Wolfgang Küssner

Hauptgewinn - Eine Thailand-Impression

„Es kann wieder gesetzt werden. Die Felder Bonn, München, Hamburg, Köln sind noch frei. Neues Spiel – neues Glück“, verspricht die kräftige Frau hinten den leuchtenden Glasscheiben mit den Städtenamen sitzend, den Kirmesbesuchern. An anderer Stelle locken Karussells zum Vergnügen, oder garantieren Losverkäufer „Jedes 2. Los gewinnt!“ Bei Erfolg wären riesengrosse Teddybären zu bekommen. Ein besonders cleverer Besucher überlegt, das 2. Los als erstes zu kaufen. Naja.

Auf den thailändischen Jahrmärkten stehen ähnliche Vergnügungen im Angebot. Ausgestopfte Teddys kann hier z. B. gewinnen, wer eine vorgegebene Anzahl von Luftballons mittels Wurfpfeil zum Platzen bringt. Da die Plüschtiere schon mal die Grösse eines erwachsenen Kindes und das Volumen eines Elefantenbabys erreichen können, ist der Bummel nach dem Hauptgewinn nicht mehr ganz so einfach wie beim Start ins Vergnügen.

Und da nicht jeden Tag Kirmes ist, sieht man häufig ältere Thais einen mit Plüschtieren und Teddys überladenen Wagen durch die Vergnügungsmeilen der Touristen schieben. Wie zu einem Gruppenfoto aufgereiht, laden wie leuchtendbunten Figuren zum Schmunzeln, Kaufen und Kuscheln ein. An einer Bar kauft ein Freier seiner Auserwählten solch ein Schmusetierchen.

Um die nächste Ecke kann ein älterer Herr den leuchtenden und bittenden Augen seines temporären Traumprinzen nicht widerstehen. Der grösste Teddy muss es sein und - wird es auch. Nur das Handeln hatte der Mann bei all der Aufregung vergessen und bezahlte den sehr stolzen Preis von  5.000 Baht für diese Figur aus Stroh, Schaumstoff und Plüschüberzug. Der beschenkte Boy strahlte. Weit grösser war die Freude beim Verkäufer, er hatte den Teddy zum Preis einer lebende Kuh an den Kunden gebracht. Das war mehr als ein Hauptgewinn.
 
Juli 2015
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