Elke Müller

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT

26

Am nächsten Tag faltete Mako ein Blatt Papier eilig zusammen, zog sich den Mantel über und lief eilig aus seinem Zimmer. Im Flur begegnete er Irina und mit den Worten: „ Tut mir leid keine Zeit,“ war er schon durch die Haustür verschwunden, bevor sie etwas sagen oder fragen konnte. Verärgert stemmte sie die Arme in die Hüften. Misstrauisch, späte sie in sein Zimmer. Das Chaos darin, war so gar nicht seine Art. Mako war, bezüglich Sauberkeit weder besonders penibel noch ein großer Sauberkeitsfanatiker. Aber bei ihm herrschte eine gewisse Gewohnheit vor, das jedes Ding seinen Platz hatte und es sich so schneller wieder finden lies, wenn man es brauchte. Es musste also eine dringende Angelegenheit vorgelegen haben um solch Durcheinander zu hinter lassen. Irina begann etwas Ordnung zu schaffen, dabei fiel ihr Blick auf einige sorgfältig ausgeschnittene und abgeheftete Zeitungsberichte, nebst Bilder, welche ihr bekannt vor kamen. Sie setzte sich und fing an nach zu grübeln. Wichtiges schrieb sie sich auf ein Stück Papier.

Es war nicht schwierig gewesen, Carlo ausfindig zu machen. Mako beobachtete jeden Schritt den er machte, seit Tagen. Zur Polizei konnte er nicht gehen, ohne die nötigen Beweiße. Immerhin war Sven Trailer, ein hoch angesehener Anwalt und somit in den Augen der Gesellschaft zu einem derart schlimmen Verbrechen gar nicht fähig. Also machte sich Mako selbst daran, gegen den Verdächtigen zu ermitteln. Er sah die hoch gewachsene Gestalt von Carlo bereits von weitem, als dieser wieder mal, aus dem Haus von diesem Anwalt trat und fing ihn ab. Der Bursche trug jetzt einen Designeranzug, dazu frisch geschnittene, nach hinten gegeltes Haar und einen kleinen teuren Brillantstecker im Ohrläppchen. Er wirkte durchtrainiert, mit einem gut ausgeprägten Brustkasten und gewölbten Bizeps. „ Ich werde es also nicht gerade einfach haben,“ murmelte Mako. Laut dann: „ Na du elendiger schmieriger Lakai, wie hast du es so schnell fertig gebracht, in so einer kurzen Zeit, so einen Körperbau zu bekommen?“ Carlo wirbelte herum. „ Was willst du Hosenscheißer von mir?“ „ Oh, so manches. Zum Beispiel, weißt du doch sicher... etwas über einen jungen Mann mit Namen Ron Cargo. Der ist nämlich seit einiger Zeit spurlos verschwunden. Und mir ist zu hören gekommen, eine Schleimschnecke mit Namen Carlo hat damit was zu tun.“ „ Blödsinn. Den Namen kenne ich nicht.“ „ So? Ich weiß von einer Liebelei, die aber leider kein Happyend hatte. Auch ein gewisser Scott soll ziemlich viel Dreck am Stecken haben. Da hab ich ...“ „ Halt dein dreckiges Maul! Woher hast du diese Beschuldigungen her, he? Los sag es, oder...“ Sie rempelten sich gegenseitig an und forderten einander heraus, als erster zuzuschlagen. „ Oder? Machen wir einen Handel. Ich habe sehr viele Informationen über eine gewisse Organisation Trainor gesammelt.“ „ Du kleiner Schnüffler willst mir Bedingungen stellen? Ha, das ich nicht lache!“ Eine Prügelei war die Folge. Die beiden Männer waren fast gleich groß und kämpften keuchend. Dann blitzte ein Messer auf. Mako stieß einen Fluch aus und verpasste seinem Gegner einen Kinnhaken. Dieser lachte teuflisch auf. Mako achtete nicht darauf und stürzte sich weiter auf seinen Angreifer. Schließlich trennte man sich. Trotzdem war es Mako gelungen, einige Eingeständnisse zu erhalten. „ Dieser verdammte Bastard!“ rief Mako. Er hinkte leicht und hielt sich mit der rechten Hand den linken Arm. Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor. Irina schlug entsetzt die Hände zusammen, als sie Mako kommen sah und eilte ihm entgegen. „ Um Himmels willen, wie siehst du denn aus? Was ist denn nur passiert?“ Vorbildlich kümmerte sie sich um ihn, welcher später ein leichtes Wundfieber bekam. Jeden Tag wechselte sie den Verband. „ Es ist halb so schlimm,“ sagte er leicht verlegen. „ Das habe ich dem Messer zu verdanken, war sicher nicht gerade sehr sauber.“ „ Du bist ein großer Idiot, sich solch einer Gefahr, allein auszusetzen.“ Sie erhob sich, nahm das alte verschmutzte Verbandzeug auf und wollte schon gehen, wandte sich aber nochmals um und betrachtete den ruhig, mit geschlossenen Lidern, daliegenden Mann. Wie jung und entspannt er aussah, aber auch unendlich verletzlich. Ihr Herz war angefüllt mit großer Dankbarkeit, weil jetzt schon vier zuverlässige Menschen ihr zur Seite standen. Jeden Abend sprach sie zum Herrgott, das alles wieder in geordneten Bahnen gelangen sollte. Teilweise plagten sie wirre Alpträume. Am nächsten Tag erschien Doktor Davis, mit brisanten Neuigkeiten. „ Es ist gelungen, mit Hilfe eines gewieften Polizisten, mit Namen Ryo, der...“ „ Ryo?“ rief Irina errötend dazwischen. „ Ich kenne ihn. Er ist ein ganz besonderer Freund von mir und ich schätze ihn sehr.“ „ Aha... Ihr habt doch nicht etwa eine Be... zu diesem Beamten gefunden? Ich bin schockiert!“ „ Aber nein, wie könnte ich.“ „ Um so besser. Also, er konnte diesen mysteriösen Carlo unter Druck setzen. So erfuhren wir, zu unserem Glück, wichtige Hinweise, wo Ron versteckt wird. Langsam kommen wir im Nebel des Unerklärlichen und das Aufdecken der Geheimnisse langsam voran. Nun, er befindet sich in der Gewalt einer Verbrecherorganisation, die Diebstähle, Morde, Erpressungen, Waffen- und Drogenhandel, mit Killerbakterien sogar Terroranschläge betreiben, sowie noch einiges mehr auf ihren Konto haben. Sie erlangen immer mehr Macht, auch in den höchsten Kreisen von Wirtschaft, Polizei und Politik. Es war Zufall, das er da hinein geraten war. Man betäubte Ron mit einem schweren Schlafmittel, welches sehr schnell wirkte und brachte ihn weg. Wollten sicher ihre Spuren verwischen. Haben aber nachlässigerweise am Ort des Verbrechens, Blutspuren hinterlassen. Carlo, wenn gleich ein gutaussehender, gewissenloser und selbstsüchtiger Schwerenöter, liebte ihn und war enorm eifersüchtig. Über ein Jahr lang machte er ihm den Hof. Wurde aber leider nicht wiedergeliebt. Es war eine einseitige Romanze. Er litt darunter. Ron war damals jung und unerfahren, nicht mal volljährig, das nutzte der Wüstling aus. Er wurde grob von ihm misshandelt und mit Peitschenhieben gefügig gemacht. Ron wurde, als Strafe, gern wie eine Prostituierte gehalten, für Männlein wie für Weiblein.“ „ Mein Gott, ein halbes Kind noch und verführt von einem, der es hätte besser wissen müssen. Wie kann sich so ein Mann an einen noch jungen Mann vergehen, der seinem Schutz anvertraut war,“ rief Irina angewidert mit bebender Stimme. „ Er tat es heimlich.“ „ Wie entsetzlich.“ „ Nach über zwei Jahren, konnte Ron fliehen,“ fügte Mako hinzu. „ Zur GVD. Einer Organisation, die sich solch armen, verlassenen Geschöpfen annahm. Er lebte mit anderen Waisenkindern in einem alten, heruntergekommenen und verlassenen Fabrikgebäude außerhalb der Stadt.