Christian Scheffel

Airfighter: Spiel im Schatten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

 

Die folgenden Ereignisse spielen nach dem Dreiteiler „Airfighter – Exekutionsauftrag“ und setzen die Handlung um Manuel Gutierrez´ ehemalige Gang in Metro-City fort. Es zeigt sich, dass die Gang mit zunehmender Mitsprache in der Stadtpolitik zugleich ein wachsendes Hindernis für den unbekannten Auftraggeber der Commodores darstellt: ein weiteres Mal greifen die Commodores zu drastischen Mitteln, um die Gang brutal aus dem Wege zu räumen. Auch vor der Police of Metro-City und dem Airfighter-Team, die mit der Gang zusammenarbeiten, machen die Killer keinen Halt. Außerdem wird die Mitglieder des Airfighter-Teams und insbesondere Juan Gutierrez eine alles verändernde Erkenntnis treffen...

 

 

 

Spiel im Schatten








 

  • 1 –

  •  

Die Silhouette Metro-Citys:

Ein schicker Platz mit ein paar Bänken und einer mittig platzierten Steinfigur; der Platz erstreckt sich direkt vor dem mehrstöckigen Rathaus Metro-Citys.

Ohne Vorwarnung erscheinen Juan und Raffael auf dem Platz, die in schwerer Garnitur mit einem Koffer aus Richtung des mehrstöckigen Parkhauses, das am anderen Ende an den Platz grenzt, mit zielstrebigen Schritten genau auf den Eingang des Rathauses zu gehen: ihre Mienen sind reglos und zeigen feste Entschlossenheit. Die beiden verschwinden mit dem Koffer im Eingang zum Rathaus – merkwürdigerweise sind der gesamte Platz und auch der Eingangsbereich des Rathauses ansonsten menschenleer. Es vergehen ein paar Sekunden, in denen sich auf dem gesamten Platz vor dem Rathaus nicht das Geringste tut, als urplötzlich mit einem einschlagenden Donner im gesamten Erdgeschoss des Rathauses die Fenster zerplatzen und inmitten einer Flammen speienden Explosion Juan und Raffael rückwärts durch die Tür wieder nach draußen geschleudert werden! Die Hauptstraße auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite des Platzes ist – offensichtlich schon im Vorfeld – von mehreren Streifenwagen abgesperrt worden. Sogleich heulen die Sirenen auf, und zu hören ist die Funkmitteilung: „Im Erdgeschoss des Rathauses ist ein Sprengsatz explodiert! Unsere Männer sind durch die Druckwelle zurück nach draußen geschleudert worden! Sofortiges Einleiten von Phase_2, aber höchste Vorsicht: vielleicht gibt es noch weitere Sprengsätze!“

Auf dem obersten Deck des Parkhauses steht Airfighter: Ein paar Meter von ihm entfernt stehen Chris, Jessica und Bill in Kampfanzügen mit Kletterausrüstung und springen in diesem Augenblick vom Parkdeck hinunter, um an der Außenfassade des Parkhauses entlang senkrecht nach unten zu laufen. Zugleich stürmen fünf Personen aus dem rauchenden Erdgeschoss des Rathauses auf den Platz: sie tragen ebenfalls schusssichere Kampfanzüge und Panzerhelme mit undurchsichtigen Visieren. Die Polizisten auf der Hauptstraße unter ununterbrochenes Automatikfeuer nehmend, rennen die fünf Unbekannten quer über den Platz in das Treppenhaus des Parkhauses hinein, nur Sekunden bevor Chris, Jessica und Bill, durch ihre Kletterausrüstung im letzten Moment unsanft abgebremst, auf dem Platz aufkommen. Chris wechselt einen kurzen Blick mit Juan und Raffael, die sich gerade wieder aufgerappelt haben: Juan signalisiert „OK“ zurück. Chris nickt den beiden zu und gibt Jessica und Bill Zeichen mit seiner rechten Hand: Sogleich stürmt Jessica zusammen mit Juan und Raffael, die herbeigerannt sind, ebenfalls in das Treppenhaus des Parkhauses, während Chris und Bill zum anderen Ende des Platzes rennen, wo sie in vollem Laufe über eine kleine Mauer mit Geländer springen und erneut ihre Kletterhaken abschießen, die sich im Absperrgeländer fest verhaken, während die beiden einige Meter nach unten stürzen.

Die fünf Unbekannten stürmen aus dem Treppenhaus in das unterste Parkdeck, das sich unterhalb des Platzes vor dem Rathaus befindet – im Treppenhaus hasten Jessica, Juan und Raffael nach unten, indem sie immer wieder mehrere Stufen auf einmal nehmen.

Als die fünf Fliehenden in der Mitte des halbdunklen Parkdecks angekommen sind, kommen am anderen Ende des Decks von draußen Bill und Chris an ihren Kletterhaken in vollem Schwung herein gefallen und rollen sich auf dem Boden ab. Gleichzeitig stürmen Jessica, Juan und Raffael aus dem Treppenhaus heraus: die fünf Fliehenden sind aus zwei Richtungen ins Visier genommen und bleiben regungslos stehen. Für einen Moment verharrt das gesamte Szenario auf diese Weise. Dann gleitet Chris´ Blick, wie in einer bösen Vorahnung, zu dem vom Tageslicht spärlich erhellten Ende des Parkdecks hinüber, wo in einem künstlich angelegten Lauf ein Fluss vorbeirauscht: Hier hat ein großes und ebenfalls dick gepanzertes Hovercraft angelegt, auf dem eine weitere Person mit Helm und Kampfanzug direkt hinter einer futuristisch aussehenden Kanone steht, die genau auf das Parkdeck ausgerichtet ist. Gerade trifft Chris´ Blick Bills, als schon ein grell blitzender Schockstoß aus der Kanone abgefeuert wird, der das gesamte Parkdeck flutet und Chris, Bill, Jessica, Raffael und Juan, wie unter elektrischen Blitzen unkontrolliert zuckend, zusammensinken lässt – die fünf anderen bleiben unbehelligt in ihren Kampfanzügen inmitten des grellen Infernos stehen, bis sich die Blitze nach und nach völlig entladen haben.

Der Unbekannte steigt vom Hovercraft herab auf das Parkdeck und tritt langsam auf die fünf bewusstlos auf dem Boden Liegenden zu, indem sich die anderen fünf darum herum postieren. Als der noch nicht Erkennbare seinen Helm abnimmt, ist der Asiate zu erkennen, gegen den Chris zuletzt gekämpft hat, als die Commodores den Central Square in Metro-City überfallen hatten: Um den Hals des Asiaten befindet sich eine stabile Manschette mit metallischer Ummantlung, da Chris ihm beim letzten Kampf den Hals mit einer Metallschlaufe sehr unsanft verrenkt hatte.

Der Asiate grinst diabolisch auf die reglos auf dem Boden Liegenden und insbesondere auf Juan und Raffael hinab:

„Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass wir uns jetzt wiedersehen!“

 

2 –

 

Einen Tag zuvor:

 

Chris´ Haus auf dem Berg über Green-Stone-Town:

Leise rauscht der Wind in den hohen Fichten auf dem Grundstück, und unter dem strahlend blauen Himmel scheint eine bereits kräftige Frühlingssonne. In der zweiten Etage des Hauses ist ein neuer Anbau entstanden, seit der abstürzende Satellit der ESA in das Wohnzimmer eingeschlagen war. Hinter einer großen Panoramafensterscheibe haben Chris und Bill in einem geräumigen Wohnzimmer mit zwei Tassen Kaffee und duftenden Croissants in einer gemütlichen Sitzecke zum Frühstück an einem Tisch Platz genommen. Im Hintergrund ist am einen Ende des Wohnzimmers eine schöne Holztreppe zu sehen, die in einer 270°-Drehung nach unten führt, während am anderen Ende des Wohnzimmers eine große Glasschiebetür zu sehen ist, hinter der sich eine offenbare Hightech-Schaltzentrale befindet – ähnlich der unterirdischen Airfighter-Computerzentrale.

Bill: „Holst du Juan gleich ab?“

Chris: „Ja, in einer halben Stunde. Und dann fliegen wir sofort ´rüber nach B.C.“

Bill: „Es ist gut, dass sich die Dinge so entwickelt haben.“

Chris: „Oh, ja – das ist es. Juans ehemalige Gang hat nach der Rettung der Politiker um Bürgermeister Kilpatrick auf dem Central Square ein offizielles Stimmrecht erhalten.“

Bill: „Bürgermeister Kilpatrick ist sowieso der Gruppe sehr zugewandt, habe ich den Eindruck.“

Chris: „Den Eindruck habe ich auch: sie haben ihm sehr imponiert.“

Bill liest einen Moment lang in Chris´ Blick, bevor er fragt: „Und wie fühlst du dich?“

Chris atmet durch und sieht Bill in die Augen:

„Ich bin es Juan und seinen Leuten mehr als schuldig – nachdem ich Manuel getötet habe.“

Bill: „Du hast damals das Richtige getan – und Juan weiß das.“

Chris: „Das weiß ich ja. Trotzdem verbindet das Juan und mich jetzt.“

Bill, freundschaftlich: „Das ist ja auch gut so. Mir ist aber wichtig, dass du immer daran denkst.“

Chris lächelt: „Danke, Bill.“

 

  • 3 –

  •  

Auf dem Sportplatz neben der Turnhalle in Green-Stone-Town steht Juan bei der Gruppe von Jugendlichen, die er im Rahmen eines offiziellen Programms betreut. Gerade ziehen sie ihre Schutzkleidung aus, die – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger – farbige Flecken des offensichtlich gerade beendeten Paintball-Matches aufweist. Da senkt sich Airfighter im Tiefflug donnernd auf den Parkplatz vor der Turnhalle herab und Chris steigt in Pilotenuniform aus.

Juan, der bei Jonathan steht, sieht Chris auf sich zu kommen.

Jonathan: „Wie werden deine Jungs jetzt weitermachen?“

Juan: „Wir stehen im Dialog mit Bürgermeister Kilpatrick, der unseren Standpunkten großes Interesse entgegenbringt.“

Jonathan grinst: „Kein Wunder, denn ohne euch und das Airfighter-Team hätten er und die anderen Politiker auf dem Central Square alt ausgesehen.“

Juan: „Auf der anderen Seite ist unsere Anwesenheit dort aber auch erst der Grund dafür gewesen, dass die Commodores eine günstige Gelegenheit darin gesehen hatten.“

Jonathan: „Okay, stimmt auch wieder.“

Juan und Jonathan winken Chris kurz zu.

Juan: „Aber ich glaube, Bürgermeister Kilpatrick hat im Allgemeinen ein offenes Ohr für andere Standpunkte und ist an einem offenen Dialog aller Fraktionen in B.C. interessiert.“

Jetzt hat Chris Juan und Jonathan erreicht und überreicht Juan eine zweite Pilotenuniform, mit Jonathan schlägt Chris kurz ein.

Jonathan: „Hey, Chris.“

Chris: „Hey, Jonathan. Alles klar bei dir, Juan?“

Juan nickt Chris zu: „Alles klar, Chris. Bereit zum Abflug.“

Beide grinsen kurz.

Chris weist auf Jonathans ausgezogene Schutzkleidung, auf der sich ein dicker Farbfleck befindet: „Farbenfrohes Spiel!“

Jonathan erwidert Chris´ Grinsen: „Bis später!“

Chris und Juan gehen zurück zum startbereit stehenden Airfighter und donnern unmittelbar darauf wieder über das Dach der Turnhalle hinweg.

 

Während er zusammen mit Chris Northern-Green-Stone-Town im Airfighter überfliegt, erinnert sich Juan an ein unmittelbar zuvor stattgefundenes Gespräch mit Jessica:

Juan und Jessica sitzen in Jessicas Auto, das am Rande des Green-Stone-Forests unter dem strahlend blauen Himmel steht.

Jessica: „Du hast gemischte Gefühle dabei, Raffael und die anderen wiederzusehen, oder?“

Juan lächelt: „Vor dir kann ich nichts verbergen, nicht wahr?“

Jessica lächelt zurück: „Diesen Vorteil hast du schon lange verloren.“

Juan: „Ja, natürlich hast du Recht: es war ein sehr aufwühlendes Jahr, und das alles hätte auch ganz anders ausgehen können.“

Jessica: „Aber es ist doch gut gegangen – einfach ist es nie!“

Juan: „Ja, das stimmt. Und diese Chance müssen wir ergreifen – das ist genau das, was Manuel...,“ Juan zögert kurz, „... was Manuel sich für uns gewünscht hatte.“

Jessica blickt Juan tief in die Augen.

Juan: „Ja, ich muss immer wieder an meinen Bruder denken. Er hätte es verdient, das hier mitzuerleben.“

Jessica nickt: „Ich verstehe dich, Juan, und es tut mir so leid. Aber gib bitte nicht Chris die Schuld...“

Juan unterbricht Jessica sachte: „Nein, das tue ich auch nicht. Chris und ich haben all das geklärt – wir stehen uns jetzt sogar noch näher als vorher.“

Jessica: „Das ist schön.“

Juan: „Vielleicht brauche ich genau dieses Gefühl auch, damit ich nie vergesse, was Manuel sich gewünscht hat und wie wertvoll das ist, was wir jetzt erreichen können.“

Beide blicken einander stumm in die Augen.

Juan: „Ich bin so dankbar, dass ich dich nicht verloren habe, Jessie.“

Jessica: „Ich bin es, die dankbar ist, Juan.“

Beide sehen einander noch einen Moment lang stumm an und dann küssen sich die beiden.

 

Zurück im Hier und Jetzt sieht Juan den Green-Stone-Forest unter sich vorbei rasen.

Chris, der direkt neben Juan im Pilotensitz sitzt, blickt Juan an: „Alles okay, Partner?“

Juan blickt zu Chris und diesem in die Augen.

Dann nickt er: „Ja, alles okay – danke, Partner.“

Chris nickt zurück.

 

  • 4 –

  •  

Jessica fährt in ihrem Auto den Berg zur Airfighter-Basis herauf und parkt in Chris´ Einfahrt. Zielstrebig überquert sie die Wiese hinter dem Haus und fährt in die unterirdische Computerzentrale hinunter.

Hier hat Bill bereits die Anweisungen für ihre nächste Mission in die Computer eingegeben.

Jessica: „Hi.“

Bill: „Hey.“

Jessica grinst: „Hab ich gut hinbekommen, genau dann einzutreffen, wenn du schon die ganze Arbeit erledigt hast, oder?!“

Bill erwidert Jessicas Grinsen, indem er von dem Terminal aufsieht, vor dem er gerade steht:

„Beim nächsten Mal wieder umgekehrt!“

Jessica: „Auf jeden Fall.“

Bill: „Der Kurs nach B.C. ist programmiert, und die Startsequenz kann initiiert werden.“

Jessica: „Da der Flug ja etwas dauert – habt ihr eigentlich schon das neue Wohnzimmer getestet?“

Bill: „Chris und ich haben dort heute morgen gefrühstückt – sehr gediegen!“

Bill grinst breit.

Jessica: „Hättest du was dagegen, dort gleich noch mal Kaffee zu trinken?“

Bill: „Nicht im Geringsten.“

 

Draußen schließt sich das große Metalldach kuppelförmig über dem gesamten Grundstück, und anschließend hebt die Airfighter-Basis vom Berggipfel ab.

 

Bill und Jessica sitzen in der gemütlichen Sitzecke vor dem Panoramafenster zusammen, hinter dem jetzt allerdings nur das abgedunkelte Grundstück unter dem großen metallenen Kuppeldach zu sehen ist.

Jessica: „Juan ist ziemlich nervös – verständlicherweise.“

Bill: „Raffael und seine Gang wiederzusehen, meinst du?“

Jessica nickt: „Ich habe ihm noch einmal vor Augen geführt, dass sich alles zum Besten entwickelt hat – und das weiß er auch selbst. Aber trotzdem ist es das erste Wiedersehen, seit er sein altes Leben zurück hat.“

Bill: „Sein Leben bei uns, meinst du...“

Jessica: „Ja, natürlich.“

Bill: „Chris ist ebenfalls nervös gewesen – er durchlebt alles mit Juan zusammen.“

Jessica: „Ich bin so froh, dass das alles die beiden noch fester zusammengeschweißt hat.“

Bill: „Das hat es auf jeden Fall.“

Jessica trinkt einen Schluck Kaffee aus ihrer Tasse: „Aber anderes Thema: was glaubst du, sind diese Commodores als drohende Gefahr für Metro-City anzusehen?“

Bill: „Das ist schwer zu sagen, denke ich. Kann sein, dass der Vorfall auf dem Central Square eine Ausnahme dargestellt hat – aber wenn nicht, sind sie auf jeden Fall eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung.“

Bill trinkt ebenfalls einen Schluck Kaffee.

Bill: „Zu denken gibt mir vor allem, wer die Commodores mit Waffen versorgt...“

Jessica: „... und die Gerüchte um den unbekannten Big Boss im Hintergrund...“

Bill nickt mit unguter Ahnung.

 

  • 5 –

  •  

Das Metro-City Main Prison:

Auf dem großen Vorplatz, der offensichtlich geräumt worden ist, setzt Airfighter zur Landung an.

Indem Chris und Juan in ihren Uniformen aussteigen, kommt ihnen Raffael vom Eingangstor aus entgegen, aus dem er soeben entlassen worden ist. Juan und Chris nehmen ihre Pilotenhelme ab. Juan streckt Raffael seine Hand entgegen, die dieser annimmt.

Juan: „Es tut gut, dich wiederzusehen, Raffael.“

Raffael: „Geht mir genauso, Juan.“

Chris und Raffael nicken einander zu: zwar distanziert im Vergleich zu der Begrüßung zwischen Juan und Raffael, aber nichtsdestotrotz mit aufrichtigem Respekt.

Juan sieht Raffael fest in die Augen: „Ich habe nicht aufgehört, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich genauso gut da rein gehört hätte.“

Raffael klopft Juan auf die Schulter: „Das war so abgemacht, weißt du noch?! Jeder von uns hat seine Aufgabe gehabt. Und für das, was wir jetzt erreicht haben, war es seinen Preis allemal wert!“

Juan: „Du hast natürlich recht – danke!“

Raffael: „Und jetzt, lass uns so weitermachen – es liegt eine Menge vor uns!“

Raffael blickt erneut zu Chris.

Chris: „Die Polizei hat zugesichert, dass sie uns nicht verfolgen werden. Ihr erhaltet so viel Anonymität, wie ihr einfordert.“

Juan: „Bürgermeister Kilpatrick ist viel an dem Dialog mit uns gelegen.“

Raffael: „Das ist gut.“

Die drei gehen zu Airfighter und besteigen das Cockpit. Chris reicht Raffael ebenfalls einen Helm, und dann startet Airfighter wieder in den blauen Himmel.

 

Airfighter überfliegt einmal das Zentrum von Metro-City und setzt dann wieder zur

Landung an: an einem betonierten Ufer nahe einem Fabrikgelände läuft ein Bach in eine dunkle Unterführung hinein; hier steht einer der Gelände-Buggies von Raffaels Gang, der zugleich als Hovercraft benutzt werden kann. Chris, Juan und Raffael verlassen den abgestellten Airfighter, dessen Cockpit sicher versiegelt wird. Die drei klettern auf den Buggy, auf dem sich drei der jugendlichen Gangmitglieder befinden und Raffael ebenfalls erst einmal begrüßen.

Dann streckt Raffael Chris eine Augenbinde entgegen.

Raffael: „Bitte nicht falsch verstehen!“

Chris: „Absolut nicht.“

Als letztes wechselt Chris noch einen vertrauenden Blick mit Juan, dann werden ihm von Raffael die Augen verbunden. Nachdem alle Platz genommen haben, fährt der Buggy in den Flusslauf hinein, und indem sich sein Luftkissen aufpumpt, fährt er auf dem Bach davon in die dunkle Unterführung hinein.

Im Scheinwerferlicht des Hovercrafts erscheint bald eine Abzweigung in dem unterirdischen Wasserlauf, die durch ein Gitter abgesperrt wird, das die Jungs auf dem Hovercraft per Fernsteuerung öffnen. Hinter der nächsten Biegung ist dieser Gang beleuchtet. Schließlich legt das Hovercraft in dem runden Wasserhof an. Raffael nimmt Chris die Augenbinde wieder ab, und sie gehen die steinerne Treppe, die sich am Rande des Innenhofs entlang schlängelt, nach oben in die große Fabrikhalle, die nach wie vor das getarnte Hauptquartier der Gang darstellt. Hier treten ihnen weitere Mitglieder aus der Gang entgegen, die Raffael begrüßen.

Raffael: „Lasst uns jetzt also diese Chance nutzen, die uns der Bürgermeister anbietet!“

Einer der Jungs tritt mit missmutigem Gesichtsausdruck vor: „Und was will der hier?“

Voller Verachtung zeigt er bei diesen Worten auf Chris.

Chris bleibt völlig regungslos.

Raffael:

„Chris ist hier als Verbindungsmann zwischen uns, dem Bürgermeister und der Police of Metro-City.“

Juan ergänzt: „Ich habe Chris vorgeschlagen.“

Der Junge tritt auf Juan zu: „Du weißt, was er getan hat, Juan!“

Juan: „Bleib cool, Warren. Ich vertraue Chris absolut.“

Warren: „Wie kannst du das, Juan?“

Warren geht um Chris herum, blickt dabei aber weiterhin Juan an:

„Er hat Manuel getötet – deinen eigenen Bruder, Juan!“

Raffael blickt nervös zu Juan, alle anderen schweigen angespannt.

Juan bleibt ruhig: „Das haben Chris und ich längst geklärt, Warren – und zwar ein-für-allemal.“

Juan hat die letzten Worte sehr eindringlich ausgesprochen.

Warren steht jetzt seitlich ein Stück hinter Chris: „Wenn du mich fragst, ist das völlig absurd!“

Warren zischt Chris von hinten an:

„Du hast hier nichts verloren, und wenn ich dürfte, würde ich dich hier und jetzt auf der Stelle...“

Warren verstummt abrupt, als Chris ihm – ohne überhaupt hinzusehen – seinen linken Ellenbogen blitzschnell in den Bauch rammt, so dass Warren, nach Luft schnappend, langsam zusammenbricht. Chris´ Miene bleibt völlig regungslos und sein Blick bleibt unentwegt geradeaus gerichtet.

Raffaels Stimme hallt mit Nachdruck in der Halle wider. „Ich denke, das ist dann jetzt geklärt.“

Juan blickt dem auf dem Boden nach Luft schnappenden Warren fest in die Augen:

„Wenn du Chris angreifst, greifst du mich an – merke dir das!“

Juans und Chris´ Blicke treffen sich kurz: beide verstehen sich ohne Worte.

Raffael: „Kommen wir also zurück zum Wesentlichen: Bürgermeister Kilpatrick hat signalisiert, dass ihm ernsthaft an einem Dialog mit uns gelegen ist und dass wir unseren Standpunkt mit in die Politik von B.C. einfließen lassen sollen.“

Warren hat sich allmählich wieder aufgerappelt und zurück zu den anderen Gangmitgliedern gestellt.

Raffael: „Allerdings wissen wir nicht im Geringsten, wie die Commodores hierauf reagieren werden oder ob sie ein weiteres Mal zu einem solch brutalen Schlag ausholen werden.“

Die Blicke aller zeigen höchste Aufmerksamkeit.

Raffael: „Es ist durchaus möglich, dass wir für die Commodores von jetzt an Ziel Nummer 1 darstellen!“

 

  • 6 –

  •  

Hoch über Metro-City verlangsamt die Airfighter-Basis und bezieht Stellung auf einer festen Position unter dem kräftigen Gegenschub ihrer Positionstriebwerke. Zugleich steigt Airfighter von unten aus auf diese Höhe und steuert im Autopiloten auf die Landeluke der Airfighter-Basis zu.

In der Computerzentrale verfolgt Bill den Landevorgang Airfighters, während Jessica die letzten Manövrierkommandos in die Computerkontrollen eingibt.

Noch während Airfighter auf der Landeplattform um 180 Grad zurück in Richtung Ausgang gedreht wird, betreten Jessica und Bill die Landebucht durch die automatische Luftschleuse und bemannen Airfighter. Nach dem Wiederverschließen des Cockpits und dem Druckausgleich in der Landebucht verlassen die beiden in Airfighter mit aktiviertem Hovercraft die Airfighter-Basis und fliegen hinunter nach Metro-City.

 

Einige Minuten später steht Airfighter – überdimensional groß erscheinend – auf dem Parkplatz vor dem Gebäude des Metro-City Main Policedepartments.

In seinem Büro steht Captain Miller zusammen mit Jake, Bill und Jessica an seinem Schreibtisch.

Captain Miller: „Wir haben bis jetzt immer noch keinerlei Hinweis darauf, wo sich das Hauptquartier dieser Commodores befinden könnte – sofern es überhaupt eins gibt.“

Jake: „Und wenn, sofern es sich überhaupt auch hier in B.C. befindet.“

Jessica: „Aber sicher ist, dass diese Commodores das Treffen von Raffaels Gang mit Bürgermeister Kilpatrick und den anderen Politikern auf dem Central Square vereiteln wollten.“

Bill: „Was auf drastische Weise gezeigt hat, wie skrupellos sie ihr Ziel verfolgen – sie haben hemmungslos auf Police-Officers geschossen.“

Captain Miller nickt besorgt.

Jake: „Außerdem hat Raffael ausgesagt, dass seine Gang schon zuvor mit den Commodores zu tun hatte, bei einer Transaktion.“

Jessica: „Ja, das hat Juan uns auch geschildert.“

Bill: „Sorgen bereiten sollte uns vor allem das Gerücht von dem Großen Unbekannten, der die Commodores mit Waffen versorgt.“

Captain Miller: „Ganz richtig, Bill. Denn wenn es diesen Mann im Hintergrund gibt, muss er sehr gute Verbindungen haben... oder selbst sehr weit oben stehen.“

Bei den letzten Worten wechseln die vier Ungutes ahnende Blicke miteinander.

 

  • 7 –

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In einem schicken Büro legt jemand gerade seine Hände auf einem schicken Holzschreibtisch auf:

„Diese Bande durchkreuzt meine Pläne empfindlich – aber das brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen.“

Eine zweite Person antwortet:

„Ja, wir sollten sie schleunigst aus dem Weg räumen, alle.“

„Leider kennen wir ihr Hauptquartier nicht. Und mittlerweile hat ihre Bewegung zu große Wellen geschlagen – sogar das Airfighter-Team ist heute morgen in B.C. eingetroffen.“

„Wobei dieser Airforce-Commander das Team wohl nur deshalb auf den Plan gebracht hat, weil er aus irgendeinem unersichtlichen Grund mit Juan Gutierrez sympathisiert.“

„Das mag sein, aber auch die Police of Metro-City ist jetzt hinter Ihnen her.“

Bei der zweiten redenden Person handelt es sich um den Asiaten mit der metallenen Halsmanschette. Er nickt: „Die Polizei ist für uns kein Hindernisgrund, Sir.“

„Ja, ich weiß.“

Der andere schweigt einen Moment lang, dann fährt er mit unheilvollem Unterton fort:

„Da eine weitere direkte Konfrontation mit der Polizei tatsächlich nicht zu vermeiden ist, habe ich vor, Ihnen eine – wie soll ich sagen – weitere Kraft zur Seite zu stellen.“

Der Asiate wirkt auf eine abgrundtief böse Art neugierig: „Wen meinen Sie, Sir?“

Eine Hand reicht dem Asiaten eine Akte über den Holzschreibtisch entgegen.

Der Asiate schlägt die erste Seite auf, wo das Foto eines glatzköpfig rasierten Mannes mit dem eiskalten Blick eines Killers zu sehen ist. Die Akte offenbart, dass dieser Mann zur Zeit im Main Prison of Metro-City inhaftiert ist.

Der andere fügt hinzu: „Trevor Cort. Er sitzt im Hochsicherheitstrakt des B.C. Main Prisons ein wegen mehrerer – nun ja – sehr konsequent durchgeführter Hinrichtungen.“

Der Asiate beginnt – wie in einer Mischung aus Unglauben und Ehrfurcht – abgrundtief böse zu grinsen: „Der geisteskranke Amokläufer Trevor Cort!“

Der andere korrigiert mit unbekümmerter Stimme: „Die psychologische Beurteilung betont, dass man möglicherweise nicht von einem Amoklauf sprechen könne, da ein Amoklauf immer mit einer Art von psychischem Ausnahmezustand zu assoziieren sei, der den Amokläufer zu einem gewissen Grad unzurechnungsfähig mache.“

Der Asiate fährt mit glänzenden Augen fort: „Jedoch wird im Falle Trevor Corts eher davon ausgegangen, dass er seine Taten mit eiskalter Berechnung durchgeführt habe.“

Nach wie vor klingt die Stimme des anderen völlig unbekümmert:

„Dies spricht für seine Belastbarkeit und absolute Verlässlichkeit, finden Sie nicht?!“

Der Asiate grinst abgrundtief böse vor Unglauben und schierer Begeisterung:

„Oh ja, Sir – Sie sagen es absolut.“

Die Stimme des anderen verkündet beschlossene Sache: „Dann zählen Sie Trevor Cort für den kommenden Schlag zu den Commodores dazu – ich werde ihn Ihnen als rechte Hand zur Seite stellen. Um die Modalitäten des Transfers kümmere ich mich selbstverständlich – folgen Sie lediglich meinen Anweisungen.“

 

  • 8 –

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Unter dem sternklaren Nachthimmel über der Silhouette Metro-Citys bietet sich der Anblick auf das Gebäude des Main Prisons.

Im Innern patrouillieren die Wachposten der Nachtschicht durch die ruhige Monotonie.

Draußen kommt in diesen Minuten ein kleiner Panzer durch eine der dunklen Seitenstraßen herbei gerollt. Gleichzeitig verteilt sich ein ganzer Trupp Maskierter gegenüber des Parkplatzes vor dem Main Prison. Als der Panzer mit einem kurzen Quietschen seiner Ketten vor dem Main Prison zum Halten kommt, blickt gerade einer der Wachposten im Gefängnisinnern auf.

Da schlägt ein brutaler Donnerstoß in die Ohren ein, und während der Panzer einen gewaltigen Rückstoß erfährt, wird die Vorderwand des Main Prisons vollständig weggefegt! Gegen den ohrenbetäubenden Lärm schreien sich die Wachposten im Gefängnisinnern Alarmrufe und Kommandos zu, doch da schlägt schon der nächste Schuss aus der Panzerkanone in einem weiteren Donnern in das Gebäude ein und zerfetzt den halben Korridor, an dessen Ende die schusssichere Glaswand zum Inhaftierungstrakt einfach zerplatzt.

In diesem Moment blickt der kahlköpfig rasierte Trevor Cort irgendwo in seiner Zelle auf – mit dem eiskalten Blick eines unzurechnungsfähigen Killers.

Draußen rollt der Panzer in gehendem Tempo auf den Parkplatz und feuert ein drittes Mal genau in den zersprengten Eingang des Main Prisons hinein. Im nächsten Augenblick stürmen die Maskierten das rauchende Gebäude, das jetzt von vorn einer Ruine gleicht, und schießen sich mit Automatikgewehren den Weg in den Inhaftierungstrakt frei. Mit brutal gnadenloser Zielstrebigkeit durchqueren die Maskierten den Trakt, bis sie eine Zelle mit einer ganz bestimmten Kennzeichnung erreicht haben. Hier schießen sie die dicke Tür auf, und auf der anderen Seite hebt Trevor Cort erwartungsvoll seinen Blick. Völlig unbeeindruckt lässt er seine Handschellen von den Maskierten zerschießen und sich von ihnen mitnehmen.

 

  • 9 –

  •  

Innerhalb von einer Sekunde ist die Airfighter-Computerzentrale hell erleuchtet, und Bill und Jessica eilen zu der großen Metallwand mit den zahlreichen Computerkontrollen.

Computer: „Ein Sensorenalarm auf den Koordinaten des Main Prisons.“

Jessica: „Ich benachrichtige das Main Policedepartment – sie bestätigen den Sensorenalarm.“

Bill: „Airfighter, startklar machen!“

Computer: „Bestätige.“

Keine Minute später ist in Außenansicht mitzuverfolgen, wie Airfighter vor dem Hintergrund des sternenklaren Nachthimmels die Basis verlässt und sich im Lichte seines hellen Flugscheinwerfers auf die nächtliche Silhouette Metro-Citys hinab stürzt.

Gleichzeitig bricht vom Main Policedepartment eine große Polizeistaffel mit schrill heulenden Sirenen auf und rast durch die nächtlichen Straßen der Großstadt.

 

Chris befindet sich zusammen mit Juan und Raffael an Bord eines der Hovercrafts der Gang wieder auf dem Rückweg, als sein Watchcomm anspricht. Erneut die Augenbinde tragend, hält sich Chris seinen linken Arm mit dem Watchcomm in Sprechweite, während Juan und Raffael ihn, aufmerksam geworden, ansehen.

Chris: „Wir sind auf dem Rückweg. Was gibt es?“

Airfighter, über Funk:

„Ein Sensorenalarm vom Main Prison, Chris. Das Policedepartment ist ebenfalls informiert.“

Chris reißt sich die Augenbinde ab, woraufhin Raffael mit einem missbilligenden Blick reagiert und sofort auf Chris zu schreiten will, von Juan aber mit einer Geste zurückgehalten wird: Raffaels und Juans Blicke wechseln kurz miteinander, wobei Raffael deutlich macht, dass er Juans Urteil vertraut.

Chris blickt Juan und Raffael an: „Wir müssen sofort zum Main Prison! Können wir mit dem Hovercraft direkt dorthin fahren?“

Raffael nickt: „Das geht.“

Raffael dreht sich nach vorn: „Nehmt den Flusslauf direkt zum Main Prison!“

„Okay!“

 

Im nächtlichen Main Policedepartment of Metro-City bekommt Captain Miller gerade über Funk den Status seiner zum Main Prison heranrückenden Einsatzstaffel mitgeteilt:

„Erreichen das Gefängnis in einer Minute, Captain!“

Carter wechselt mit Jake einen angespannten Blick.

 

Indem sich Airfighter auf Metro-City hinabstürzt, können Bill und Jessica das Feuerinferno vor dem Main Prison von oben durch die Cockpitscheibe erkennen.

Jessica funkt die Polizeistaffel sowie Captain Carter an:

„Wir haben Sichtkontakt: offenbar steht das Main Prison unter massivem Angriff!“

Bill: „Wir sind bereit zum Einsatz.“

Carter, über Funk: „Handeln Sie nach eigenem Ermessen!“

Jessica: „Bestätige.“

Bill: „Setze zum Angriff an!“

 

Das Hovercraft von Raffaels Gang taucht in einer Flussbiegung hinter einem mehrstöckigen Bürogebäude auf, so dass jetzt freie Sicht bis zum großen Parkplatz vor dem Main Prison besteht, auf das der Fluss jetzt in seinem schicken, betonierten Bett genau zu läuft.

Juan: „Scheiße – was geht da vor?!“

Raffael: „An die Waffen, Jungs!“

Chris sieht mit starrem Blick in das unweit vor ihm lodernde Inferno, indem sich in seinen Augen die Flammen vor dem nachtdunklen Hintergrund widerspiegeln.

 

Trevor Cort ist von den Maskierten ebenfalls mit einer schusssicheren Weste ausgestattet worden und wird von ihnen gerade durch die brennenden Trümmer hindurch vor das große Gebäude geführt.

 

Im Airfighter-Cockpit haben die Sensoren die aus dem Gebäude Fliehenden sofort erfasst.

Airfighter: „Es scheint sich um eine Befreiungsaktion zu handeln.“

Bill: „Vergrößere Sektor 3-B auf dem Hauptschirm!“

Blitzschnell wird der fliehende Trupp auf die Cockpitscheibe projiziert.

Jessica: „Alle sind maskiert – auch der offenbar Befreite.“

Bill: „Egal, um wen es sich dabei handelt – mein Gefühl sagt mir, wir sollten sie auf keinen Fall entkommen lassen!“

 

Unten feuert der Panzer erneut in die Ruinen und facht dadurch wiederholt das apokalyptische Feuerwerk an.

 

Jessica: „Vielleicht sollten wir erst mal diesen Panzer eliminieren!“

Bill: „Guter Plan – Airfighter, den Panzer ins Visier nehmen und Angriffskurs setzen!“

Airfighter: „Aye, Lieutenant.“

 

Das Hovercraft ist wenige Meter vom betonierten Ufer des Flusslaufes entfernt.

Juan: „Ein ungutes Gefühl sagt mir, dass wir es mit einem erneuten Anschlag der Commodores zu tun haben, Chris.“

Raffael: „Sie hatten auch den Central Square innerhalb kurzer Zeit in Schutt und Asche zerlegt.“

Die drei sehen Airfighter mit bedrohlich ausgerichteten Bordwaffen auf das Szenario herabstürzen.

Chris betätigt seinen Watchcomm: „Bill, wie ist der Status?“

Bill: „Setzen gerade zur Eliminierung des Panzers an, Chris. Offenbar ist jemand aus dem Main Prison befreit worden.“

Chris sieht durch den Rauch hindurch, wie der maskierte Trupp am anderen Ende des Parkplatzes aus den Trümmern flieht.

Chris: „Ich sehe sie – wir übernehmen!“

Bill: „Verstanden, Chris.“

Noch indem das Hovercraft das Flussufer erreicht, springen Juan, Raffael und Chris mit Anlauf von Bord und wollen gerade ansetzen, durch die Rauchschwaden hindurch zum Gefängnisgebäude hinüber zu rennen, als plötzlich ein grell blendender Scheinwerfer das gesamte Vernichtungsszenario erhellt und unter ohrenbetäubendem Donnern ein dick gepanzerter Helikopter über den lodernden Flammen auftaucht. Chris und Juan blicken, Böses ahnend, nach oben, als schon eine Rakete von dem Helikopter abgefeuert wird und Airfighter inmitten seines Sturzfluges auf den Panzer trifft und einfach zur Seite schmettert. Juan brüllt Raffael zu, doch da sich Chris näher an Raffael befindet, packt Chris Raffael mit der rechten Hand und schleudert ihn in hohem Bogen zurück ins Wasser, um sofort zusammen mit Juan hinterher zu springen, als auch schon eine zweite vom Helikopter abgefeuerte Rakete dort in den großen Platz einschlägt, wo sich die drei gerade noch befunden haben – Unmengen an Steinen, Teer und Fließenstücken fliegen wie Geschosse durch die Luft.

Als Juan, Chris und Raffael im Flusslauf zwischen brennenden Trümmern wieder auftauchen, sehen sie, wie hinter der lodernden Flammenwand auf der anderen Seite des Einschusskraters der maskierte Trupp mit dem offenbar Befreiten in den Panzer einsteigt und dieser davonrollt. Zeitgleich fegt vom Helikopter eine tödlich Kugelsalve aus den Automatikbordwaffen quer über den großen Parkplatz – alles verschwindet in den dunklen Rauchschwaden und den hell lodernden Flammen, und lediglich ein apokalyptisches Bild der vollkommenen Zerstörung bleibt zurück, das die Nacht auf bizarr imposante Weise lichterloh erhellt.

 

  • 10 –

  •  

Kurze Zeit später bietet sich der Anblick des zum Teil völlig zertrümmerten Main Prisons und des mit Einschlagkratern übersäten Parkplatzes davor: überall sind immer noch Feuerwehr, Rettungsdienste und die Police of Metro-City im Einsatz. An der Seite des Platzes steht Airfighter, der einige Läsuren aufweist, aber ansonsten intakt geblieben ist.

Raffael steht gerade bei Juan und Chris, als Bill und Captain Miller zu ihnen treten.

Raffael streckt Chris die Hand entgegen:

„Danke für die rechtzeitige Rettung vor der Rakete, Chris.“

Chris nimmt Raffaels freundschaftlichen Händedruck an: „Gern geschehen, Raffael.“

Captain Miller: „Einen solch desaströsen Angriff auf das Main Prison hat es seit der Befreiung des Mafiosi damals nicht mehr gegeben – die Police of B.C. befindet sich fortan in höchster Alarmbereitschaft!“

Bill, vor allem an Juan und Raffael gerichtet:

„Wie schätzt ihr das hier ein – geht dieser Anschlag auch auf die Rechnung dieser Commodores?“

Juan und Raffael wechseln einen kurzen Blick miteinander.

Juan: „Zuzutrauen ist es ihnen allemal.“

Raffael: „Und die Brutalität des Anschlages trägt ihre Handschrift.“

Da kommt Jake aus den Trümmern des vorderen Gebäudeteils hinzu: „Wir wissen jetzt, wer offenbar befreit worden ist – zumindest gibt es keine Spur von einem der Gefangenen.“

Alle blicken mit böser Vorahnung zu Jake.

Jake: „Trevor Cort.“

Captain Miller stockt sichtlich der Atem.

Raffael: „Wer ist Trevor Cort?“

Bill: „Dem Polizeibericht zufolge hat er vor einem halben Jahr eine Reihe kaltblütiger Hinrichtungen durchgeführt – etwas von einem Amoklauf stand in dem Bericht.“

Captain Miller, der erbleicht ist: „Wobei das psychologische Gutachten nicht von einem Amoklauf spricht, da Cort diesen Mehrfachmord wohl mit eiskalter Berechnung begangen hat!“

Raffael: „Und der Typ ist befreit worden?“

Jake nickt.

Juan: „Die haben wirklich ein Talent dafür, sich die Crème de la Crème herauszupicken.“

In diesem Augenblick kommt Jessica aus dem Airfighter-Cockpit dazu:

„Laut Airfighters Analysen handelt es sich bei der verwendeten Munition um Präzisionsgeschosse, wie sie auch vom Militär verwendet werden.“

Captain Miller: „Wie sind sie daran gekommen?“

Chris: „Sie müssen noch weitaus bessere Verbindungen besitzen, als wir befürchteten – oder dieser ominöse Big Boss im Hintergrund steht in einer sehr einflussreichen Position.“

Juan: „Außerdem haben die Commodores sehr viel Einfluss auf dem Schwarzmarkt.“

Jessica: „Ich habe mit dem Airfighter-Computer die Firmendateien Big Citys geprüft: demnach ist die Firma Pembleton Protections zur Zeit marktführend, was die Produktion und den Verkauf von Präzisionswaffen angeht.“

Jake: „Das stimmt, Mister Pembleton hat da den richtigen Riecher zur richtigen Zeit gehabt – er verdient zur Zeit ein Vermögen damit.“

Captain Miller: „Denken Sie, Pembleton könnte da mit drin stecken?“

Jessica hebt fragend die Schultern.

Chris, überlegend: „Das muss natürlich nicht zwangsläufig sein, aber möglicherweise wenden sich die Commodores früher oder später an ihn...“

Bill nickt bestätigend:

„Es kann also nicht schaden, Pembleton Protections mal einen Besuch abzustatten.“

 

  • 11 –

  •  

Das Erdgeschoss eines großen Hochhauses, auf einer Fensterscheibe steht der große Werbeslogan:

Pembleton Protections – say YES to your own protection!

