Anschi Wiegand

Zwangserkrankung - Mein Weg aus der Angst

Sehnsüchtig denke ich oft an die Zeiten zurück, als ich noch ein halbwegs “normales” Leben führte. Als ich noch auf Grillfeste gehen konnte oder zu Kaffee-Einladungen, ohne vorher fast verrückt zu werden vor Angst, mich wieder einer Unzahl von Salmonellen oder anderen Krankheitserregern stellen zu müssen, die nur darauf warten, mich oder meine Kinder zu befallen.
Sicher - auch in der Kindheit litt ich schon unter zeitweiligen Verstimmungen und mit 10 Jahren (1975) an einer Schmutzphobie, die sich in einer Angst vor giftigen Pilzen äußerte, die ich überall vermutete. Der damit verbundene Waschzwang brachte meine Mutter fast zur Verzweiflung, aber mit viel Geduld und Disziplin schaffte sie es, dass sich diese Zwänge wieder legten. Ursache waren damals Erlebnisse bei einem Kuraufenthalt, die ich scheinbar nicht verkraftet hatte...
In der Pubertät litt ich ebenfalls unter vielen Ängsten; vor allem fürchtete ich, verrückt zu werden und schlimme Dinge anzustellen - auch da halfen mir viele geduldige Gespräche mit meiner Mutter, diese Phase zu überwinden.
Neben all diesen Ängsten, die wir auf die Pubertät schoben, war ich trotzdem recht aufgeschlossen und aktiv in zwei katholischen Jugendgruppen; nach außen merkte man mir die Ängste nicht an und irgendwann hatten sie sich soweit gelegt, dass sie mich nicht mehr belasteten.
Ich machte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, besuchte Volkshochschulkurse und war weiterhin aktiv in den Jugendgruppen.
Als ich 1986 meinen jetzigen Mann kennen lernte, war ich soweit frei von Ängsten, dass ich mich traute, eine Beziehung einzugehen ohne noch zu befürchten, eine Bedrohung für spätere Kinder zu sein. Im Oktober 1988 heirateten wir.
Wir wollten gleich Kinder; mein Mann war schon Anfang 30 und wir hatten auch 3 Kinder eingeplant - ein knappes Jahr später wurde unser Sohn geboren.
Das erste Ehejahr nutzte ich bewusst für mich; wegen des Wohnortswechsels hatte ich meine Arbeit aufgegeben, um mich ganz auf das Eheleben und die Familienplanung einzustellen und noch etwas Zeit für mich zu haben, bevor die geplanten Kinder das einschränken würden.
Ich besuchte also Volkshochschulkurse und versorgte den kleinen Haushalt in unserer Dachwohnung im Haus der Schwiegereltern, mit denen ich mich gut verstand.
Mein Mann hatte eine geregelte Arbeitszeit und als das Baby da war, genoss er jede Minute mit dem Kind und als Familie.
Unser nächstes Ziel war nun ein eigenes Haus, damit für die weiteren geplanten Kinder auch ausreichend Platz wäre...
Obwohl unser Sohn ein anstrengendes Baby war und eigentlich erst nach fast 3 Jahren richtig durchschlief, ging es mir gesundheitlich noch gut. Die ganzen Kinderkrankheiten, der mangelnde Schlaf und vermehrte Verständigungsprobleme mit den Schwiegereltern belasteten mich zwar, aber ich kam damit zurecht, konnte alles irgendwie ausgleichen.
Manchmal gingen wir auch aus; meist kam dann eine Freundin zum Babysitten, weil es den Großeltern zu viel war und wir sie nicht zu oft belasten wollten.
Nach einem guten Jahr war ich erneut schwanger (Ende 1990). Der Hausbau war in vollem Gange und mein Mann verbrachte fast jede freie Minute auf der Baustelle. Die unausge- sprochenen Konflikte mit der Schwiegermutter belasteten mich immer stärker und ich freute mich immer mehr aufs “eigene Heim”. Körperlich ging es mir zwar gut in dieser Schwangerschaft, aber die äußeren Belastungen nahmen immer mehr zu.
Mitte Juli 1991, eine Woche nach der Geburt unserer Tochter wohnten wir dann im eigenen Haus. Wir fühlten uns schnell heimisch im neuen Wohnort; Neubaugebiet, Spielkreis und Kirchengemeinde erleichterten uns, Anschluss und neue Freunde zu finden.
Allerdings gab es ums Haus herum noch massenhaft Arbeit und mein Mann war reichlich damit beschäftigt, es für uns schön zu machen. Ich selbst war mit den 2 Wickelkindern und dem Haushalt (nunmehr war ja ein komplettes Haus zu versorgen) voll ausgelastet.
Immer mehr nahmen nun aber auch die Überstunden meines Mannes zu. Zum Glück war unsere Mittlere in den ersten Jahren ein wirklich pflegeleichtes Kind; sie schlief nach wenigen Wochen durch und war auch sonst recht unkompliziert. Wir fanden auch bald ein Mädchen aus der Pfarrgemeinde als Babysitterin und konnten so ab und an immer noch mal etwas zu zweit unternehmen. Allerdings merkte ich schon die Mehrbelastung durch 2 Kinder und Haus; wir vereinbarten daher einen freien Samstag pro Monat für mich, an dem mein Mann die Kinder betreuen wollte. Ich konnte den freien Tag leider nur selten genießen; meine Schwiegermutter gab mir deutlich zu verstehen, wie unmöglich sie es fand, meinem hart arbeitenden Mann am Wochenende auch noch die Kinder zuzumuten.