“ „ Stimmt,“ nickte John. „ Unsere Organisation nahm sich seiner an. Unser Besuch verlief allerdings ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Er saß zunächst wegen Ungehorsams hinter Gittern. Damals brauchte man Zeit, um jemanden Anzuwerben. So konnte ich in Ruhe Hintergrundinfos sammeln. Ich habe mich bei seinen Verwanden, Bekannten und Freunden umgehört. Der Tod seiner Eltern, war kein Unfall und wir wissen wer es war. Wir haben ihm beigestanden und geholfen über diese schreckliche Geschichte einigermaßen hinweg zu kommen. Er lies sich ungern Anweisungen geben und zeigte sich als wenig teamfähig. Er war hitzköpfig und spontan, was ihm oft Ärger einbrachte. Lernte aber schnell mit einer Waffe umzugehen. Er absolvierte die beste Ausbildung zum Top- Agenten in Griechenland. Er vermochte Leichen verschwinden zu lassen oder seine Feinde als menschliches Schutzschild zu benutzen und entwickelte sich zu einem super Schützen. Er lernte verbissen, sogar noch nach Trainingsende, solch Kampfsportarten, wie Karate und Judo. Wir waren sehr stolz auf ihn. Hatten im Stillen gehofft, das er sein Trauma weit hinter sich gelassen, oder wenigstens vergessen hat. Ich bildete ihn so aus, das er über alles Bescheid wusste. Seine Einsätze erfolgten, wo immer es nötig war. Er konnte sich frei entfalten. Er kämpfte für die Gerechtigkeit, konnte aber im Geheimen, seine Rache an seine Peiniger vollenden. Dies tat er mit neuen und gewalttätigen manchmal schockierenden Taktiken. Er ist ein richtiges Naturtalent.“ „ Hm, er kam einer Bande auf die Schliche, die Drogen verkauften. Verfolgte jeder deren Schritte und fand heraus, wer hinter all dem ganzen steckte. Sein Onkel Scott. Der ganz große Boss war ein Anwalt, sein Name lautet... Sven Trailer,“ ergänzte Mako. „ Man hat mir berichtet, das er früher in den Kreisen von Homosexuellen verkehrte und er der Geliebte eines reichen Chevaliers war. Nun, bei ihm fehlt das Herz. Er besitzt nur eines aus Stein. Aber so gelangte er an Informationen heran. Denn je sauberer ein Auftrag abgewickelt wurde, umso mehr Cash gibt es dafür. Mit diesem Geld hat man dann Waffen, ganz nach des Käufers Wünschen, mit Spezialausrüstung gestaltet und damit seinen Ruf aufpoliert. Letzteres ist besonderst wichtig, damit der lebenswichtige Deckmantel von Trainor nicht durch Wächter oder Bürgern aufgedeckt werden. Ein kaltblütiger Killer. Und trotzdem... scheint er der meist gefeierte Star aller Zeiten zu werden.“ „ Ja, dazu kommt noch, als Folge dessen, werden die Verbrechen zunehmend komplexer, und deren Aufklärung im gleichen Maße komplizierter,“ vollendete John Davis. Irina hörte fasziniert den Berichten zu und unterbrach die Erzähler kein einziges Mal, bis sie geendet hatten. „ Darum warst du ständig weg und hast kein Wort gesagt.“ „ Ich dachte, du solltest alles notwendige wissen, wie es zusammenhängt, wenn alles perfekt gelaufen ist. Aber bitte, sprich bitte mit niemandem darüber,“ bat Mako. „ Natürlich,“ versicherte Irina. John blickte auf seine Uhr. „ Ich... habe da noch etwas... Stellt euch vor, ich treffe mich mit Sven Trailer.“ „ W- Waas?“ Irina sprang erregt auf. „ Er kommt her? Wann?“ „ In zirka einer halben Stunde... hoffe ich zumindest. “ Sven hatte Wort gehalten. Tatsächlich erschien er am vereinbarten Ort. Er kam, um sich unter vier Augen mit John Davis zu treffen. Lange dauerte die Unterredung nicht.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.06.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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