Wladimir P. ist eine menschliche Gestalt, vielleicht mit einem seltsamen sonderlichen Einschlag. Man könnte ihn auch als einen Diktator bezeichnen, doch ist er bereits Präsident eines so großen Landes wie Russland, und dass bereits in der dritten Amtszeit. Seine feinen Gesichtszüge lassen jedoch keine Milde vermuten, sondern eher Härte und ein kaltes Herz, gepaart mit einer nicht gekannten Disziplin und Stringenz, die einem Angst und Bange werden lassen kann. Der beim russischen Geheimdienst KGB einst seine so steile Karriere startete und sich bis zum russischen Präsidenten hochdiente und damit als zweitmächtigster Mann der Welt gilt, direkt hinter dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Mit seinen einmetersiebzig ist P. ein eher „kleiner Mann“, aber auf die Körpergröße alleine, kommt es bei einem Politiker jedoch nicht unbedingt an. So steht in Goethes „Faust“ in einer Passage des Buches geschrieben: „Klein von Gestalt, groß von Gewalt“. Ob auch Präsident P. ein solches Gewaltpotential in sich trägt, wie Goethe es im „Faust“ dargelegt hat, läßt sich nur schwerlich konstatieren, aber ein Mann der Kriege anzettelt (wenn auch keine Großen), dem kann wohl nachgesagt werden, auf ein solch gefährliches Potential zurückgreifen zu können, d.h. aber auch, dass er damit umgehen kann und als berechenbare Größe einzustufen ist. Gegenteiliges über ihn wird nicht kolportiert, so dass man ihn nicht in die Ecke eines brutalen Diktators stellen kann, dessen moralisch-militärische Attitüde er nicht entspricht und sie sicher weit von sich weisen wird. Aber Wladimir P. pflegt auch gerne sein Image als Macho, Judoka und Angler und ist auch nicht abgeneigt mit seinen Generälen, hin - und wieder einmal, ein Glas Wodka zu trinken, um der Öffentlichkeit vermutlich demonstrieren zu wollen, wie die russische Seele denn in Wirklichkeit so ticken mag.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.01.2016.
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