Elke Müller

Liebe, Kampf, SEHNSUCHT

Ein Geräusch. Irinas Herzschlag scheint für Sekunden auszusetzen. Mit schweren Schritten nähert sich ein Schatten. Rasch drückt sie sich in eine Spalte fest gegen den Felsen. Doch zu spät. Sie wird von einem kräftigen Arm umschlungen und eine Hand presst sich fest auf ihren Mund. Wild schlägt und tritt sie um sich. „ Still,“ flüstert eine bekannte dunkle Stimme. „ Sei leise. Man darf uns nicht entdecken. Wenn man uns erwischt dann hat das fatale Folgen. Wo möglich tötet man uns!“ „ Hm.“ Langsam löst er seine Hand von ihrem Mund. Erstaunt sieht sie ihn an. „Du? Aber... was hast du hier zu suchen?“ „ Nah was wohl?“, fragte er leise zurück. „ Ich wollte dich finden.“ Irina war voller Dankbarkeit, dass er da war. Mako zieht sie enger an sich. Wird sie diese grauenhaften Erlebnisse je mal vergessen können. Die Zeit heilt Wunden, sagt man, aber stimmt dies auch, kann man seinen Gedanken einfach so Einhalt gebieten? „ Ich muss dir etwas sagen, Irina. Lange wollte ich es schon tun, aber es ergab sich einfach keine Gelegenheit dazu. Sicher wirst du mich für verrückt halten, aber ich kann es nicht ändern, es ist die reine Wahrheit, denn es gibt Dinge, die weiß man, ohne dass man es erklären kann…Du weißt, ich liebe dich seit langem.“ Heftig schüttelt sie den Kopf. „ Du hast wohl vergessen, das....“ „ Ich weiß, darum fällt es mir ja so schwer, denn.....“ Schritte näherten sich der Höhle. Peitschende Gewehrschüsse pfeifen plötzlich über ihre Köpfe hinweg, gefolgt von triumphierende Stimmen.„ Verdammt!,“ stieß Mako hervor. „ Hier ist ein Labyrinth von Gängen welches nach vielen Seiten verläuft. Zum Teufel noch mal, wie haben die uns gefunden! “ Irgendwo in der Ferne vernahm man ein seltsames Geräusch. Es klang wie eine Explosion.

Ron wusste, welchen Weg er einschlagen musste. Jetzt war das eingetroffen was er die ganze Zeit befürchtet hatte. „ Hoffentlich komme ich nicht zu spät.“ Geschützt hinter einer Felsenecke musterte er den Mann, welcher mit einer Maschinenpistole auf Irina und Mako zielte und schoss. Er erkannte deutlich das Gesicht von Macina Scott. Aber bis jetzt, schien noch keiner getroffen worden zu sein. Doch da, Irina brach zusammen. Mako warf sich schützend über sie. Ron legte an. Seine Kalaschnikow spuckte ihre Patronen aus, so das sie nach allen Seiten spritzten. Die Schüsse dröhnten nur so in den Ohren. Die ersten vielen getroffen zu Boden. Nach kurzer Zeit trat Stille ein.„ He, seid ihr in Ordnung?“ Ein Antwort erhielt er nicht, dafür streckte sich ein Arm in die Höhe. „ Gut!“ Dann entfernte er sich leise. Aber jemand verfolgte ihn. Noch hielt er sich versteckt, doch Ron spürte es und wusste genau wer es war. „ Komm schon, nur keine Umstände. Ich warte schon lange darauf, dich Schwein, zu erledigen.“ Gespannt schaute er in die Dunkelheit, um irgendwelche Bewegungen zu sehen. Er wartete ab. Dann spürte er etwas. Langsam drehte er den Kopf und lächelte. „ Ich fürchtete schon, wir würden uns nur in den ewigen Jagdgründen wieder sehen.“ Für einen Moment herrschte Stille. „ Nun, wie du siehst, ist es nicht so,“ erwiderte Marino Scott. „ Überrascht?“ „ Nein!“ „ Findest du nicht, das es höchste Zeit ist, endlich mit allem Schluss zu machen?“ Ron lachte leise. Schüttelte den Kopf. „ Ich durchschaue dich. Du hast wohl vergessen, wie wir zueinander stehen. Nein, ich will nicht einmal daran denken. Es ist zu scheußlich gewesen.“ „ Gut. Dann sind die Fronten geklärt und ich gebe zu, jeden Tag und jede Nacht darauf gewartet zu haben, dich endlich in die Finger zu bekommen. Nun, wie sagt man so schön, Gott hat meine Bitte erhört. Wir werden ja sehen, wer als Sieger hervor gehen sollte.“ Ron sah einer Revolver auf sich gerichtet, dessen Mündung auf seine Brust zielte. Er warf Scott einen schrägen Blick zu. „ Keine Sorge, das wird sich schnell heraus finden lassen.“ „ Gehen wir ein Stück.“ „ Wie großzügig!“ „ Es passiert nichts.“ „ Weiß man es?“ Scott stieß ihn mit der Waffe an. „ Du hast einfach Glück. Dein Fehler ist leider, du bist immer all zu neugierig gewesen Ron.“ „ Nun, ich glaube, es ist eine Eigenschaft und ein Laster zugleich von mir und endet halt hin und wieder tödlich für so manch einen Halunken.“ „ Stimmt! Du gehörst mit zu den denjenigen, die gern ihre Nasen in alles stecken und hinter all den Dingen schauen, die keinem etwas angehen. Ich hatte nicht gedacht, dass man mir auf die Spur kommt.“ „ Tja, einmal erwischt es eben jeden. Die Zeit lief langsam gegen dich ab.“ „ Ich habe mir etwas geschaffen und aufgebaut, was ich mir von dir und niemanden einfach so zerstören lasse!“ Die Augen von Marino funkelten böse auf. „ Ach, du meinst wohl die geplanten und dann gemeinsamen durchgeführten Sachen mit deinem Freund Sven Trailer? So zum Beispiel Drogengeschäfte, Waffen- und Menschenhandel, Vergewaltigungen, Sklaverei von Kindern und ...“ „ Sei ruhig! Ich bin alles andere als harmlos.“ Ron spürte die Mündung der Waffe von Scott jetzt in seinen Nacken. Er spannte seine Muskeln an. „ Ich weiß.“ „ Ha, Sven wird große Augen machen, wenn ich dich ihm bringe. Er hat Macht, viel Macht!“ „ Du bist vollkommen wahnsinnig! Aber ich muss zugegeben, es kann nicht schaden, auch Trailer wird seine Strafe bekommen.“ „ Nun, Trailer ist nicht so weich wie ich, er ist hart und brutal.“ „ Schön, es wird also einen Kampf geben, dem ich nicht ausweichen werde. Immerhin bekomme ich die Gelegenheit, es dir und deines gleichen Stück für Stück heimzuzahlen.“ „ Du bist ein Narr wenn du glaubst Sven hat keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Er wird dich töten, so wie er alle deine Kumpane auch töten wird. Aber er wird es auf seine Art und Weise machen. Du kannst es bald selber erleben, bist dazu herzlich eingeladen.“

