Elke Müller

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT

Kap. 28

Zwei Männer in einem verdreckten Keller, an gegenüberliegenden Wänden angekettet. Sie wissen nicht, wie sie sich aus ihrer misslichen Lage befreien sollen. Ihnen bleibt wenig Zeit, wenn sie überleben wollen. Auch ist ihnen schnell klar, dass sie per Videokamera beobachtet werden. Wie Laborratten.
„ Hey,... ist die Partie schon zu Ende...Kumpel?“ fragt Mako. „ Siehst ja nicht gerade mehr frisch aus. Ich hab doch wohl nicht viel verpasst, oder? Es ist zwar ein fasst alltäglicher Alptraum mal eingesperrt zu sein, noch dazu in den tiefen, finsteren Schächten unter einem Bürogebäude. Leider kommt man da nicht mehr so leicht heraus. Da heißt es schlau sein und zu kämpfen.“ Es kostete Ron große Anstrengung den Kopf zu wenden und zu Mako hinüberzusehen. Alles schien seltsam verschwommen und verzerrt. Er wollte sich aufrichten, doch es gelang ihm nicht. Ron stöhnte auf. „ Wer sind Sie?“ „ Ich?... Nun, sagen wir mal... ein Todesengel...wie du.“ „ Soll wohl ein Witz sein.“ „ Nein! Lässt dich gefangen nehmen und verprügeln, um dann ins Gefängnis, diesem Loch geworfen zu werden. Glaub mir, wer seine Nase zu tief in Angelegenheiten steckt, die ihn nichts angehen, sollte sich nicht wundern, wenn er beim Schnüffeln erwischt und zum sterben zurückgelassen wird. Trotzdem, man muss man doch irgendwie wieder heraus kommen. Und was wäre das für ein Spiel, mit Spionage und geheimer Operation ohne coole technische Spielereien? Es gab schon viele Situationen und nur eine Möglichkeit, eine bestimmte Herausforderung zu überwinden.“ „ Also... ein cooles Täuschungsmanöver?“ „ Der Punkt geht an dich. Zuviel steht auf dem Spiel. Wäre doch schade, wenn herauskäme, wer du wirklich bist, ansonsten werden weiterer Mordversuche geplant, oder schlimmer noch, es können all jene in Gefahr geraten, die dir nahe stehen... Ach übrigens, schöne Grüße von John.“ „ Welchen John?... Ich kenne niemanden... mit diesem Namen.“ „ Verstehe. Da muss ich wohl etwas nachhelfen. Also, sagen wir mal...was bedeutet es, ein Kopfgeldjäger zu sein? Man arbeitet mit der Polizei Hand in Hand. Schnappt die Verbrecher und kassiert seine Prämie - alles easy!...Also, dieser John Davis, vom Beruf Arzt, von ihm hab ich den Auftrag erhalten... mal nach dem Rechten....“ „ Ach so ist das.“

Eine Mischung aus Alkoholgeruch, Mottenpulver und Zigarettenqualm hängt zum Schneiden dick in dem niedrigen Raum. An einen Computer sitzt Koga und lässt seine Finger über die Tasten gleiten. Er war gerade dabei eine Nachricht an Sven Trailer zu senden als... „ Scheiße! Die haben Freunde. Vermutlich Terroristen. Was sollen wir tun, Chef ?“ „ Was?“ Koga trat näher an einen der Überwachungsmonitor. „ Ha, endlich zeigt sich, was der Junge im Schilde führte. Seine Aufgabe war es, uns in Panik zu versetzen und hat sich aus diesem Grund bei uns eingeschleust. Nicht schlecht, Mako. Wirklich klug eingefädelt... Erledigt sie, aber keine Schießerei! Das letzte was wir brauchen können, sind die Bullen! Außerdem sind die Gänge im Keller zu schmal, als das zwei Menschen aneinander vorbeilaufen können...Hm, ohne ihre Taschenlampen ginge es nicht mehr weiter... man irrt durch dunkle Höhlen und sieht die Wände nicht mehr und kann nur hoffen, dass die Richtung stimmt. Stürmen sie das Gebäude und schicken sie ihre Feinde ins Grab. Einer von euch holt mir diesen Cargo rauf, ich habe da eine Idee.“ „ Sofort, Boss!“

