Wolfgang Küssner

Sanuk lä Sabei - Eine Thailand-Impression

Böse Zungen behaupten: Als die Arbeit erfunden wurde, hätten viele Thais gerade Urlaub gehabt. Sie liessen es sich gut gehen und sie lassen es sich gut gehen. Sie leben im Hier und Heute und was morgen ist, wird man morgen sehen. Warum heute schon daran denken? Leben, um zu arbeiten – welch grausame Vorstellung. „Sanuk lä Sabai“ – Spass haben und sich wohl- fühlen – das ist die Lebens-Devise. Der Leser hat jetzt ganz nebenbei etwas Thai gelernt. Ein Thai allerdings würde sagen, warum eine Fremd-Sprache lernen, bisher ging es doch auch ohne.

Und so belegt Thailand, wenn es um die Sprachqualifikation seiner Bürger geht, im internationalen Ranking immer wieder die hinteren Plätze. Da gibt es offensichtlich Versäumnisse in den Schulplänen vieler vergangener Jahre; doch die immer enger werdende globalisierte Welt, der Tourismus, die bevorstehende Gründung der ASEAN-Staatenunion ( ähnlich der EU ), verlangen schnelle Korrekturen. Etliche Hotels bieten ihren Mitarbeitern seit einiger Zeit Sprachkurse an.

Der Spass muss bei einem solchen Unterricht erhalten bleiben, damit die Hotel-Mitarbeiter die Motivation nicht verlieren. Einfach sollte es sein, denn die mitgebrachten Kenntnisse sind sehr differenziert. Praxisnah muss es sein, um das Erlernte möglichst schnell einsetzen zu können. Es ist allerdings kein Kinderspiel, die 26 Buchstaben des englischen Alphabets mit den 44 Mitlauten, den 28 Selbstlauten und den 4 Tonzeichen des Thai in Einklang zu bringen. Von der unterschiedlichen Typographie ganz zu schweigen. Das Thai ist eine bildhafte, doch sehr isolierte, eigenständige Sprache.

Das englische Alphabet, Vokale und Konsonanten zu unterscheiden, wann ist es ein „a“, wann ein „an“, wie wird der Artikel richtig gesprochen, Singular und Plural, die Zahlen, die Namen der Wochentage usw. usw. – das alles muss gelernt werden. Ergänzt durch erste Worte aus der täglichen Praxis: Wie heissen Fahrstuhl, Seeblick, Bettdecke, Abendessen, Frühstück, Zimmerservice, Vorhang, Kissen, Handtuch, Seife, Klimaanlage, Einkaufsmöglichkeit, Arzt etc. auf englisch?

Nach einzelnen Unterrichtseinheiten finden kurze Tests statt, um zu sehen, was vermittelt werden konnte, was hängen geblieben ist. In einem dieser Tests wurden die Mitarbeiter gebeten, 5 Dinge zu nennen, die sie in ihrem Schlafzimmer (dem Hotelzimmer in etlichen Punkten sicherlich etwas ähnlich) haben möchten. Und das Ergebnis?

Ein Kellner war witzig und erwähnte selbstbewusst neben Kopf-Kissen, Fernsehen und anderen Dingen, ein „girlfriend“. Eine Köchin listete u.a. eine Klimaanlage, eine Bettdecke und eine/n „alarm-cock“ auf. Hatte sie das zweite „L“ vergessen oder ? Auch an diesen beiden Beispielen wird die Lebens-Devise der Thais deutlich: „Sanuk lä Sabai“.
 
Juli 2015
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