Mako schaute Irina an. „ Bist du schwer verletzt? Lass mal sehen.“ „ Bin okay. Ist sicher bloß ein Streifschuss gewesen.“ „ Hier. Dies ist ein Schmerzmittel. Verbandszeug habe ich auch dabei. Dr. Davis wird sich das trotzdem mal ansehen müssen.“ „ Was ist los? Machst Du dir Sorgen wegen mir und den Anderen?“ „ Na ja, ich muss ...“ „ Geh ruhig.“ „ Aber...“ „ Ich habe ja noch den Plan, da ist ein Ausgang mit aufgezeichnet. Es ist nicht mehr all zu weit. Ich werde es schon,... bis dahin alleine schaffen. Mach dir keine Sorgen“ „ Gut, ich mache mich auf den Weg... Verdammt noch mal, ich muss einfach Bescheid wissen... Du, du kannst mit Schusswaffen umgehen?“ „ Ja.“ „ Für alle Fälle lasse ich dir den Revolver und genug Munition sowie Handy da. Sollte ich etwas entdecken melde ich mich. Anschließend statte ich Sven einen Besuch ab. Wenn dabei nichts weiter heraus kommt, ist es auch nicht weiter schlimm.“ „ Du machst aber nichts Unüberlegtes?“ Mako grinste. „ Habe ich das je schon mal getan?“