Obwohl ich immer öfter genervt war und bereits häufig herumschrie, kamen wir noch einiger- maßen klar und wollten auch immer noch unser drittes Baby. Als ich nach knapp 2 Jahren wieder schwanger war, fand diese Mitteilung nicht mehr überall ein positives Echo und erntete manchmal sogar Unverständnis. Mancher glaubte uns nicht, das die Schwangerschaft gewollt war - wir freuten uns trotzdem auf das 3. Wunschkind!
Der “Große” war inzwischen im Kindergarten und die Mittlere würde hereinkommen, wenn das Baby ins Krabbelalter käme - ich war also optimistisch, dass ich gut klarkommen würde. Inzwischen hatten wir auch schon einige Ehrenämter in der Pfarrgemeinde und arbeiteten in verschiedenen Ausschüssen mit und es tat gut, unter Leute zu kommen, wenn auch meistens getrennt, weil ja immer einer bei den Kindern bleiben musste.
Mit dem Kindergarten begann aber nun auch ein nicht enden wollender Kreislauf an Kinder- krankheiten; wir hatten gleich als erstes Keuchhusten beim Großen, die Mittlere war zum Glück bereits mit dem neuen Impfstoff geimpft und steckte sich nicht an.
Auch bei mir zeigte sich nun , dass die Abwehr geschwächt war und ich hatte eine sehr anstrengende Schwangerschaft. Mein Mann war beruflich auch immer mehr eingespannt (er war für ein großes Projekt verantwortlich) und machte immer mehr Überstunden.
Im Januar 1994 lag er dann mit einer Rippenfellentzündung im Bett; die Kinder und ich hatten eine böse Bronchitis. Es ging uns so elend, dass wir die Schwiegereltern und meine Eltern zur Hilfe herbaten. Unsere Jüngste wurde dann 2 Wochen zu früh und mit Penicillin zwischen den Wehen Mitte Januar entbunden. Mit dem Stillen klappte es von Anfang an schlecht, weil Kind und Mutter viel zu geschwächt waren - und wieder daheim war es mit “Stille” beim Stillen auch nicht weit her. Nach 5 Wochen hatte ich eine üble Brustentzündung und entschloss mich schweren Herzens zum Abstillen.
Der jahrelange Schlafmangel hatte sich nun auch bemerkbar gemacht - manchmal wäre ich nachts beim Stillen fast aus dem Stuhl gekippt vor Übermüdung. Nun schlief die Kleine besser durch, nachdem sie die Flasche bekam - ich atmete erstmal auf.
Doch nun ging es rapide bergab! Eine Kinderkrankheit folgte auf die nächste, immer reihum.
Ein Nordseeurlaub im Spätsommer tat sehr gut, war aber nur unser (nunmehr jährlicher) “Tropfen auf den heißen Stein”.
Bei nun drei kleinen Kindern hatte ich weiterhin fast keine Nacht, in der ich durchschlafen konnte. Ich schrie viel herum und immer öfter “rutschte” mir bei den zwei Großen “die Hand aus”. Jeden Abend lag ich im Bett und machte mir deutlich, welch ein Versager ich wieder gewesen sei.
Jeder Zettel im Kindergarten, der auf eine Krankheit hinwies, versetzte mich in Panik, war es doch eine Bedrohung, weiteren Stress in unser Haus zu bringen. Zudem lernte ich Krankheiten kennen, die ich vorher nie bewusst als Gefahr wahrgenommen hatte. Eine besondere Bedrohung sah ich auch in den Kopfläusen, die jeden Winter mal vereinzelt im Kindergarten auftraten. Im Geiste sah ich mich schon das ganze Haus “entseuchen” - und ich wusste so schon nicht mehr, wie ich meine Hausarbeit bewältigen sollte. (Zum Glück haben wir bis heute noch keine Läuse abbekommen...)
Mein Mann hatte mittlerweile einen Arbeitstag von 15-16 Stunden und auch am Wochenende brachte er meist Arbeit mit heim. Kommunikation über familiäre Dinge war mit ihm kaum noch möglich. Nicht selten ging er um 6 oder 7 Uhr aus dem Haus und kam erst nach 22 Uhr wieder. Wir lebten nur noch nebeneinander her und selbst Sonntagsausflüge bedeuteten Stress.
Großeltern waren als Hilfe meist nicht greifbar - meine Eltern betreuten bereits meine beiden Omas und die Schwiegereltern kümmerten sich vorwiegend um die mittlerweile zwei anderen Enkelkinder, die mit ihnen im Haus wohnten. Babysitter nutzten wir zwar häufiger, aber meist nur, um unseren vielfältigen Ehrenämtern nachzukommen. Nur noch selten unternahmen wir noch etwas zu zweit, “freie” Samstage gab es fast gar nicht mehr. Meine Schwester und ihr Mann ermöglichten uns dann mal ein “Ehewochenende”; das tat sehr gut, aber der Alltagstrott holte uns schnell wieder ein.
Erste massive Angstanfälle traten Ende 1994 auf; mein Frauenarzt benannte es mit
“Erschöpfungssyndrom” und empfahl mir, zu einem Psychologen zu gehen.
Ich dachte, wenn es nur ums reden ginge, könnte ich mir auch selber helfen. So traf ich mich stattdessen regelmäßig mit anderen Müttern zum “Krabbel-Frühstück” und tatsächlich tat mir der Erfahrungsaustausch fürs Erste sehr gut.
Ich las nun auch viele Ratgeber-Bücher und veranstaltete (als Bildungsbeauftragte der Pfarrei) Seminarabende, die mir und anderen helfen sollten, mit Frust und Stress besser umzugehen. Vorübergehend half mir das meist auch, bis sich irgendwann erneut der Frust durchsetzte.

