Rebecca Lang

Am Rande des Universums: Weil ich dich liebe




Am Rande des Universums:
Weil ich dich liebe



Es war lange vor dem großen Krieg, der Terra zerstörte. Lange bevor die Galaxie vollständig entdeckt war. Es war die Zeit, in der man lernte mit fremden Rassen zusammen zu leben. Es war die Zeit der Unschuld.
Die Geschichte die wir Ihnen heute erzählen, hatte sich vor langer Zeit zugetragen, auf der Raumstation Reklar am Rande der Galaxie.
Ich bin Sirna Kolrami und werde Sie in dieser Geschichte begleiten.    




Die Raumstation Reklar am Rande der Galaxie war gerade fertiggestellt worden, die Aufräumungsarbeiten beendet. Tobias Russell, Sicherheitschef, drehte seine Runden als er an der Promenade vorüber kam. Sie wirkte leer und verlassen. Wie sollte auf dieser Station je Leben einkehren, fragte er sich als er gerade sah, wie Captain Willmore auf ihn zukam. Tobias hatte Willmore erst hier auf dieser Station kennengelernt, aber er fand ihn angenehm. Willmore blieb neben Russell stehen, Tobias grüßte ihn mit einem kurzen, “Captain.” Ohne wirklich auf die Begrüßung zu achten sprach Willmore  zu Tobias, “es wird schon werden. Sie werden sehn Russell, bald werden Sie Reklar nicht mehr wieder erkennen. Wo jetzt noch Frieden herrscht wird bald buntes Treiben sein.” Tobias lächelte ihn an, nach einem kurzen Kommentar setzte sich Russell  in Bewegung und verschwand in einem dunklen Seitengang. Willmore wusste nicht wie er Tobias einschätzen sollte. Er war jung und das sprach für ihn, aber er war zurückhaltend und schweigsam, aber was ging das schon Willmore an, so lange Russell seinen Job tat, musste er zufrieden sein.

Mit der Zeit kehrte auch Leben auf Reklar ein. Nach und nach eröffneten Geschäfte auf der Promenade. Russell hatte alle Hände voll zu tun um die kleinen Diebstähle zu stoppen.
Es war einer dieser wenigen ruhigen Tage, seit das Leben auf Reklar blühte. Tobias drehte seine einsamen Runden als er beschloss zur Luftschleuse zu gehen um dort nach dem Rechten zu sehen. Von einem kleinen versteckten Winkel auf der Galerie konnte Tobias ohne Probleme die ankommenden Passagiere beobachten ohne dass er selbst gesehen wurde.
Die Stunden vergingen und  Tobias wurde müde zuzusehen. Er wollte gerade gehen als sein Blick auf die letzte Person fiel, die gerade durch die Luftschleuse kam. Sie war eine junge Frau von einer Schönheit die Tobias noch nie gesehen hatte. Ihr Auftreten glich dem einer Königin, rein und unschuldig. In diesem Moment sah sie hoch, und Tobias war es als würde ein Dolch sein Herz treffen. Hatte sie ihn gesehen?
Schnell versuchte Tobias sie zu vergessen.
Wie immer nach seiner Arbeit setzte er sich ins Theta Alpha, einem kleinen Lokal auf der Promenade das berühmt war wegen seiner vielfältigen Küche. Tobias trank oft nur einen Kaffee und versuchte an die Geschehnisse des Tages nicht mehr zu denken. Auch diesmal saß er tief über seiner Kaffeetasse gebeugt in Gedanken versunken, als eine Stimme fragte, “ist dieser Platz hier noch frei.” Erschrocken sah Tobias auf, in diesem freundlichen Gesicht das ihn anstrahlte erkannte er die Frau von der Luftschleuse. Und noch einmal fragte sie mit ihrer ruhigen Stimme, “ist der Platz noch frei.” Inzwischen hatte sich Tobias wieder gefasst, “ja,” antwortete er, “setzen Sie sich.” Ohne weiter auf die Frau zu achten starrte Tobias wieder in seinen Becher. Auch die junge Frau achtete nicht auf ihn.
“Haben Sie nicht die neu Ankommenden beobachtet?” Ihre Frage zerriss das Schweigen und doch ging sie unter in der Betriebsamkeit des Lokals. “Ja,” sagte Tobias ohne auch nur aufzublicken.
Als er seinen Kaffee ausgetrunken hatte und aufstand, drehte er sich noch einmal zu ihr und sagte, “und Sie haben jeden Blick dieser Station auf sich gezogen.”
Und schon war er in der Menge verschwunden.
Tobias bahnte sich seinen einsamen Weg zu seinem Quartier. Wer war diese Frau die ihn so faszinierte?
Tage und Wochen vergingen, Tobias hatte von der geheimnisvollen Frau nichts mehr gesehen oder  gehört, aber vergessen hatte er sie nicht. Ja, er hätte sie anreden können, aber er hatte dafür keine Zeit. Tolle Ausrede, dachte Tobias, wir hätten nie zusammen gepasst.

