Heiko Wehking

Bernhard der Luftballon Teil 1

Auf dem Marktplatz war wie immer um diese Jahreszeit ein großer Jahrmarkt aufgebaut. Dort gab es jede Menge Karussells und viele laute Musik.
Und auch der alte Mann, der hier jedes Jahr seine bunten Luftballons verkaufte, hatte wieder eine kleine Ecke für sich gefunden. Der alte Mann mochte seine Luftballons und hatte ihnen sogar Namen gegeben. Eben gerade so, wie man es mit Freunden macht. Es waren schöne Luftballons. Sie glänzten in der Sonne um die Wette. Aber ein Luftballon war schöner als alle anderen. Er schimmerte wie ein Regenbogen. Diesen Ballon hatte der Mann “Bernhard“ getauft.
Alle Luftballons waren mit einer Schnur am Handgelenk des alten Mannes befestigt. Und immer, wenn der Wind stark blies, zogen die Luftballons an der Schnur und wollten unbedingt nach oben in den Himmel fliegen.
“Hallo“, rief der alte Mann. “Luftballons, schöne Luftballons“. Und die Luftballons tanzten im Wind um die Wette. Sie alle wollten zeigen, wie schön sie sind. Alle bis auf Bernhard. Denn Bernhard wollte nicht länger an seiner Schnur festgehalten werden. Bernhard wollte die weite Welt kennen lernen. Und so zog und zog er an der Schnur und auf einmal ..... patsch..... war die Schnur gerissen. “Juhu“ rief Bernhard, “nun kann ich fliegen wie die Vögel“. Das hörte der Wind. Er kam angebraust und fragte Bernhard, wo er denn gerne hinmöchte. “Nach oben“, rief der Luftballon. “Ganz weit nach oben“.
“Wenn es weiter nichts ist“, prustete der Wind. Er blies seine Backen auf und pustete Bernhard bis hoch in die Wolken. “Juhu“, rief Bernhard immer wieder.
Von dort oben konnte er die ganze Stadt überblicken und die Menschen sahen auf einmal aus wie kleine Ameisen. Das ist wie ein Traum, dachte Bernhard und schaute sich immer wieder um. Die Wolken sahen von hier oben ganz anders aus und der Wind trug ihn immer weiter. “Halt“ rief Bernhard dem Wind zu. “Was ist denn das dort unten?. So etwas habe ich noch nie gesehen“. “Das“, murmelte der Wind, “das nennen die Menschen einen Bauerhof“. Der kleine Luftballon war ganz erstaunt. Was waren das dort für komische Tiere?. Er kannte bisher nur die Tiere, die es auch in der Stadt gab. Aber diese Tiere waren viel größer. “Bitte lass mich runter, ich möchte mir das einmal gerne aus der Nähe anschauen“, bat der Ballon den Wind. “Gerne“, sagte der Wind. “Aber hüte dich vor den Katzen dort unten. Sie wollen mit dir spielen und haben scharfe Krallen. Und eh du dich versiehst, hast du ein Loch und dann kann ich dir nicht mehr weiterhelfen“. Der Wind hörte auf zu pusten und Bernhard sank langsam immer tiefer.
Immer näher kam das große Haus, das von noch größeren Bäumen umringt war. Wie lange Finger streckten sie ihre Zweige in alle Richtungen.
Es schönes Plätzchen zum Ausruhen sagte Bernhard und hielt sich mit seiner Schnur an einem Ast fest. Das war auch noch gerade rechtzeitig. Denn als der kleine Ballon zum Himmel schaute, bemerkte er, das auch die Sonne müde geworden war und untergehen wollte. “Glück gehabt“ murmelte Bernhard und hielt sich richtig fest. Hier hatte er ein Plätzchen zum Schlafen gefunden. “Gute Nacht Wind“, flüsterte Bernhard noch. Doch, das der Wind sagte: “Gute Nacht, kleiner Flieger“, das hörte Bernhard schon garnicht mehr. Er hatte schon längst seine Augen zu und träumte davon, was er wohl am nächsten Tag erleben würde.

eigentlich gibt es für diese Geschichte keinen Hintergrund. Ursprünglich sollte der titel einmal sein: "In einem Jahr um die Welt" Also habe ich noch einiges vor mirHeiko Wehking, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.06.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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