Wolfgang Küssner

Teilnehmer - Eine Thailand-Impression

Die einfachen Polizeibeamten zählen nicht zu den Spitzenverdienern. In den oberen „Etagen“ sieht das natürlich deutlich besser aus. Schliesslich müssen finanzielle Anreize zur Steigerung der Arbeitsqualität und zur Motivation gegeben werden. Es macht den Eindruck, als sei es primäre Aufgabe der niederen Ränge Geld in die Kassen zu spülen. Gesetze sollten zwar für alle Bürger gleich sein, was Gültigkeit und Anwendung betrifft, doch wie wollen wir in Thailand Dinge erwarten, die nicht einmal in Deutschland greifen ( Stichwort: Steuern und deren Hinterziehung bzw. die vom Gesetzgeber gelassenen  Schlupflöcher ).

Gesetze werden auch in Thailand erlassen und Verstösse vom Initiator mit Strafe belegt. Doch da die Einheimischen nicht allzu viel Geld haben – und wenn doch, dann haben sie beste Verbindungen nach oben, was der einer Karriere nicht dienlich wäre – hat sich die Polizei auf die Touristen fokussiert. Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, Hoteliers und Taxi-Unternehmer, Restaurant- und Barbetreiber verdienen am Tourmismus, warum soll nicht auch die Polizei sich ihren Teil nehmen?

Ein ausländischer Gast ist gut beraten, die von einem Polizisten erstgenannte Strafzahlung zu akzeptieren. Ob berechtigt, angemessen oder gar ungerecht, kann mit dem Beamten sowieso nicht diskutiert werden. Allein schon die Sprach-Barrieren. Wer allerdings meint, sich aufregen, diskutieren zu müssen, gar eine Quittung verlangen zu wollen, zieht auf jeden Fall den Kürzeren.

Ein Urlauber aus Skandinavien hatte gelesen, in Thailand müsse man die Preise aushandeln und meinte, dieses auch bei der Polizei anwenden zu können, als er ohne Führerschein auf dem Motarrad erwischt wurde. Ein Wort ergab das andere, der Polizeibeamte spielte mit und unterbreitete nach einigem hin und her den Vorschlag, mit einem gemeinsamen Abendessen auf Kosten des Gastes die Angelegenheit zu erledigen.

Der Skandinavier fühlte sich in seiner Handlungsweise bestätigt und willigte ein. Gesagt – getan. Der Urlauber war am Abend zuerst im vereinbarten Restaurant und hatte seine Frau mitgebracht. Der Polizist kam wenig später, hatte ebenfalls seine Frau und 9 Kollegen mit weiblicher Begleitung dabei.
 
Juli 2015
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