Felicia Rüdig
Kann denn Liebe Sünde sein? Ein Buchbesprechung
Wolfgang Bühne: Kann den Liebe Sünde sein? Freundschaft, Liebe, Sexualität und die Nachfolge Jesu; Christliche Literatur-Verbreitung Bielefeld 1995; 157 Seiten; ISBN: 978-3-89397-763-5
Liebe und Sünde sind das Thema dieses Buches. Wie beschreiben die Bild-Zeitung und der "kleine Mann" auf der Straße diese Begriffe? Welche Meinungen vertreten Christen heute? Was hat die Bibel über Sinn und Mißbrauch der Sexualität und die damit zusammenhängenden Fragen zu sagen? "Der Autor vertritt konservative, aus der Mode gekommene Ansichten und hat gute Gründe dafür. Althergebrachte - aber nicht veraltete - von Gott gegebene und in Jahrhunderten erprobte Werte sollen bewußt gemacht und erhalten werden - denn sie schützen vor moralischer Fäulnis und schaffen Voraussetzungen für ein erfülltes, glückliches Leben - auch in den Bereichen Liebe und Sexualität," berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel.
Das Buch wendet sich an junge Menschen, Mädchen wie Jungen gleichermaßen. In leicht verständlicher Sprache sollen sie in die Fragestellung eingeführt werden, wie die Bibel mit der Sexualität umgeht. Was ist beispielsweise von der Selbstbefriedigung zu halten? Welchen Sinn und Stellenwert haben Sexualität? Ist die Ehe erlaubt? Wenn ja: Wie finde ich den richtigen Ehepartner?
Man wirft den frühen Christen eine gewisse Leibesfeindlichkeit vor. Ausgehend von diversen biblischen Stellen waren die Wahrnehmung des eigenen Körpers und damit einhergehend die Sexualität verpönt. Dabei wurde geflissentlich übersehen, daß gerade in Zeiten fehlender Sozialversicherung und hoher Säuglingssterblichkeit Kinderreichtum ein Segen, weil Altersversicherung war.
Das vorliegende Buch bietet Orientierung in anderer Hinsicht. Was ist wichtig im Umgang mit sich selbst, aber auch im Umgang mit anderen Menschen? Sind Frauen wirklich nur Sexualobjekte, die beispielsweise in der Werbung schamlos eingesetzt werden können? Passen zwei Menschen (idealerweise Mann und Frau) wirklich so gut zueinander, daß sie eine Ehe eingehen können? Eine Scheidung ist schließlich nicht nur eine Sünde im biblischen Sinne, sondern oft auch mit viel weltlichem Streß verbunden.
Insbesondere die Ausführungen zur Selbstbefriedigung haben einen unbefriedigenden Charakter. Hier wird jungen Menschen ein schlechtes Gewissen eingeredet, das biblisch nicht gerechtfertigt ist. Aus Selbstbefriedigung Egoismus und Selbstbezogenheit zu konstruieren erscheint zweifelhaft. Wie sollen junge Menschen ihren Körper entdecken und kennenlernen, wenn sie sich nicht mit ihrem Genitalbereich beschäftigen dürfen? Wie soll der gesunde Umgang mit der Sexualität erlernt werden, wenn einfache, medizinisch unbedenkliche Formen der Sexualität nicht erlaubt sind. Hier wird eine konservative Geisteshaltung falsch eingesetzt, indem überholtes Gedankengut fortgeschrieben wird.
Vorheriger TitelNächster Titel
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Felicia Rüdig).
Der Beitrag wurde von Felicia Rüdig auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.01.2015.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).