Alexander Kjivotic

Der Spiegel

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte aufschreiben soll, aber es ist wohl das Beste. Ich muss das Erlebte zu Papier bringen, weil … Ich weiß echt nicht weiter. Aber am besten fang ich mal ganz am Anfang an.

Es war kalt draußen. Ich mein nicht normal „kalt“, es war richtig eine Eiseskälte. Ich kam gerade vom Training nach Hause. Schon auf den Weg nach Hause wurde ich des öfteren nervös, aber ich habe keine Ahnung wieso. Im Nachhinein betrachtet war das so etwas wie eine dunkle Vorahnung. Egal, als ich in meine Wohnung eintrat, war das erste was mir auffiel, diese Eiseskälte, die mich durchfuhr wie eisige Nadeln. Diese Kälte war jedoch nur einen Bruchteil einer Sekunde zu spüren. Ich dachte mir, ich hätte das nur eingebildet. Wie auch immer, ich ging ins Bad um meine Hände und das Gesicht zu waschen. Während das Wasser schon langsam warm wurde, betrachtete ich mich im Spiegel. Ein zerzaustes müdes Gesicht blickte mir entgegen. Endlich war das Wasser warm. Ich wusch mich und als ich wieder in den Spiegel sah, sah ich dort etwas. Ich sah es nur ganz kurz, doch das hat mir gereicht, damit mir das Blut in den Adern gefror. Ich kann nicht beschreiben, was ich gesehen habe. Es war nur kurz da. Ich glaubte die schattigen Umrisse einer Gestalt gesehen zu haben, die hinter mir vorbeigehuscht ist. Ich fuhr herum, doch da war niemand. Mein Herz pochte wie wild. Ich atmete ganz langsam aus. „Das hast du dir alles nur eingebildet“, versuchte ich mir einzureden. Ich drehte mich wieder um und blickte in den Spiegel. Was ich dort sah, hat mich so sehr erschrocken, dass ich in Ohnmacht fiel. Jetzt war ich nicht mehr im Spiegel zu sehen. Ich sah ein Gesicht. Ein Gesicht mit einem abscheulichen Grinsen und schwarzen Augen, bei denen ich das Gefühl hatte, direkt in die Hölle zu sehen. Ich konnte nicht mehr schreien. Ich wurde einfach ohnmächtig.

Mit brummenden Schädel wachte ich zwei Tage später im Spital wieder auf. Eine Nachbarin hat mich gefunden und sofort in das Spital gebracht.

Das war vor 4 Tagen. Seitdem habe ich nicht mehr geschlafen. Ich könnte es nicht. Jedes Mal wenn ich die Augen schließe, sehe ich dieses Gesicht vor mir, wie es mich angrinst. Ich kann so nicht mehr weiterleben. Ich weiß wo der Medikamentenschrank ist. Und ich weiß, das die Schwester immer vergisst ihn zuzusperren. Ich werde in der Nacht aufstehen, und mir eine Überdosis Morphium geben. Deshalb habe ich diese Geschichte aufgeschrieben. Die Nachwelt soll wissen was mit mir geschehen ist. Ich kann nur hoffen, dass kein Mensch jemals dasselbe erleben wird.

 

P.S: Beten Sie jeden Tag zu Gott, dass dieses Monster, was mich heimgesucht hat, Sie verschonen soll. Tun Sie es wirklich.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.12.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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