Daniel Rommel

Antz

Einleitung

Mittlerweile zeigte das Termomether im Halbschatten des Schneesturms vor dem Apartmentfenster 2a bereits -90 Grad.
Das NATO Gebäude lag Mitten in der Wüste Nevadas etwa eine halbe Stunde entfernt von dem Örtchen das früher wohl einmal Las Vegas gewesen war.
Die 4 Mann Besatzung hatte im wesentlichen den Auftrag, die Wüste Tag und Nacht zu kontrollieren, oder zumindest einen großen Teil davon.
Station Beta 23 war eine Folge und Vorsichtsmassnahme der Regierung die es vor 78 Jahren nur mit großer Mühe geschafft hatte eine völlig überraschende Inversion der antz zu verhindern, die mitten in der Nacht des 4. Novembers in unmittelbarer Nähe der späteren Stadion gelandet waren.
Einziger Zeuge und 'Begrüsser' der ersten nichtmenschlichen Wesen auf der Erde, war George Miller. Er war ein arbeitsloser Alkoholiker aus dem mittleren Westen der USA, der regelmäßig jedes Wochenende nach Las Vegas fuhr und dort im Gold-Rush-Place Casino seine Rente verspielte und sich an der Bar vollaufen lies. An besagtem Abend im November, es war gerade halb eins, beschloss George mangels Geld und der nötigen Klarheit (er hatte bereits 130 $ und zwei Flaschen Whiskey vernichtet) den Heimweg anzutreten.
Er wohnte eine gute Stunde entfernt in Peakfield einem kleinen Nest in der Nähe der Route 23.
Er verabschiedete sich lallend und lautstark von den übrigen Casino Besuchern, die alle erschrocken aufblickten als er grölend und taumelnd 'Oh,when the Saints...' anstimmte und eine wohlhabende ältere Dame zum mitsingen aufforderte und ging in den Hinterhof, auf dem er seinen alten verrosteten Chevy quer auf der Einfahrt geparkt hatte. Er mochte früher einmal rot gewesen sein, aber daran konnte George sich nicht mehr erinnern und die vielen Beulen Rostflecken und Kratzer ließen eine genaue Bestimmung der Farbe auch nicht mehr zu. Er rülpste lies den Wagen an und fuhr in Schlangenlinien in Richtung Norden davon.
Nach etwa einer halben Stunde - er war durch die frische Luft gerade soweit wieder nüchtern geworden, dass er den Mittelstreifen des Highway erkennen konnte- überkam ihn ein derartig starker Brechreiz, das er augenblicklich, ohne auf möglichen Gegenverkehr zu achten(den er in seinem Zustand sowieso ignoriert hätte) dem Lenkrad des Chevy einen links Schubs gab und das Gaspedal bis zum Boden durchdrückte.
Der Wagen ächzte, wirbelte eine riesen Fontaine Sand auf, der sich über die Strasse gelegt hatte, und schoss mit über 70 mph quer über die Fahrbahn mähte ein am Straßenrand stehendes Ausfahrtsschild um raste auf eine Sanddüne zu und schoss in mörderischer Geschwindigkeit in etwa 3 Meter Höhe durch die Luft um Sekunden später krachend 20 Meter abseits der Strasse in einer riesigen Staub- und Sandwolke zu landen.
Kaum war der Wagen ins Stehen gekommen stürzte George heraus und übergab sich lautstark über der Kühlerhaube.
Als er fertig war fühlte er sich doppelt so elend wir vorher er hatte sich bei seinem unfreiwilligen Stunt den Kopf gestoßen und die Hand verstaucht.
Er rappelte sich auf und sah sich um.
Er befand sich etwa 20 Meter abseits der Strasse. Es war bis auf das fahle Mondlicht stockdunkel, und kalt.
Es war totenstill, der Motor des Chevy war beim abruppten Aufprall ausgegangen, und tickte nur noch leise.
Georg seufzte rieb sich den Kopf und stieg wieder ein.
Obwohl der vordere Teil des Wagens zur Hälft mit Sand bedeckt war und sowohl Kühlergrill wie auch Stosstang sich schon vor etwa 10 Metern verabschiedet hatten, war es immerhin einen Versuch wert ,den Wagen anzulassen.
Immer noch besser als zu Fuß eine Stunde zurückzulatschen oder hier zu übernachten, dachte er.
Er steckte den Schlüssel ins Zündschloss, und drehte ihn um.
Nichts. Totenstille. Noch nicht einmal das leise Klicken der Zündung war zu hören.
George wurde mit einem mal wieder schlecht, doch diesmal zwang er sich sich zu konzentrieren.
Noch mal.
Er drehte.
Nichts.
Seufzend stieg er aus und schlug wütend die Tür hinter sich zu.
Was tun?
Er sah auf seine Uhr die im Mondschein leicht schimmerte.
Halb Zwei.
Na toll, er würde ein tolles Bild abgeben wenn er nach etwa einer Stunde Marsch, vollgekotzt, nach Alkohol stinkend, und auch nicht ganz nüchtern in verdreckter Kleidung in der Lobby des Casinos wieder auftauchen würde, wo sich momentan sowieso nur stinkreiche Neumillionäre tummelten.
Sein Entschluss stand fest.
Er würde wohl oder übel in der Wüste übernachten müssen und morgen Früh einen Wagen anhalten , der ihn zu einer Telefonzelle mitnehmen würde. Auf einen Nachtspaziergang hatte er ohnehin keine Lust.
Er ging zurück zum Wagen und öffnete die Tür, nicht nur draußen stank es nach seinem Abendessen, sondern auch im inneren des Wagens.
'Was soll's, sons' bisse ja auch nich so wälerisch'
sage er sich und setzte sich wieder in den Fahrersitz, wo er fast augenblicklich einschlief.