Irina saß auf einem prunkvollem Bett, man hatte sie einfach, wie eine Spielpuppe darauf geworfen und sich lachend entfernt. Irgendwann war sie schweißnass in diesem total zerwühlten Bett aufgewacht. Nun wanderte ihr Blick durch den düsteren Raum. An der Decke war ein mächtiger Kristalleuchter, der Boden mit dicken teuren Teppichen ausgelegt und an den beiden Seiten des Bettes waren traumhafte, malerische Wandbehänge. Neben den Kamin entdeckte sie ein kupfernes Kaminbesteck. Es gelang ihr, mit Hilfe ihrer Zähne, die Fesseln an den Händen zu lösen. Nahm den schweren Schürhacken an sich und schlich zur Tür um zu horchen. Vom Flur her war kein Geräusch zu hören, vorsichtig öffnete sie die Tür, die zu ihrem Glück nicht verschlossen war. Stellte den Feuerhacken wieder an seinen Platz und ohne länger zu überlegen griff sie zum Telefonhörer und wählte eine bestimmte Nummer. Sie hörte ein schwaches Rascheln am Ende der Leitung. „ Hallo?“ meldete sich eine bekannte Stimme. „ John Davis?“ „ Bist du es Irina? Was ist los. Ist alles in Ordnung?“ „ Tut mir leid...Jetzt geht es mir schon viel besser. Wir sehen uns später.“ Es klickte als sie den Hörer auflegte. Schaltete das Licht aus und tastete sich im Dunkeln zu einer Treppe. Unten bemerkte sie einen hellen Lichtschein. Jemand stand dort in der Tür und schaute sie an. „ Endlich lernen wir uns einmal kennen,“ sagte er und verbeugte sich leicht. „ Hab keine Angst.“ Trotzdem hatte Irina ihre Zweifel. Er breitete seine Arme aus. Langsam stieg sie die Treppe hinab... und schlüpfte an ihn vorbei. Sie wollte schnellstens aus dem Haus flüchten. Als sie die Klinke drückte, stellte sie fest, dass die Tür verschlossen war. Er war dicht hinter ihr, stützte seine Hände links und rechts vor ihr gegen die Tür und hielt sie so gefangen.„ Warum läufst du weg?“ „ Wer sind Sie?“ Sie spürte wie sich seine Hände sanft auf ihre Schultern legte. „ Du bist sehr schön.“ Warmer Atem traf ihren Hals. „ Verdammt schön! Wir beide würden sicher ein gutes Paar abgeben, findest du nicht auch?“„ Nein!“ schrie sie. Mit ihren Ellenbogen versetzte sie ihm mit aller Kraft einen Hieb in den Magen. Er ächzte, mehr vor Überraschung als vor Schmerz. Seine Augen und sein Lächeln wurde kalt. In wilder Hast rannte sie davon, ohne zu wissen wohin.

 

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Elke Müller).
Der Beitrag wurde von Elke Müller auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.06.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • elkemueller59googlemail.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Elke Müller als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Nomade im Speck von Thorsten Fiedler



Diese Real-Satire beschreibt das Aufeinandertreffen von Ironie und Mietnomaden. Statt Mitleid gibt es nur „Mietleid“ und die Protagonisten leben ohne wirkliche Mietzahlungsabsicht, kostenfrei in den schönsten Wohnungen, wie:“ der Nomade im Speck“.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fantasy" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Elke Müller

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Amerika von Elke Müller (Fantasy)
Der schwarze Ritter von Bernd Mühlbacher (Fantasy)
Banales von Klaus Lutz (Humor)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen