Christine Wolny

GLÜCKSFALL


 

(Fortsetzung meiner Wühlmausgeschichte von gestern)

Einer älteren Dame kam zu Ohren, dass sich bei der Wühlmausfamilie bald Nachwuchs einstellt. Sie selbst liebte Kinder, war sie doch in früheren Jahren beruflich mit ihnen sehr verbunden.
Nun war sie älter, und hatte Zeit. Manchmal sehnte sie sich nach Abwechslung im Alltag, und als sie von der netten Mäusefamilie hörte, kam ihr die Idee, sich bei ihnen zu bewerben und einen Sommer lang in diesem schönen Garten mit ihnen zu wohnen.

Das fanden die Mäuseeltern großartig, denn so eine Omi ist Gold wert. Gerne richtete Mäusepapa ein Zimmer für sie ein. Er baute es in die Nähe des Ausgangs, denn ihm war bekannt, dass Mäuseomas nicht mehr so weit laufen können. „Und ich stopfe ihr einen ganz weichen, großen Strohsack“, denn ich weiß, dass Kinderlein gerne bei Omas schlafen, wenn sie ihnen eine spannende Geschichte erzählt.

Das kenne ich noch aus meiner Kinderzeit,“ sagte Mäusemama begeistert, denn sie dachte schon voller Freude an ihren Nachwuchs.
„Da können wir auch einmal abends ausgehen und unsere Bekannten drei Gärten weiter besuchen, wenn wir eine Oma haben“, malten sich beide voller Vorfreude aus.

„Und mit dem Essen wird es auch keine Probleme geben, denn Omas essen nicht so viel,“ sagte der Mäusemann, der sehr realistisch veranlagt war.
Nun kam der Tag des Umzugs herbei.
Oma Maus hatte wenig Gepäck dabei. Sie war recht bescheiden und kam mit wenigem aus. Es wurde eine herzliche Begrüßung.
Als sie ihr helles Zimmer sah, war sie ganz begeistert, und vom schönen Garten war sie hin und weg.
Auf dem Tisch standen zur Begrüßung ein paar Gänseblümchen.
Dann fiel ihr ein gemütlicher Sessel auf, und der wurde ihr Lieblingsplatz.

Alles fand die Mäuseoma sehr aufmerksam und gemütlich.
Das Zimmer war mit Liebe eingerichtet.

Das Bett war so groß, dass sich Oma Maus mehrmals herum rollen konnte, ohne herunter zu fallen.
Am nächsten Tag stellte man ihr fünf süße Mäusekinder vor.
Drei Mädchen und zwei Jungen. Die Mädchen hatte blaue Schleifchen im Haar und sahen allerliebst aus. Die Jungen musterten Oma von unten nach oben, aber als sie ihre lieben Augen sahen, reichten sie ihr die zarten Händchen.

Vormittags lernten sie bei Oma Lesen und Schreiben. Die Mädchen waren viel wissbegieriger und fleißiger. Die Jungen tobten lieber herum und flitzten durch die Gänge, und Oma hatte Last, sie zum Stillsitzen zu erziehen.
Mama Maus war froh, dass ihre Kinder so gut aufgehoben waren. So konnte sie ihrer Arbeit nachgehen, während Papa Maus für das Essen sorgte.

Oft war Oma Maus sehr geschafft, und es kam vor, dass sie eher einschlief als ihre Mäusekinder. Die lagen noch putzmunter im Bett und erzählten sich alles, was sie über den Tag erlebt hatten.
Das war der Anfang eines schönen Sommers, der ihr neues Zuhause wurde, bis die Herbststürme einsetzten.

© C.W.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.09.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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