Irene Beddies

Zwergengeld


Drei Tage lang hatte es geregnet und am Vortag war es trocken geblieben.
„Kommt, wir gehen in den Wald“, schlug Klaus vor, „aber zieht vorsichtshalber Gummistiefel an.“
„Was sollen wir denn im Wald?“, maulte Paolo. Mira lachte: „Das möchtest du wohl wissen. Denk doch an letztes Jahr, da haben wir Kastanien und Bucheckern gesammelt für den Adventskranz. Vielleicht tun wir das dieses Jahr auch?“
„Das muss nun wirklich nicht sein! Ich wenigstens gehe nicht mit, basta!“
Klaus war nicht böse, er konnte seinen Ältesten gut verstehen. Und so gingen nur Mira und Berta mit dem Vater in den Wald.
Dort war es feucht, die Wege noch nicht ganz abgetrocknet. Aber Berta und Mira blieben sowieso nicht auf dem Weg, sondern stöberten seitlich im Gras und im Unterholz. Sie warfen Eicheln in Papas Richtung, und Mira blies auf einem Grashalm. Nur Berta zeigte Interesse an noch weiter entfernten Orten, an denen kein Unterholz mehr unter den Bäumen war.
„Was suchst du denn, Kleines?“, fragte Klaus. „Ich suche die Zwerge, Papa.“
 
Plötzlich blieb Berta stocksteif stehen und sah in eine Richtung.
„Na, hast du einen Zwerg entdeckt?“, neckte Klaus sie.
„Nee. Aber da liegen goldene Taler auf dem Baumstamm. Komm schnell, ich trau mich nicht hin!“
Klaus und Mira folgten dem Fingerzeig der Kleinen. Und richtig, auf dem Baumstamm leuchtete es gelblich. Als sie näher kamen, nahm das Gelb runde Formen an.
„Papa, was ist das?“, rief Berta den beiden nach, denn sie traute sich immer noch nicht an den Baumstamm.
„Hier wachsen Pilze. Man kann sie essen. Mama wird sich freuen. Komm sie dir ansehen.“

Gemeinsam pflückten sie die Pilze vorsichtig vom Stamm. Da sie keine Tüte hatten, machte Mira ihre Kapuze von der Jacke los. Darein taten sie die reichliche Ausbeute.
„Nun aber schnell nach Hause, damit die Pilze nicht matschig werden!“
 
 
© I. Beddies


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