“

Stevens: „Das ist sehr wahrscheinlich. Als alternatives Ziel käme hier in G.S.T. nur noch die Airfighter-Basis in Frage. Denn die Zerstörung von Police-Airbase_002 als Primärziel hätte für die russische Regierung keinen großen Nutzen. Es sollte lediglich ein Ablenkungsmanöver darstellen.“

Brunt: „Oder es hätte dem Exekutionstrupp seinen nächsten Schlag erleichtert, der dann final gegen diese Sektion hier gerichtet sein sollte.“

Jenkins: „Das Problem des Exekutionstrupps wird mit größter Wahrscheinlichkeit sein, dass sie noch nicht wissen, um was es sich bei Sektion Alpha handelt oder wo wir uns überhaupt befinden.“

Stevens nickt bestätigend.

Brunt: „Und das ist genau der Vorteil, den wir uns ja auch verschaffen wollten.“

Stevens wechselt seinen Blick und ebenso das Thema: „Team Alpha ist auf dem Weg zurück, Sir?“

Jenkins blickt aufmerksam auf.

Brunt: „Ja. Nachdem General Slatkin in Russland entkommen konnte, habe ich Team Alpha zurückbeordert, da sie nun enttarnt sind. Slatkin ist sowieso erst einmal außer Reichweite gelangt und Team Alpha dafür primäres Exekutionsziel in Russland geworden. Sie gelangen auf ähnlichem Wege in die Staaten zurück, wie sie nach Russland gelangt waren, und werden heute Abend diskret am G.S.T.-Airport eintreffen. Um 22.00 findet die nächste Einsatzbesprechung statt, zu der ich sie auch erwarte.“

Stevens und Jenkins antworten synchron: „Aye, Mister President.“

 

  • 6 –

  •  

Der kleine Bach plätschert durch die langgezogene Schlucht hinter dem Polizeirevier entlang, bis die Schlucht nach und nach in ein künstliches Flussbett übergeht, das durch Green-Stone-Town-City führt. Ein Teil der Tiefgarage unter dem Rathaus geht über eine Beton-Schräge in den Flusslauf über: hier treten gerade Oberst Krilenko und seine zwei Soldaten mit dem mitgeführten Teil der Geiseln aus dem Flusslauf. Die bereits tiefstehende Sonne lässt die Betonpfeiler der Tiefgarage lange Schatten auf das Szenario werfen, wobei der Flusslauf in seinem Betongraben sowieso schon in schattiger Dunkelheit liegt. Krilenkos Männer führen die Geiseln zielstrebig auf die Tür des Aufzuges zu, der bis in die Etage mit Bürgermeister Greys Büro hinaufführt.

Als sie die Türen des Aufzuges erreicht haben, wendet Krilenko Grey einen eiskalten Blick zu, indem einer der beiden russischen Soldaten seine Waffe von hinten genau auf Greys Kopf richtet.

Krilenko, mit ruhiger, aber verbindlicher Stimme: „Und nun gewähren Sie uns mit ihrem Fingerabdruck bitte den Zugang zur Etage Ihres Büros, Mister Grey!“

Grey kneift seine Augen fest entschlossen zusammen:

„Die Arbeit müssen Sie sich schon selbst machen!“

Krilenko antwortet mit einem unheimlich unbekümmerten Tonfall:

„Nun, wir können Ihre Hand abtrennen...“

Blitzschnell dreht der Killer hinter Grey diesem brutal den Arm um und drückt Greys Daumen auf die kleine Scanner-Fläche; Grey schnaubt protestierend und vor Schmerz.

Krilenko:

„… aber das würde unangenehmerweise eine verräterische Blutspur hinterlassen, Mister Grey.“

Unmittelbar hinter Krilenkos Angst einflößendem, absolut ruhigem Blick öffnen sich im selben Moment die Aufzugtüren.

 

  • 7 –

  •  

General Slatkins Panzerzug donnert mit hoher Geschwindigkeit durch die verlassenen Schneeweiten Sibiriens.

