Wilhelm Westerkamp

Die Phlegmatiker

Phlegmatiker sollen ja schlecht in die Gänge kommen, besonders am Morgen. Das kann ich nur bestätigen, denn an manchen Tagen stehe ich garnicht erst auf, denn ich halte mich auch für so einen Phlegmatiker und bekenne mich auch dazu. Phlegmatiker treten ja oft auf der Stelle, so als würden sie voll auf die Bremse treten und dann nicht mehr weiter wissen. Denn sie wünschen sich aber sehnlichst morgens gut aus dem Bett aufzustehen zu können wie es ein impulsiver Mensch vielleicht kann. Aber sich mit anderen Menschen zu vergleichen, ist eine schwierige Angelegenheit.  Das Leben ist halt ungerecht: Der eine kommt eben ohne große Probleme aus dem Bett und so ein Phlegmatiker, der muss sich diesbezüglich schon abmühen (wenn er es überhaupt schafft sich aus dem Bett bewegen zu können). Ein Phlegma ist eine Persönlichkeitsstörung,die man zwar psychotherapeutisch behandeln kann, jene Charaktereigenschaft aber nicht „wegtherapieren“ kann, sondern der Patient damit umgehen lernen muss. Auch dies muss der Phlegmatiker lernen, sich mit seinem eigentümlichen Charakterzug anzufreunden. Es ist vorallem diese Müdigkeit und diese Schläfrigkeit, die den Phlegmatiker quält, so als wäre er am Tage leicht narkotisiert. Mit Ironie könnte ich hierzu anmerken, ist so ein Phlegmatiker mehr dem Schlaf als dem Wachsein zugetan, mit dem gravierenden Nachteil, den halben Tag zu verschlafen, was folgerichtig schlechte Laune produziert, die auch andere Menschen im negativem Sinne anstecken könnte, die keine phlegmatischen Charaktereigenschaften aufzuweisen haben. Somit erweist sich der Phlegmatiker einen schlechten Dienst seinem Phlegma zu frönen, statt einmal etwas anderes zu versuchen. So bleibt der Fuß auf der Bremse stehen und es scheint sich nichts mehr zu bewegen. Und der Phlegmatiker bleibt sich also treu und droht jedoch wieder einzuschlafen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.02.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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