Feiertag – Menschentag – Gesellschaftstag – Unterhaltungstag – Zeittotschlagtag
Du fühlst dich allein, seit Tagen kommst du nicht aus dem Haus.
Einsamkeit beginnt dich ins dunkle Loch der Depression zu ziehen.
Von wohlmeinenden Freunden kommt der gut gemeinte, unsinnigen Rat:
„Geh doch unter Menschen“.
Wohin, Wie, Wo?
Du willst den Rat befolgen, fährst in die Stadt, um Menschen zu treffen.
Es ist Sonntag.
Der erste Weg führt in die Kirche, im Gottesdienst sind viele Menschen.
Die Predigt ist schön, doch Theorie. Wie lebt man Liebe, wenn man allein ist?
Beim Friedensgruß gibst du dem Sitznachbarn die Hand, man blickt, lächelt sich an,
Begegnung für Sekunden.
In einem Stadtteil ist ein Fest, viele Leute sitzen essend und trinkend beisammen.
Du fragst um einen Platz, setzt dich dazu. Fragen, Reden, Bestellen…
Begegnen? Ein paar belanglose Sätze, Alltagsgeplauder.
Nachmittags am Eisstand: Bestellen, bezahlen, ein paar Worte vielleicht.
Im Straßencafe ein Ecktisch. Bestellen, konsumieren, bezahlen. Sonst kein Wort.
Abends wieder zufrieden in der Stille der eigenen Wohnung.
Geht es dir besser?
Hast du Menschen getroffen?
Konntest du reden? Kann man das wirklich noch, zu zweit, zu mehreren?
ChA 02.10.16
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.10.2016.
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von Christa Astl
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