Andreas Rüdig

Besuchsehe

Die Besuchsehe ist die für Männer am besten geeignete Eheform. Sie hat nichts mit getrennter Haushaltsführung, zum Beispiel aus beruflichen oder familiären Gründen, zu tun.

Bei der Besuchsehe heiraten Mann und Frau. Sie können so die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile der Verbindungsform "Ehe" voll nutzen. Gleichzeitig behalten beide Ehepartner ihre bisherige Wohnung bei.

Sehr zum Vorteil des Mannes. Es muß nicht die Launen seiner Ehefrau ertragen. Er kann das ihm angetraute Weib besuchen, wann immer er es möchte. Selbst Bettgymnastik ist nicht ausgeschlossen. Und wenn sie keift und zickt, kann er die Flucht ergreifen und in seine eigene Wohnung zurückkehren.

Eva-Conny heißt meine Ehefrau. Sie ist wunderhübsch. Große Titten, Schmollmund, breites Becken, großer Wuchs, lange Beine, blondes Haar, große blaue Augen - diese Eigenschaften machen ihre Schönheit aus. Welcher Mann wäre da nicht eifersüchtig? Ich möchte jedenfalls schon wissen, was sie so treibt, wenn ich nicht bei ihr bin. Nicht, daß sie fremdgeht.

Ich bin heute in einem Laden gewesen, der Überwachungselektronik verkauft - Bewegungsmelder, Überwachungskameras, Wanzen und solche Sachen, Sie wissen schon.

Heute abend gehe ich dann in die Wohnung meiner Frau und installiere die Elektronik. Eine Vernetzung mit meiner Wohnung mit eingeschlossen. Jetzt bin ich wieder bei mir zuhause, im Wohnzimmer, um genau zu sein, direkt vor dem Fernseher. Das Empfangsgerät ist schon angeschlossen.

Doch was ist das? Das kleine Gerät, das da auf dem TV-Apparat steht? Ist das etwa auch eine Überwachungskamera? Ist Eva-Conny etwa eifersüchtig? "Aber natürlich," ertönt da ihre Stimme aus dem Nichts. "Woher soll ich denn wissen, was du machst, wenn du dich alleine in deinem Bett wälzt?"

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