Trotz der Phasen, in denen ich dachte, dass es besser wird, wurde es tatsächlich immer schlimmer. Mein Körper zeigte immer deutlichere Signale; ich hatte starke Verspannungen im Nacken und am Lendenwirbel und meine Allergien wurden immer schlimmer, aber vor allem meine “Nerven” schienen kaum noch vorhanden. Mir rutschte immer öfter “die Hand aus”,
ich schrie ständig die Kinder an und mit meinem Mann stritt ich fast nur, wenn er überhaupt mal ansprechbar war.
Anfang 1996 hyperventilierte er dann während der Arbeit und musste ins Krankenhaus gebracht werden; das war für ihn der Anlass, endlich beruflich etwas kürzer zu treten. Er machte eine Reise nach Afrika, wo er Freunde besuchte, und bewarb sich auf eine andere Dienststelle; ein halbes Jahr später ging er an die alte Dienststelle zurück, aber unter anderen Bedingungen - auf 1000 Überstunden wollte er nicht wieder kommen. Da ja jede Überstunde auch irgendwie auf mich zurückgefallen war, dauerte es bei mir nun auch nicht mehr lange, bis ich die Quittung bekam.
Während mein Mann in Afrika war, bemerkte ich bei mir ein Pfeifen im Ohr (das gewohnte Schnarchen fehlte, das andere Laute sonst übertönte) - einen Tinnitus. Alle Behandlungs- versuche blieben erfolglos; irgendwann erkannte ich, dass Stress die Ursache war und tatsäch- lich wurde es besser, als ich mir 1x pro Woche eine Putzhilfe gönnte und damit meine Hausar- beit etwas entlastete. (Plötzlich bemerkte ich, dass eine Reihe von Frauen im Bekanntenkreis ebenfalls Putzhilfen hatten!)
Mein Mann meinte, auch mir täte eine Reise gut und so besuchte ich eine Jugendfreundin, die nun in Dublin lebt. Zunächst genoss ich die Zeit auch, aber wohl aufgrund unserer mittlerweile recht unterschiedlichen Lebensweisen hatten wir am vorletzten Tag einen dummen Streit, nach dem sie und ihr Mann mich bis zu meiner Abreise am nächsten Morgen ignorierten. Nun war ich allerdings froh, wieder nach Hause zu kommen, wo ich mich wenigstens geliebt wusste.
Spätere schriftliche Entschuldigungen und Versöhnungsversuche wurden nicht angenommen.
So war der erhoffte Erholungseffekt der Reise jedenfalls nicht eingetreten - und mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein noch mehr gestört.
Die Putzhilfe half mir aber, zumindest mit dem Haushalt wieder besser klarzukommen - eine Weile ging es wieder besser, zumal ja auch mein Mann wieder geregeltere Arbeitszeiten hatte. Sein Zusammenbruch hat ihn aufgeschreckt und er lernte nun vermehrt, sich abzugrenzen - beruflich, aber auch privat.
Ich versuchte nach wie vor, es möglichst allen immer recht zu machen und wollte nicht akzeptieren, dass das nicht möglich ist.
Neue “Krankheiten” kamen daher bei mir dazu. Im Herbst 1996 hatte ich wochenlange Durchfälle - es konnte keine Ursache gefunden werden. Die Verspannungen im Nacken wurden auch kaum besser, in der rechten Hand hatte ich oft starke Beschwerden wie Kribbeln und Schmerzen. Wurde eine Beschwerde besser, stellte sich dafür eine neue ein - Arztbesuche waren an der Tagesordnung. Nachdem die Jüngste Anfang 1997 nun endlich im Kindergarten war, schien ich nun die gewonnene Zeit zu nutzen, alle möglichen Krankheiten auszuleben, die sich jahrelang angestaut hatten. Das nervte mich erst recht und mein Mann kam damit auch schlecht klar. Er arbeitete schon wieder ziemlich viel und wenn er daheim war, wollte er nicht auch noch dort mit Geschrei und Stress belastet werden. Ich schaffte es trotzdem (in vielen Gebeten um Hilfe flehend), mir wenigstens das “Hand ausrutschen” abzugewöhnen - dafür schrie ich noch mehr herum mit den Kindern und auch mit meinem Mann. Irgendwann ging das auch nicht mehr - wenn ich laut wurde, versagte mit oft die Stimme. Ich dachte, dass das wohl Gottes Hilfe für mich wäre, damit ich weniger schreie...
Es gesellten sich nun zu meinen körperlichen Beschwerden auch immer mehr Ängste, vor allem vor Krankheiten. Nach der Durchfallphase rückte die Angst vor Salmonellen in meine Gedanken (obwohl sie ja nicht den Durchfall verursacht hatten); unsere zwei Mädchen hatten sowieso schon dauernd Bauchschmerzen und eine “Verschlimmerung” jeglicher Ursache glaubte ich nicht bewältigen zu können. Artikel über Aids oder andere schlimme Krankheiten sprangen mich regelrecht an und ich begann, überall Infektionsquellen zu sehen, die unsere Familie bedrohten. Das medizinische Handbuch für Kinderkrankheiten wurde meine Haupt- lektüre; mehr als einmal stellte ich bei mir Symptome fest, die ich zuvor gelesen hatte. Soweit es möglich war, versuchte ich durch Impfungen bei mir und den Kindern die Gefahren zu mindern. Bei der Angst vor Aids ging das nicht - jeder Blutfleck, den ich nun sah, versetzte mich, manchmal tagelang, in Panik. Einige Male ließ ich sogar Aidstests durchführen....
Immer wieder ging ich Situationen in Gedanken durch, um zu “prüfen”, ob nicht doch irgendwie eine Infektion stattgefunden haben konnte. Vor allem hatte ich Angst davor, ungewollt meine Kinder mit irgendetwas zu infizieren oder durch mangelnde Vorsicht Schuld an einer Erkrankung zu haben. Im konstruieren von grauenhaften Katastrophenszenarien war ich mittlerweile Weltmeister. Das war mir zwar bewusst, ändern konnte ich an diesen Gedanken aber damals nichts...
