Tessaro Ken

Der größte Wunsch/das größte Unheil

Ich war nie ein religiöser Mensch. Ich mochte Religionen nicht. Was bringt es schon zu etwas zu beten,
was nie existiert hat? Es gab ja auch noch nie Beweise für solche Wunder. Alles konnte durch die 
Wissenschaft erklärt werden. Nur eines weiß ich. Wenn alles in deinem Leben zerstört ist, versucht 
man alles um es ungeschehen zu machen.

Meine Frau und unsere Tochter hatten einen Unfall auf unserem Boot. Ein Unwetter tauchte plötzlich auf,
sie ertranken beide. Nach der Beerdigung verlor ich alles. Meine Firma, unser Haus, unser Leben.
Ich lebte auf der Straße egal ob es regnete oder es schneite. Ich wollte mir mein Leben nehmen, es 
scheiterte jedes mal. Ich aß und trank nichts, trotzdem lebte ich. Nur eines stimmte mich glücklich.

In meinen Träumen lebte ich mit meiner Familie, wir waren glücklich jedoch nur solange der Traum
anhielt. Ein Traum hatte meine Lebensgeister geweckt. In Großbritannien gab es eine kleine Kirche, 
in dieser sah ich immer wieder meine Familie un mich. Dieser Traum wiederholte sich immer wieder.
Eines Tages brach ich auf. Ich wusste, dass es nur ein Traum war, was hatte ich jedoch zu verlieren?

Nach Jahren fan ich sie. Die Kirche war zerfallener als im Traum. Ich durchsuchte die Kirche, fand 
niemanden. Keinen Pfarrer oder meine Familie. Es war alles ein Traum. Wenigstens hatte ich kurzeitig
ein neues Ziel im Leben.. Als ich die Kirche verlassen wollte, hörte ich eine Stimme.

"Ich kann dir geben was du begehrst. Komm zur mir."

Die Stimme kam vom Altar. Niemand war da, die Stimme wiederholte sich.

"Warum sollte ich dir Glauben? Ich sehe dich nicht einmal."
 "Die Menschen köönen das Antlitz Gottes nicht ertagen. Glaube mir ich bin das was ihr Gott nennt."
"Warum sollte so etwas wie ein Gott mir helfen?"
"Du hast meine Prüfungen bestanden, nicht viele Menschen halten diese aus. So bestimme ich 
wer würdig ist in meinem Namen die wahre Glückseligkeit zu erfahren."
"Dann lass mich meine Familie wieder zu mir kommen. Ich werde sogar alles tun für dich. Zeige einem
Ungläubigen, dass du Gott bist!"


Es kam keine Antwort, nur ein Licht vom Altar. Zwei Silhouetten traten aus dem Licht. Es waren meine
Frau und meine Tochter. Ich umarmte sie, ich küsste sie. Sie erwiderten meine Gefühle nicht. Sie waren 
wie leblose Hüllen. Sie standen dort und blickten geradaus. Nicht eine Reaktion.

"Was soll das? Ich dachte ich hätte diese Prüfungen bestanden, warum bestrafst du mich dann?"
"Bestrafen? Du wolltest deine Familie also gab ich sie dir."
"Du gabst mir Puppen, keine Menschen!"
"Du hast nur deine Familie zurückgewünscht nicht jedoch ihre Seelen und ihr Gefühle. Du hättest
präziser sein müssen."
"Wie Bitte. Ich dachte du seist Gott! Gott sollte freundlich sein, friedliebend, er sollte den Menschen
helfen!"
"Ich hatte dir geholfen, du hast deine Familie. Werde glücklich, ich werde weiterhin meine Hand über 
dich legen."
"Geh nicht weg! Gott! Komm zurück! Gott!"


Keine Antwort. Niemals wieder kam eine Antwort. Ich lebte mit zwei Puppen, die nur umherstanden,
nie eine Gefühlsregung zeigten und ich war glücklich. Niemals konnte ich unglücklich werden. Gottes
Geschenk war eine Strafe für mich. Ich hasse mein Leben, jedoch musste ich es lieben. Die Glücklichkeit
verließ mich niemals. Die Hölle auf Erden.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.07.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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