Tobias stand oben auf der Galerie und sah hinunter auf das bunte Treiben der Promenade als hinter ihm eine vertraute Stimme erklang. “Sie beobachten wohl gern andere.” Ohne sich umzudrehen oder weiter auf die Frage einzugehen sagte er nur, “Tobias Russell, Sicherheitschef.” Er wollte sich nicht zu ihr umdrehen, sie sollte nicht sehen wie er von ihrer Schönheit fasziniert war. “Uhnari Shinakpas.” Diese Antwort überraschte Tobias und er drehte sich zu ihr. Sie lächelte ihn an und leise, so dass es keiner hören konnte außer ihm sagte sie, “haben Sie Angst vor mir, Tobias?” Er sah sie verlegen an, “warum?”
“Weil Sie mir aus dem Weg gehen,” sagte sie. Tobias sah sie an, was sollte er sagen, wie sich verhalten. Er nahm all seinen Mut zusammen, “ich war mir nicht sicher ob so eine wunderschöne Frau wie sie etwas mit mir zu tun haben möchte.” Jetzt wurde Uhnari unsicher und verlegen, sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und im Weggehen sagte sie, “in diesem Moment, als ich Sie dort oben auf der Galerie sah, hab ich mich in Sie verliebt.” Und schon war sie in dem bunten Treiben verschwunden.
Tobias betrat sein Quartier, es lag dunkel und einsam vor ihm. Weit entfernt im Raum blinkte ein Licht. Tobias durchquerte das Dunkel bis zu diesem Licht, vor dem Terminal blieb er stehen. “Nachricht abfahren,” sagte er und schon erschien auf dem Bildschirm ein Männergesicht. Es war sein Stellvertreter, Philips, “die Sicherheitsprotokolle sind fertig, Sie können sie jederzeit ansehen.” Russell verließ das Terminal gerade als es an der Tür läutete. Er ging zur Tür, doch bevor er öffnete fuhr er mit der Hand an einer Lampe vorbei und es wurde hell.
Er öffnete. Sein Blick fiel auf Uhnari die vor ihm stand. Mit den Worten, “es war schwer Sie zu finden,” schob sie sich an Tobias vorbei in den Raum. Die Tür schloss sich hinter ihr.
Jetzt stand sie vor ihm, ihre großen blauen Augen sahen ihn an, sie berührte ihn.
“Ich will Dich,” sagte sie sanft und küsste Tobias. Er konnte sich dem Gefühl nicht entziehen, auch er wollte sie.
Tobias wachte neben Uhnari auf, noch nie war er diesem Gefühl erlegen gewesen. Noch nie hatte ihn eine Frau so fasziniert, bezaubert wie Uhnari.
Sie war so jung und unschuldig, noch nie hatte sie so geliebt.
Tobias strich ihr durch ihr langes grünes Haar, wenn dies ein Traum war wollte er nie wieder erwachen.

Tage, Wochen, sogar Monate vergingen.
Je länger die Zeit, um so schwerer war es, Tobias und Uhnari getrennt anzutreffen.
Uhnaris Liebe hatte Tobias verändert, und doch war er wachsamer denn je.
Es war einer dieser Abende, die Tobias frei hatte. Erst war er mit Uhnari essen, danach machten sie einen kleinen Spaziergang über die Promenade. Sie lachten und hatten Spaß, schon lange hatte sich Tobias nicht mehr so frei gefühlt.
Was Tobias zu diesem Zeitpunkt nicht wusste war, dass ein bewaffneter Außerirdischer auf die Promenade zustürzte, gefolgt von einer Handvoll Sicherheitskräfte. Er hatte bei einer Kontrolle einen Mann getötet und einen anderen schwer verletzt.
Uhnari und Tobias ahnten nichts von der Gefahr, die auf sie zukam.
Schreiend und entsetzt sprangen die Besucher der Promenade auseinander.
Auf einmal stand er vor ihnen, Uhnari starte ihn an. Tobias wollte gerade seine Waffe ziehen als der Außerirdische abdrückte. Alles geschah so schnell, doch in diesem Moment war es für Tobias als würde die Zeit stehen bleiben. Er sah wie Uhnari sich vor ihn warf, er wollte die Hand nach ihr ausstrecken, sie zurück halten, doch es geschah zu schnell. Uhnaris Körper zuckte zusammen als des Geschoß sie traf, sie wurde zurück geschleudert in die Arme von Tobias.
Ein Geräusch von tausend Gewittern erklang und der Außerirdische stürzte zu Boden. In der Rauchwolke, die sich langsam zu Boden senkte erkannte Tobias seine Leute die mit gezogenen Waffen bereit standen.
Noch immer hielt er Uhnari in seinen Armen, diese großen blauen Augen sahen ihn immer noch freundlich an. “Warum,” flüsterte Tobias, “warum hast Du das getan.” Und er merkte wie seine Augen sich mit Tränen füllten. “Weil Du ohne mich leben kannst,” sagte Uhnari mit leiser Stimme, “und weil ich Dich liebe.” Tobias Tränen fielen auf Uhnaris Wangen, er sah wie der letzte Funke Lebens aus ihren Augen entschwand.

Eine Frau wie Uhnari konnte nur einmal lieben, das wusste Tobias jetzt. Sie wäre an seinem Tod zerbrochen.


 

Leider sind wir schon wieder am Ende unserer Sendezeit. Doch schalten Sie wieder ein wenn es heißt, “Wahre Geschichten aus dem Leben.” Ihre Sirna Kolrami.



 
ENDE




 
Dich zu Lieben

    Als du starbst, wünschte ich mir dich nie getroffen zu haben.
Den ich wollte nicht schon wieder etwas verlieren das ich liebte.
    Aber dann dachte ich nach. Und mir viel ein wie gut es war
    dich zu treffen. Den ich war um eine Erfahrung reicher.
    Um die Erfahrung dich zu lieben.






 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.08.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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