Im Innern sitzt Slatkin in seiner High-Tech-Zentrale und instruiert gerade einen Offizier über Bildfunk: „Unser Trupp ist zur alternativen Vorgehensweise übergeschritten. Es ist nach wie vor unklar, um was genau es sich bei Sektion Alpha handelt. Deshalb werden wir zur zweiten Absicherung zur Taktik der gezielten Fehlinformation übergehen und damit Europa offiziell zum Handeln gegen die USA zwingen!“

Der Offizier antwortet auf dem Bildschirm: „Wir haben den Satelliten der ESA erfasst und seine Funkfrequenz bereits angepeilt, General. Alles ist bereit auf Ihr Kommando.“

Slatkin: „Sehr gut, ich werde in Kürze bei Ihnen eintreffen, Oberst Radzek.“

Auf seiner rasenden Fahrt donnert der Panzerzug in einen Tunnel hinein, der unter einem großen, zum Teil gefrorenen See inmitten der Schneelandschaft entlang verläuft. Am jenseitigen Ende des Eissees bietet sich der imponierende Anblick eines riesigen Gletschers, der – wie eingefroren – aus einem großen verschneiten Gebirge in den See herunter ragt.

 

  • 8 –

  •  

Vor dem Hintergrund eines schönen Abendrots am Himmel über dem bis an den Horizont reichenden Green-Stone-Forest setzt eine kleinere Transportmaschine zur Landung auf dem G.S.T.-Airport an. Beim näheren Heranzoomen sind Chris, Bill, Jessica und Juan zu erkennen, die sich mit mechanischen Klammern anstatt Händen außen an der Maschine festhalten. Dicht über den Baumwipfeln angekommen, lösen die vier den mechanischen Griff und lassen sich in den Wald hinab stürzen, wo sie sich durch einen Gegenschub aus den Manövrierdüsen ihrer schwarzen, metallenen Kampfanzüge auf dem Waldboden abfangen. Sogleich laufen die vier querfeldein durch das Dickicht, dessen natürliche Hindernisse sie wieder mühelos in ihren Kampfanzügen nehmen können. Dann erreichen sie eine kleine Lichtung, in deren Mitte unweit vor einer steil aufragenden Felswand der startfertige Airfighter mit bereits laufenden Flugmotoren steht. Als die vier, bei Airfighter angekommen, ihren beeindruckenden Waldsprint abbrechen, steigt Ned Burton aus dem Cockpit aus und bleibt vor den vier noch nicht Identifizierbaren stehen.

Ned: „Willkommen zurück, Leute.“

Die vier deaktivieren ihre undurchsichtigen Panzerhelme, die spurlos im übrigen Kampfanzug verschwinden.

Chris reicht Ned die Hand, die gerade die mechanischen Klammern wieder ersetzt hat:

„Danke für die Begrüßung, Ned – leider ist die Lage komplizierter geworden.“

Ned nickt: „Ich soll euch direkt zu Sektion Alpha fliegen – President Brunt erwartet uns bereits!“

Chris: „Davon sind wir ausgegangen.“

Die fünf besteigen das Airfighter-Cockpit, und nur Sekunden später ist aus der Ferne mitzuverfolgen, wie Airfighter in einem eindrucksvollen Beinahe-Senkrechtstart an der steilen Felswand entlang nach oben zieht. In den nächsten Minuten gewinnt Airfighter immer mehr an Höhe, bis er sich so weit in der oberen Atmosphäre befindet, dass um ihn herum keine Erdoberfläche mehr zu sehen ist, sondern in alle Richtungen nur noch der tiefdunkelblaue Himmel, der allmählich in den nächtlichen Sternhimmel übergeht. Da taucht von oben die zunächst nur als weißer Umriss zu erahnende Silhouette von Sektion Alpha auf, die im Tempo von Airfighters Senkrechtflug rasch zu ihrer vollen Größe und erkennbaren Form heranwächst: Auf ihrer Höhe angelangt, verlangsamt Airfighter den Senkrechtflug und dockt präzise an einer Schleuse der peripheren Sektionen an, von der aus die mehrfach geknickten Verbindungsgänge wie Speichen zum zentralen Turm verlaufen und zwischen denen sich die riesigen Sonnensegel erstrecken.

 

  • 9 –

  •  

Am Ende der rasend schnellen Fahrt durch den Tunnel unterhalb des eisigen Sees in der verschneiten Weite Sibiriens bietet sich schließlich der Anblick einer an eine U-Bahnstation erinnernden unterirdischen Anlage, in der General Slatkins Panzerzug angehalten hat. Senkrecht nach oben führen vier gläserne Aufzugschächte genau hinter dem riesigen vereisten Gletscher entlang – ein imponierender Anblick! Am oberen Ende des Aufzugschachtes befindet sich eine große Kommandozentrale, die von einem halbkugelförmigen Kuppeldach komplett überdeckt ist, das anscheinend vollständig als ein einziger, überdimensionaler Bildschirm fungieren kann. Vereinzelt führen metallene Türen aus der Zentrale hinaus, deren Schotten zur Zeit jedoch allesamt geschlossen sind. In der Mitte der Zentrale steht General Slatkin zusammen mit Oberst Radzek hinter einem großen Kontrollpult, auf dem ein Monitor zu sehen ist, der das Bild eines im Erdorbit befindlichen Satelliten anzeigt.