Mitten in der Nacht wurde er plötzlich ruckartig wach und setzte sich auf.
Wodurch er sich erneut den Kopf am Wagendach stieß.
'So ein Scheiss!..' stöhnte er und brauchte ein paar Sekunden um wieder klar im Kopf zu werden.
Warum wahr er wach geworden?
Es herrschte immer noch Totenstille.
Dunkelheit umgab den Wagen.
Mittlerweile waren wohl Wolken aufgezogen, die den Mond verdeckten.
Er rieb sich seinen Kopf und wartete.
Nichts.
Totenstille.
Nur sein eigener rasselnder Atem war zu hören.
Er lauschte.
Nichts.
Doch da...
'klick'
Georg richtete sich augenblicklich kerzengerade im Fahrersitz auf und stieß sich abermals den Kopf.
Doch er ignorierte es diesmal.
Er war wie erstarrt und lauschte.
Er war mitten in der Wüste Nevadas .
Nachts.
Was konnte das gewesen sein??
Was hatte ihn aus seinem Tiefschlaf gerissen?
Stille.
Nur das ticken der Uhr im Armaturenbrett wahr zu hören.
Normalerweise nur mit großer Anstrengung zu hören.
Aber plötzlich unendlich laut.
'KLICK'
Da war es wieder!!! , Georg hätte fast vor Angst losgeschrieen.
Sein Puls raste.
Er atmete abgehackt.
Plötzlich spürte Georg etwas, was er schon lange nicht mehr gespürt hatte.
Nackte Angst.
'Klick' 'Klick'
Das Geräusch kam eindeutig vom Boden des Wagens, irgendjemand oder irgendETWAS kratzte am Unterboden des Wagens und zwar direkt auf Höhe des Beifahrersitzes.
'klick'
Georges Angst verwandelte sich nun in Panik, hektisch griff er auf die Rückbank und tastete.
'klick'
'klick'
Endlich fand seine Hand, das wonach er gesucht hatte. Eine große schwarze Taschenlampe, die er vor einem halben Jahr in einem Baumarkt gekauft hatte.
Sein Herz raste
'klick'
Er schaltete die Lampe ein.
Nichts.
'So ein Scheiß!!! heute klappt auch wirklich gar nichts'
für einen Moment vergas er seine Angst und schleuderte die Taschenlampe wütend auf die Rückbank zurück.
Plötzlich kam ein neues Geräusch dazu ,das dem Klicken folgte.
Schleifend.
Als würde jemand etwas über den Sand ziehen.
Und George konnte schwören auch ein leises rasselndes Atmen zu hören, nicht wie sein eigener alkoholiger Atem...dunkler,
gurgelnder.
Plötzlich sah er im Rückspiegel einen dunklen großen Schatten.
Er guckte nocheinmal hin und der Schatten war wieder verschwunden.
Mit zitternden Händen und so leise wie möglich griff George zum Handschuhfach und öffnete es.
Er wühlte sich durch eine Wust von Zetteln Reklame Rechnungen usw. bis er plötzlich erleichtert aufatmete. Er fühlte kalten Stahl.
Da war sie, das einzigste was sein Vater ihm vererbt hatte eine Smith&Wesson Kaliber 32 sein ein und alles, er hatte sie, seit er einmal an einer Tankstelle überfallen worden war immer im Handschuhfach.
Gut geölt und geladen. Geladen???? Geladen?? hastig öffnete er die Trommel und schaute hinein.
Gott sei Dank!!! wenigstens daran hatte er gedacht.
Er lies die Trommel leise surren und lies sie dann wieder einrasten.
Er fühlte sich um einiges besser. Zwar saß er immer noch vollgekotzt alleine mitten in der Wüste Nevadas Nachts abgeschnitten von der Außenwelt in einem verrotteten Chevy Caprice mit zertrümmertem Motor. Aber er hatte eine Waffe.
Er lehnte sich gerade fast schon entspannt zurück als plötzlich ein markerschütterndes Kratzen zu hören war, als würde jemand mit einem Schlüssel längst den Wagen gehen und den Lack zerkratzen.
Sofort war er wieder hellwach und saß mit aufgerissenen Augen stocksteif im Fahrersitz.
Stille.
'Klick'
Da war es wieder, doch diesmal kam das Geräusch nicht vom Boden des Wagens, sondern...ja woher eigentlich??..
Das Geräusch kam ihm merkwürdig vertraut vor... 'Klick'
Mit weit aufgerissenen Augen wich George von der Fahrertür zurück.
Das Geräusch kam ihm deshalb so bekannt vor, weil er es selber immer machte wenn er den Schlüssel ins Schloss der Fahrertür schob um sie aufzuschließen.
Ihm gefror das Blut in den Adern.
'Jemand versuchte von außen die Wagentür zu öffnen!!!!!!!'
Er umklammerte den Revolver und starrte angestrengt in die Dunkelheit oberhalb des Türgriffes.
nichts.
'Klick'
George atmete schneller.
Der Stift oberhalb des Türgriffes war nach oben geschnellt.
Die Tür war nicht mehr abgeschlossen.
Er entsicherte die Waffe und richtete sie auf die Tür.
Schweiß floss ihm nun in Strömen über das Gesicht.
Er spannte den Hahn.
'Klick'
Die Tür öffnete sich einen Spaltbreit.
'Klick'

........................................ Sonntag, 4. November 2001

FORTSETZUNG IST IN ARBEIT

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.11.2001. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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