Durch die Angst vor Läusen hatte ich nun fast permanenten Juckreiz, vorwiegend natürlich an den “spezifischen” Stellen - immer weniger Lebensmittel hielt ich nun auch für ungefährlich in Bezug auf Salmonellen. Immer häufiger hatte ich nun auch Erlebnisse oder traf auf Medienbe- richte, die mich in meiner Angst bestärkten, obwohl ich auch merkte, dass meine Ängste den normalen Rahmen weit überstiegen. Panikanfälle mit Herzklopfen und tagelanger innerer Unruhe bestimmten inzwischen meinen Alltag - wenn eine Angst nachließ, dann meist nur, weil sie von einer neuen Angst abgelöst wurde.
Weil ich dazwischen auch immer mal Phasen hatte, in denen die Panikanfälle etwas weniger waren, glaubte ich immer noch, dass ich das Problem in den Griff bekommen würde. So ging es gut zwei Jahre auf und ab.
Ich betete viel und verzweifelt, aber manchmal glaubte ich auch, dass Gott nicht ausgerechnet mir helfen würde, wenn er soviel schlimmeres Leid auf der Welt “zulässt”- ich hatte eine ziemliche Glaubenskrise, hörte aber dennoch nicht auf, verzweifelt zu beten.
Meine Ehrenämter hatte ich inzwischen etwas reduziert, weil ich gemerkt hatte, dass ich auch da nur noch rotierte und funktionierte. Allerdings putzte ich wieder alleine, seit die Kleine im Kindergarten war - ich hatte ja nun “offiziell” mehr Zeit und musste mich schon dauernd recht- fertigen, weil ich nicht längst wieder einen Halbtagsjob ausübte. Stattdessen übte ich mich darin, öfter mal “Nein” zu sagen, wenn es um Bastelabende im Kindergarten oder Zusatzämter ging, traf mich weiterhin mit guten Freundinnen zu Austausch, statt vermehrt zu putzen; ein erster Schritt zur Besserung, aber ich war schon zu sehr von der Zwangserkrankung befallen, als dass ich sie nun einfach ablegen konnte.
Nach außen merkten mir allerdings nur wenige an, wie schlecht es mir meist ging, wie verzweifelt ich war. Ich war ja aktiv und gesellig und meine Spleens fielen weiter nicht auf - Zwangserkrankte verstehen es gut, ihre Krankheit zu verbergen!
Dass ich Restaurants mied, Kino- und Zugsitze mit meiner Jacke behing (aus Angst vor Läusen) und vor jeder Einladung in Panik geriet, weil ich mit Roheiprodukten oder nicht durchgegartem Fleisch konfrontiert werden könnte (und meine Kinder vom Verzehr derselben abhalten wollte), merkte nur meine Familie und vor allem mein Mann war ziemlich genervt davon. Ihm war es total peinlich, wenn ich Essen zurückgehen ließ, weil das Fleisch nicht durch war - ein zusätzlicher Konflikt für mich. Manchmal aß ich dann etwas und war tagelang in Panik, ob schon erste Krankheitszeichen (Durchfall etc.) auftreten. Erst nach Ablauf der “Inkubationszeit” fühlte ich mich jeweils besser. Immer mehr Dinge, vor allem Wurst, rochen mir nun nicht mehr gut, nachdem ich ein Erlebnis mit einem tatsächlich stinkenden Schinken gehabt hatte, und manchmal warf ich dann heimlich etwas weg, um den Konflikt mit meinem Mann zu umgehen. Allerdings hatte ich dafür dann ein schlechtes Gewissen...
Zwischen Sinn und Unsinn meiner Aktionen machte ich keinen Unterschied mehr (denn es gibt ja durchaus Vorsichtsmaßnahmen, die auch realistisch gesehen Sinn machen!).
Immer wieder gab es auch Stress und Sorgen mit den Kindern in Kindergarten und Schule und Kommunikationsprobleme mit meinem Mann, die mich sehr belasteten. Ich wälzte mich oft lange grübelnd im Bett, bevor ich etwas Ruhe fand. All diese Faktoren verstärkten meine Ängste immer noch.
Ging ich mit meinen verschiedenen Beschwerden zum Arzt, kam ich mir mittlerweile schon selber vor wie ein Hypochonder. Mehr als einmal wurde mir gesagt, dass meine Beschwerden wie Juckreiz, Verspannungen und Herzstechen “stressbedingt” seien, weil organisch keine Ursachen festzustellen waren - und mit ein paar aufmunternden Worten wurde ich wieder heimgeschickt. Hätte ich besser vor Jahren schon auf meinen Frauenarzt gehört und professionelle psychologische Hilfe in Anspruch genommen...
Selbst als ich im Spätsommer 1999 verzweifelt weinend bei meinem Hausarzt saß, weil ich die Panikanfälle und permanenten Ängste nicht mehr aushielt, lehnte er strikt eine psychologische Behandlung ab und erklärte mir lediglich, ich müsse mir nur einfach das Positive in meinem Leben bewusst machen (gesunde Kinder, einen guten Mann mit einer sicheren Arbeitsstelle, ein schönes Haus ...). Dass ich das nicht mehr so einfach konnte, erkannte er nicht. Für meine Psyche gab er mir ein Paket Johanniskrautkapseln, die ich dann wegen des heißen und sonnigen Septembers nicht vertrug - sie verschlimmerten den Juckreiz am Kopf noch durch die allergischen Nebenwirkungen. Ein anderes pflanzliches Präparat gab mir das Gefühl, zumindest “etwas” für die Nerven zu tun - geholfen hat es aber kaum.
Im Oktober machte ich mit meinem Mann einen Kurzurlaub in Wien - eine schöne Zeit insgesamt, doch getrübt von einem kleinen Nervenzusammenbruch im Hotel, weil ich wieder- um mit so vielen Angstgedanken zu kämpfen hatte. Die Kontraste in der Großstadt boten viel Nahrung für meine unterschiedlichsten Ängste.