Radzek: „Wenn die ESA dieses Funksignal von ihrem Satelliten empfängt, das offensichtlich versehentlich zu ihnen durchgesickert ist, werden sie davon ausgehen müssen, dass die USA ihren Satelliten schon seit längerer Zeit zu Spionagezwecken über Europa missbrauchen.“

Slatkin: „Das wird die USA dann in die Lage manövrieren, unbedingt reagieren zu müssen – oder das internationale Verhältnis wird entscheidende Änderungen erleben!“

Radzek: „Und glauben Sie, General, dass Europa dieses aufgefangene Signal auch für bare Münze nehmen wird?“

Slatkin beginnt, böse zu grinsen: „Ich will es mal so sagen, Oberst: Zunächst mag es noch Skepsis und diplomatische Zurückhaltung geben – wenn jedoch derselbe Satellit, der von den USA anscheinend als Spionagesatellit missbraucht wird, kurz darauf, außer Kontrolle geraten, auf die Erde abstürzt und zufälligerweise genau in das ihn überwachende Astronomieinstitut der ESA einschlägt und dabei alles und jeden darin auslöscht, dürfte das Eis gebrochen sein.“

Radzek erwidert das böse Grinsen: „Ein durchschlagendes Argument, General.“

 

Der besagte Satellit befindet sich zur Zeit im Erdorbit hoch über dem europäischen Kontinent: neben der großen Aufschrift der ESA ist das Sende- und Empfangsmodul angebracht, über das der Satellit für gewöhnlich mit dem ihn steuernden Institut in Funkverbindung steht. In diesem Augenblick spricht das Modul wieder einmal an – allerdings kommt das eingehende und sofort wieder abgestrahlte Funksignal diesmal aus Sibirien...

 

Mitten in der verschneiten Landschaft Grönlands steht das den betroffenen Satelliten überwachende Astronomieinstitut der ESA.

In der Überwachungszentrale wird man gerade auf das unbekannte eingehende Funksignal aufmerksam.

 

  • 10 –

  •  

Krilenko und seine beiden Offiziere haben die Geiseln in den Flur vor Bürgermeister Greys Büro im Rathaus geführt und halten sie dort in Schach. Krilenko steht mit dem Bürgermeister zusammen in dessen Büro vor der Bildfunk-Übertragungsanlage.

Krilenko: „Wenn ich Sie nun also bitten dürfte, Bürgermeister, diese Botschaft zu übermitteln.“

Grey kneift seine Augen fest entschlossen zusammen, indem er Krilenko einen absolut unnachgiebigen Blick entgegnet:

„Sie verstehen sicherlich, dass ich Sie in keinster Weise unterstützen werde!“

Krilenko verzieht sein Gesicht kurz und zieht dann blitzschnell ein Messer, das er gezielt in Greys Hand sticht und die Hand damit an den Schreibtisch festnagelt.

Grey schreit auf, fasst sich aber sofort wieder.

Krilenko blickt Grey mit unbekümmertem Blick fest in die Augen:

„Ich würde Ihnen gern aus meiner Erfahrung berichten, Bürgermeister, wie viele Kugeln in einen Menschen geschossen werden können, bevor er stirbt – aber ich bin davon überzeugt, eine Demonstration sagt mehr als tausend Worte.“

Krilenko richtet seine Waffe auf Greys Arm: „Was sagen Sie dazu, Bürgermeister?“

Grey schnaubt vor sich hin, indem er Krilenko einen verachtenden Blick entgegnet.

 

Im Konferenzraum von Sektion Alpha sitzen Chris, Jessica, Juan, Bill – ohne ihre schwarz-metallenen Kampfanzüge – und Ned zusammen mit Colonel Stevens und Major Jenkins am Konferenztisch – ihnen gegenüber hat President Brunt am Kopfende Platz genommen. Über der gläsernen Dachkuppel strahlen die Sterne am Nachthimmel.