Chris und Bill kommen in einem zivilen Dienstwagen der Police of Metro-City vorgefahren und betreten das Erdgeschoss. Durch einen schicken Innenhof mit kleinem Springbrunnen in der Mitte gelangen sie zur Kundenannahme, wo beide ihre Ausweise vorzeigen und um eine dringende Besprechung mit Mr. Pembleton bitten.

 

Ein paar Minuten später im obersten Stockwerk, wo das Flachdach zu einer schicken Terrasse ausgebaut worden ist, in deren Zentrum sich Mr. Pembletons luxuriöses Büro befindet, das zu den Seiten hin von großen Panoramafensterscheiben umschlossen ist;dahinter bietet sich der Anblick der über das Dach reichenden Terrasse mit einigem Grün sowie in einiger Entfernung der tief unten liegenden Silhouette Metro-Citys. Auf der großen Panoramascheibe steht ebenfalls der bekannte Werbeslogan. Bill und Chris haben Pembleton gegenüber an seinem überdimensional großen Schreibtisch Platz genommen. Hinter Pembleton steht eine gläserne Vitrine mit einigen zutiefst imponierenden Schnellfeuerwaffen

Pembleton: „Und Sie wollen mich also warnen, dass diese Commodores es auf unser Sortiment abgesehen haben könnten. Verstehe ich das soweit richtig?“

Bill: „Unterschätzen Sie bitte nicht die Gewaltbereitschaft der Commodores – sie haben bereits einen Anschlag auf dem Central Square verübt und jetzt erst das Main Prison zusammengeschossen.“

Pembleton: „Das klingt ganz danach, als hätten diese Commodores bereits ein sehr gutes Waffenarsenal zur Verfügung stehen. Oder sehe ich das falsch?“

Chris: „Keinesfalls, Mister Pembleton. Jedoch hat Aufrüstung immer Priorität, wenn man sich im Krieg befindet.“

Bei diesem Wort regte sich erstmals so etwas wie geringfügige Besorgnis in Pembletons arroganter Miene.

Pembleton: „Sie meinen, was Sie sagen, Commander?“

Chris: „Wir gehen zur Zeit davon aus, dass die Commodores einen Krieg gegen die politische Führung Metro-Citys angefangen haben. In der Tat, Mister Pembleton.“

Pembleton: „Nun, wir verfügen selbstverständlich über sehr gute Alarmsysteme, die mit dem Main Policedepartment gekoppelt sind.“

Bill: „Das Gleiche galt auch für das Main Prison.“

Pembleton schluckt. Für einen Moment herrscht absolutes Schweigen in dem großen Büro.

Chris: „Gehen Sie einfach kein Risiko ein! In Ordnung, Mister Pembleton?“

Bill nickt Pembleton eindringlich zu.

Pembleton lacht etwas künstlich: „In meiner Postion geht es nie so ganz ohne Risiko!“

Chris und Bill sehen Pembleton weiterhin fest in die Augen.

Pembleton: „Ja, in Ordnung – ich werde Ihren Rat berücksichtigen. Danke.“

Chris und Bill nicken mit besorgten Blicken.

 

  • 12 –

  •  

Eine unter Metro-City befindliche Wartungsstation, die ein wenig an eine Tiefgarage erinnert, deren eine Seite allerdings offen ist und in ein betoniertes Flussufer mündet: der Fluss ist hier um einiges tiefer gelegt als die Straßen der City, so dass die Wartungsstation von oben aus nicht zu sehen ist. Im spärlichen Licht der elektrischen Beleuchtung tritt der Asiate mit der Halsmanschette zu Trevor Cort und führt ihn zu einem Laptop, das auf einem Tisch steht. Im Hintergrund sind der Panzer und ein Hovercraft zu sehen.

Der Asiate und Cort kommunizieren mit jemandem über den Laptop:

„Mister Cort, ich hatte Ihre Abreise aus dem Main Prison arrangiert, weil wir Ihre professionelle Effizienz benötigen.“

Cort nickt mit zufriedener Miene.

„Sie kennen ja schon die näheren Umstände, mit denen wir es zur Zeit hier in B.C. zu tun haben. Nun ist es also an der Zeit, dass wir ein paar entscheidende Veränderungen in den internen Machtstrukturen vornehmen.“

Cort grinst auf diabolische Weise.

Der Asiate fragt: „Haben Sie bereits die Entscheidung getroffen, wo wir beginnen werden, Sir?“

„In der Tat, das habe ich: manchmal ist der überraschendste Zug gegen seinen Gegner derjenige, der eigentlich offensichtlich erschienen ist – wenn man zusätzlich für eine kleine Ablenkung sorgt!“

Der Asiate beginnt ebenfalls, breit zu grinsen.

 

Ein paar Minuten später öffnet der Asiate eine dicke Metalltür, durch die er einen dunklen Raum betritt, in dem es kein Fenster gibt; die Wände bestehen aus massivem Beton. In der Mitte des Raumes ist eine Gestalt zu erkennen, die leblos auf einem Stuhl gefesselt sitzt und den Kopf hängen lässt: auf dem Boden sind vereinzelte, längst getrocknete Blutflecken zu sehen.

Der Asiate tritt zu der Person und zischt ihr zu: „Du wirst nicht mehr lange allein hier unten sein, mein Junge – und dann geht´s für Euch alle endlich ins Finale!“

Als der auf dem Stuhl gefesselte Junge aufblickt, ist sein Gesicht nur als schemenhafter Schatten erkennbar.

 

  • 13 –

  •  

Auf dem bekannten Vorplatz des Rathauses von Metro-City herrscht ein reges Treiben von Bürgern, die das Rathaus verlassen oder hineingehen.

Im Innern befinden sich gerade fünf Mitglieder der Commodores, die sich unauffällig unter den Ein- und Ausgehenden bewegen und dabei als Abfall getarnte Sprengsätze in verschiedenen Mülleimern platzieren, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpft.

 

In der teilweise unterirdischen Wartungsstation am Flussufer antwortet der Asiate mit einem zufriedenen Grinsen dem Funkspruch, den er gerade erhalten hat:

„In Ordnung, dann werden wir mal dafür sorgen, dass die Bühne frei gemacht wird für unseren Show-Down!“

 

An einem der Kundenservice-Schalter im Rathaus übergibt einer der Commodores einen kleinen Brief an die hier arbeitende Angestellte:

„Lassen Sie das bitte dem Bürgermeister zukommen – unverzüglich!“

Der eiskalte und böse funkelnde Blick des Mannes hat seiner Aufforderung den gehörigen Nachdruck verliehen.

 

  • 14 –

  •  

Kurze Zeit später im Main Policedepartments of Metro-City:

Das Airfighter-Team steht zusammen mit Jake und Captain Miller in dessen Büro.

Miller: „Bürgermeister Kilpatrick hat von einem Unbekannten die Drohung erhalten, dass das Rathaus mit mehreren Sprengladungen versehen worden sei!“

 

Im Erdgeschoss des Rathauses werden unterdessen die Angestellten und Besucher vom hauseigenen Sicherheitspersonal evakuiert, ohne dass eine Panik aufkommt. Die Mitglieder der Commodores sind rechtzeitig wieder verschwunden, so dass der Mann, der den Drohbrief überreicht hatte, nicht mehr gefunden werden kann.