Meine verzweifelten Gebete wurden immer hoffnungsloser - und doch ging der Alltag irgend- wie weiter. Obwohl ich nicht direkt an Selbstmord dachte, stellte ich mir doch manchmal vor, dass es schöner wäre, tot zu sein als so weiterzuleben. Nur der Gedanke an meine Kinder und meinen Mann, die mich doch liebten und brauchten, half mir, über einen besseren Ausweg nachzudenken.
Massiv machte ich immer wieder meinen Mann dafür verantwortlich, dass es mir so schlecht ging. Ich dachte, wenn nur er sich ändern würde, mehr Zeit und Verständnis hätte, ginge es mir automatisch besser. Damals erkannte ich nicht, dass das Problem so nicht gelöst werden kann. Ich empfand es als Desinteresse und Lieblosigkeit, dass er mir nicht helfen “wollte” und merkte nicht, dass er mir nicht helfen konnte, weil er damit völlig überfordert war.
Es tat mir sehr weh, als er sagte, dass ich selber sehen müsse, wie ich mit meinen Ängsten klarkomme. Heute weiß ich, dass das für mich die beste Hilfe war, die er mir geben konnte. Es hat lange gedauert, bis ich endlich erkannte, dass ich etwas tun muss und bis ich den Mut hatte, auch gegen des Rat meines Hausarztes eine Therapie zu machen.
Als ich Ende 1999 kräftemäßig so am Ende war, dass ich dachte, es könne nur noch besser werden, vertraute ich mich zwei Frauen aus meiner ökumenischen Frauenrunde an, die mit großem Gottvertrauen Reiki anwenden. Ich denke, bei einem Fremden hätte ich zu viel Miss- trauen gehabt, aber die innere Kraft und der tiefe Glaube dieser Frauen überzeugten mich, es zumindest einmal auszuprobieren. Wenn nur ein kleines bisschen dieser Kraft auch bei mir wirksam würde, wollte ich schon zufrieden sein ...
Ich weiß nicht, ob es tatsächlich diese Behandlung war, oder ob Gott auf andere Weise gewirkt hat, aber ich stellte fest, dass irgendetwas in mir “passierte”. Unterschiedliche Gefühle arbeiteten den ganzen Dezember in mir und eine große Wut machte sich breit, die letztlich bewirkte, dass ich mir Anfang Januar 2000 einen Therapieplatz suchte. Ich hatte gelesen, dass bei meinen Problemen eine Verhaltenstherapie am erfolgversprechendsten sei; es war gar nicht so einfach, da etwas zu finden, weil in meiner Gegend die meisten Therapeutinnen, die ich anrief, Psychoanalyse anbieten oder von den Krankenkassen nicht zugelassen sind. Doch ich hatte Glück; ich fand eine Therapeutin mit Kassenzulassung, die erst neu eröffnet hatte und mir gleich einen Termin geben konnte, ohne mich erst ein halbes Jahr auf eine Warteliste zu setzen. Allein durch diese Initiative fühlte ich mich schon etwas besser...
Die Therapie hat mir sehr gutgetan. Endlich hatte ich jemanden, der mich mit meinen Ängsten ernst nahm und doch den nötigen Abstand hatte, um nicht zu emotional und parteiisch zu sein. Zwei Bücher, die mir die Therapeutin empfahl, halfen mir sehr, meine Krankheit ganz neu einzuordnen und anders mit meinen Ängsten umzugehen.
Es folgte eine sehr schmerzliche und anstrengende, aber auch heilsame Zeit. Schwarz auf weiß zu lesen, dass ich an einer Zwangserkrankung leide, bedingt durch eine “Fehlschaltung” im Gehirn - das hat mich zunächst ziemlich schockiert. Es war aber auch tröstlich zu erkennen, dass ich zwar damit leben muss, aber lernen kann, damit besser umzugehen. Ein Satz hat sich mir besonders eingeprägt: Stellen Sie sich vor, sie sind ein Auto mit einer defekten Automatik- schaltung und müssen nun auf Handschaltung umstellen! (aus dem Buch“Zwangshandlungen und wie man sich davon befreit” von J.M. Schwartz)
In der ersten Phase der Therapie redete ich ungeheuer viel, auch mit Freunden und Bekannten, über all die Ängste, die ich vorher alleine verarbeitet hatte. Dabei erfuhr ich oft, dass ich mit vielen Ängsten durchaus nicht alleine bin.
Kamen Panikattacken, musste ich sie in eine Liste eintragen mit allen Gefühlen, Gedanken und Handlungszwängen, die damit einhergingen. Dadurch konnte die Therapeutin sich erst ein Bild vom Ausmaß meiner Zwangserkrankung machen, die teilweise aberwitzige Formen annahm.
So bekam ich zum Beispiel einmal fürchterliche Bauchkrämpfe, weil ich Trockenobst, das ich als schmutzig empfand, erst wusch und dann “zur Sicherheit” bei über 70 Grad im Backofen trocknete, was dem geschwefelten Obst und meinem Magen nicht zuträglich war. Anschließend fürchtete ich, mich nun mit Schwefelsäure vergiftet zu haben und nahm Kontakt zum Giftnotruf auf, der mich dann aber beruhigen konnte.
Seit Mai führte ich dann auch ein “Angst-Tagebuch”, in dem ich alle meine Gedanken, Erfolge und Misserfolge niederschrieb, anfangs sehr häufig und regelmäßig, inzwischen in größeren Abständen. Dieses Tagebuch half mir oft nachts, wenn die vielen Gedanken mich am einschlafen hinderten; nachdem ich mir alles aufgeschrieben hatte, sozusagen vom Kopf aufs Papier, konnte ich meistens gut einschlafen.
Hilfreich waren auch die Anregungen aus dem Buch “Ängste verstehen und überwinden” von Doris Wolf und die Vier-Schritte-Methode von J.M. Schwartz aus dem oben benannten Buch:
1. Neu-Benennen - Erkennen, dass Gedanken- und Handlungszwänge die Folge von Zwangsstörungen sind
2. Neu-Zuordnen - die Zwangsstörungen sind von einem biochemischen Ungleich-
gewicht im Gehirn verursacht
3. Neu-Einstellen - Ablenken und zumindest eine Zeitlang einem anderen Verhalten
Zuwenden
4. Neu-Bewerten - die Zwangsvorstellung nicht mehr ernst nehmen

