Iris Klinge

Notstand: bei 35 Grad keinen Kühlschrank

Hier erlebe ich jeden Tag Überraschungen. Manche angenehm, andere sehr ärgerlich.

Die Kühlschrank Story ist abenteuerlich. Als wir hier einzogen, stand in der Küche ein himmelblaues Monster, das unser Vorgänger angeschafft hatte. Es war kein Gefrierfach da, nur oben innerhalb des Kühlschranks eine Klappe zu einem Eisfach.
 
An dieser Klappe hatte sich innen eine Eisschicht gebildet, und sie schloss nicht mehr richtig, so dass sich immer mehr Eis bildete. Ich beschloss daher, den gesamten Schrank abzutauen.
 
Damit es schneller geht und der Inhalt des Kühlschranks nicht so lang in der Hitze schmoren musste, fummelte ich mit einem großen Messer an der Eisschicht herum, die sich auf dem Boden gebildet hatte.

Plötzlich ertönt ein zischendes Geräusch, und ich rieche Gas. Voller Schreck rufe ich meinen lieben Partner zu Hilfe. Was war passiert? Durch ein winziges Loch im Boden des Eisfachs verlor der Kühlschrank offensichtlich sein Gefriergas….
Zum Glück hatte ich gerade ein Handy gekauft, um mit meinem Thai Freund, dem vorigen Besitzer des Hauses, zu kommunizierenm, wenn wir ein Problem haben. Nun war der Ernstfall eingetreten.
 
Max kam uns sofort zur Hilfe. Wir einigten uns darauf, einen neuen Kühlschrank zu kaufen, da der alte sowieso ohne Gefrierschrank war und außerdem potthässlich. Also zogen wir los zu einem nahegelegenen Großhandel für Elektrogeräte.
Wie es der Zufall so wollte, und bedingt durch die Nebensaison hier, in der kaum jemand größere Anschaffungen macht, fanden wir ein Modell, das um die Hälfte reduziert war, weil die Außenseite einige Dellen aufwies. Max verhandelte mit dem Verkäufer, damit der Schrank noch am selben Tag geliefert würde.
 
Noch am selben Nachmittag lieferten uns zwei nette Thais den Schrank. Wir waren glücklich, und nach 3 Stunden Wartezeit räumten wir endlich alle unsere Getränke und das Obst dort ein.
 
Am Abend konnten wir zum ersten Mal Eiswürfel herstellen, ein völlig neues Trink Erlebnis. Doch das Glück sollte nur bis zum nächsten Morgen währen. Als ich heute den Eisschrank öffnete, lief mir das Wasser entgegen, und alles war wieder so warm wie zuvor. Vermutlich war der Kühlschrank schon bei der Firma durch den Transport angeschlagen, jedoch wusste dort niemand, welche Auswirkungen das haben würde.
 
Nun sitze ich hier und habe all unser verderbliches Obst im Tante Emma Laden gegenüber  in deren Kühlschrank untergebracht. Als ich die Papaya aufschnitt, kamen mir schon die kleinen weißen Maden entgegen, die  wohl schon beim Kauf als Eier dort gelegen und sich durch die Wärme entwickelt hatten.

Durch meine Erfahrung in den afrikanischen Tropen können mich diese Tierchen nicht erschüttern. Ein wenig Eiweiß kann nicht schaden, und immerhin sind es keine Kakerlaken wie damals in Gabun, als sogar unsere Schuhe angefressen wurden.
 
Das wichtigste Wort in Thai habe ich schon gelernt und wende es dauernd an, weil wir ständig auf Hilfe angewiesen sind:  kop-kun-ká, das heißt „danke“, aber nur für weibliche Personen. Die Männer haben ein anderes Wort für danke. Leider kennt mein Partner dieses noch nicht. Er weigert sich, in die Thai Sprache einzusteigen…..
Ja, ja, die Frauen machen mal wieder die Geschäfte!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.06.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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