Major Jenkins: „Es ist sehr bedauerlich, dass Sie General Slatkin nicht eliminiert haben, als Sie die Gelegenheit dazu hatten, Commander.“

Chris: „Wenn Sie das Airfighter-Team haben wollen, dann müssen Sie damit leben, dass dieses immer noch von mir kommandiert wird, Major – und wir eliminieren nicht einfach einen hochrangigen Offizier, wenn wir nicht vielleicht eine andere Wahl haben!“

Colonel Stevens: „Nichtsdestotrotz hat sich Ihr Vorgehen im Nachhinein als taktischer Fehler erwiesen, Commander.“

Jessica: „Im Gegenteil, Colonel, denn jetzt wissen wir definitiv, wo General Slatkin steht und dass er auf keinen Fall an einem Dialog mit uns interessiert ist.“

Juan behält Jessica und Marshal Stevens kurz im Blick, um die unterschwellig blitzende Spannung zwischen den beiden zu erfassen – falls er sich diese nicht nur eingebildet hat.

President Brunt: „Damit haben Sie es genau auf den Punkt gebracht, Anwältin Ricks.“

Brunt aktiviert den holographischen Projektor in der Mitte des Konferenztisches, der ein dreidimensionales Bild des Astronomieinstitutes der ESA in Grönland projiziert.

Brunt: „Die ESA hat vor wenigen Stunden ein Funksignal eines ihrer Forschungssatelliten im Erdorbit aufgefangen, bei dem es sich allem Anschein nach um ein getarntes Signal unseres Geheimdienstes handelt, das durch einen Übertragungsfehler von der ESA aufgefangen werden konnte.“

Chris, Jessica, Bill, Juan und Ned werden sehr aufmerksam.

Brunt: „Für den europäischen Geheimdienst sieht es nun so aus, als würden wir einen ihrer Satelliten zu Spionagezwecken verwenden – mit seiner Position über dem nördlichen Teil Europas wäre er prinzipiell prädestiniert dazu!“

Bill: „Wie reagiert Europa darauf?“

Brunt: „Bisher offiziell noch gar nicht. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Geheimdienste Schritte gegen uns unternehmen werden – falls nicht im Verborgenen schon geschehen!“

Juan: „Und dann haben die Russen es geschafft, dass der US-amerikanische Geheimdienst in erster Linie wohl mit dem deutschen und englischen Geheimdienst in einen im Verborgenen stattfindenden Zweifrontenkrieg verwickelt sein wird!“

Brunt: „Soviel zu General Slatkins weiterer Taktik.“

Major Jenkins: „Hinzu kommt der offiziell nicht existierende Exekutionstrupp, der hierher geschickt worden ist, um offensichtlich Sektion Alpha zu terminieren.“

Auf Brunts Nicken hin lässt Colonel Stevens vom holographischen Projektor ein erneutes Bild generieren: der Kopf Oberst Krilenkos schwebt nun als langsam rotierende, dreidimensionale Projektion über dem Konferenztisch.

Stevens: „Aus den Beschreibungen über den Anführer des Exekutionstrupps, die uns Captain Carter im Krankenhaus liefern konnte, haben wir in der Datenbank unseres Geheimdienstes einen Treffer erzielt: dies ist Oberst Sergej Krilenko. Er hat im Laufe seiner Dienstzeit wiederholt im Verborgenen operierende Exekutionstrupps wie auch diesen angeführt. Er arbeitete ausschließlich für den russischen Geheimdienst und tritt offiziell nirgendwo in Erscheinung. Daher existiert auch keine offizielle Militärakte über Krilenko. Dank unserer Informanten sind wir trotzdem an diese Geheimdienstakte gelangt. Krilenko hat den Ruf, besonders zielstrebig und brutal vorzugehen und jede seiner Missionen zu ihrem vorgesehenen Ende zu führen.“

Juan: „... also der geplanten Exekution.“

Stevens: „Exakt.“

Major Jenkins: „Deshalb dürfen wir die Anwesenheit dieses Exekutionstrupps unten in G.S.T. auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen!“

Bill: „Ergibt für uns jetzt also zwei Baustellen zur selben Zeit: den Satelliten über Europa und Krilenkos Trupp in G.S.T.“

Brunt: „Genau diese Situation gilt es für uns nun zu stemmen“

In diesem Moment blinkt die Kommunikationskontrolle vor Brunt auf dem Konferenztisch.

Brunt öffnet die Funkfrequenz: „Ja?“

„Mister President Sir, entschuldigen Sie die Störung – aber Police-Airbase_002 hat vor wenigen Minuten eine neue Mitteilung der Geiselnehmer empfangen und diese sofort an uns weitergeleitet.“

Alle Anwesenden blicken auf.

