Nele Kettler

Aufbruch

Deine Lippen spüren die gläserne Öffnung und das Bier läuft kalt und erfrischend deine Kehle runter. Mit dem letzen Tropfen stellst du das Bier auf einen Tisch in deiner Nähe und springst Arm in Arm mit deiner Freundin der Tanzfläche entgegen. "...If you want my future forget my past...", ja den Text kennst du nur zu gut und in Erinnerungen an viele feucht fröhliche Abende, die du mit diesem Song verbindest, schmetterst du den ganzen Text in lallendem Englisch in die Menge. 

Direkt neben dir öffnet eine Gruppe einen Tanzkreis. 4 Wodka-E und 3 Bier haben deine Hemmschwelle schon ans Minimum gesenkt und du lässt es dir nicht nehmen deine Freundin mit in den Kreis zu ziehen und denen dir unbekannten Feierern deine taumelnden Tanzkünste zu präsentieren. 

Tja sexy oder peinlich, die missbilligenden Blicke der Umstehenden deutet dein Pegel als anerkennende Zwinkerer und aufmunternde Lächler.

Ein Typ, der dir 2 Stunden voraus ist zieht dich zur Theke und drückt dir gleich 2 Shots in die Hand. Dann Schwärze.

Ein Paar Lichter

Schwarz

 

Dann wachst du auf und siehst den Jungen neben dir liegen.

Schuld und Scham überkommen dich und du stiehlst dich leise und schnell aus dem Zimmer.

Deiner Besinnung wieder klar werdend reibst du dir deinen schmerzenden Kopf, den du dir vor Wut über dich selbst an der Fensterscheibe des Busses mehrmals angehauen hast. Du steckst den Schlüssel in die Tür und deine schlechte Laune wird noch schlechter als du das Auto deines Vaters in der Einfahrt entdeckst. Leise klickt das Schloss und du, alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, schleichst auf Socken ins Haus und huscht in dein Zimmer. 

Du knallst mit einem heftigen Seufzer deine Tasche aufs Bett und schaust in den Spiegel. Schnell schaust du wieder weg. Nicht einmal du willst dich länger als eine Sekunde ansehen. Dein Handy vibriert, du schaust drauf. Hell leuchtet eine Schrift auf dem Bildschirm: „Du warst der Knaller gestern“

Jetzt reicht es…
du schnappst dir deinen Rucksack und packst alles was du finden kannst hinein. Was man wohl für eine Reise auf unbestimmte Zeit braucht?
Schnell schmierst du einen Zettel zusammen, der deine Eltern wenigstens ein bisschen beruhigen könnte, falls ihnen dann mal irgendwann auffallen sollte dass du weg bist.

Du schnürst deine Wanderschuhe und trittst aus dem Haus. 

 

Du atmest die frische Luft, die deinem verkaterten Kopf gerade recht kommt.

Und du gehst los, 

weg von dem Einfamilienhaus mit perfektem Garten

in Richtung Zukunft

auf dem Weg in die Ferne und zu dir.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.10.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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