Elke Müller

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT

Irina hatte genügend Zeit gehabt nachzudenken. Es war dunkel. Sie richtete sich im Bett auf, stieß die Bettdecke beiseite. Langsam, schlich sie zur Tür hinüber. Sie hörte die Stimme von Sven. Wieder erinnerte sie sich daran, was in den letzten Tagen geschehen ist. Sie war hungrig und verwirrt. Ein klappern an der Tür ließ sie wieder zum Bett eilen, knipste eine Lampe auf dem Beistelltisch an. Mit einem Karton und vollen Papiertüten stürmte ihre Betreuerin herein. „ Was ist das?“ „ Was wohl, Kleidungsstücke. Hast es wohl nötig. Sie dich doch mal an.“ Schüttelte darauf den Inhalt mehrerer Tüten, ungefragt einfach aufs Bett. „ Hoffe nur, es passt alles. Hat Sven einiges gekostet... Oh, ist das nicht großartig? Dieses Kleid ist ja ein Traum, wie für eine Prinzessin geschaffen.“ „ Wo ist Sven jetzt?“ „ Geschäftlich unterwegs. Hat viel um die Ohren in der letzten Zeit, seit du hier bist. Aber was kümmert es dich. Sei lieber etwas netter zu ihm. Ich würde ihn sofort heiraten, leider fragt mich niemand danach.“ Drehte sich um und huschte aus dem Raum. Irina suchte sich aus dem Berg von Kleidung, eine bequeme Hose und passenden Pullover heraus.

Als Sven, kurz vor Mitternacht, sein Büro heimlich verlassen wollte, löste sich aus der Dunkelheit ein Schatten. Carlo trat auf ihn zu. Sein rechter Arm war notdürftig mit einer vom Blut durchtränkten Binde verbunden, er schien auch zu hinken. „ Du? fragte verblüfft Sven. „ Was machst du hier?“ „ Ich habe auf dich gewartet. Muss mit dir sprechen.“ „ Mit mir? Ich habe ausdrücklich gesagt, nur in Notfällen! Was willst du von mir?“ „ Tut mir leid, aber.... Es handelt sich um.... nun leider ist was bei dem Auftrag gehörig schief gegangen. Ich werde daher dein Angebot annehmen und die Stadt verlassen. Habe ja nichts mehr zu verlieren.“ „ Hast also die Hose voll, was! Machst einfach einen Rückzug!“ „ Na ja, bevor das Chaos, was ich angerichtet habe, noch größer wird.“ „ Und, was habe ich davon? Wir hatten eine Abmachung!“ „ Eben! Deshalb will ich ja verschwinden. Brauche die Fünfhunderttausend dringend.“ „ Deswegen kommst du hierher?“ „ Ich bin nicht von gestern.“ „ Ich halte es für besser, wenn man uns in Zukunft nicht mehr zusammen sieht.“ „ Sieht aus, als ob du wütend auf mich bist.“ „ Ich fürchte, ja. Aber ich kann dich doch nicht ins Verderben laufen lassen, nicht wahr?“ „ Ich will nur was mir zu steht, um so zu leben, wie es mir entspricht.“ „ Nicht hier. Gehen wir zum Wagen.“ Als beide um eine abbruchreife Häuserecke bogen, vielen zwei Schüsse. Carlo, tödlich getroffen, sackte zusammen und blieb liegen. „ Selber Schuld, du elender Versager! Aber solche Trottel wie dich brauche ich nicht. Ich habe noch an anderes zu arbeiten “

„ Sollen wir nicht die Polizei mit einbeziehen? Könnte für uns eine gewisse Absicherung sein,“ fragte Ryan. in die Runde. Als sich alle erneut bei Maco getroffen haben, um zu beraten. „ Keine Polizei, die kommt erst später ins Spiel,“ ereiferte sich Dr. Davis. „ Was schlägst du vor?“ „ Sven Trailer wird durch seinen Spion gewarnt sein und sich denken können was weiter erfolgt. Er hat es faustdick hinter den Ohren und wird sicher Vorbereitungen treffen. Werden also auf ein Heer von Widersachern treffen. Unser Trumpf ist der Geheimgang, den er nicht kennt. Trotzdem ist Vorsicht oberes Gebot.“ „ Irina zu finden wird auch nicht einfach sein,“ warf Maco ein. „ Dies ist mein Stichwort,“ meldete sich Ron. „ Ich habe da was seit einiger Zeit laufen, ihr könnt euch denken was. Ist eine sehr temperamentvolle Dame und das beste ist... sie arbeitet für Sven, was sagt ihr nun.“ „ Wirklich?“ Man sah ihn ungläubig an. „ Ich habe inzwischen einen Plan ausgearbeitet, kommt aber darauf an, für was ich später zur Verfügung stehen muss.“ Dr Davis lächelte amüsiert. „ Du weißt es doch eigentlich schon. Für Geld kann man alles haben, was man will.“ Zog seine Brieftasche aus der Jacke heraus und entnahm ihm einen braunen Umschlag. „ Ich habe etwas geerbt. Sollte also alles zu meiner Zufriedenheit verlaufen, gibt es noch einmal etwas drauf. Du hast es sicher verstanden, was ich meine.“ „ Ja, ich verstehe,“ lächelte Ron. „ Nun, gehen wir unseren Plan durch. Jeder hat seine Aufgabe darin. Sämtliche Waffen von A – Z sind vorhanden. Jeder von euch ist ein Experte im Umgang damit, Ryan natürlich davon ausgeschlossen.“ „ Ich will aber nicht nur herum sitzen und Däumchen drehen,“ ereiferte sich Ryan. „ Du wirst deinen Teil mit beitragen, keine Angst. Immerhin bist du ein wichtiger Zeuge, daher unter besonderen Schutz von Ryo“ Ryan wandte sich ab. „ Aber.. ich würde es mit Sven allein aufnehmen, um Irina zu beschützen!“ Ryo legte die Hand auf seine Schulter. „ Ich verspreche dir, alles wird gut werden.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.01.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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