Dieter Fetzer

Staubiger Morgen

An einem wunderschönen Tag, die Sonne erstrahlte in voller Pracht, genossen die Menschen den Tag in vollen Zügen. Es wurde gebadet, gelacht, flaniert, Eis gegessen. Alle Menschen hatten gute Laune – bis auf eine Person.


Es war Ralf Müller, ein etwas zurückgezogen lebender Mann mittleren Alters, der offensichtlich mit seinem Beruf, den er auch als sein Hobby betrachtete, verheiratet war. Er war Geologe, zugleich Seismologe und verdiente seinen Lebenunterhalt als Erdbeben- und Vulkanforscher.
Aus diesem Grund wurde er oft in die entlegensten, aber zugleich gefährdetsten und gefährlichsten Gebiete auf der Erde geschickt. Dadurch lernte er sehr schnell viele Länder kennen und lieben.

Bis zum Mittag war er ebenfalls guter Laune. Seine letzten Messungen, die er gerade beendet hatte, waren alle im Normalbereich. Am Nachmittag jedoch gab es erhöhte, seismische Aktivitäten, die sich langsam steigerten.
Daraufhin gab er eine Warnmeldung für die umliegenden Gebiete heraus, doch nicht jeder nahm diese Warnung ernst.

Er lud einige Arbeitsutensilien sowie Proviant in seinen Jeep ein, um einer entlegenen Messstation einen Besuch abzustatten. Kaum war er dort angekommen, gab es einige kleinere Beben. 
Durch die hohe Sonneneinstrahlung in Afrika war der Boden aufgeheizt. Er beobachtete natürlich dessen Temperatur, die zum späten Nachmittag hin noch zunahm. Zuerst konnte er sich keinen Reim darauf machen, doch als es erste, kleine Erdrisse gab und heiße Gase entwichen, wurde er mehr als hellhörig. Ihm drängte sich nun die Frage auf, was wohl noch auf ihn zukommen würde.

Er verständigte umgehend die zuständigen Behörden über die aktuelle Lage. Eiligst machte er sich auf den Weg in Richtung Stadt, denn dort glaubte er sich in Sicherheit.
Kurz nach seiner Rückkehr in die Stadt bildeten sich hier ebenso erste Erdrisse. Aufgrunddessen brachte er sich mit seinem Jeep weit außerhalb der Stadt in Sicherheit, natürlich nicht ohne noch ein paar Seelen zu retten, indem er sie mitnahm.

Fünf Kilometer von der Stadt entfernt gab es einen fünfzehnhundert Meter hohen Berg, bei dem es in letzter Zeit einige seismische Aktivitäten gegeben hatte, was auch der Grund für seine Anreise gewesen war.
Zur gleichen Zeit, als die ersten Risse in der Stadt sich bildeten, wurde dieser Berg durch den Innendruck nun zum ausgewachsenen Vulkan. Er spie ganz plötzlich sehr viel Lava, aber noch mehr Staub aus, der bis in zwanzig Kilometern Entfernung durch riesige Staubwolken verbreitet wurde.
Am Gefährlichsten für die Stadt aber wurde das Erdbeben, das immer mehr Risse hervorbrachte.

Obwohl er seine Warnung sofort durchgegeben hatte, befanden sich zu dieser Zeit noch viele Menschen in der Stadt. 
Die Ereignisse überschlugen sich auf einmal. Ein Haus nach dem anderen fiel dem Beben beziehungsweise den Rissen zum Opfer. Gefährliche Gase stiegen aus der Erde. Die Rettungskräfte waren zwar sehr bemüht, es ließ sich aber nicht verhindern, dass ungefähr sechzig Prozent der Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Die Zahl der Menschenopfer, die man eine Woche nach dieser Katastrophe erst annähernd beziffern konnte, belief sich auf circa siebzehnhundert, was er bei einer Einwohnerzahl von fünfundzwanzigtausend angesichts dieser Katastrophe als gering erachtete. Sehr viele davon wurden durch Gase getötet, einige kamen in ihren Häusern um.

Am Morgen nach der Katastrophe war das ganze Stadtgebiet von einem dicken Aschefilm überzogen.

Was wäre nur passiert, wenn er nicht sofort Alarm geschlagen hätte? Diese und noch viele andere Fragen stellte er sich und die Antworten ermutigten ihn weiterzumachen.

TheFeather
 

 

Kommentare erwünscht - auch Kritik, wenn sie konstruktiv ist.Dieter Fetzer, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.04.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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