Durch die massiven Veränderungen in meinem Bewusstsein und meinen Gedanken lernte ich, mich selbst wieder zu mögen und bewusst auf mich zu achten - und mir selber auch mal etwas Gutes zu tun. Ich lernte zu akzeptieren, dass ich es nie allen recht machen kann und dass ich nur gut für meine Familie sorgen kann, wenn es mir selber auch einigermaßen gut geht.
Ich lernte auch, dass ich meinen Mann oder meine Mutter lieben kann und trotzdem eine eigene, eventuell auch andere Meinung haben darf. So hatte ich durch diese Erkenntnisse im Sommer 2000 mit inzwischen 35 Jahren erstmals wirklich das Gefühl, erwachsen geworden zu sein.
Ein zweiter Schritt der Therapie war die Konfrontation. Bewusst musste ich mich auf angst- auslösende Situationen einlassen und sie durchleiden und aushalten lernen um zu erkennen, dass die Gefahren meist nur in meinem Kopf vorhanden waren. Dabei sollte ich immer mehr darauf verzichten, Zwangsrituale “zur Beruhigung” durchzuführen. Ich durfte selbst bestimmen, wie weit ich dabei gehen will und wie viel ich mir schon zutraute.
Für mich bedeutete das, dass ich viele Dinge wieder einkaufte und servierte, die ich lange gemieden hatte, aber auch, dass ich mich bewusst dafür entschied, manche Vorsichtsmaßnah- men beizubehalten (wie z.B. Fleisch durchzugaren, keine Roheiprodukte u.ä.).
Über jeden kleinen Erfolg freute ich mich und meine Therapeutin ermutigte mich immer wieder. Natürlich gab es auch Rückfälle (und gibt es noch heute!) - besonders dann war ich froh, darüber mit meiner Therapeutin reden zu können.
Zur Therapie gehörte auch ein Kinobesuch, bei dem ich nicht nach Läusen suchen durfte und anschließende Kontrollzwänge unterlassen sollte (Kopf kontrollieren, Haare waschen etc.).
Inzwischen war ich schon einige Male im Kino, auch mit meinen Kindern, und ich fahre wieder regelmäßig mit der Bahn. Gedanken an Schmutz und Läuse habe ich heute immer noch, aber sie beherrschen mich in der Regel nicht mehr so stark.
Besonders schwer fällt mir immer noch, zu unterscheiden, ob eine Angst real ist oder nur in meinem Kopf existiert. Gerade im Rahmen der BSE-Krise war ich da besonders verunsichert, wie aber in diesem Fall ja viele andere auch. Manchmal finde ich es schon fast makaber, dass ich mich nun ein Jahr abgemüht habe, wieder mehr Zutrauen zu Lebensmitteln zu gewinnen, um dann zu erfahren, dass ich mit meinen Ängsten zumindest nicht ganz unrecht hatte.
Allerdings glaube ich, dass ohne die Therapie meine Panik mich sicher viel stärker ergriffen hätte, als der BSE-Skandal bekannt wurde - nun denke ich, dass ich meine Sorge mit vielen Mitmenschen teile...
Als Ergänzung meiner Therapie habe ich im Februar ein Wochenendseminar besucht, das das Katholische Bildungswerk in Mainz anbot: “Realistisch denken, sich besser fühlen - Einführung in die Rational-Emotive Verhaltenstherapie nach Albert Ellis”. Diese Therapieform ist eine gut anwendbare Therapie und in der Praxis sehr hilfreich. Viele Verhaltenstherapeuten wenden sie in unterschiedlichen Formen an.
Mir tat das Seminar sehr gut. Die Hauptaussage der REVT liegt in dem Satz des griechischen Philosophen Epiktet und ist mehr als 2000 Jahre alt:
“Nicht die Dinge an sich sind es, die uns Kummer und Sorgen machen, sondern unsere Sichtweise der Dinge (das, was wir darüber denken).”
An diesem Wochenende gelang es mir, meine Läuse-Phobie endlich neu zu bewerten und auf der “Katastrophen-Skala” erheblich weiter unten einzuordnen (von zuerst 100 auf nunmehr 30 Punkte), so dass der Begriff “Panik” nun durch “Besorgtheit und/oder Genervtheit” ersetzt werden kann. Dies sind zwar ebenfalls unangenehme Gefühle, aber der Situation eher ange- messen und noch weit entfernt von echten Katastrophen.