Ron hielt jedenfalls weiterhin die Augen offen. Es war nur noch ein kurzes Stück bis man sich langsam einer Treppe näherte. Stimmen und Schreie sowie Gewehrschüsse konnte man jetzt deutlich hören. Ron duckte sich, als etwas auf ihn zuflog. Blut spritzte ihm ins Gesicht. Macina stieß hinter ihm einen wilden Fluch aus. Die Gestalt von Sven Trailer tauchte vor ihnen auf, mit beiden Händen hielt er ein Samuraischwert fest, was er von einer Wand gerissen hatte, um sich freie Bahn zu verschaffen. Seine Stimme übertönte dabei alles. Die leer geschossenen Waffen hatte er wohl als Wurfgeschosse genutzt, lagen nun, überall, auch neben toten Körpern, verstreut herum. Roy stand mit erhobenen Armen nicht weit weg von ihm, wich jetzt einige Schritte zurück. „ Verdammt noch mal!“ schrie Scott auf, der das Geschehen gespannt verfolgt hatte Jetzt richtete er seine Waffe auf Roys Kopf . Das war die Gelegenheit für Ron. Bevor Macina abdrücken konnte, griff er von der Seite her an. Seine Handkante jagte von unten nach oben. Traf den ausgestreckten Arm mit voller Wucht, der in die Höhe schnellte. Ein neuer Schlag erfolgte gegen seinen Körper. Scott verzog sein Gesicht. Wut und blanker Hass erfassten ihn. Er wollte sich auf Ron stürzen, doch er war schneller, holte aus und schlug ihm den Waffenlauf gezielt gegen dessen Kopf. Scott brach zusammen. Ron legte ihn dicht an der Felswand ab und richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf Roy und Sven. Die Kalaschnikow dabei im Anschlag. Dr. John Davis erschien. Er trug einen Flammenwerfer bei sich. Seine Stimme klang laut und deutlich. „ Du wirst niemanden mehr töten, es ist vorbei!“ Sven stand wie erstarrt nur da. „ Lass die Waffe fallen!“ Sven bewegte sich nicht. Doch dann ließ er das Schwert sinken, warf es anschließend weit von sich. Roy wollte ihn schon die Handschellen anlegen, doch John wehrte ab. „ Er ist ein unwürdiger Mensch, der mehr als genug Chancen gehabt hatte, etwas aus seinem Leben zu machen, aber er ist einen falschen Weg gegangen. Hat Menschen stets in Gefahr gebracht ohne Gewissensbisse. Er wird stets eine Gefahr sein, weil es kein Zurück mehr für ihn gibt. Deshalb....werde ich ihn töten.“ Sven sagte nichts. „ Nein!, sagte Roy. Er war Polizist und konnte das natürlich nicht zulassen. „ Es gibt Regeln Roy, Sven kennt diese Regeln.“ „ Es ist mir egal! Er ist ein Mörder, ein Giftmischer, eine Kreatur die über Leichen geht! Für so einen Halunken gibt es keine Gerechtigkeit, die Gefängnisse sind schon voll genug mit solchen Gesindel.“ „ Du weißt, er ist Anwalt, kennt sich mit den Gesetzen aus und wird auf sein Recht pochen.“ „ Lass es Roy, ich muss es tun für ….“ weiter kam er nicht. Macina Scott hatte sich erholt und möglicherweise auf diese Chance gewartet. Er sprang an den verdutzten Ron vorbei, ergriff das unweit am Boden liegende Schwert und wollte sich nun damit auf Ron stürzen. Im Moment waren alle geschockt. Doch Ron war nun in seinem Element. Lies das Gewehr fallen, ging einen Schritt nach vorn und dann zur Seite. Er fing Macina ab und plötzlich steckte die Klinge in dessen Körper wobei Ron den Griff fest hielt, dabei schaute er in die erstaunten Augen von Macina. Blut quoll hervor, lief über die Hände von Ron. Dann lies er los. Scott torkelte röchelnd zurück. Schwanke und erreichte noch mit den Rücken die Wand. Dann gaben seine Beine nach und er rutschte langsam zu Boden. Sein Blick auf Ron gerichtet erlosch. Alles war so schnell gegangen, das niemand hätte je eingreifen können. „ Es ist vorbei mit ihm!“ sagte Ron. Drehte sich um. „ Und was geschieht mit ihm da?“ „ Das übernehme ich, “ meldete sich Maco, der hinzu gekommen war. „ Es ist meine eigentliche Aufgabe.“ Sven blickte vor sich hin. Achtete auf niemanden. Dann flüsterte er etwas. Seine Augen funkelten dabei böse auf. „ Zum Teufel, wollt ihr aus mir einen Narren machen? Noch ist nichts verloren. Ich hatte genug Zeit gehabt, einen uralten Mechanismus in Gang zu setzen. Meine Rache wird kommen und euch alle vernichten!“ „ Verdammt, was meint er damit?“ fragte Ron, der in der Nähe stand. „ Seht euch die Wände an und ihr werdet es verstehen. Hier floss mal Wasser entlang, richtig?,“ meinte Mako. Sven wollte etwas sagen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Ein lautes gefährliches Rumoren lies sich hören. Dann explodierte die Decke. Schäumende Wassermassen stürzten hinein, darunter befanden sich auch große Reptilien. „ Krokodile? Weg hier!“ rief jemand. Während der Explosion waren alle zurück gewichen und warteten ab. Nur Sven kam nicht mehr weg. Er war eingeklemmt zwischen Holzbalken und Gesteinsbrocken. Es erwischte ihn voll. Mehrere Zeugen schauten zu, was nun mit ihm passierte. Es war verdammt schlimm. Unter Wasser wurde Sven, regelrecht in Stücke zerrissen. Mako hatte die Stirn in Falten gelegt. Ein Zeichen das er nachdachte. Ron legte seine Hand auf seine Schulter. „ Ich weiß jetzt, das meine Vorahnung richtig war. Es ist vorbei. Wir sind nicht mehr in Gefahr.“ „ Weiß ich ja. Aber was ist … was ist mit Irina. Ich muss sie sprechen, wegen Ryan. Sie muss es erfahren... .“ Sein Herz krampfte sich zusammen, bei den Gedanken, das Entsetzen in den schönen Augen, sehen zu müssen und Zeuge ihrer Qual zu werden. „ Ich gehe zu ihr,“ sagte Ryo. „ Weißt du wo sie sich aufhält?“ „ Nicht ganz. Aber ich habe ihre Adresse. Ich muss sowieso einiges mit ihr besprechen. Außerdem ist es nicht all zu weit weg von hier.“ „ Okay.“

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.04.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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