Robert Nyffenegger

Wie man Poesie schafft. Eine Anleitung


Jedermann hat eine poetische Ader, doch oft fliesst darin kein Blut oder zu langsam, dann ist es eine Krampfader.
Anlässlich einer Vernissage „Frauenbild in der modernen Kunst“ schlug bei mir ein Geistesblitz ein. Im Andenken an den Naturistenstrand vor dem Haus wurde mir klar, dass die heutigen Kunstmaler passionierte Nudisten sein müssen. Sowas Entartetes findet man als Vorlage nur an besagten Orten.
Am Nudistenstrand, wo sich die dicken Holländerinnen und Belgierinnen  im klebrigen Sand suhlen. Diese Glanzidee musste verdichtet werden:
War kürzlich am Nudistenstrand.
Natürlich nackt nicht mit Gewand.

Ich bin ja schliesslich kein Spanner.
Zur Sicherheit trug ich ne Maske
Als bekannte Persönlichkeit will man ja nicht zwingend auffallen und später auf  den Adonis Körper angesprochen werden. Was aber reimt sich auf Maske? Dieser Polarhund? Doch was macht der mit seinem dicken Fell am Strand? Nach Duden ist Larve zwar weniger geläufig, aber noch bekannt. Also:
Zur Sicherheit trug ich ne Larve
Darauf reimt sich nun klassischerweise die Harfe. Musik -super- gehört zur Poesie, verdichtet diese zusätzlich. Flöte ginge ja auch, aber da denkt jeder Leser an Pan und  blasen und Flöte reimt sich verdammt schlecht auf Larve.
Mit der Harfe aber stirbt die ursprüngliche Idee und es muss eine neue Deutung gefunden werden. (Poesie verlangt einen beweglichen Geist). Die Harfe zupft man bekanntlich, auch gut.
Und spielte fröhlich auf der Harfe.
Was nun passiert ist jedem klar. Spielt einer nackig auf der Harfe:
Die Damen kamen angerannt,
Von Anblick und Musik gebannt.
Ich spielte das bekannte Stück,
Zu meinem und zu ihrem Glück
.
Welches Stück es war, weiss ich nicht mehr. Paisiello Giovanni oder Petrini Francesco.
Die Belohnung für das Harfenspiel versteht sich von selbst und musste bloss noch verdichtet werden. Wenn man dann noch die Poesie mit einem Ratschlag für die Gesundheit und mit der Bitte zur Ausübung sportlicher Betätigung abschliesst, ist der Erfolg gewiss.
Wer das ganze Oeuvre sich zum Genuss und als Lehrstück zu Gemüte führen will, findet es unter Gedichte: „Am Nudistenstrand“.
 
 
 
 
 

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