Eine unangenehme Begleiterscheinung während meiner Therapie war die Tatsache, dass unser 10-jähriger, kaum dass es mir etwas besser ging, eine Schmutzphobie entwickelte, die sich in einem massiven Waschzwang äußerte und in der Angst, Dinge oder auch Türklinken (selbst bei uns zu Hause) zu berühren. Sofort fühlte ich mich schuldig, durch meine Zwangserkran- kung die Ursache dafür geliefert zu haben. Der Schulpsychologe tröstete mich etwas mit der Aussage, dass diese Veranlagung irgendwo in den Genen liege. Es gelang mir dann, meine Therapie als Chance zu sehen, auch meinem Sohn damit zu helfen und in vielen langen Gesprächen und Gebeten gelang es uns, das Problem einigermaßen in den Griff zu kriegen.
Wäre ich selber nicht so “drin” in der Thematik gewesen, hätten wir es sicher nicht ohne die Hilfe eines Kindertherapeuten geschafft - dieser Schritt blieb uns bisher erspart und ich hoffe, dass ich meinem Sohn (und auch den Töchtern) vermitteln konnte, dass wir eine Chance haben, gegen unsere Ängste anzugehen.
Insgesamt kann ich heute wieder sagen: Es geht mir gut!
Ich habe neuen Optimismus und neues Gottvertrauen gewonnen. Das neue Selbstwertgefühl hilft mir, vieles ganz anders zu bewerten und viel zufriedener zu sein.
Auch das Verhältnis zu meinem Mann hat sich sehr verbessert. Seit ich mein Wohlbefinden nicht mehr von ihm alleine abhängig mache und dies auch nicht mehr dauernd von ihm einfordere, ist er von sich aus oft bereit, meine Nähe zu suchen, weil er nicht immer gleich neue Konflikte befürchten muss, wenn er mit mir zusammen ist.
Mit meiner Schwiegermutter komme ich auch besser zurecht, seit ich meine Erwartungen reduziert habe und mich nicht mehr so von ihrer Meinung abhängig mache - manchmal verstehen wir uns sogar richtig gut.
So kann ich nur jedem Mut machen, der ähnlich in seinen Ängsten und Zwängen gefangen ist, wie ich es war, den Schritt zu einem guten Verhaltenstherapeuten zu wagen. Diesen zu finden ist allerdings nicht immer einfach, aber man soll auch notfalls einen Wechsel nicht scheuen -
5 Probesitzungen pro Therapeut bewilligt normalerweise jede Krankenkasse.
Für mich war auch wichtig, eine Frau für die Therapie zu suchen; gerade Frauen, die sich von ihren Partnern unverstanden fühlen, sind in Gefahr, sich in einen männlichen Therapeuten zu verlieben, weil sie in ihm endlich einen Mann finden, der ihnen zuhört und Verständnis für ihre Probleme zeigt, womit sie dann gleich ein weiteres Problem haben...
Abschließend kann ich sagen: Es war eine schwere Zeit für mich mit meiner Zwangser- krankung und all meinen Ängsten, aber ich bin sehr froh, dass ich letztlich die Kraft gefunden habe, den Weg aus der Angst zu gehen, der noch nicht zu Ende ist.
Heute höre ich viel mehr in mich hinein und erspüre viel besser, was ich will und was mir und anderen gut tut. Und ohne meine Krankheit wäre ich heute nicht die, die ich bin und hätte viele wichtige Erkenntnisse nicht. So hatte letztlich alles seinen Sinn - den Sinn, den wir während einer Krise meist nicht erkennen können.
Lernen muss ich noch, den Alltag realistischer anzugehen und zu erkennen, wo ich Dinge und Situationen beeinflussen kann und wo dies nicht in meinen Möglichkeiten liegt. Für diese Situationen wünsche ich mir ein stärkeres Gottvertrauen, um einfach auch mal Sorgen abzugeben, die ich selbst nicht ändern kann...........