Brunt: „Stellen Sie die Nachricht bitte in den Konferenzraum durch!“

„Aye, Sir.“

Brunt gegenüber an der Wand, wo sich nicht die große Glaskuppel in den Nachthimmel erstreckt, erscheint das Bild Bürgermeister Greys auf dem breiten Wandschirm: die mit dem Messer in den Tisch genagelte, Blut überströmte Hand Greys ist im Vordergrund zu erkennen, während im Hintergrund eine Waffe genau auf Greys Kopf gerichtet ist.

Dirk Grey zeigt einen schmerzverzerrten, aber zugleich standhaften Blick: „Ich soll Ihnen die Nachricht zukommen lassen, dass sich die Geiselnehmer jetzt mit einem Teil von uns Geiseln hier im Rathaus befinden. Sie verlangen das Erscheinen des Präsidenten höchstpersönlich hier in G.S.T. – wie auch immer das so schnell gehen soll!?“

Die Hand mit der Waffe schlägt Grey einmal brutal ins Genick, so dass Grey mit einem schmerzerfüllten Stöhnen ins Wanken gerät – seine festgenagelte Hand zwingt ihn allerdings dazu, stehen zu bleiben.

Bei dem Schlag ist Jessica zusammengezuckt, und Juan verzieht, mit Grey mitfühlend, sein Gesicht.

Grey kämpft sichtlich gegen seine Schmerzen an, indem er ergänzt: „Der übrige Teil der Geiseln befindet sich an einem anderen Ort und wird sofort exekutiert, wenn der Aufforderung unserer Geiselnehmer nicht nachgekommen wird.“

Noch einmal zeigt Greys Blick absolute Entschlossenheit: „Machen Sie diese Kerle fertig!“

Augenblick zieht eine Hand das Messer aus Greys festgenagelter Hand, und mit einem lauten Schmerzensschrei fällt Grey zu Boden, indem eine Blutfontäne aus seiner Hand genau gegen die Kamera in seinem Büro spritzt – die Übertragung bricht abrupt ab.

Sofort richten sich im Konferenzraum wieder alle Blick auf President Brunt.

Brunt: „Einschätzung?!“

Jenkins: „Da der Exekutionstrupp offenbar nicht herausgefunden hat, wie Sektion Alpha zerstört werden kann, wollen sie es jetzt auf direktem Wege über Sie versuchen, Mister President.“

Stevens: „Und Oberst Krilenko ist so einzuschätzen, dass auf Worte Taten folgen. So oder so stellt sein Exekutionstrupp eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar.“

Brunt nickt: „Dann führt kein Weg daran vorbei: ich werde nach G.S.T. hinunter fliegen und seiner Aufforderung Folge leisten müssen.“

Chris: „Bei allem Respekt, Mister President, das dürfen Sie nicht!“

Bill, Jessica, Juan und Ned schauen Chris mit einer gewissen Überraschung an. Auch President Brunt entgegnet einen etwas überraschten Blick.

Chris fährt fort: „Sie können es sich nicht leisten, sich in diese Lage zu bringen – der Präsident muss hier in Sicherheit bleiben. Genau für diese Situationen ist Sektion Alpha doch konstruiert worden.“

Brunt, nachdenklich: „Sie haben Recht, Commander – aber was ist unsere Alternative?“

Jenkins ergänzt: „Denken Sie an den anderen Teil der Geiseln, von dem wir nicht wissen, wo er sich befindet. Diese Police-Officers werden sofort exekutiert, wenn Oberst Krilenko den Verdacht hegt, President Brunt würde seiner Aufforderung nicht nachkommen!“

Stevens: „Und dann gibt es immer noch das Desaster mit dem vermeintlichen Satellitensignal in Europa!“

Chris wechselt einen vielsagenden Blick mit Bill, Jessica, Juan und Ned: „Dafür haben Sie ja das Airfighter-Team – in solchen Situationen laufen wir zur Höchstform auf!“

Bill, Ned, Juan und Jessica bestätigen Chris´ Worte mit einvernehmlichen, entschlossenen Blicken.

Brunt atmet einmal durch und dreht sich dann vor dem Hintergrund des Sternhimmels jenseits der großen Glaskuppel zum Airfighter-Team zurück:

„In Ordnung, Commander – als Präsident der vereinigten Staaten erteile ich Ihnen und dem Airfighter-Team für diese Operation eine Blankovollmacht!“

Stevens und Jenkins zeigen überraschte Blicke.

Brunt stützt sich auf dem Konferenztisch ab und lehnt sich zu Chris hinüber:

„Wie ist Ihr Plan, Commander?“

 

 

Fortsetzung folgt...

 

Story by Christian Scheffel –

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