Wolfgang Küssner

Der Schrei

Vom weltberühmten Gemälde „Der Schrei“ des norwegischen Malers Edvard Munch soll hier nicht zu lesen sein. Doch auch in diesen Zeilen geht es um Kultur; nach der Devise: Kultur ist, wie der ganze Mensch lebt. Die Entdeckung der Welt gehört vielleicht dazu; die Wege und Methoden, dieses zu praktizieren, können recht unterschiedlich ausfallen.

Da gehen Menschen schnorcheln, um einen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen, das Leben im feuchten Element  zu beobachten. In Ufernähe sind Schwärme kleiner Fischer unterwegs, die sich ihrerseits die Touristen anschauen. Und wer seinem kleinen Mann die Welt zeigen möchte, sollte überlegen: Wann und wo und wie? Schnell könnte die Gefahr entstehen, als Exhibitionist geoutet zu werden. Ebenso wenig wäre es ratsam, an Häusern, Kirchenmauern, in Parks oder Grünanlagen zu urinieren – Errregung öffentlichen Ärgernisses!

Oder es ergeht ihm wie jenem Badegast, der seinen Beitrag zur gleichbleibende Wassertemperatur leisten wollte. Im Meer badend, meinte er, in einem unbeobachteten Moment die Badehose fallen lassen und sein 36 Grad warmes Wasser dem Umfeld übergeben zu können. In einer Filmszene früherer Jahre verfärbte sich das Wasser einer Badeanstalt, sobald jemand den Urin nicht halten wollte. Alle konnten es sehen. Das war Sinn und Zweck der Übung.

Hier im Meer war das alles natürlich ganz anders. Niemand konnte, würde etwas bemerken, etwas sehen. Und der sich erleichternde Tourist übersah eine sich nähernde Qualle, die offensichtlich Interesse am wasserspeienden Körperteil fand, die Tentakeln ausfuhr und das Glied wohl zwecks näherer Betrachtung umschlang. Nicht alle Quallen verursachen Blasen, brennende Schmerzen. Dieses Exemplar tat es und unser Badegast schrie auf. Er hätte Edvard Munch in dieser Situation gut als Modell gedient haben können.

Drum merke:                                                                                                                                                                                                                        Wasser ist zum Baden da, fallerie und fallera,                                                                                                                                                                              doch zum Verschmutzen, sollt´ man es nicht benutzen.                                                                                                                                                             Musst Du aber Wasserlassen, lass Dich von keiner Qualle fassen.
 
April 2016
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