Bei der Therapeutensuche hilft neben den Branchenfernsprechbüchern folgende Internetadresse: www.psychologensuche.de

Weiterhin bieten viele Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen kommplette Adressenlisten mit Therapeuten aus der Umgebung an, die über die erforderliche Kassen- zulassung verfügen.

Auch folgende Adressen geben gerne Auskunft:

Deutsche Gesellschaft
Zwangserkrankungen e.V.
Postfach 1545
49005 Osnabrück
Tel:. 0541/35744 - 33
Fax.: 35744 -35
http://www.zwaenge.de

Deutsches Institut für
Rational-Emotive und Kognitive Verhaltenstherapie
Müllersweg 14
97249 Eisingen
Tel.: 09306/3298

Buchtips:

Doris Wolf: Ängste verstehen und überwinden, PAL-Verlag, ISBN 3-923614-32-2

Jeffrey M. Schwartz: Zwangshandlungen und wie man sich davon befreit
Fischer Taschenbuch-Verlag ISBN 3-596-14457-4

Diesen Erfahrungsbericht schrieb ich im Januar 2001, während meiner Therapie. Ich kann nicht sagen, dass ich nun komplett angstfrei lebe, doch habe ich gelernt, die Ängste besser einzuordnen und kann beginnenden Panikattacken oftmals entgegenwirken. Manchen Anforderungen wäre ich heute sicher nicht gewachsen, hätte ich nicht gelernt, mich Ängsten und Problemen entgegenzustellen, anstatt vor ihnen davonzulaufen. Auch habe ich gelernt, mehr in mich hinein zu hören und meine "innere Stimme" zu befragen, um herauszufinden, was ICH brauche, um mir und anderen gutzutun. Der Weg ist nicht einfach und auch noch immer nicht abgeschlossen; mein langsam wachsenedes Selbstwertgefühl hat mir auch viele neue Probleme gebracht, denn ich bin für meine Umwelt viel "unbequemer" geworden. Trotzdem möchte ich die Uhr nicht mehr rückwärts drehen - jede Erfahrung, die ich machen durfte, war wichtig, um mich selbst zu finden und wieder bewusst und gern zu leben! Und auch die Probleme, die ich zur Zeit zu lösen habe, werden mich weiterführen auf meinem ganz persönlichen Weg...Anschi Wiegand, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.05.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Buch von Anschi Wiegand:

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Wie das Meer ist unsere Liebe von Anschi Wiegand



Wir alle wünschen uns einen Menschen, der uns liebt, dem wir vertrauen können und der da ist, wenn wir ihn brauchen - und für den auch wir da sein wollen, wenn er uns braucht. Dieser Wunsch scheint für viele unerreichbar, fast schon eine Illusion, doch für manche von uns ist er Wirklichkeit geworden. An dieser Wirklichkeit müssen wir jedoch immer wieder neu arbeiten, damit sie uns erhalten bleibt. Dieses Büchlein soll den Leser mitnehmen auf eine dankbare Gedankenreise, die deutlich macht: es ist möglich, Hand in Hand durchs Leben zu gehen, wenn dies wirklich beide Partner wollen. Es nimmt mit in erlebte Gefühle, die Liebe spürbar werden lassen. Und wenn wir dieses Büchlein weiter geben, ist es ein kleines DANKE an die, denen es mit uns gemeinsam gelungen ist, Liebe Hand in Hand zu erfahren... (Angela Gabel)

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