Doris E. M. Bulenda

Einreise nach Indien

Eine Reise beginnt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt. Und ein neues Land beginnt mit der Einreise…
Für viele Länder braucht man ein Visum, was ich zwar nicht gut finde, bei mir gäbe es auf der ganzen Welt keine Visumpflicht – aber was soll's. Das indische Visum war nicht schwer zu bekommen, am Vormittag auf die Botschaft, am Nachmittag abholen, und schon ist das Visum in den Pass eingeklebt.
Dann nur noch ins Flugzeug, den Flug überstehen und schon ist man da. Da war bei mir in Mumbai der Fall. Und das auch noch mitten in der Nacht. Oder genauer gesagt, um 1 Uhr morgens. Mein Zustand war nicht mehr allzu gut, ich hatte im Flugzeug auch nicht gerade viel geschlafen.
So stand ich also in Mumbai an der Immigration, vor mir standen Menschenmassen. Viel zu tun hatte ich ja nicht, so beobachtete ich die Beamten bei der Ausübung ihres Amtes. Mir fiel dabei auf, dass sie einen bestimmten Rhythmus und ein ganz spezielles Handling dabei hatten. Bei offensichtlichen Nicht-Indern nahmen sie den Pass in die Hand und schlugen gezielt die dickste Seite auf. Durch das eingeklebte Visum bot sich diese Seite quasi von selber an und der Pass war gleich an der richtigen Stelle offen …
Sehr effizient, eigentlich dauerte die Prozedur pro Person auch nicht lange. Die Einreise-Beamten guckten dabei nicht mal auf, sie sahen nur auf den Pass, keiner guckte auf die Person oder verglich das Gesicht mit dem Foto.
Schließlich kam ich an die Reihe, der Immigration-Officer machte, was er bei den anderen vor mir auch getan hatte. Er nahm den Pass und öffnete ihn an der dicksten Seite. Tja, nur war das bei mir das die Seite mit dem Kambodscha-Visum … Also schlug er die nächste dickere Seite auf – die Einreisekarte von Südafrika bekam er diesmal zu sehen. Ein neuer Versuch, der ihm die Seite mit dem Vietnam-Visum bescherte. Jetzt zuckte er doch deutlich zusammen und blickte hoch. Das erste Mal, seit ich ihn in der Schlange stehend beobachtet hatte – also das erste Mal in mehr als einer Stunde. Er guckte etwas verwirrt in mein Gesicht, blickte wieder auf meinen Pass in seiner Hand und bemerkte: „you travel a lot – häh???“  Ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen und antwortete nur „yes, I travel a lot“. Damit war er wohl zufrieden, er nahm sich meinen Pass jetzt methodisch vor, das heißt, er blätterte die Seiten nacheinander durch, bis er auf das indische Visum traf.
Dann bekam ich meinen Stempel, meinen Pass ausgehändigt und wurde sogar mit „goodbye“ verabschiedet. Auch eine Änderung seiner Gewohnheiten. Ich ging amüsiert nach draußen und suchte mir den Bus nach Puna.
 

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Ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass ein Besuch auf einer Faschingsparty solche Konsequenzen haben könnte. Eingeplant hatte ich eine Menge Spaß, gern auch frivoler Art. Meine Freundin schleppte mich häufig auf Veranstaltungen, wo auch in der Horizontalen die Post abging. Doch was bei diesem Fasching passierte, war jenseits des Erklärbaren. Irgendein als Magier verkleideter Partybesucher beschwor lustigerweise germanische Götter. Und dann stand ER plötzlich vor mir, ein Typ mit Axt, er wirkte ziemlich desorientiert und nannte sich Saxran. UND er war attraktiv. Ich schnappte ihn mir also. Nicht nur die Axt war recht groß an ihm. Hätte ich allerdings damals schon geahnt, was das noch für Konsequenzen haben würde… Saxran war absolut nicht von dieser Welt, und seine Welt sollte ich bald kennenlernen. Sie war geprägt von Unterwerfung, Schmerz, Lust und jeder Menge Abenteuer.

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