Gleichzeitig hat im unterirdischen Deck des Parkhauses neben dem Rathaus ein Hovercraft der Commodores angelegt, von dem jetzt fünf ihrer Mitglieder in schusssicheren Kampfanzügen mit undurchsichtigen Helmvisieren zielstrebig durch das Treppenhaus zum Platz vor dem Rathaus hinaufgehen. Da das Rathaus gerade vollständig evakuiert worden ist, nutzen die Fünf das Überraschungsmoment und stürmen seitlich aus dem Treppenhaus des Parkhauses auf den Platz und drängen das Sicherheitspersonal durch gezielte Warnschüsse in Deckung. Bevor jemand begreift, was geschieht, haben die Fünf bereits das Rathaus betreten und sich in dem nun völlig leeren Gebäude verschanzt.

 

Wiederum im Main Policedepartment liest Captain Miller weiterhin die Statusmeldungen von seinem Computerbildschirm vor:

„Der Überbringer der Drohbotschaft war leider verschwunden, bevor das Sicherheitspersonal reagieren konnte, jedoch ist das Rathaus nach seiner Evakuierung von fünf Schwerbewaffneten in schusssicheren Kampfanzügen eingenommen worden!“

Die Blicke der Anwesenden zeigen erschrockene und böse Vorahnung.

Miller: „Inzwischen haben unsre Einsatzkräfte vor dem Rathaus Stellung bezogen, doch sie werden natürlich nicht stürmen.“

Da erscheint eine aktuelle Meldung auf dem Bildschirm des Captains.

Miller liest sie erst und blickt dann mit einem offensichtlich unguten Gefühl wieder auf:

„Die Unbekannten haben unseren Officers die Forderung zukommen lassen, dass Sie beiden sich ihnen stellen sollen – zusammen mit dem hier stehenden Betrag an Bargeld.“

Hierbei hat Captain Miller Juan und Raffael angesehen.

Raffael: „Anscheinend geht es ihnen nach wie vor um die offene Rechnung mit unserer Gruppe.“

Juan mit nachdenklichem Gesicht: „Wenn man betrachtet, mit welcher Professionalität die Commodores vorgehen, müssen wir aber schon ein bedeutsames Hindernis in ihren Augen darstellen – sonst würden sie garantiert niemals einen solchen Wind um die Sache machen.“

Chris nickt nachdenklich: „Ich glaube, du hast Recht, Juan.“

Jessica: „Vielleicht ist Euer Einbezug in die Stadtpolitik von B. C. diesem ominösen Big Boss, der hinter den Commodores stehen soll, ein Dorn im Auge.“

Jake: „Auf jeden Fall haben sie uns mit ihrer Drohung in der Hand!“

Bill: „Sie lassen uns gar keine andere Wahl, als zu handeln.“

Captain Miller nickt langsam: „Ich habe ein sehr ungutes Gefühl bei der Sache.“

 

  • 15 –

  •  

Fortsetzung des Eröffnungskapitels:

 

[…] Nachdem der Schockstoß Raffael und das Airfighter-Team in der Tiefgarage außer Gefecht gesetzt hat, beugt sich der Asiate breit grinsend über die fünf Bewusstlosen:

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass wir uns jetzt wiedersehen!“

 

 

Durch das große Fenster mit dem Werbeslogan

Pembleton Protections – say YES to your own protection!

ist zu sehen, wie auf der anderen Straßenseite zwei unauffällig erscheinende Autos anhalten. Unter den ebenfalls nicht weiter auffallenden Personen, die ausgestiegen sind und gerade die Straße überqueren, befindet sich allerdings Trevor Cort!

 

Die bewusstlosen Chris, Jessica, Bill, Juan und Raffael werden unsanft vom Hovercraft herunter in die Wartungsstation gezogen, die den Commodores momentan als Hauptquartier dient. Sie werden vom betonierten Flussufer weg bis auf die andere Seite gezogen, wo die Umgebung in das spärliche Licht der flackernden Deckenbeleuchtung getaucht ist. Auf ihrem schmerzhaften Weg kommen die fünf allmählich wieder zu Bewusstsein. Chris versucht sich zu orientieren und prägt sich einzelne, für ihn zusammenhangslos erscheinende Punkte ein, die er im Flackern erkennen kann. Da öffnet der Asiate eine nicht unbekannte dicke Metalltür und stößt die fünf hinein: „Endlich wieder vereint – und er kann euch versichern, dass wir sehr zuvorkommend mit unseren Gästen umgehen!“

Mit einem Stöhnen prallen die fünf auf den dunklen Boden, kurz bevor der Asiate die Metalltür von außen wieder zuschlägt und verriegelt, so dass in dem Raum jetzt absolute Dunkelheit herrscht.

Nur wenige Sekunden später haben Bill und Chris die Displays ihrer Watchcomms aktiviert, so dass der Raum wenigstens ein klein wenig erleuchtet wird.

Chris: „Seid ihr noch alle ganz?“

Jessica: „Ich bin okay, Chris.“

Juan: „Na ja, ganz geht, glaub ich, anders.“

Raffael: „Ganz meiner Meinung, Juan.“

Bill richtet den Arm mit seinem Watchcomm in den dunklen Raum, so dass jetzt der schemenhaft zu erahnende Junge zu sehen ist, der auf dem Stuhl gefesselt sitzt.

Bills Augen öffnen sich vor Schreck ein ganzes Stück weiter, und auch Chris blickt sofort in diese Richtung, als ob er Bills Schrecken gefühlt hätte.

Im selben Moment ist die schwache, beinahe flüsternde Stimme des Jungen zu hören: „Juan?“

Das in der Dunkelheit kaum zu erkennende Gesicht Juans scheint von einer Sekunde zur nächsten in eine Schockstarre verfallen zu sein: Vor Juans geistigem Auge rauscht die Erinnerung an einen über eine Brücke rasenden Buggy vorbei, der vom dicht dahinter herbei stürzenden Airfighter von einer Rakete getroffen und in einer feuerspeienden Explosion von der Brücke gefegt wird.

Sofort wieder im Hier und Jetzt entfährt Juan nur noch eines: „Manuel!?!“

Der auf dem Stuhl gefesselte Junge hebt seinen Blick in das schwache Licht von Bills Watchcomm – und tatsächlich ist der sichtlich lädierte Manuel Gutierrez zu erkennen!

 

Story by Christian Scheffel –

 

Hallo zusammen!

Nach dem Abschluss meiner letzten "Airfighter"-Storyline habe ich seit einiger Zeit einen neuen Handlungsstrang begonnen, der die Ereignisse nach "Airfighter: Exekutionsauftrag" fortsetzt. Die ersten drei Geschichten handeln zunächst von Ereignissen, die unmittelbar die Mitglieder des Airfighter-Teams betreffen, und setzen unter anderem die Handlung um Manuel Gutierrez´ ehemalige Gang und die Commodores fort. Ab der vierten Geschichte führe ich die Handlung um die politischen Entwicklungen in den USA und insbesondere die Verwicklung des CIA und President Brunts weiter: es werden Spionageakte anderer Länder, insbesondere Deutschlands, gegen die USA erfolgen, und die Lüge, auf der Brunts Präsidentschaft basiert, droht an die Öffentlichkeit zu gelangen, was verheerende Folgen hätte...

Ich hoffe, Ihr habt immer noch Spaß an meinen Geschichten -- mir gehen die Ideen nicht aus!

Christian Scheffel
Christian Scheffel, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.03.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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