Iris Klinge

Gefährliche Begegnung

Momentan sind die Zeitungen hier in Thailand voll von wild gewordenen Elefanten, die in den Nationalparks frei herumlaufen dürfen und leider schon mehrfach auf die Kühlerhaube von Autos gestiegen sind, die zu nah an sie heran fuhren.
 
Das Hauptproblem scheint das laute Hupen für diese sehr empfindlichen Tiere zu sein. Der ahnungslose Autofahrer möchte durch Hupen den Elefant zum Freimachen der Straße bewegen, doch dieser fühlt sich angegriffen und holt zum Gegenangriff aus.
 
Bei einem Kräftemessen zwischen Automobil und Elefant bleibt der Wagen demoliert auf der Strecke, und die Insassen kommen meist mit dem Schrecken davon. Jetzt verteilt die Regierung am Eingang der Nationalparks Verhaltensregeln  für die Besucher, um nicht Opfer von Angriffen durch die Dickhäuter zu werden.
 
Regel Nummer eins: unbedingt Abstand wahren, wenn einer der Riesen auftaucht. Möglichst den Rückwärtsgang im Auto einschalten und sich langsam aus der Gefahrenzone entfernen.

Regel Nummer zwei: keine Geräusche machen, auf keinen Fall hupen.

Regel Nummer drei: den Elefanten immer den Vortritt lassen, im Zweifelsfall geduldig warten, bis sie die Straße frei gegeben haben.
 
Gestern hatte ich einen gefährlichen Zusammenstoß mit einer Horde ausgehungerter Affen. Mit Platiktüten voller Futter – Bananen, Maiskolben und Bohnenschoten – bewaffnet wollten wir, eine kleine  Gruppe von Frauen, zu einem Tempel hoch steigen, der auf einem als  „Affenberg“ bekanntem Hügel hier im Süden von Thailand bekannt ist. Unser Pech war, dass wir recht früh aufgebrochen waren. Eine Meute von mehr als Hundert  Affen stürzte sich auf uns, um uns die Tüten zu entreißen. Der Überfall war so schnell und unerwartet, dass eine ältere Teilnehmerin auf der Treppe nach oben umgerissen wurde und hin fiel. Sie hatte noch Glück, dass nur ihre Hose zerrissen und ihr Knie aufgeschürft war.

Ein großes Affenmännchen mit fletschenden Zähnen entriss mir den gesamten Bund Bananen und vertilgte sie in Windeseile, ohne seine Beute mit den anderen zu teilen. Ich zog es vor, das Weite zu suchen, ohne mit ihm um die Herausgabe seiner Eroberung zu kämpfen. Affenmütter mit ihren Jungen mussten tatenlos zusehen, wie sich die Affenmänner  gütlich taten.

Der Aufstieg zum Tempel war ein Hinderniss Lauf, der erst dann einfacher wurde, als kein Futter mehr in unseren Händen war. Inzwischen waren noch andere Touristen eingetroffen, so dass die Tiere ihren Hunger stillen konnten. Beim Abstieg saßen die meisten Tiere dann satt und friedlich auf den Treppenstufen und wir konnten in Ruhe Fotos machen.
 
Unten angekommen sagten uns die umstehenden Thais, wir hätten uns mit Stöcken bewaffnen sollen, um uns gegen die Aggression der Tiere zur Wehr zu setzen. Dafür war es nun zu spät, aber diese schlechte Erfahrung mache ich kein zweites Mal.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.01.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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