Klaus Buschendorf

Flüchtlinge und wir - meine große Sorge



Flüchtlingen muss geholfen werden, das verlangt die menschliche Solidarität. Schnell muss
das gehen. Aber – wie weiter? Sie müssen eingegliedert werden. Was braucht man dazu?
Ordnung im Lande und klare Prinzipien? Haben wir die?

Ehe ich diese Frage beantworte, ist ein Blick in die Geschichte hilfreich. Auf die Flüchtlinge
nach dem II. Weltkrieg haben schon viele geschaut und verglichen. Doch das bringt uns heute
nicht viel – es waren Deutsche, die in ein kleiner gewordenes Deutschland kamen. Wirklich
Fremde kamen in 18. Jahrhundert nach Brandenburg-Preußen – vor allem französische
Hugenotten. Ein halbes Jahrhundert später waren sie gute Preußen geworden, kämpften in den
Befreiungskriegen ganz selbstverständlich gegen napoleonische Truppen. Es war „ihr“ Land
geworden, welches sie verteidigten, von „französischer“ Fremdherrschaft befreiten.
Eine gelungene Integration. Was fanden sie vor? Die preußische Ordnung ist legendär,
Sonderbehandlungen gab es für niemand, weder für Deutsche, noch für „Zugereiste“, das
Gesetz galt für alle gleich. Selig werden konnte man „nach seiner Fasson“, der Staat sorgte für
das weltliche Wohl, ließ sich nicht dreinreden von Kirchen oder Junkern. Es war „ein“
Fürstentum, dieses Brandenburg-Preußen.

Heute haben wir deren sechzehn, nennen sie Länder – und schon dort beginnt das, was ich als
heutigen Wirrwarr bezeichnen muss. Dann haben wir Richter, welche bei der Beurteilung von
Straftaten nach deutschem Recht auf fremde „Ehrbegriffe“ bei der Urteilsfindung Rücksicht
nehmen, Menschen und Parteien, die den Begriff „Multikulti“ zuerst als „Bereicherung“
definieren. Haben diese Leute überlegt, woher die heute bei uns ankommenden Flüchtlinge
kommen? Sie sollen 70% muslimischen Glaubens sein – und echt gläubig, nicht wie unsere
mehr dem Papier nach Gläubige (zumindest aus dem Verständnis der Ankommenden).
Damals kamen keine Türken nach Brandenburg-Preußen, obwohl Friedrich der Große ihnen
auch Moscheen hingestellt hätte. Hugenotten waren reformierte Christen, dennoch verlief ihr
Integrationsprozess anfangs auch nicht ganz reibungslos. Doch dank der resoluten
Anwendung der Gesetze war er schließlich erfolgreich.

Was muss Deutschland nach erfolgter Aufnahme der Flüchtlinge von diesen erwarten? Sie
sollten verstehen, dass sie zunächst bei uns Gäste sind – und der Gastgeber gibt den Rahmen
vor. In Deutschland herrscht Schulpflicht, dazu gehört der Schwimmunterricht in
Badebekleidung. Und sollten Eltern das für ihre Töchter als nicht zumutbar empfinden und
ihnen das verbieten, sind die Eltern wegen Verstoß gegen deutsche Gesetze zur Rechenschaft
zu ziehen! Dieses eine Beispiel soll genügen zu zeigen, dass auch die Flüchtlinge eine
Bringepflicht haben – sich integrieren zu wollen! Sie kommen schließlich in ein Land, dass
sie gewählt haben, weil es ihnen hier besser geht, als dort, wo sie herkommen. Es geht uns
besser, weil wir so leben, wie wir leben. Also hat unsere Kultur etwas an sich, von dem sie
lernen können. Wie wir auch von ihnen, ohne Frage. Das hat das deutsche Volk aber schon
immer gekonnt. Denn das deutsche Volk ist seit Jahrtausenden ein Mischvolk, durch sein
Territorium zogen Millionen verschiedener Menschen, Stämme, Völkerschaften. Und in der
Zeit der Reformation, dem Dreißigjährigen Krieg und der Aufklärung lernte es aus bitteren
Erfahrungen, Toleranz zu üben gegen jedermann – doch nicht, ohne Prinzipien zu sein.
Ich muss leider zweifeln am politischen Willen, Prinzipien wahren zu wollen – bei vielen
Politikern, Parteien und auch einzelnen Menschen. Jedermanns Freund zu sein, das ist
unmöglich – jeder weiß das aus persönlicher Erfahrung im Umgang mit Anderen. Auch wir
werden uns gegen „kulturelle“ Mitbringsel von außen wehren müssen – „Familienehre“ zum
Beispiel. Schließlich hatten wir auch unserer Geschichte Blutrache, das Recht auf Fehde,
Ehrbegriffe, welche im Duell ausgetragen wurden – das soll nicht wiederkehren, darin sind
wir uns doch einig? Wir verhindern solche Wiederkehr nur, wenn von Anfang an die Gesetze
unseres Landes ausnahmslos gegen alle und jeden gleich angewandt werden – und sie
vereinfacht werden, damit das leichter wird. Und so ist es unsere Aufgabe, uns selber so zu
disziplinieren, damit dies gelingt, diesen Ansturm von Flüchtlingen dauerhaft zu bewältigen –
damit er zur Bereicherung werden kann – wie die Hugenotten von Berlin. Übrigens haben sie
einen großen Beitrag zur deutschen Sprache geleistet – mit dem Berliner Dialekt und ihren
Schriftstellern, Theodor Fontane zum Beispiel.

Es wäre noch zu klären, warum die Flüchtlinge heute zu uns kommen. Und da sollte jedem
Menschen auffallen: Den Krieg und das Elend, vor denen die Flüchtlinge fliehen, brachten
amerikanische Bomben in ihre vorher friedlichen Länder. Sollten unsere Politiker das nicht
bemerkt haben, keine Schlussfolgerungen ziehen können, was da zu tun wäre?

Liebe Leser, die sie ein Internet haben: Klicken Sie sich durch Preußens Geschichte,
vergleichen Sie! Wer die Geschichte kennt, versteht die Gegenwart – so oder ähnlich
sprachen schon viele große Geister.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.10.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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